Syphilis: Leiden aus dem Lehrbuch

3. Mai 2016
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Während die Zahl an HIV-Neuinfektionen relativ konstant bleibt, erkranken immer mehr Menschen an Syphilis – einer Infektion, die lange Zeit fast vergessen schien. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe versucht jetzt, massiv gegenzusteuern.

Seit fast 30 Jahren fördert die Bundesregierung HIV-Präventionsmaßnahmen. Auch die Forschung hat in dieser Zeit Großes erreicht. Antiretrovirale Therapien stehen Erkrankten seit den 1990er Jahren zur Verfügung. Von ihnen haben etwa 90 Prozent aller Behandelten so geringe Viruslasten, dass die Übertragung recht unwahrscheinlich ist. Neben diesen guten Nachrichten zeigt eine jetzt veröffentlichte Unterrichtung durch die Bundesregierung etliche Defizite auf.

STE auf dem Vormarsch

Dazu gehören sexuell übertragbare Erkrankungen (STE) wie Syphilis. Im Jahr 2014 wurden rund 5.700 Syphilis-Infektionen gemeldet, während es in 2001 lediglich 2.000 Fälle waren. Wie Forscher des Robert-Koch-Instituts im Epidemiologischen Bulletin schreiben, lag die Syphilis-Inzidenz im Jahr 2014 bei 7,1 Fällen pro 100.000 Einwohner. Berlin (31,0) und Hamburg (19,7) sind die Spitzenreiter. Dann folgen mit Abstand Sachsen (7,2), Nordrhein-Westfalen (6,9), Bayern (6,8), das Saarland (6,3) und Mecklenburg-Vorpommern (6,1).

Veränderte Verhaltensweisen

Erklärungen für die steigenden Fallzahlen liefern Regierungsvertreter in ihrem Bericht ebenfalls. Wie sie schreiben, könne sich prinzipiell jeder Mensch anstecken. Viele Sexualpartner, die eigene sexuelle Orientierung, Sexualpraktiken, psychische Instabilität sowie psychosoziale Faktoren hätten Einfluss auf das Risiko, sich zu infizieren. Zusätzlich erleichtern Dating-Portale die Kontaktaufnahme mit potenziellen Sexualpartnern. Und durch den Konsum von Crystal Meth, Speed oder ähnlichen aufputschenden Substanzen würden riskante Verhaltensweisen forciert. Ganz so einfach ist die Sache trotzdem nicht.

Mehr Wissen

Bei vielen Bürgern ist der Kenntnisstand zu sexuell übertragbaren Erkrankungen mit Ausnahme von HIV eher gering. Viele kennen Angebote zur Beratung, Diagnostik und Therapie nicht. RKI-Wissenschaftler raten deshalb nicht nur zu mehr Informationen. Sie fordern speziell für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), regelmäßige Screenings alle drei bis zwölf Monate. Neben HIV und Syphilis sollten Bürger auch auf Chlamydien– und Gonokokken-Infektionen getestet werden. Jetzt hat das Bundeskabinett ein Strategiepapier verabschiedet. Unter dem Titel „BIS 2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorübergreifend“ planen alle Beteiligte, Wissen zu vermitteln, aber auch passgenaue Präventions- und Versorgungsangebote bereitzustellen.

35 Wertungen (4.14 ø)

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9 Kommentare:

Gast
Gast

@Dr. Thomas Thiele Sie meinen sicher “Knallköppe” hätten Sie nicht sagen sollen.
Da liegen Sie richtig.
Wer will sich schon gerne von Ihnen Knallkopp genannt werden.
Das reicht vollauf für Anonymität.

#9 |
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So hier ist wohl etwas falsch gelaufen:
Vielleicht sollte Doccheck sich überlegen ob hier anonyme
KOmmentare zugelassen werden:
Meine KOmmentar ist folgender:
#7 | 8. Mai 2016 um 13:39

#8 |
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Gast
Gast

@Dr. Thomas Thiele

Auch HIV ist aus Afrika zu uns gekommen und wenn man sich die Verbreitung in Afrika anschaut so ist es kein Wunder wenn auch ein entsprechender Prozentsatz der Flüchtlinge mit dieser Krankheit dabei ist. Und bei anderen ansteckenden Krankheiten ist das im Prinzip auch nicht anders.

#7 |
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Gast
Gast

Es ist schon sehr verwunderlich: Sie können mich Googlen, sie können mit mir KOntakt aufnehmen, ich verstecke mich nicht, Sie können mir ins Gesicht schauen:
Aber ihre Einlassung sind derartig unsachlich, da lohnt sich nicht einmal weiter zu argumentieren… “Es gibt tatsächlich Krankheiten auf dieser Erde und es sind meist Ärzte und nicht Bürokraten, die das behandeln…. Die Pest hat ja auch im Mittelalter vor Grenzen, Stadtmauern usw. halt gemacht (Vorsicht Ironie)….auf welchem Planten leben Sie eigentlich?

#6 |
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Arzt
Arzt

@Dr. Thomas Thiele haben Sie Zahlen für Ihre Knallköppe und Blödsinn?
ein Wunder das doccheck das nicht löscht.
Machen Sie mal Urlaub in der alten Seeräuberstadt Odessa (Ukraine),
da gibts noch Typhus und Jersinia auf dem Schweinefleisch (gibts auch bei uns).
Die Probleme werden wie immer von den Behörden den Ärzten überlassen,
die dann vermehrt kontrolliert werden oder irgendwas melden müssen.
Wobei ausgerechnet ja bei AIDS bis heute keine persönliche Meldepflicht existiert,
eine neue Aera der früher sehr erfolgreichen Deutschen Medizingeschichte,
worüber das Ausland nur den Kopf schüttelt.
Es geht abwärts mit Deutschland
und dafür benötigen wir nicht noch solche Gutmenschen-Kommentare wie Ihren!

#5 |
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so ein Blödsinn, hier schreiben wohl interessierte Knallköppe, dass die Flüchtlinge die Probleme bringen?!?
Meine Erfahrung sind da andere: Dadurch, dass die Menschen keine Angst mehr vor
einer HIV Infektion haben, nimmt die Promiskuität deutlich zu!
Der “gute” Deutsche ist ebenso Verbreiter wie die Zwangsprostituierte und wie auch der Nachbar von nebenan……
Die Peinlichkeit der “Gast” Kommentare ist kaum zu überbieten und hat nichts mit Fach und Sachkenntnis zu tun!

#4 |
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Gast
Gast

Das “politische Problem” ist dabei nur, dass Politiker eigentlich nur dumm rumreden und NICHTS unternehmen wie bei der eingeschleppten Masernepidemie in Berlin. Denn es gibt ja das IfSG, das sie zum Handeln verpflichtet, aber auch Herr Gröhe hat sich davor gedrückt.
[Kommentar von der Redaktion gekürzt].
Die müssen endlich abgewählt werden.

#3 |
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R. Kumm
R. Kumm

Das ist nicht wirklich neu, es dauert immer nur ein paar Jahre bis die Politik das Thema entdeckt. Auch TB kommt wieder, nicht erst seit gestern, nur dass jetzt kaum ein Arzt die Zeichen zu deuten weiß.

Die Billig-Fluglinien tragen sicher auch dazu bei. Ich hörte in einem Vortrag zum Thema STD beispielsweise von brasilianischen Transsexuellen die ihre teure OP mit 3 Monaten Touristenvisum auf dem Strich in Deutschland und besonders Hamburg verdienen was auch o.a. Statistik erklären mag. Gar nicht soo selten machen Gonokokken und auch Syphilis mal Halsschmerzen !

#2 |
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Ärztin

Trotzdem nicht ganz schlüssig. Schließlich ist der Infektionsweg derselbe und die Prophylaxe auch.

#1 |
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