Erinnerungen: Man sieht nur mit der Nase gut

2. Mai 2016
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Der Geruchssinn wurde bisher wenig erforscht. Wie die Zusammenarbeit von Nase und Augen bei der Wahrnehmung unbekannter Bilder funktioniert, wurde nun anhand von MRTs nachgewiesen. Ein bestimmter Bereich im Hippocampus wird dabei besonders aktiviert.

Objekte nehmen wir nicht nur mit den Augen, sondern mit vielen weiteren Sinnen wahr. So können Erinnerungen und Denkvermögen auch durch das Riechen beeinflusst werden. Forscher untersuchten nun, wie Augen und Nase zusammenarbeiten und das Gehirn Gerüche und gesehene Bilder miteinander verknüpft. Dabei wurden den Probanden während eines MRTs Bilder gezeigt und parallel untersucht, wo Regungen im Gehirn auftauchen. Die gezeigten Objekte wurden zuvor entweder mit einem Geruch gekoppelt oder als Gegenprobe geruchsfrei gezeigt.

Im anschließenden MRT wurden die Bilder erneut präsentiert und gefragt, ob die gezeigten Objekte bekannt oder unbekannt vorkamen. „Die Analyse der Gehirnaktivität hat uns gezeigt, dass der rechte vordere Hippocampus stärker aktiviert ist, wenn die Objekte mit einem Geruch verbunden waren“, sagt Prof. Dr. Boris Suchan von der Abteilung für klinische Neuropsychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Vermutet wird auch, dass in dieser Hirnregion weitere Sinneseindrücke zusammenlaufen.

Lesen Sie weiter, wie Gerüche den Sehsinn bei der Wahrnehmung beeinflussen.

16 Wertungen (4.06 ø)
Allgemeinmedizin, HNO, Medizin

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5 Kommentare:

Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

Dieses ubiquitäre Phänomen habe wir natürlich der Evolution zu verdanken (klar, wem sonst)! Ich will damit nur unterstreichen, dass “wir” das eigentlich schon “immer” wussten … aber in einem medizinischen Forum muss es halt erst mal “evidenzbasiert” lackiert daherkommen. Waren Sie evtl. zur Einschulung mit Ihrem Kind in der gleichen Schule, die sie zuletzt vor über 30 Jahren betreten hatten … aber sie erinnerten sich beim Betreten augenblicklich an den “Duft” des alten Gebäudes … oder eines Wohnhauses, das sie ähnlich lange nicht betraten … etc.
Wobei das Phänomen bei homo sapiens vergleichsweise rudimentär veranlagt ist; bei anderen Species um einige 10er-Potenzen ausgeprägter (man müsste zunächst mal eine Messgröße definieren)!
Die drei wichtigsten Triebfedern der Evolution (und gleichermaßen der Psyche!!!):

– Fressen
– Nicht gefressen werden
– (sexuelle) Fortpflanzung

… sie sind “schuld”.

#5 |
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Gast
Gast

ja der hyppocampus, der hats in sich

#4 |
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Eigentlich nichts Neues.
Mir stinkt es schon, wenn ich die News nach kurzer Einführung der DocChek News Redaktion auf Deutsch in Englisch weiter lesen muss. Was neuerdings in Mode zu kommen scheint. Synopsis mal anders.
Hier empfiehlt sich:
http://www.vds-ev.de/anglizismenindex/

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Psychotherapeut

Wer über neurologische, psychologische, sexuelle und psychosoziale Zusammenhänge von Geruch und Verhalten Interessantes lesen möchte, dem sei das Buch “Das Maiglöckchenphänomen” von Prof. Hanns Hatt – ebenfalls Uni Bochum – sehr empfohlen.
Das Buch ist locker und leicht geschrieben, dabei aber wissenschaftlich sehr fundiert.

#2 |
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Da scheint sich eine empirische Einschätzung zu bestätigen, daß man zwar Telefonnummern, Namen und sogar Gesichter vergessen kann, niemals aber einen Geruch – egal ob angenehm oder nicht!

#1 |
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