Promotion: Dr. med. – obsolet?

4. Mai 2016
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80 Prozent der Medizinstudenten promovieren. So viele wie in keinem anderem Fach. Doch was sagt der Titel wirklich aus? Dr. med. – Ist das nur ein Türschild-Doktor oder elementarer Bestandteil der ärztlichen Ausbildung?

Während etwa in der Erziehungswissenschaft noch nicht mal jeder zehnte Absolvent promoviert, strebt so gut wie jeder der mehr als 7.500 Teilnehmer der kürzlich durchgeführten Hartmannbund-Umfrage „Medizinstudium 2020 Plus“ einen eigenen Doktortitel an. Warum? Die Promotion verbessert die Fähigkeit von Ärzten, sich „kritisch mit Methoden wissenschaftlicher Studien auseinanderzusetzen“ und „eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten“ – so die offizielle Begründung. Doch mal ehrlich? Gibt es nicht auch einige, die gar keine Lust auf wissenschaftliches Arbeiten und die Erstellung einer Doktorarbeit haben und nur des Titels wegen promovieren? Und was sagt diese Einstellung über die Notwendigkeit des medizinischen Doktortitels aus?

Promotion sprengt den Zeitrahmen

Viele Medizinstudenten haben während ihres Studiums wenig bis kaum Zeit, sich auf die Erstellung ihrer Doktorarbeit zu konzentrieren. Laut der Hartmannbund-Umfrage wünschen sich aber die meisten gerade das, nämlich eine solide Promotion mit wissenschaftlichem Anspruch erstellen zu können. Auf die Frage, wie viel Zeit für die Erstellung einer fundierten medizinischen Promotion benötigt wird, antwortete die Mehrheit der Umfrageteilnehmer: zwischen etwa einem und zwei Jahren Vollzeit. Diesen „Luxus“ können und wollen sich allerdings nur wenige leisten.

Oft wird schon bei der Vergabe der Doktorarbeiten die Bereitschaft verlangt, sich ein bis zwei Freisemester dafür zu nehmen, um Vollzeit an einem wissenschaftlichen Projekt zu arbeiten. Die Studenten können solch eine Verlängerung des Studiums allerdings oft nicht finanzieren, zumindest nicht ohne auf die elterliche Finanzspritze oder Nebenjobs angewiesen zu sein. Dazu kommt, dass die meisten Mediziner nach diesem freiwilligen, unbezahlten Jahr im Labor kaum davon sprechen können, fertig zu sein. Bei vielen dauert es noch zwei bis sechs Semester länger, die sie neben dem Studium investieren müssen, bis die Doktorarbeit zum Abschluss kommt. Die Konsequenz: Vielen geht der Spaß am Forschen verloren.

Schlechte Betreuung …

Unvorhergesehene Verzögerungen, ein schief gelaufenes Experiment, schlechte Betreuung – vieles kann dazu führen, dass der ursprünglich gedachte Zeitrahmen der Promotion nicht eingehalten wird. Manchmal sogar auch bewusst von den Professoren und Betreuern verschwiegen wird. Auch Julius Kradenberger, Heidelberger Medizinstudent, musste diese Erfahrung machen: „Als ich mich im 8. Semester auf meine jetzige Promotionsstelle bewarb, hieß es in dem Ausschreibungstext, dass motivierte Studenten die Arbeit in einem Jahr erledigen können und eine rasche Bearbeitung des Themas unterstützt wird. Ich habe mich natürlich darauf eingestellt und die Studienplanung danach ausgerichtet. Motiviert war ich natürlich, doch dann gab es lauter Verzögerungen, mein Thema hat mehrfach gewechselt, mein Betreuer und mein Doktorvater haben immer so viel gearbeitet, dass ich sie kaum zu Gesicht bekam – davon hat mir vorher niemand etwas gesagt. Ursprünglich wollte ich vor dem PJ fertig werden. Jetzt werde ich die Promotion wohl auch noch in die Facharztausbildung mitschleppen müssen, was ich eigentlich unbedingt vermeiden wollte.“

… und andere Horrorgeschichten

So wie Julius geht es vielen Doktoranden. Hört man sich an der Uni um, gibt es viele Horrorgeschichten von gescheiterten Promotionen. „Mein Mentor in der Klinikeinführung hat mir ganz zu Anfang schon den Tipp gegeben, am Besten rechtzeitig eine Promotion zu suchen und eine ganz leichte statistische, theoretische Arbeit anzufangen oder auch gar keine, wenn man sich den Stress ersparen will“, erzählt Marie K., Medizinstudentin in Regensburg. „Er erzählte mir, dass er bereits seine dritte Doktorarbeit angefangen hat, da die davor so schlecht betreut waren, dass er nicht weitermachen konnte. Auch vielen seiner Freunde würde es ähnlich ergehen. Die hätten ihre Arbeiten zwar nicht abgebrochen, würden aber auch kaum vorankommen und sich nur rumärgern. Es war wirklich schockierend, so was zu hören.“

Natürlich ist es nicht überall so und es gibt bestimmt auch sehr gut betreute Promotionen, die wie am Schnürchen laufen. Doch von denen hört man an der Uni selten. „Die hohe Abbruchquote medizinischer Doktorarbeiten von etwa einem Drittel konnte bisher nicht reduziert werden und ist Zeichen für strukturelle Probleme“, schreibt Marc Dewey im Deutschen Ärzteblatt. Gerade die Betreuung und Aufklärung über die Länge und Art der Arbeit bedarf einiger Verbesserung.

Kein „richtiger“ Doktor?

Medizinische Dissertationen haben häufig einen hohen individuellen Nutzen für den Verfasser, der das wissenschaftliche Arbeiten zumindest in Teilen erlernt. Gerade durch die in letzter Zeit öffentlich gewordenen Plagiatsfälle haben die Mediziner-Promotionen allerdings einen immer schlechteren Ruf bekommen. Auch Vorfälle wie der Skandal 2012 in Würzburg tragen dazu bei. Dort soll ein Professor für Medizingeschichte Dissertationen gegen Spendenzahlungen selbst verfasst haben. 2013 soll in der Schweiz der SVP-Politiker Christoph Mörgeli als Titularprofessor an der Uni Zürich und Kurator des medizinhistorischen Museums zahlreiche Doktorarbeiten durchgewinkt haben, die lediglich aus der Transkription historischer Texte bestanden. Solche Vorfälle führen dazu, dass oft an der Qualität medizinischer Dissertationen gezweifelt wird. Von den Kritikern wird oft angeführt, die medizinischen Doktorarbeiten hätten häufig ein Niveau, das unterhalb einer naturwissenschaftlichen Diplomarbeit liege. Sogar der Wissenschaftsrat äußerte sich in ähnlicher Weise.

„Als ich mich bei einem Freund, einem Mathematiker, über die Schwierigkeiten bei meiner Dissertation beklagt habe, hat er mich fast ausgelacht“, berichtet auch Jana Pryzbella, Medizinstudentin aus München. „Von meinem Nicht-Mediziner-Freundeskreis werde ich regelmäßig aufgezogen, wie gut wir es eigentlich haben, dass wir ja in einem halben Jahr eine ‚Promotion‘ schreiben könnten, wofür die ‚richtigen‘ Naturwissenschaftler 5–6 Jahre brauchen. Natürlich haben sie in mancher Hinsicht recht. Es gibt wirklich einfache statistische Arbeiten, die nicht annähernd an eine 6-jährige Vollzeitpromotion eines MINT-lers heranreichen. Allerdings dauert unser Studium inklusive Facharztausbildung so lange, dass man hinterher kaum noch einmal 5 Jahre für eine ‚richtige‘ wissenschaftliche Promotion investieren möchte. Mir hat sich schon oft die Frage gestellt, warum wir überhaupt diesen ‚Zwang‘ verspüren, einen Doktortitel auf Teufel komm raus machen zu müssen. Die meisten meiner Kommilitonen wollen später nicht in die Forschung, da ist es doch eigentlich sinnlos unbedingt eine Promotion machen zu wollen.“

Besserung dank Berufsdoktorat?

Eine Lösung für dieses Problem wäre die Einführung eines Berufsdoktorats für Mediziner wie es zum Beispiel in Österreich, USA, Polen oder Russland der Fall ist. Dort bekommt man automatisch mit Abschluss des Staatsexamens einen medizinischen Doktortitel (MD) verliehen. Um das wissenschaftliche Verständnis für die Auswertung von Studien und Publikationen zu erlangen, könnten Kurse angeboten werden. An einigen Universitäten ist es sowieso schon gang und gäbe, dass Studenten kleinere wissenschaftliche Arbeiten anfertigen müssen. Wer dennoch richtig wissenschaftlich arbeiten und später eine Forscherkarriere einschlagen möchte, kann dazu noch den im Ausland angesehenen forschungsbasierten PhD machen. So kann man auch die von Bernd-Peter Liegener, Berliner Arzt ohne Doktortitel, gefürchtete Situation vermeiden: „Wie ich aber die ewigen Erklärungen hasse, wenn wieder ein Patient fragt: Sie sind gar kein richtiger Doktor?! Wie ich immer wieder fast ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich mich nicht gegen die Anrede mit Doktor wehre!“ Herr Liegener ist Befürworter der Einführung eines solchen Berufsdoktorats: „Damit hätte auch in Deutschland die liebe Seele ihre Ruh’! Der wissenschaftliche Dr. könnte zur Unterscheidung ‚Dr. med. wiss.‘ heißen, oder – falls die markierte Form zu unelegant oder ungewohnt klingt – der ärztliche Doktor ‚Dr. med. pract.‘ oder ähnlich. Keiner hätte dann mehr ein Interesse daran, überflüssiges Zeug zusammenzuschreiben, und alle wären zufrieden.“

Marcus Eder, PJler am Klinikum der Universität München, sieht das anders: „Gerade, wenn man eine experimentelle Doktorarbeit parallel zum Studium anfertigt, erfordert das eine Menge Aufwand, Belastbarkeit, Verzicht auf Freizeit und ein gehöriges Maß an Frustrationstoleranz. Die Art und Dauer der Doktorarbeit sagt viel über die Ausdauer ihres Verfassers aus und wer bereit ist, diese ‚Belastung‘ während seines Studiums auf sich zu nehmen, kann mit großer Wahrscheinlichkeit später besser unter verschiedenen Anforderungen arbeiten. Ich denke, dass es sicherlich nicht schlecht ist, wenn man im Studium schon früh an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt wird und da ist eine Promotion nun mal sehr sinnvoll. Außerdem sind Doktorarbeiten in der Medizin wichtig für den Wissenszuwachs. Diejenigen, die nicht so viel Aufwand betreiben wollen, können sich ja die klinisch-theoretischen Arbeiten aussuchen. Von einem Arzt wird erwartet, dass er in der Lage ist, sich lebenslang weiterzubilden. Dafür sollte man wenigstens einmal eine methodisch einwandfreie und inhaltlich anspruchsvolle Forschungsarbeit erstellt haben.“

Wanted: Promovieren mit Struktur

Auch wenn die Einführung eines Berufsdoktorats oft diskutiert wird, verändern wird sich so schnell nichts. Vertreter der Medizinstudierenden des Hartmannbunds möchten eher umsetzen, dass die Promotion zum Dr. med. strukturierter wird. So empfehlen sie zum Beispiel die Einführung eines Promotionskollegs an allen Universitäten, um die Studenten besser bei der Durchführung ihrer Doktorarbeit zu begleiten. Außerdem sollte es ihrer Meinung nach bereits ab dem 3. Semester ein Seminar „Wissenschaftlichkeit“ geben, in dem Mediziner praxisorientiert lernen, Studien zu interpretieren und zu hinterfragen sowie wissenschaftliche Quellen richtig zu deuten und anzuwenden. Es wird darauf hingearbeitet, die Rahmenbedingungen für das Verfassen der Promotion zu verbessern und wissenschaftliches Arbeiten stärker zu fördern. Vielleicht ändert sich dadurch in Zukunft die Bedeutung des medizinischen Doktors. Man sollte sich auf jeden Fall mit der Frage beschäftigen, ob die Einführung eines MD – ohne im Studium die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Methoden zu vernachlässigen – in Zukunft nicht doch zeitgemäßer wäre.

102 Wertungen (4.6 ø)

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30 Kommentare:

Gast
Gast

Danke Herr Klüsener 80% ist also falsch 60-65% schon richtiger, Tendenz fallend
und auch #3, #16 und #28 hat recht:

Zum einen ist der wissenschaftliche Gewinn groß und nur 15,1% der Promovenden veröffentlichen ihre Ergebnisse gar nicht. Zum anderen vermischen die anfangs noch isolierte Betrachtung von Motivation, Nutzen und Wertschätzung im Verlauf und nach Abschluss der Promotion zu einem einheitlichen Gesamtbild. Das aktuelle Promotionsverfahren wird von Promovierten als am sinnvollsten erachtet.

#30 |
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Dipl.med. Viktor Sommer
Dipl.med. Viktor Sommer

Seit Zeitmaßen geht die Diskussion in Deutschland, ob ein Arzt sich als ein Doctor ohne Promotion oder ein Dr.med. mit Promotion präsentieren sollte. Es ist klar, dass ein Berufsanfänger sich auf Basismedizin konzentrieren muss. Der relativ erfahrene Mediziner mit 4-5 Jahren der Assistenzarzt-zeit kann mehr als ein Medizinwissenschaftler mit Forschungskreativität im Vorfeld für Patienten als ein Unerfahrener Formal- Dr.med. bringen.
Alle medizinischen Fakultäten in Europa nach Abschluss des Medizinstudiums geben intelligent den Medizinanfängern eine berufliche Unterschätzung und zwar eine Berufsbezeichnung als ein Doctor.
Das Deutschland bleibt noch konservativ und darum etwas von Europa zu weit. Viele Herren und Frauen behandeln seine Patienten ganzes Leben automatisch als Herren und Frauen und das Volk spricht mit seinen Medizinern umgekehrt z.B.: ,,Herr oder Frau Doctor, ich habe ein Problem …,,.
Das klingt komisch. Ein guter Medizinstatist als ein unerfahrener promovierter Dr.med. ! hat mehr Vertrauen als die erfahrenen Frauen und Herren ohne Doktortitel.

#29 |
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#28 |
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@#2 Daraus lernen wir, auch lehrreich für die Neider:

#27 |
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Arzt
Arzt

zu#25 völlig richtig! Wer z.B. in #16 so viele Daumen runter macht, der ist einfach zu faul, sich so eine Dr. Arbeit überhaupt durchzulesen.
Das Interesse (auch der Journalisten) reicht meist nur für die “summary” gleich am Anfang, möglichst eine short summary, noch besser eine “conclusion” in 2 Sätzen. Ich lese das ganz gerne, weil die heute ja zunehmend auch im Internet stehen, allein auch wegen dem Überblick am Anfang und die Literatur dazu.
Es ist gar nicht so ganz selten, dass sich auch Professoren bei manchen Theorien auf solche Doktorarbeiten (im Netz) berufen. Mag ja sein, dass das eine Selektion ist, glaub ich aber weniger, so groß sind die Unterschiede gar nicht. Einleitung, Problemstellung und Literatur dazu ist immer dabei.

#26 |
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Gast
Gast

#23: Wie wenn nicht durch ähnliche Beobachtungsstudien soll man denn bitte herausbekommen, welche Methode besser ist?
Warum genau ist die persönliche Erfahrung Ihrer Frau ein zuverlässigerer Indikator für die Qualität einer OP-Technik als eine Studie mit vielen Teilnehmern?
Inwiefern ist es wichtig, selbst Hüften zu operieren, wenn man den Zustand der Patienten davor und danach beurteilen will (z.B. bezgl. der Gehfähigkeit etc.)?
Warum ist es für eine Dissertation nötig, dass ein Laie keinen Anteil verstehen darf?
Und wie wollen Sie als Nichtmediziner beurteilen, welcher Anatomiestand im Physikum geprüft wird?
Kritik an “dünnen” Arbeiten ist berechtigt und gut, aber dann bitte fundiert.

#25 |
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Medizinerausbildung als Doppelblindstudium DocChek-News v. 27.4.16.
Ich zitiere aus einem Kommentar eines Gastes:
In Deutschlandund bekommt man den Dr. med keineswegs geschenkt,
genau deshalb wird er immer weniger gemacht, sollte doch aufgefallen sein.
Das ist eher eine Gefahr für die ganz dringend notwendige klinische Forschung, da die fast zu 100% immer kostenlos gearbeitet hat und man nun als Uni-Forscher immer mehr auf “Drittmitteljagd” gehen muss.
Auch Medizin ist eine “Naturwissenschaft”, allerdings eine schwierige.

#24 |
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Gast
Gast

soll wohl sowas wie ein hirnloser shit-storm gegen den Dr.med. sein.

#23 |
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Arzt
Arzt

@Medizinstudent sowohl das Medizinstudium, wie auch das was man fast ebenso wichtig danach in einer Facharztausbildung lernt,
ist (nur) eine Momentaufnahme, des jeweiligen Wissensstandes.
Darauf kann man sich nicht unbedingt ein ganzes berufliches Leben lang “ausruhen”.
Gerade bei der heutigen bequemen Internetrecherche ist notwendige “Weiterbildung” ganz wesentlich auch Selbstweiterbildung.
Das Rüstzeug dazu mit dem leider üblichen Wissenschaftsslang (das blöde Englisch) und einer schnellen KRITISCHEN “Literaturrecherche” verschafft in idealer Weise eine Dr.-Arbeit. Gerade weil man in der Medizin oft mangelhaft “betreut” wird, wächst man da selbst schrittweise hinein und wird dabei in der Regel auch ehrgeiziger um dann auch etwas “rundes” abzuliefern, egal was der Dr.-Vater dazu sagt.
Macht man ja nur einmal im Leben.

#22 |
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Ingo Müller
Ingo Müller

Ich als Nichtmediziner (Pharmareferent+Med.Produkte Verkäufer) habe mal eine med. Dissertation gelesen, welche ein Allgemeinmediziner nach 10 Jahre mit eigener Praxis absolvierte. Er verglich zwei Hüft-Ops miteinander hinsichtlich Patientennutzen, die konventionelle Methode der großen Schnitte und die Amis-Methode. Die Arbeit war, bis auf Patientenbefragungen, post und präopperativ, rein theoretischer Natur, er selber hat nie eine Hüfte operiert. Die Arbeit bestand aus 120 Seiten, wovon schon Knapp die Hälfte reine Anatomie der Hüfte war, welche selbst ich, als Nichtmediziner verstand. Ich glaube beim Physikum wird mehr verlangt. Dieser Allg.Mediziner kam dann zur bahnbrechenden Erkenntnis, das die AMIS nicht schlechter ist, als die Konventionelle. Da ich beide Methoden aus OP Hospitionen kenne und meine Frau nach AMIS operiert wurde, halte ich die Erkenntniss des Herrn, jetzt, Dr. med, für Blödsinn. Diese Zeit hätte dieser Mann lieber für die Forbildung in der Allgemeinmedizin nutzen sollen. Was bingt dieser ,für mich fragwürdige Titel aus einer orthopädischen Indikation, für seinen Patienten?

#21 |
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Gast
Gast

Habe mir jetzt einige der Kommentare zu Gemüte geführt – finde sie zum größten Teil äußerst überheblich und zudem unsachlich.
Den Titel braucht man als Mediziner, um sich nicht sämtliche Aufstiegschancen zu verbauen – an den meisten Kliniken bekommt man ohne Titel z.B. keine Oberarztstelle. Zum besseren Arzt macht einen eine Doktorarbeit allerdings bei weitem nicht.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: “mal so nebenbei” kriegt man eine medizinische Promotion eben nicht hin und als Mediziner bekommt man nunmal keine Doktorandenstelle, man muss das tatsächlich finanziell und zeitlich auf eigene Faust geregelt bekommen.
Ich konnte mir es nicht leisten, mir “Freisemester” für die Promotion einzuplanen. Und neben einem Fulltimejob in der Klinik mit 24- Stunden- Diensten und jeder Menge Überstunden macht sich das auch nicht mal eben so.
Und Fakt ist, dass die Abbrecherquoten bei medizinischen Doktorarbeiten tatsächlich hoch sind und es verheerende Missstände bei der Betreuung gibt.
Also, liebe Leute, steigt mal von eurem hohen Ross herunter und diskutiert wenigstens sachlich.

#20 |
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Student der Humanmedizin

Ich verstehe nicht, warum sich Deutschland so kompliziert anstellt. Ich studiere seit zwei Jahren in Österreich Medizin. Es ist ein Diplomstudiengang. Demzufolge muss man, um das Studium erfolgreich abschließen zu können, eine Diplomarbeit wie in anderen Studiengängen auch verfassen. Eine solche Arbeit kann man auch während eines Medizinstudiums ohne Probleme verfassen. Letztlich ist es in anderen Studiengängen auch möglich (habe vorher schon Biochemie Dipl. gemacht und kenne das schon). So über die Maßen stressig ist jetzt die Medizin auch nicht, als das man da keine Dipl.Arbeit anfertigen könne. Der Dr. med. in Deutschland ist ja letztlich nichts anderes als eine solche Diplomarbeit. In Österreich nennt sich dies Dr. med. univ.. Man kann nicht allen Ernstes annehmen, dass man eine vernünftige Dissertation mal so nebenbei in 2 Jahren macht. Das ist völliger Blödsinn! Egal wie die Betreuung ist. Wer das glaubt, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann. In Österreich kann man zur Erweiterung dann den PhD oder den Dr. scient. med. machen. Natürlich mit entsprechendem Aufwand wie ein Dr. rer. nat.. Bezeichnungen gibt es dafür auch und man muss keine neuen albernen Namen aus dem Hut ziehen. Alles eigentlich schon da und das Rad muss nicht neu erfunden werden. Man muss nur wollen und so klar bei Verstand sein, dass man zwischen Dr. med. (respektive Dr. med. univ.) und Dr. scient. med / Dr. rer. nat. etc. unterscheiden kann.

#19 |
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Medizinstudent
Medizinstudent

Soll daraus folgen, dass Ärzte, die wie in den USA keine Doktorarbeit machen und einen MD bekommen, schlechtere Ärzte sind ?

#18 |
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Medizinstudent
Medizinstudent

Die Doktorarbeit, wenn diese nicht klinisch gemacht wird verbessert nicht die Ausbildung eines Arztes. Was soll Grundlagen-Forschung dem Mediziner nutzen, der vor einem Patient sitzt ?

#17 |
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Arzt
Arzt

Frau Heckel, muss ja nicht jeder, siehe Ausland, Arzt ist doch der Ehrentitel.
Und dann gibts ja noch den Facharzt, egal wofür.

#16 |
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Arzt
Arzt

Publiziert wird ja gerade in der Medizin eher zu viel als zu wenig, insbesondere nerven die ewigen Statistik-Ergüsse mit fraglichem Wert.
Und das sind ja die Profi´s
von der Presse immer Forscher genannt.
Dagegen liegt man fast immer richtig, wenn man als info-Quelle eine medizinische Dr.-Arbeit durchliest.
Der Neid der Anderen ist kaum noch zu ertragen.

#15 |
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Berufsdoktorat wäre ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die jahrelang experimentell gearbeitet und darüber eine Dissertation verfasst haben. Daher achte ich z.B. den MD in USA auch nicht und spreche die Kollegen auch nicht mit “Doktor” an. Dafür habe ich zulange an meiner Promotion gearbeitet. Hab ich halt einen Standesdünkel. Mir egal ! Sollen die, die keinen Bock haben. halt ohne Dr. Titel bleiben. Es wird in jedem Fachbereich welche geben , die es sich einfach gemacht haben. Ok in der Medizin ist das leider noch häufig.
Nebenbei bemerkt habe ich durch Doppelstudium auch einen PhD in den USA erworben, der weniger mühsam war.

#14 |
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Gast
Gast

#12: Hat man. Ist Bestandteil des Studiums und alleine deshalb schon nötig um Publikationen verstehen und beurteilen zu können, selbst wenn man nie eine eigene Arbeit schreibt.
Ich für meinen Teil (als Medizinstudent) strebe den Dr. eigentlich nur an, weil ich Nachteile befürchte, wenn ich ihn nicht habe. Interesse an wissenschaftlicher Arbeit wurde mir innerhalb eines Jahres mit einer anständigen, klinischen Studie gründlich verleidet (die ich dann auch abgebrochen habe, um nicht noch mehr Zeit sinnlos zu verbraten).
Über Sinn und Unsinn der Tatsache, dass es für die Bevölkerung der Dr. zum Arzt gehört kann man diskutieren, ändern kann man es aber nicht.
Das Geätze diverser anderer Fächer, man würde als Mediziner seinen Titel ja hinterhergeschmissen kriegen, kann ich ehrlichgesagt nicht mehr hören.
Einerseits machen viele Studenten klinische Arbeiten, die sehr wohl aufwendig und komplex sind. Der Vergleich, dass in anderen Fächern mehrere Jahre vollzeit an der Promotion gearbeitet wird ist m.E. insofern auch nicht fair, da eine Bezahlung von Medizinstudenten für die Arbeit unüblich ist – im Gegensatz zu ebenjenen anderen Fächern.
Und sicherlich gibt es Fächer, die im Durchschnitt mehr Arbeit in ihre Promotion stecken – angesichts von Arbeiten in Soziologie o.ä. liegt die Medizin denke ich aber im guten Mittelfeld.

#13 |
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Gast
Gast

Man muss ja eben keine Promotion dranhängen. Ein anderes Studium dauert auch seine sechs Jahre (Medizin übrigens auch, nicht sieben). Wenn man promovieren will, sollte man das aus Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten machen oder es schlicht und einfach lassen und ertragen, dass der ein oder andere Patient sich dann wundert. Ist ja auch seltsam, wenn man als Arzt keine Ahnung vom wissenschaftlichen Arbeiten hat.

#12 |
  31
Anne
Anne

Ich kann verstehen dass man nach 7 Jahre Studium nicht noch eine Promotion von 5 Jahren ranhängen möchte. Ich finde die Lösung eines automatischen Doktortitels sinnvoll, denn es muss klar sein dass der medizinische Doktor etwas komplett anderes als der Ph.D ist. Und die Medizinstudenten die bei uns promovieren tun dass alle wirklich NUR wegen dem Titel. Die hatten zum Teil weniger aufwand als meine Bachelorarbeit und wenn man nicht in die Forschung will, sollte man auch auf einen Doktortitel verzichten können, ohne dass die Gesellschaft jene dann als “minderwertigen” oder “schlechten” Arzt abstempelt.

#11 |
  31
Gast
Gast

In der Tat – medizinische Doktorarbeiten sind überhaupt keine naturwissenschaftlichen Doktorarbeiten (nicht nur “keine richtigen”), deswegen ist der Titel ja “Dr. med.” und nicht “Dr. rer. nat.”. Dass der Dr. med. allerdings (in den meisten Fällen) hinterhergeschmissen und qualitativ höchst minderwertig ist, ist den meisten Menschen (außer denen, die eine richtige Promotion machen/gemacht haben) nicht klar.

#10 |
  41
Student

” wofür die ‚richtigen‘ Naturwissenschaftler 5–6 Jahre brauchen”

Das “richtig” muss hier gar nicht in Anführungszeichen gesetzt werde. Medizinische Doktorarbeiten haben in den meisten Fällen den Umfang einer Naturwissenschaftlichen Bachelor-, bestenfalls Master-Arbeit, und das ist kein Geheimnis.

#9 |
  39
Student der Pharmazie

Ich kann über das “Gejammer” auch nur Lachen – ich habe 4 Jahre studiert, 1 Jahr lang mein Diplom gemacht und promoviere jetzt für 3-4 Jahre und verzichte auf einiges an Geld. Wobei die Erstellung des Diploms mit 6 Monaten Laborarbeit verbunden waren und zwar Vollzeit, was wahrscheinlich schon den Aufwand einiger medizinischer Doktorarbeiten übersteigt. Ich habe in Summe also auch am Ende 9 Jahre investiert für den Doktortitel.
Ich muss Gast #4 auch beipflichten, am “lustigsten” finde ich es, dass man vor dem eigentlich Abschluss seine Doktorarbeit schreiben kann und “nebenbei”. Und ich kann verstehen, dass die Verfasserin des Artikels von ihren Freunden aufgezogen wird – leider zu Recht ;)

Viele Grüße

#8 |
  39
Gast
Gast

Ich selten so viel dummes Zeug auf einmal gelesen.

#7 |
  35
Sarah Kammerer
Sarah Kammerer

Gast #4, du sprichst mir aus der Seele! Als Naturwissenschaftlerin am Ende meiner 4jährigen Doktorarbeit kann ich über den Artikel, bzw. dir darin beklagten Punkte nur Lachen…

#6 |
  35
Gast
Gast

… Oder man lässt es. Und verdient einfach so viel Geld.

Entschuldigt die vielen Formulierungsfehler am Anfang, ich war in Rage über diesen schlechten Artikel…

#5 |
  33
Gast
Gast

Mal ganz ehrlich: Deine Lösung für das Problem, dass viele schlechte (bis überhaupt nicht) wissenschaftliche Doktorarbeiten geschrieben werden, ist das “Berufsdoktorat”, womit man den Doktortitel mit Abschluss des Studiums bekommt? Da kann ich ja nur lachen! Ferner das Argument, das Medizinstudium dauere ja schon so lange inklusive FA-Ausbildung hakt insofern, als dass es für das Ausüben des Berufes als Arztes überhaupt keine Notwendigkeit gibt, einen Doktor zu machen. Der Doktor ist eine Qualifikation für WISSENSCHAFTLICHES ARBEITEN. By the way, das können maximal 3% der Medizinstudenten, die eine “Doktorarbeit” machen. Wer darauf auf wissenschaftliches Arbeiten keine Lust hat, sollte keinen Doktor machen.
Auch der Vergleich mitden Erziehungswissenschaften wären es nur 10% der Absolventen, die eine Doktorarbeit machen – und in der Medizin wären es ja 80% hinkt insofern gewaltig, als dass man bei JEDEM ANDEREN STUDIUM außer der Medizin ein abgeschlossenes (Diplom/Masterstudium) braucht, noch dazu mit der Note “sehr gut” abgeschlossen, um überhaupt promovieren zu können. In der Medizin fangen manche schon im fünften Semester mit ihrer Doktorarbeit an, obwohl sie noch nichtmal die blasseste Ahnung haben, wie sie überhaupt Literatur suchen, geschweige denn diese verstehen zu können.
Nehmt es mir nicht böse – ich studiere selber Medizin, jedoch als Zweitstudium und promoviere gleichzeitig in den Naturwissenschaften. Ich kann wirklich nur darüber lachen, wie es mit der Doktorarbeit in der Medizin gehandhabt wird. Mit wissenschaftlicher Arbeit hat das überhaupt nichts zu tun und ich finde es erschreckend, wie qualitativ minderwertig viele Promotionen im Fach Medizin sind. Qualitativ reichen die meisten nicht einmal an eine Bachelorarbeit heran.
Ungerecht ist dies einerseits ALLEN anderen Fächern gegenüber, wo eben gewisse Qualitätsstandards für Promotionen eingehalten werden müssen (nicht so in der Medizin, hier kann man auch einfach einen Artikel vom Englischen ins Deutschen übersetzen und bekommt dafür die Zertifizierung, dass man wissenschaftlich arbeiten kann), andererseits ist es ungerecht denjenigen Medizinern gegenüber, die tatsächlich wissenschaftlich arbeiten wollen und qualitativ hochwertige Forschung machen wollen.
Der Dr. med ist für die meisten ein reines Statussymbol und den Missbrauch einer wissenschaftlichen Qualifizierung zum Statussymbol sollte es nicht geben dürfen. Entweder man macht sich die Mühe, wirklich wissenschaftlich zu arbeiten und das nach seinem Abschluss, mit der in-Kauf-Nahme, dass es länger dauert und man noch nicht soo viel Geld verdient (so läuft es doch in allen anderen Fächern auch ab, das Gehalt während einer Promotion ist minimal und seine Arbeitszeit geht maximal für andere Arbeit am Fachbereich oder für die Lehre drauf, das Argument, die Ausbildung zum Mediziner wäre schon so lang, ist lächerlich).

#4 |
  37
Gast
Gast

ohne (kostenlose) Dr. Arbeit bricht die dringend notwendige klinische Forschung zusammen.
Die 80% glaube ich nicht,
woher ist die Zahl?

#3 |
  35
Student der Humanmedizin

schwacher Artikel über wissenschaftliche Recherche…geklauter Titel ohne Quellenangabe…..

Ursprung des Titels:
http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2014-31/zma000922.shtml

#2 |
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Radiologe
Radiologe

man merkt schon, Sie haben keinen Bock drauf,
deshalb wird das jetzt schlecht geredet.

#1 |
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