Adiponektin: Spielverderber im tödlichen Quartett

17. Mai 2016
Teilen

Das metabolische Syndrom ist die Folge eines ungesunden Lebensstils. Wird die Produktion des Hormons Adiponektin jedoch verstärkt, kann sich der Körper davor schützen. Nun zeigte sich, dass der Signalweg PI3K die Ausschüttung des Botenstoffs positiv beeinflussen kann.

Das metabolische Syndrom beschreibt die körperlichen Folgen von zu vielen aufgenommenen und zu wenige verbrauchten Kalorien. Das führt nicht nur dazu, dass diese Menschen immer dicker werden, sondern oft auch unter Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen leiden.

Das metabolische Syndrom gilt darüber hinaus auch als einer der zentralen Risikofaktoren für Erkrankungen der arteriellen Blutgefäße und begünstigt schwere Herzerkrankungen. „Der Körper kann sich davor in gewissem Maße schützen, indem er hohe Mengen des Hormons Adiponektin ausschüttet“, erklärt Prof. Dr. Michael Föller vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften. Das Hormon, das den Fett- und Zuckerstoffwechsel im Körper beeinflusst, veranlasst ihn nämlich auch, aufgenommenes Fett abzubauen. Folglich haben Patienten mit einem metabolischen Syndrom häufig einen verringerten Adiponektin-Spiegel.

PI3K-Weg steuert Hormon-Ausschüttung

Die Forscher aus Halle und Tübingen haben nun herausgefunden, was die Produktion von Adiponektin beeinflusst: Ein bestimmter Signalweg – der PI3K-Weg, der für Insulin bedeutsam ist – steuert auch die Ausschüttung des Hormons. Dafür verglichen die Wissenschaftler den Stoffwechsel zweier Mausarten miteinander. Dabei handelte es sich um normale Mäuse und transgene Mäuse, deren Erbgut an bestimmten Stellen gezielt verändert worden war. Beide erhielten eine fettreiche Ernährung. Anschließend bestimmten die Forscher das Körpergewicht und einige Blutwerte, wie den Blutzuckerwert und den Cholesterinspiegel.

Gezielte Signalweg-Beeinflussung

„Dabei zeigte sich, dass der veränderte Signalweg trotz der kalorienreichen Ernährung vor den Anzeichen eines metabolischen Syndroms schützt“, so Föller weiter.
Die Erkenntnisse der Studie könnten neue Ansatzpunkte für mögliche Therapien liefern, die gezielt den beschriebenen Signalweg beeinflussen und so auch den Menschen vor einem metabolischen Syndrom schützen könnten.

Originalpublikation:

PI3K-resistant GSK3 controls adiponectin formation and protects from metabolic syndrome
Hong Chen et al.; PNAS, doi: 10.1073/pnas.1601355113; 2016

24 Wertungen (3.92 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

2 Kommentare:

Medizinjournalist

Daumen hoch natürlich. Versehentlich Daumen runter gedrückt.

Entscheidend ist aber, dass das niemanden interessiert. Stellen Sie sich bitte vor, alle würden ab morgen nicht rauchen, trinken, keine überflüssigen Medikamente mehr nehmen, was bei einigermaßen sportlichem Leben möglich ist. Sie würden keine Knie, keine Rückenoperationen, Fettabsaugungen und Tausende anderer Eingriffe nicht mehr vornehmen lassen – und was kommt gedacht dabei heraus? Nichts! Die Nutznießer, die das System gebastelt haben, würden das nicht zulassen. Werbung zwischen 18 und 20 Uhr macht genau das – sicherheitshalber präventiv.

#2 |
  1

Selbst wenn es gelänge, durch genetische Manipulation das metabolische Syndrom zu verhindern, darf das nie den irrigen Eindruck vermitteln, Bewegungsmangel und unvernünftige Ernährung, Alkohol und Rauchen seien dann keine Probleme mehr. Es bleiben die “Grundübel” der Überflussgesellschaft und man darf die Menschen nicht aus der Eigenverantwortung nehmen.

#1 |
  2


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: