Panik auf der Phytanic

20. Mai 2011
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Seit Monaten machen Nutzer von Naturheilmitteln ihrem Ärger Luft. Heilpraktiker und Naturheilkundler fürchten um ihre Existenzgrundlage, Anhänger um die Behandlung. Was war passiert? Das Phänomen lässt sich als „Massenirrtum“ beschreiben.

„Ab dem ersten Mai sind in der EU viele pflanzliche Arzneimittel verboten, was viele von uns dazu zwingt, pharmazeutische Arzneimittel einzunehmen, um damit die Profite der großen Pharma-Konzerne noch weiter zu mehren“, steht im Begleittext einer Petition, die schon über 800.000 Menschen unterschrieben haben. „Naturstoffe, die eine heilende Wirkung haben, werden in Zukunft wie eine gefährlich Droge behandelt“, heißt es in einem Blog. Werden Thymian-Tee und Pfefferminze künftig nur noch auf dem Schwarzmarkt zu kaufen sein? Sicher nicht. Den es handelt sich um einen großen Irrtum, bei dem Fakten verdreht und Fehlinformationen verbreitet wurden.

Richtig ist, dass es eine EU-weite Regelung für mild wirksame traditionelle Arzneimittel gibt. Neu ist diese allerdings nicht. Die viel diskutierte Richtlinie EG 2004/24/EG, auch bekannt als Traditional Herbal Medicinal Products Directive (THMPD), wurde im Jahr 2004 in der EU beschlossen und ist schon seit September 2005 in deutsches Recht umgesetzt. Lediglich die Übergangsfrist für diese Richtlinie endete am 30. April. Allerdings ohne dass Thymian, Lavendel oder Knoblauch vom Markt verschwunden sind.

Verbot oder nicht Verbot – Das ist hier die Frage

Denn nicht Heilpflanzen sind Gegenstand der Regulierung, sondern pflanzliche Arzneien. Und auch ein Verbot wurde nicht ausgesprochen. Zum Schutz der öffentlichen Gesundheit muss für alle Arzneimittel eine Zulassung beantragt werden, bevor sie in der EU auf den Markt gebracht werden dürfen. Diese Richtlinie sorgt nun für eine Vereinfachung des Registrierungsverfahrens und zwar für Arzneimittel auf Basis pflanzlicher Wirkstoffe, die auf traditioneller Anwendung beruhen. Als solche Produkte stuft die EU Phytopharmaka ein, die seit mindestens 30 Jahren verwendet werden, davon mindestens 15 Jahre in der EU. Dazu zählen beispielsweise Calendula officinalis, Echinacea purpurea oder Hamamelis virginiana. Danach dürfen diese Produkte ohne aufwändige und teure klinische Versuche, die für ein vollständiges Zulassungsverfahren erforderlich wären, registriert werden. Unternehmen mussten lediglich Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass es unter den angegebenen Verwendungsbedingungen nicht schädlich ist und sich das Produkt in den zurückliegenden Jahrzehnten bewährt hat. In Deutschland gelten etwa 500 der weit über 2.000 zugelassenen Phytopharmaka als traditionelle pflanzliche Arzneimittel.

Die Auswirkungen für Deutschland sind noch aus einem anderen Grund gering, denn hierzulande gibt es schon seit Jahren ähnliche Standards wie nun von der EU vorgesehen. Einige Mitgliedstaaten hatten solche Produkte zuvor jedoch überhaupt nicht oder anders reguliert. Hier herrscht nun Einheitlichkeit.

“Tee ist bah”

Beruhigt werden kann auch dieser verärgerte Blog-Schreiber: „Wenn ich Bauchschmerzen habe und mir zur Linderung einen Tee kaufen möchte sagt die EU: “Nichts da du böser Bube, Tee ist bah, kipp dir Chemie in den Bauch”? Die EU-Vorgabe beschränkt sich auf Fertigarzneien, die industriell hergestellt und verpackt werden. Lebensmittel sind nicht betroffen. Knoblauch, Pfefferminze und Zimt oder auch Zubereitungen wie Tees bleiben in den Regalen der Supermärkte erhältlich, auch wenn diese Produkte als Bestandteil in rezeptfreien Arzneimitteln zu finden sind. Das Gleiche gilt natürlich für Kräuter, die auf der Wiese oder im heimischen Garten wachsen. Auch wenn der Apotheker eine Lösung oder Creme anrührt, kann er das weiterhin tun.

Nur wer eine Arzneimittelfirma eröffnet und Minzöl gegen Heuschnupfen verkaufen möchte, der muss sich den Richtlinien der Arzneimittelzulassung unterwerfen. Denn zur Sicherheit der Patienten gehören Arzneimittel jeglicher Form geprüft und sollten sich einem gründlichen Zulassungsverfahren unterziehen. Und diese Prüfung sollte nach Möglichkeit überall in der EU gleich aussehen. Denn nicht immer sind Naturarzneien die sanftere Alternative. Die Natur birgt einige der stärksten Gifte, die wir kennen, und pflanzliche Arzneimittel können ebenso zu Nebenwirkungen führen wie komplett synthetische.

382 Wertungen (3.8 ø)
Medizin, Pharmazie

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27 Kommentare:

Ärztin

Wenn AltenpflegerInnen, TierärztInnen, ChemikerInnen und WirtschaftswissenschaftlerInnen auf dieser Seite schreiben dürfen, wärum dann keine HeilpraktikerInnen???
Als Ärztin möchte ich mit ihnen im Gespräch bleiben und nicht ausgrenzen, sonst müssen alle “Nichtärzte” hier auch rausfliegen!!!
Erhöht das die Attraktivität dieser Seite???

#27 |
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Q 24 Was Sie schreiben, ist in keiner Form für mich plausibel. Auch ich musste schon feststellen, dass KOMMENTARE VON MIR GELÖSCHT WORDEN SIND. Seitdem mache ich nach jedem Kommentar immer eine Kopie der Seite mit Datum und Uhrzeit.

#26 |
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Apotheker

Ja die Wellen schlagen bei diesem Thema sehr hoch …
Fakt ist heute (@20): Wer mit Aussagen wirbt, das sein Medikament antiviral wirkt (Cystus), der muss das auch VALIDE belegen können. Niemand will die traditionellen Phytopharmaka verdammen, aber auf dieser Schiene wurde auch viel Unfug vermarktet.
Auch für pflanzliche Arzneimittel gilt der Satz: “Ein Medikament welches von sich behauptet keine Nebenwirkungen zu haben, steht in dringendem Verdacht keine Hauptwirkung zu haben”.
Jetzt werden die Phytofans aufjaulen (ich habe übrigens auf dem Gebiet promoviert), aber eben auch pflanzliche Wirkstoffe (Coffein, Morphin, Coniin, Aconitin, Atropin, Taxol, Strychnin etc pp usw.) wirken über Rezeptoren wie Ionenkanäle oder aktivieren Kinasen usw. Dies tun sie nicht selektiv und deshalb haben Phytopharmaka auch Nebenwirkungen und sind nicht kritiklos als “gut” zu bewerten. Es ist beispielsweise ein sehr großer Unterschied zwischen Ginkgo biloba und z.B. Tebonin (standartisiert, Ginkgolsäuren abgereichert).
Phytopharmaka und damit Naturstoffgemische können hochpotente Therapeutika darstellen und sollten sich aus Gründen des Verbraucher- und Gesundheitsschutzes den Hürden einer Arzneimittelzulassung stellen.
Da der Beitrag dahingehend für Klarheit sorgt, ist er lesenswert – auch wenn das einigen (evt. täusche ich mich jetzt) vor allem Heilpraktikern nicht gefallen mag.

#25 |
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Dr. med. Barbara Sauer-Schuler
Dr. med. Barbara Sauer-Schuler

Sehr geehrter Herr Cornelius,

der Abgastest für Fußgänger, aus meiner Sicht ganz besonders für Bahnfahrer, wäre sicher eine glänzende Idee :-)).
Natürlich muß jeder Test der Fragestellung gerecht werden, die beantwortet werden soll. Abgas ist bei Fußgängern nicht das Thema, aber die Kenntnis der Straßenverkehrsordnung schon. Und die Verkehrsuntüchtigkeit wird durchaus attestiert und bedeutet nicht nur, dass der Betroffene z.B. mit Bus oder Taxi zur Schule oder Werkstatt gebracht wird, sondern dass er auch nicht alleine im Straßenverkehr unterwegs sein darf, da der Sorgeberechtigte/Vormund sonst die Aufsichtspflicht verletzt. Dieses Attest ist auch in bestimmten Abständen zu erneuern. Da hier das Sozialamt bzw. der Landschaftsverband zahlt, sind die Kosten nicht im Bewußtsein der Bevölkerung.
Das Verschwinden von Medikamenten aus wirtschaftlichen Erwägungen des Herstellers ist auch in der “chemischen” Pharmaindustrie selbst bei zugelassenen Medikamenten nicht unüblich. Und manchmal sind es gerade die kleinen Firmen, die sich dann der Verantwortung für die Patienten bewußt sind und Patente übernehmen, die die große Schwester für unrentabel hält. Ich erinnere hier nur an Sultiam, ein Antiepilptikum, das selten genutzt wurde und vom Markt verschwinden sollte. Zum Glück hat sich die Fa Desitin, ein Familienbetrieb, dieses Medikamentes angenommen und wurde durch die Entdeckung belohnt, dass ausgerechnet Sultiam bei der häufigsten kindlichen Epilepsie, der Rolando-Epilepsie, den anderen Medikamenten überlegen ist. Bei Übernahme der Patente war dieser Erfolg jedoch nicht zu erwarten.
Im Übrigen sprechen Sie von homöopathischen Mitteln, die in der Zulassung gefährdet sind. Der Artikel spricht aber von Phytotherapeutika. Hier besteht ein deutlicher Unterschied. Nicht alle Phytotherapeutika werden in homöopathischen Dosen verabreicht. Und die stärksten bekannten Gifte sind rein pflantzlich. Auch Knollenblätterpilz ist eßbar, aber eben nur einmal ;-)

#24 |
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@25, 27: Bitte beachten sie den Hinweis von Frau Kroll. Ihre Kommentare wurden nicht gelöscht. Bitte loggen Sie sich ein, um den Kommentarstream Ihrer Berufsgruppe aufzurufen.

#23 |
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Altenpflegerin

Tee ist Bääh! Dieser Artikel hat Bildzeitungsniveau, und beweist, dass die Autorin nicht genügend recherchiert hat.
Zitat: Nur wer eine Arzneimittelfirma eröffnet und Minzöl gegen Heuschnupfen verkaufen möchte, der muss sich den Richtlinien der Arzneimittelzulassung unterwerfen.

Es handelt sich auch um bereits bewährte zugelassene “Minzöle” die durch dieses spitzfindige Verfahren des Traditions-Beleges vom Markt verschwinden können.

#22 |
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Altenpflegerin

Unglaublich was die Leute so alles an ” GEPRÜFTEM” reingekippt “bekommen” Diese Ignoranz kann einen um den Verstand bringen. Haben Sie einmal die Nebenwirkungen von Kyta-Salbe und Cortisonsalbe verglichen, oder Strodival( wahrscheinlich für Sie ein Ufo) mit Amlodipin?

#21 |
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Michaela   Grigat
Michaela Grigat

Ja tatsächlich, mein Kommentar ist auch nicht mehr da. Ebenso, wie die beiden davor HP Kolleginnen mit Kommentar 1 und 2 und meiner war der 3. Das ist doch echt unverschämt!!!

#20 |
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Es ist ein Witz, dass jeder irgendeinen Pflanzenextrakt ohne jede nachgewiesene Wirkung auf den Markt bringen kann, während die “normale” Pharmaindustrie einen hohen und kostenintensiven Studienaufwand betreiben muss, um eventuell eine Zulassung zu erwirken. Wenn dann Preise verlangt werden, die dem Rechnung tragen, ist natürlich wieder die böse Pharmalobby schuld.
Ich bin mir bewusst, dass ich als Chemiker eine unpopuläre Ansicht vertrete, aber diese “sanften Heilmittel” sind in meinen Augen pure Scharlatanerie.

#19 |
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Dr Thomas Wolf
Dr Thomas Wolf

Es ist wirklich unglaublich. DocCheck löscht nicht systemkonforme (oder sollte ich besser sagen nicht pharmakonforme) Kommentare. Gestern waren da wirklich ein paar Kommentare von Leuten, die die Einschränkungen der THMDP verstanden hatten (anders als die Autorin), jetzt sind sie weg. Es wird gerne kritisiert, dass Heilpraktiker keine geregelte Ausbildung haben. Aber Sie müssen zumindest gewisse Kenntnisse in der HP-Prüfung nachweisen. Ich würde vorschlagen, dass man so etwas auch für Medizinjournalisten einführt, weil was da manche hier so schreiben,……. kein weiterer Kommentar.

#18 |
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Heilpraktikerin Hedwig Keßler
Heilpraktikerin Hedwig Keßler

Das ist ja ein Ding! Gestern habe ich noch andere Kritiken gelesen! Schade!!!

#17 |
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Ulrich Mähler
Ulrich Mähler

Indirekter Kommentar in Frageform: wie sieht die Zukunft für
z.B.”Cystus” als antivirales Medikament aus?

#16 |
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Dr. med. Barbara Sauer-Schuler
Dr. med. Barbara Sauer-Schuler

Habe ich Herrn Cornelius richtig verstanden, dass er seine Patienten oder deren Krankenkassen ein Phytopharmakon bezahlen lässt, dessen Wirkung er an eben jenen Patienten erst testen will? Wissen seine Patienten, dass sie Studienobjekte ohne Versicherung auf eigenes Risiko sind?
Auch für Radfahrer und Fussgänger gibt es Verkehrsregeln. Ein TÜV für Fahrräder ist überfällig, die Polizei legt aber Räder ohne Beleuchtung oder mit defekten Bremsen durchaus auch still.
Für Phytopharmaka gibt es einen ebensolchen Markt wie für chemische (was ist eigentlich Penicillin?) Arzneien. Und der gehört genau so kontrolliert wie alle Arzneien auch. Ich plädiere auch für die Zulassungspflicht homöopathischer Arzneimittel. Wo es eine Wirkung gibt, gibt es auch Nebenwirkungen!
Zu polemisieren, dass dann die Petersilie aus dem Garten auch zulassungspflichtig werde, lenkt nur von dem Thema ab.

#15 |
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Wirtschaftswissenschaftler

Herzlichen Dank für Ihren guten Beitrag. Ich habe die Panik der Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker und Eigentümer/Angestellte von kleineren Nahrungsergänzungsmittelfirmen in den letzten Monaten miterlebt.
Diese Panik wurde besonders von den Firmen der kleineren Nahrungsergänzungsmittelfirmen geschürt, weil sie Angst hatten ihr Geschäft zu verlieren. Unwissenheit, Halbwissen und schlichte Dummheit haben eine Panik daraus gemacht, die zu 800.000 Unterschriften führte.
Auch ich habe in geistiger Umnachtung diese Petition vor ein paar Monaten unterzeichnet und mich erst später wirklich erkundigt.
Dass Naturheilmittel in irgendeiner Form überprüft werden müssen sollte eigentlich jedem klar sein.
Auch ich habe mich immer darüber geärgert, dass Internetfirmen in Holland order England sogenannte ¿Dietary Supplements¿ aus Amerika mit marktschreierischen Gesundheitsaussagen frei in Deutschland verkaufen konnten, während hier alles verboten war. Die Harmonisierung wird jetzt für alle Firmen in Europa den gleichen gesetzlichen Rahmen schaffen, wenn er denn auch wirklich überall gleich umgesetzt wird.

Allerdings sind meine Befürchtungen, dass die EU-Bürokraten daraus ein bürokratisches und teures Monster schaffen werden schon durch die Erfahrung mit der EFSA für Nahrungsergänzungsmittel Health Claims begründet.
Auch Lebensmittel sollten mehr überprüft werden, aber das wird leider nicht richtig gemacht, wie wir von den vielen Lebensmittelskandalen erleben mussten.

Was für eine Gesundheitsaussage man für Naturheilkräuter in Zukunft machen darf, ohne die Pharmaindustrie zu verärgern wird interessant sein.

Darf man dann in Zukunft noch sagen ¿ Lass Nahrung Deine Medizin sein….. Hippokrates¿, ohne gegen das Heilmittelwerbegesetz zu verstoßen und aus einem Nahrungsergänzungsmittel ein Medikament zu machen?

Wo ist die Grenze und wer entscheidet das?

Sind wir da bei EU ¿ Bürokraten richtig aufgehoben, die Nahrungsergänzungsmittel und Heilkräutern selbst nicht richtig einschätzen können?

#14 |
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Heidi Buttkus
Heidi Buttkus

Was ist den hier passiert? Gerade habe ich viele kritische Kommentare. überwiegend von Heilpraktikern, gelesen,denen ich übrigens Zustimme, und ich bin kein Panikmacher.
Dann habe ich die Seite nochmal aufgerufen und wie von Zauberhand sind diese Kommentare verschwunden. Dafür jetzt
Zustimmung oder leichte Kritik. Ist also auch hier die Zensur in Gange? Dann können Sie sich die Aufforderung zum Kommentar ersparen.

#13 |
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Medizinphysiker

Unabhängig davon, ob die Richtlinie EG 2004/24/EG Sinn macht oder nicht: Was müssen wir uns noch alles gefallen lassen von dieser EU?

#12 |
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Eberhard Krämer
Eberhard Krämer

Mit Arzneimittelsicherheit hat das Ganze relativ wenig zu tun. Das Risiko bei chemisch-pharmazeutischen Produkten ist teils deutlich höher, aber subtiler.Leider werden Gesetze und Verordnungen nicht für die Bürger gemacht, sondern für die daran partizipierende Wirtschaft und die gut bezahlte Politik leistet die Lobbyarbeit.Dabei gehen diese Menschen immer von dem Irrtum aus, daß sie selbst nicht betroffen sein werden. Es trifft aber auch ihre Familien, Kinder und Kindeskinder.

#11 |
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“Das ist überfällig, da auch Naturstoffe zu schweren Neben- und Wechselwirkungen führen können. Unglaublich, was sich die Leute bis jetzt ungeprüft so alles reingekippt haben…”

Prinzipiell richtig. Aber dem Prof nach dem Mund geredet. Wer weiß schon, worin eine “Prüfung” überhaupt besteht?
Darf man eigentlich Rezepte zur Herstellung von Arzneien aus dem eigenen Kräutergarten verkaufen?

#10 |
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Wogonin, Riproximin, Combretastatin-A-Derivate:
Werden die dadurch jemals auf den Markt kommen?
Wie werden diese von den geneigten Lesern eingeschätzt?

#9 |
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Sicher richtig, entscheidend scheint nur zu sein, wer welche Kriterien zu welchen Kosten festsetzt und ob versucht wurde, in breiter Diskussion dafür einen Konsens herzustellen!

#8 |
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Guido Schwemin
Guido Schwemin

Die Regelung ist eine der sinnvollsten seitens der EU

#7 |
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Manfred van Treek
Manfred van Treek

Es mussten wohl auch Arzneimittel vom Markt genommen werden, die chemische Substanzen enthielten. Obwohl sich diese Mittel Jahrzehnte lang bewährt hatten, stehen sie jetzt nicht mehr zur Verfügung, weil sich die meist kleinere Herstellerfirmen die für sie unbezahlbaren Zulassungsverfahren nicht leisten konnten. Ich denke hier besonders an Externa und Zäpfchen mit lokalanaesthetischen Wirkstoffen. Wie die gute Lidesthesin-Salbe der Firma Ritsert aus Eberbach am Neckar. Was konnte ich damit eine preiswerte Behandlung machen bei: Juckreiz von Haut und Schleimhäuten, juckenden Konjunktiven und Lidrändern bei Heuschnupfen, bizzelnden Nasenluftgängen bei Heuschnupfen, Insektenstichen, kleineren Verbrennungen, Brennen im Bereich der Harnröhrenöffnung, vaginaler und analer Juckreiz, juckenden Interdigitalmykosen u.v.a.m. Und auch Anaesthesin- und Lidoposterine-Zäpfchen sind einfach vom Markt verschwunden. Was für eine Dummheit. Anaesthesin-Zäpfchen kosteten ungefähr 6 Euro, wenn ich jetzt 10 Lidocain-5%-Zäpfchen auf Rezeptur vom Apotheker machen lasse, schlägt das mit ca. 20 Euro zu Buche. Übrigens, die Zäpfchen sind eine herrliche Wohltat bei juckenden und schmerzenden Hämorrhoiden. Kann ich abschließend nur noch den Politikern, die das verbrochen haben, wünschen, dass sie richtig dicke, fette Hämorrhoiden am Allerwertesten kriegen, und dass deren Ärzten nun nichts anderes einfällt, als diese mit hochdosierten Cortison-Zäpfchen überzutherapieren. ;-)

#6 |
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Dr. Volker Götz
Dr. Volker Götz

Sachlich richtig, emotianal ausgewogen und verständlich. Guter Beitrag.

#5 |
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Angestellter Apotheker

Mal wieder überfällig! Einfach mal über den Tellerrand schauen ….. Danke!

#4 |
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Christian Sturm
Christian Sturm

Super Bericht! Vielen Dank.

#3 |
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Dipl.-Ing. Werner Wiatrek
Dipl.-Ing. Werner Wiatrek

Gut beobachtet

#2 |
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“Denn zur Sicherheit der Patienten gehören Arzneimittel jeglicher Form geprüft und sollten sich einem gründlichen Zulassungsverfahren unterziehen.”

Endlich.
Das ist überfällig, da auch Naturstoffe zu schweren Neben- und Wechselwirkungen führen können. Unglaublich, was sich die Leute bis jetzt ungeprüft so alles reingekippt haben…

#1 |
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