Nachtschicht: Der Albtraum fürs Herz

4. Mai 2016
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Krankenschwestern, die mehr als zehn Jahre in Nachtschicht arbeiten, haben ein höheres Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu erleiden, als Kolleginnen in der Tagesschicht. Sobald die Nachtarbeiterinnen in die Tagesarbeit wechseln oder in Pension gehen, sinkt das Risiko.

Nachts zu arbeiten ist ungesund fürs Herz und erhöht das Risiko, eine koronare Herzkrankheit zu bekommen. Das ist das Ergebnis der Studie unter Leitung von Eva Schernhammer von der MedUni Wien. Untersucht wurden dabei rund 240.000 Krankenschwestern in den USA, die seit mindestens fünf Jahren im unregelmäßigen Wechsel in Nacht- und Tagesschicht eingesetzt werden.

Das zentrale Ergebnis: Krankenschwestern, die mehr als zehn Jahre auch nachts arbeiten, haben ein zwischen 15 und 18 Prozent höheres Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln, als jene, die keine Nachtarbeiten zu verrichten haben. Das Risiko ist aber auch schon ab fünf Jahren Nachtschicht deutlich erhöht.

„Mini-Jet-Lag“ bei Wechsel von Nacht- zu Tagschicht

Das gilt auch für jene Frauen, die vor dem Eintritt in den Nachtschicht-Rhythmus als gesund eingestuft wurden und keine Erkrankungen mitbrachten. Denn bereits in vorangegangenen Studien konnte gezeigt werden, dass u.a. auch das Brustkrebs– und Darmkrebsrisiko, das Risiko für Diabetes oder Bluthochdruck und auch jenes für Adipositas bei Nachtarbeiterinnen erhöht ist. Gleichzeitig konnten die Forscher nachweisen, dass das Risiko für eine koronare Herzerkrankung stetig abnimmt, wenn die Frauen entweder in einen Job mit ausschließlicher Tagesarbeit wechseln oder in Pension gehen.

Die Wissenschaftler raten daher dazu, einerseits die Dienstpläne für die Nachtschicht generell zu überdenken und präventive, innerbetriebliche Gesundheitschecks anzubieten, aber auch unter Umständen bei der Einstellung zu berücksichtigen, zu welcher Art „Chronotyp“ der  Mitarbeiter gehört. Schernhammer: „In etwa zehn bis 15 Prozent der Menschen sind Abendtypen, und 20 Prozent oder mehr sind Morgenmenschen. Der Rest sind Mischtypen.“ Bei einem raschen Wechsel zwischen Nacht- und Tagschicht können empfindliche Typen bereits einen „Mini-Jet-Lag“ mit Schlafproblemen erleiden.

Originalpublikation:

Association between rotating night shift work and risk of coronary heart disease among
Céline Vetter et al.; JAMA, doi: 10.1001/jama.2016.4454; 2016

14 Wertungen (4.36 ø)

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4 Kommentare:

Chirurg
Chirurg

zu#1 bis#3 Sehe ich genauso,
Ruhe, keine Störungen, Kooperation und Konzentration aller Beteiligten auf ein einziges gemeinsames Ziel,
einen Menschen in Not zu retten.
Was gibt es denn schöneres?
Gerade darum werden wir ja von vielen beneidet und angegriffen.

#4 |
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Gast
Gast

genau deshalb lebt der länger, der seinen Beruf liebt.

#3 |
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Gast
Gast

Dank um so mehr an Pflegepersonal und die Ärzte, die Nachtdienst machen.
Welcher akademische Beruf macht das sonst.
Gerade in der Chirurgie findet ein Noteingriff nachts nicht selten in einer angenehmeren Atmosphäre statt, als in der Hektik der Tagesroutine.

#2 |
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Arzt
Arzt

was hat das bitte mit Alptraum zu tun,
nicht immer so übertreiben.

#1 |
  4


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