Nahrungsergänzungsmittel: Pülverchen mit Pannen

13. Mai 2016
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Vitamine, Mineralstoffe oder sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe stehen bei Apothekenkunden hoch im Kurs. Hersteller befeuern ihrerseits den Absatz über Marketing-Seminare. Aus wissenschaftlicher Sicht spricht viel gegen den flächendeckenden Einsatz dieser Pülverchen.

Sommer, Sonne, Supplementation: Vom 20. bis 23. April hat Orthomol rund 70 Apotheker und PTA aus allen Kammerbezirken nach Mallorca eingeladen. Der Hersteller ließ sich nicht lumpen: Angestellte mussten keinen Beitrag zahlen, und für Inhaber wurde nur ein kleiner Obolus fällig. Ziel des Seminars war, den Absatz von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) zu forcieren.

Cocktails aus der Apotheke

Dazu gehören Tipps zum „erfolgreichen Umgang mit Einwänden“, wie es im Skript heißt. Kunden könnten schließlich „reine Geldmacherei“ wittern oder „Angst vor Überdosierungen“ haben. Nicht zuletzt bleibt die Sorge, natürliche Vitamine seien „doch viel besser als die chemisch hergestellten“. Der Rat des Herstellers: „Empfehlungen und zusätzliche Informationen sind nicht aufdringlich.“ In der Offizin böten sich Aktionstage inklusive Ausschank an, beispielsweise mit alkoholfreien Orthomol-Cocktails, Rezepte inklusive. Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel – die Grenzen verschwimmen für Laien vollkommen. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Viel hilft wenig

Bereits Ende 2013 fanden Forscher Hinweise [Paywall], dass ältere Menschen zu hohe Mengen diverser Supplementationen einnehmen, allen voran Magnesium, Vitamin D oder Vitamin E. An der Studie nahmen 1.079 Senioren der KORA-Studie (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) teil.

Damit nicht genug: „Viele Medikamente, die einer Arthrose vorbeugen oder ihr Fortschreiten verhindern sollen, liegen nur knapp über oder auf dem Niveau eines Placebo-Effekts“, erklärt Dr. Uwe de Jager von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Ähnlich kritisch bewertet er Nahrungsergänzungsmittel wie Chondroitinsulfat, Muschelextrakte, acetyliertes Hydroxyprolin (Oxaceprol) oder Heilpflanzen. Lediglich bei Glucosamin sei die Datenlage etwas besser. Hier gebe es in den Leitlinien der Osteoarthritis Research Society International (OARSI) eine zurückhaltende Empfehlung.

Zwischen Sinn und Unsinn

Welche unerwünschten Effekte NEM mitunter hervorrufen, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Andrew I. Geller, Forscher an den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), hat Patientenakten aus 63 Notfallausnahmen analysiert. In 3.667 Fällen fand er Hinweise, dass es durch NEM zu gefährlichen Ereignissen gekommen war. Dazu gehörten allergische Reaktionen nach Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen, aber auch nicht deklarierte, rezeptpflichtige Wirkstoffe. Hochgerechnet auf alle Bundesstaaten spricht Geller von rund 23.000 Notfallbehandlungen pro Jahr.

In diesem Zusammenhang warnt die Cochrane Collaboration speziell vor Beta-Carotin, Vitamin E und Vitamin A. Wissenschaftler bringen regelmäßige Gaben mit einer höheren Mortalität in Verbindung. Präventive Effekte konnten sie nicht finden. Selbst Orthomol gibt Apothekern als Empfehlung, i-Care bei Krebs nicht ohne onkologischen Rat abzuverkaufen. Als Anwendungsgebiet wird das Immunsystem genannt. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe könnten jedoch mit Chemotherapeutika interagieren.

Über den Sinn lässt sich streiten: „Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Personen, die sich normal ernähren, in der Regel überflüssig“, stellt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klar. „Bei ausgewogener Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht.“ Einseitige, unausgewogene Ernährungsweise könnten nicht durch NEM ausgeglichen werden. Mit dieser Argumentation bewerben jedoch viele Hersteller ihre Produkte.

Alles, was Recht ist

Umso schwerer wiegen unbedachte Empfehlungen, die rein ökonomische Ziele verfolgen. Mit dem Antikorruptionsgesetz lässt sich nicht argumentieren. Zuletzt hatte Martin Litsch, Chef des AOK-Bundesverbands, Nachbesserungen am ursprünglichen Referentenentwurf kritisiert: „Warum sollen die Regelungen zur Bekämpfung von Bestechlichkeit für Ärzte gelten, aber nicht für Apotheker?“ Litsch denkt zwar eher an rabattierte Rx-Präparate. Seine Argumentation lässt sich auf OTCs oder frei verkäufliche Produkte wie NEM ausdehnen. Hier spielen mengenabhängige Rabatte der Hersteller eine große Rolle.

Health Professionals aus anderen Bereichen sind hier deutlich weiter. Das Bezirksberufsgericht Nordbaden für Ärzte in Karlsruhe hat einer Medizinerin untersagt, NEM in ihrer Praxis anzubieten (Az.: BGÄ 18/14 KA). Juristen sahen darin einen Verstoß gegen Paragraph 3 Absatz 2 der (Muster-)Berufsordnung: „Ärztinnen und Ärzten ist untersagt, im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit Waren und andere Gegenstände abzugeben oder unter ihrer Mitwirkung abgeben zu lassen sowie gewerbliche Dienstleistungen zu erbringen oder erbringen zu lassen, soweit nicht die Abgabe des Produkts oder die Dienstleistung wegen ihrer Besonderheiten notwendiger Bestandteil der ärztlichen Therapie sind.“ Bei Apothekern besteht hier großer Nachholbedarf.

61 Wertungen (2.49 ø)

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24 Kommentare:

Gast
Gast

das ist so eine Art Urfehde zwischen Juristen und Ärzten,
die können es einfach nicht ab, dass der Doktor einem moralischen Beruf nachgeht,
deshalb unbedingt bei jeder Gelegenheit bestrafen,
übrigens sind auch einige Journalisten davon angesteckt.

#24 |
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Gast
Gast

zu#19Herr Jürgen C. Bauer pardon, ich hab ihnen Unrecht getan und nicht richtig gelesen. Jedenfalls hat man Vitamine und Co. nicht erfunden (entdeckt), damit man den Verkauf verbietet. Die Kasse zahlt eh nicht.

#23 |
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Gast
Gast

zu#19Herr Jürgen C. Bauer Einbrüche müssen auch gemeldet werden einfach aus Prinzip, auch Verdacht natürlich
auch wenn die Aufklärungsquote beschämend niedrig ist.
Bei Verdacht weigert sich nur die Polizei.
NEM nur noch für Heilpraktiker?
Oder wie meinen?

#22 |
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Jochen Diederich
Jochen Diederich

Vielen Dank für den Hinweis mit dem NEM- Verbot bei EINER Praxis in Karlsruhe.
Da Apotheker mit den Krankenkassen noch immer keine Beratungshonorare, Telefonkosten und Patientenzahlen ( In unserer durchnittlichen Apotheke mehrere Hunderttausend Vorgänge pro Jahr) abrechnen können, werden wir Apotheker wohl weiterhin gezwungen sein völlig unsinniges Zeugs zu verkaufen???
Aus eigener Erfahrung kann ich durchaus positives zu Orthomolekularer Ernährung berichten, Lehrgänge in Urlaubsregionen sollten aber doch besser Ärzten vorbehalten sein die dann nichts verkaufen dürfen, gelle.

#21 |
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Lilia Lukjanova
Lilia Lukjanova

Pauschalisiert, mangelhaft belegt, einfach schlechter Artikel

#20 |
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Heilpraktiker

… jedenfalls bin ich für ein Meldesystems bei Verdachtsfällen beobachteter unerwünschter Wirkungen durch NEM (NEM-Vigilanz) das exakt gleich wie die Pharmakovigilanz aufgebaut ist. Daher könnten auch beide Systeme zu einer Art NEM/Pharmakovigilanz verschmolzen werden.

#19 |
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Angela Kischkel
Angela Kischkel

Das ist ja mal wieder typisch. Alles Negative wird in eine Topf geworfen. Und was ist mir den vielen positiven Studie, die es zu diversen NEMs gibt? Man kann den Patienten tatsächlich mit einfachen Mitteln helfen, aber wir hauen gerne noch mehr Arzneimittel drauf. Übrigens auch hier gibt es Nebenwirkungen und Überdosierungen. Das muss aber hingenommen werden.
Wann wird endlich unterschieden zwischen den Dosierungen für Gesunde und denen für chronisch Kranke (nur eine Auswahl: Diabetiker, Menschen mit verschiedenen Herzkrankheiten, Schmerzpatienten). Ganz zu schweigen von den vielen Arzneimitteln die wahre Nährstoffräuber sind. Mit gezielt ausgewählten NEMs können NW gemindert und Wirkungen verbessert werden und somit Dosierungen reduziert werden.
NEMs in höheren Dosierungen gehören in versierte Hände und sollten selbstverständlich nicht einfach an jeden verteilt werden. Dafür gibt es Fachleute, wie Heilpraktiker, Apotheker und Ärzte, die sich damit auseinandergesetzt haben.
Schreiben Sie doch zur Abwechslung mal über die positiven Effekte von Mikronährstoffen wie Vitamine, Spurenelemente, Minaralstoffe und Aminosäuren. Da hätte wir alle was davon. Bessere Beratung und zufriedene Patienten, denen es besser gehen kann.

#18 |
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Gast
Gast

Warnen muss man viel mehr vor McDonald und Co.
sowie vor allen Fertigprodukten die Defizite, Einseitigkeit und Schadstoffe enthalte, wie gehärtete Fette, in Deutschland immer noch zugelassen
und anderes, DESHALB geht es nicht ohne NEM.
Gott sei Dank ist es noch nicht verboten selbst zu kochen,
kann nur keine Frau mehr,
muss jetzt Mann selbst machen :-)

#17 |
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Gast
Gast

Vit.C muss natürlich “sonnengereift” sein?
ha, ha

#16 |
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Heilpraktiker

Wir sollten etwas differenzieren. Beispiel: “Vitamin C” ist nicht immer das selbe. Ein Stoff ist im Grunde seine gesamte Entstehung inklusive Verunreinigungen. Da kein Stoff rein ist, sollten die Verunreinigungen besser betrachtet werden. Ich denke an den Tryptophan-Skandal von 1989. Wir dürfen nicht denken, dass so etwas bei NEM nicht mehr vorkommen kann. Ich persönlich habe in dieser Hinsicht kein Vertrauen. Jeder, der etwas hinter die Kulissen schaut, weiss, was ich meine. Wir brauchen sehr dringend so etwas wie eine Pharmakovigilanz für NEM. Wenn aber NEM sowieso zum selben Zweck wie AM eingesetzt werden, könnte aber auch das schon bestehende PV-System verwendet werden. Weshalb kompliziert, wenn es auch einfach geht …

#15 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Her Müller: Wie kommen Sie auf überhöhte pharmazeutische Preise? 1 Tablette Multivitamin mit Mineralstoff kostet weniger als 1-3 Kohlrabi oder einige Bananen oder Paprika etc. Ballaststoffe mitels Möhren , Spinat o.ä. sind noch preiswerter mittels dieser Tablette bzw. Dragée oder Pülverchen, auch vom Originalhersteller. Ausgenommen evtl. Orthomol- und Vitasprint-Flüssigprodukte. Trinkwasser mit Mineralstoffen kostet hierzulande kaum etwas.

#14 |
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Vielen Dank für die Kommentare! @ #1: Im Originalartikel heißt es dazu: “Excessive intakes (equal or above the European Tolerable Upper Intake Levels (UL)) were observed especially for magnesium and vitamin E. 20.2% of the women and 32.5% of the men who took magnesium supplements regularly exceeded the UL for magnesium. In case of vitamin E this was true for 8.0% of the women and 13.6% of the men.” Lediglich bei Vitamin D sehen die Autoren eine Sinnhaftigkeit – ansonsten nicht.

#13 |
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Apotheker

Es ist unstrittig, dass eine Ergänzung des Nahrungsangebotes in bestimmten Fällen z.B durch Vitamin und Mineralstoffen sinnvoll ist. Dazu bedarf es aber keiner zu überhöhten Preisen angebotenen Nahrungsergänzungsmittel. Hoffentlich wird in den Apotheken diesbezüglich fundiert beraten ! Leider findet man gelegentlich völlig überteuerte Präparate, die nur das Betriebsergebnis verbessern. Sicherlich wird das zum Thema von Testkäufen werden und alle Kollegen werden wieder in den Medien vorgeführt und alle wissen schon wie ! Wenn der Artikel eine kritische Distanz zu bestimmten Produkten erzeugt, wäre das sehr gut. Für die Themenwahl hat Herr von Heuvel 5 Punkte verdient.

#12 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

So oberflächlich und alles andere als objektiv. Es gibt so viele Studien über alle möglichen Mikro- und Makronährstoffe, allein über Vitamin D ca. 30.000. Enttäuschend

#11 |
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kristina pernutz
kristina pernutz

Was für ein schlecht recherchierter Artikel……mir bleiben die Worte weg…..

#10 |
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Gast
Gast

Eine etwas wissenschaftlichere und v.a. ausgewogener Darstellung diese wichtigen und interessanten Themas der Mikronährstoffen und Vitaminen wäre auf für doccheck angebracht, als nur in die Kerbe der eher einseitig informierten generellen Vitaminkritiker zu schlagen. Es gibt tatsächlich Studien die bei regelmäßiger Einnahme in bestimmten Situationen und Bevölkerungsgruppen eine höhere Mortalität zeigen, aber es darzustellen als ob das die Mehrheit der Studien sei ist schlichtweg falsch. Keiner bestreitet dass es Studien gibt die keine präventive Effekte zeigen konnten, aber dann muss auch die Vielzahl wissenschaftlicher Humanstudien genannt werden die positive Effekte zeigen.
Es ist wohl so, dass bei ausgewogener Ernährung die meisten Mikronährstoffe & Vitamin in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, aber große Teile unserer Gesellschaft ernähren sich nicht ausgewogen. Die Nationale Verzehrsstudie (D) als auch die NHANNES Studie (USA) zeigten klar dass es bei Vitamin D und E die Empfehlungen nicht erreicht werden. Gleiches gilt für ungesättigte Fettsäuren (PUFAs).

#9 |
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Naturwissenschaftler

Herr Kesel, ich kann keine direkte Verbindung von “Vitamin A/E mit dem Antikorruptionsgesetz” in der Darstellung erkennen, die Inhalte sind m.E. durch Überschriften ausreichend gut voneinander abgegrenzt.
Ihrem zweiten Statement stimme ich jedoch zu.

#8 |
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Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Bucke,
ich kann Ihnen nur vollkommen zustimmen. Genauso wie Sie es beschreiben sind Mangelerscheinungen in der Gesellschaft weiter verbreitet als man denkt. Mögliche weitere Ursachen:
1. Geologischer Grund, d.h. kein oder nur geringes Vorkommen im Boden wie bei Jod und Selen. Ich möchte auf den Anstieg von Hashimoto-Thyreoditis hinweisen, der erst dann begann, als die EU anfing, sich mit Getreide selbst zu versorgen. Vorher waren USA und Ukraine (selenreiche Böden) die Lieferanten.
2. Versorgung von Personen mit Kantinen-Essen: Warum wohl bekommt jeder Geriatrie-Patient im KH sein Fresubin/ Fortimel und wie sie alle heißen? Ist auch nur eine Form der Nahrungsergänzung, selbst wenn sie als diätetisches AM gekennzeichnet sind…
Ich kann auch nur empfehlen, sich die Biochemie des Menschen genauer anzuschauen. Letztlich ist der Mensch nichts anderes als eine biochemische Maschine, die bestimmte Edukte sich zuführt, umsetzt und verbraucht, unter Energieerzeugung und Ausscheidung von Produkten. Beim Motor wird der Kraftstoff definiert, da wissen zumindest die Mineralölkonzerne, was drin ist, bei Nahrungsmitteln gibt es keine standardisierten Nährstoffangaben. Also kann niemand wissen, was genau er isst!!

#7 |
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Heilpraktiker

Ich habe Menschen kennen gelernt, die lange gelebt haben, der älteste wurde 104. Keiner dieser Menschen nahm jemals NEM ein. Nach heutigem Verständnis haben sie sich alle mangelhaft ernährt …

#6 |
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Pharmazeut Andreas Johannes Kesel
Pharmazeut Andreas Johannes Kesel

der Beitrag von Herrn van den Heuvel ist zu pauschal. Die Argumentationslinie ist brüchig. Was hat bitte Vitamin A/E mit dem Antikorruptionsgesetz zu tun?

Die pauschale Ablehnung von Vitaminen ist ebenso unwissenschaftlich wie die kritiklose Bewerbung von Nahrungsergänzungsmitteln. Allen Vitamingegnern empfehle ich ebenso wie Dr. Bucke die Lektüre von Standardwerken zur biochemischen Wirkung von Vitaminen und Coenzymen (z.B.: W. Friedrich, Handbuch der Vitamine, Urban & Schwarzenberg, 1987).

#5 |
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Gast
Gast

Was ein schlechter Artikel….

#4 |
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Heilpraktiker

Ja, es ist kurios. Zu NEM dürfen scheinbar beliebige verkaufsfördernde Aussagen gemacht werden. Und wenn man sich kritisch bei den Verkäufern äussert, ist man Sprachrohr der “bösen Pharmaindustrie”, die verhindern will, dass durch “natürliche Vitamine” etc. geheilt wird. Aufklärung in Hinsicht auf die Herstellung von Vitaminen etc. und die damit verbundenen Verunreinigungen in den Stoffen wäre sicher nicht schlecht.

#3 |
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Apotheker

Sehr geehrter Herr van den Heuvel,
wenn Sie eine Woche in der Apotheke arbeiten und eine zweite Woche mit großen offenen Augen durch’s Land reisen, werden Sie feststellen, dass kaum 10% der Gesamtbevölkerung sich ausgewogen und gesund ernährt. Was also soll die gebetsmühlenartige Wiederholung des Zitats vom Bundesamt für Risikobewertung?
Wir haben die Teilnehmerinnen von GNTM und alle weiteren Magerwahnsinnigen, die zu wenig von allem essen. Wir haben viele Körperbewusste, die oft auch sehr wenig essen. Dann gibt’s viele, die vermutlich normal (was ist das eigentlich) essen, aber beruflich und privat sehr großem Stress ausgesetzt sind. Viele essen reichlich Ungesundes als Ersatzbefriedigung. Dann haben wir Raucher, Frauen, die orale Kontrazeptiva nehmen und natürlich ganz viele Patienten mit akuter oder chronischer Medikamenteneinnahme.
Da sich also fast niemand in unserer Gesellschaft “normal” ernährt, bleiben trotz Ihres Artikels Fragen offen: wie wertvoll sind bei der heutigen Landwirtschaft und den Transportwegen unsere natürlichen Ressourcen aus Obst und Gemüse wirklich? Und: wie helfe ich jemandem, der es trotz guter Vorsätze nicht schafft, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung in sein Berufs- und Privatleben einzubauen?
Wer sich mit NEM auseinandersetzt, sollte die wirklich fundierten Bücher vom Apothekerkollegen Uwe Gröber lesen. Die Firma Orthomol ist ein Wirtschaftsunternehmen. Herr Gröber ist in der Lage, komplexe biochemische und physiologische Zusammenhänge nicht profitorientiert zu erklären.
Wenn Sie auch noch den populären Antikorruptionsparagraphen ins Feld führen, können Sie doch bitte auch gleich den Vollkaufmann unter den Apothekern abschaffen. Ich bin von Ihnen wirklich Besseres gewöhnt.
Frohe Pfingsten und eine große Portion frischen Spargel wünscht Dr. Wolfgang Bucke

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MWO
MWO

Ich zitiere aus dem Artikel: “Bereits Ende 2013 fanden Forscher Hinweise, dass ältere Menschen zu hohe Mengen diverser Supplementationen einnehmen, allen voran Magnesium, Vitamin D oder Vitamin E.”
Bei Überprüfen der verlinkten Quelle lese ich dann: “The supplementation of vitamin D can be regarded as favorable in this age group”.
Na, dann spare ich mir lieber den Rest des Artikels. Die Sonne scheint und ich gehe raus und riskiere eine Überdosis Vitamin D.
Schönes Wochenende, MWO

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