Multiple Sklerose: Entspannt, Yoga sei Dank

10. Mai 2016
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Bestimmte Symptome der Multiplen Sklerose können durch körperliche Aktivitäten trotz gleichbleibender Therapie positiv beeinflusst werden. MS-Patienten, die Yoga und Aquafit betreiben, leiden weniger unter Müdigkeit, Depressivität und Parästhesien.

Bei Multipler Sklerose (MS) treten neben Bewegungsstörungen häufig auch Symptome wie Fatigue, Depressivität sowie Parästhesien wie Hautkribbeln, -jucken und Taubheitsgefühle auf.

In einem randomisierten Versuch zeigen nun Forscher aus Basel und Kermanshah (Iran), dass sich diese Symptome nach einer achtwöchigen Intervention mit Yoga und Aquafit deutlich verbesserten: Müdigkeit, Depressivität und Parästhesien nahmen nach dreimal wöchentlichen Training gegenüber der Kontrollgruppe deutlich ab. Bei der körperlich nicht aktiven Gruppe lag die Wahrscheinlichkeit für eine mittelschwere bis schwere Depression zudem 35 Mal höher als bei den Gruppen, die Yoga oder Aquafit betrieben.

Körperliches Training als Ergänzung

An der Studie nahmen 54 Frauen mit diagnostizierter MS im Durchschnittsalter von 34 Jahren in drei Gruppen teil: mit Yoga, Aquafit oder keiner körperlichen Aktivität. Vor und nach der Intervention hatten die Patientinnen jeweils Fragebögen zu den Symptomen auszufüllen. Ihre bestehenden Therapien – etwa mit Medikamenten, die auf die Immunregulation einwirken – blieb während der Studie unverändert. „Körperliche Trainings sollten bei MS als Ergänzung der Standardbehandlungen in Zukunft in Betracht gezogen werden“, schreiben die Forscher.

Originalpublikation:

Exercising Impacts on Fatigue, Depression, and Paresthesia in Female Patients with Multiple Sclerosis.
Nazanin Razazian et al.; Medicine and Science in Sports and Exercise, doi: 10.1249/MSS.0000000000000834; 2016

18 Wertungen (3.06 ø)

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2 Kommentare:

Dr Claudia Tullius
Dr Claudia Tullius

In der Tat, ein eher alter Hut
es gibt hierzu ja schon genügend Studien,…
Viel wichtiger ist ja,
dass es therapeutisch seit vielen Jahren in jeder zertifizierten MS-Klinik auch umgesetzt wird.
Anmerkung: auch Männer dürfen dann dort mitmachen ,-))

Und wo körperliche Bewegung schwieriger wird gibt es genügend Hinweise, dass MBSR oder andere meta-kognitive Verfahren zur Stressreduktion/Imagination ebenfalls positive Effekte auf besch. Symptomatik haben.

#2 |
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Wer wundert sich denn über dieses Ergebnis. Für diese Erkenntis brauch ich keine Studie. Dies bestätigen mir meine Pat. (mit und auch ohne MS) regelmäßig bei Konsultationen. Jeder profitiert auch von dieser Art an Bewegung. Und dass MS-Pat. von Bewegung/Sport profitieren, ist keine neue Erkenntnis. die Frage wäre eventuell, ob die Gruppe von MS-Pat, Pat. mit anderen Erkrankungen oder Gesunde von Yoga, Aquafit oder anderen Betätigungen mehr profitieren als andere.

#1 |
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