Der Greis bleibt heiß

20. Mai 2011
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Mit der physischen Leistungsfähigkeit gehe es spätestens ab Mitte 30 zwangsläufig rasant bergab, meinen viele. Ein Irrglaube! Kraft und Ausdauer schwinden so langsam, dass selbst alte Menschen noch Erstaunliches leisten. Nicht das Alter, die Lebensweise ist das Problem.

Um 15 Prozent pro Dekade nimmt angeblich die Ausdauerleistungsfähigkeit nach dem 30. Lebensjahr ab. Mit Kraft und Schnelligkeit soll es kaum anders sein. Doch selbst alte Menschen können enorme physische Leistungen vollbringen. So berichteten laut dem Althistoriker Professor Robert Lane Fox schon Autoren in der Antike, dass die Elitesoldaten von Alexander dem Großen – die makedonischen Schildträger – selbst als über 60-Jährige noch Tagesmärsche in der Wüste von mehr als 30 Kilometern absolviert hätten – mit vollem Marschgepäck und Bewaffnung natürlich. Ähnlich erstaunlich ist auch die Leistung des Japaners Yuichiro Miura, der im Mai 2003 im Alter von bereits 70 Jahren den Mount Everest bestieg. Aber auch das wurde noch „getoppt“: 2008 stand mit dem Nepalesen Min Bahadur Sherchan sogar ein fast 77-jähriger Mann auf dem höchsten Gipfel der Erde.

Alt nicht gleich krank

Was im hohen Alter physisch noch möglich ist, hat zum Beispiel der finnische Wissenschaftler Professor Harri Suominen untersucht. Eine seiner Hauptfragen war, ob es tatsächlich das Alter an sich ist, das die Kräfte rasch schwinden lässt, oder ob die wahren Schuldigen nicht jene Phänomene, vor allem Krankheiten, sind, die mit dem Alter oft, aber nicht zwangsläufig einhergehen. Ausgewertet hat der finnische Wissenschaftler dafür Leichtathletik-Weltrekorde in unterschiedlichen Altersklassen. Ein Grund für diese Wahl war natürlich, dass Inhaber von solchen Weltrekorden, etwa im 100-Meter-Sprint oder Marathon-Lauf, aller Wahrscheinlichkeit nach sehr gesund sind, also weder Übergewicht haben noch Herzerkrankungen. Was natürlich nicht allein von der Lebensweise, sondern bekanntlich auch von den Genen abhängt, wie unter anderen Dr. Urho M. Kujala, ein Kollege von Suominen berichtet.

Selbst mit 70 noch ein Speedy Gonzales

Die Ergebnisse der Auswertung sind wahrlich erstaunlich: Die Leistungen werden mit dem Alter bei Männern wie Frauen zwar erwartungsgemäß schwächer, aber nur sehr langsam; erst im hohen Alter (über 70 Jahre) werden die Unterschiede zu den 30 bis 40 Jahre alten Top-Athleten recht deutlich. Gleichwohl liegen die Leistungen der älteren Athleten immer noch über dem, was die meisten untrainierten jungen Menschen erreichen. Bewerber um einen Studienplatz an der Kölner Sporthochschule müssen bei der Eignungsprüfung zum Beispiel den 100-Meter-Sprint in maximal 13,4 (die Männer) oder 15,5 (die Frauen) Sekunden absolvieren, was keineswegs alle Bewerber schaffen. Zum Vergleich: der Weltrekord in dieser Disziplin liegt bei den Männern der Altersklasse M70 bei 12,77 Sekunden, bei den Frauen sind es 14,76 Sekunden. Ähnlich ist es in einer weiteren Laufdisziplin, dem 3000-Meter-Lauf: Hier müssen die männlichen Aspiranten nach spätestens 13 Minuten im Ziel sein. Der Weltrekord bei Männern der Altersklasse M80 liegt derzeit nur elf Sekunden darüber. Und noch ein Beispiel: Der Kanadier Ed Whitlock lief im Alter von 73 Jahren 2004 in Toronto einen Marathon unter drei Stunden, was selbst für einen gesunden und halbwegs trainierten Hobby-Sportler mehr als nur eine Herausforderung wäre.

Alter an sich kein Grund für ein Schneckentempo

Laut Suominen belegen die ausgewerteten Daten zum einen die enorme Plastizität der körperlichen Leistungsfähigkeit und dass diese nur langsam abnimmt. Zum anderen zeigen die Daten, dass Alter per se nicht der wichtigste Grund für die bei den meisten Menschen relativ rapide sinkende Leistungsfähigkeit ist. Sehr viel wichtiger ist offensichtlich – außer der genetischen Ausstattung – vor allem unsere Lebensweise. Bestätigt hat dies unter anderen auch eine große Untersuchung mit dem Akronym PACE von Wissenschaftlern der Kölner Sporthochschule, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Anhand von mehr als 900.000 Laufzeiten von 20- bis 79-jährigen Marathon-/Halbmarathon-Teilnehmern untersuchten die Forscher um Professor Dieter Leyk die Ausdauerleistungen sportlich aktiver Männer und Frauen. Mit Hilfe von Fragebögen wurden zudem rund 13.000 Marathon-/Halbmarathon-Läufer unter anderem zu Sport, Lebensgewohnheiten und Gesundheit befragt.

Hier die nach Angaben der Wissenschaftler wichtigsten Erkenntnisse in Kürze: Vor dem 55. Lebensjahr treten keine signifikanten Leistungsminderungen auf. Die Leistungsverluste der älteren Herrschaften fallen zudem gering aus: 25 Prozent der 65- bis 69-jährigen Ausdauertrainierten sind sogar schneller als die Hälfte der 20- bis 54-jährigen Langstreckenläufer.

„It’s never too late“

Die Befragungen hätten darüber hinaus gezeigt, dass mehr als ein Viertel der 50- bis 69-Jährigen erst in den letzten fünf Jahren mit ihrem Lauftraining begonnen hätte. Schlussfolgerung von Leyk und seinen Kollegen: „Leistungseinbußen im mittleren Lebensalter sind primär auf eine inaktive Lebensweise, nicht aber auf biologische Alterung zurückzuführen.“ Anders formuliert: Es ist eigentlich nie zu spät. Und auch für die körperliche Leistungsfähigkeit gilt: Jeder ist seines Glückes Schmied. Zumindest ein bisschen.

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14 Kommentare:

Holstieges 3-facher IRONMAN verdient unsere Bewunderung, genauso wie Heiskels Glanztat in der Eiger Nordwand. 100 Marathone in 19 Jahren sind auch respektabel.

Es gibt in Deutschland noch mehr solche Spinner. Viele davon haben sich im 100-Marathon-Club zusammengefunden. Er umfaßt derzeit 236 Mitglieder. Rekordhalter ist der 1935 geborene Horst Preisler mit insgesamt 1713 Marathondistanzen, darunter auch 4 mal den Spartathlon über jeweils 245 km. Er läuft auch heute noch mit 76 seine Marathons um die 5 Stunden. http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Preisler.

Es gibt auch viele Wahnsinnige, die mehr als 100 Marathone in einem Jahr gelaufen sind. Der Weltrekord wird derzeit vom Belgier Stefaan Engels gehalten, mit 365 Marathondistanzen in einem Jahr.

#14 |
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also, daß ich als Säufer und Raucher den dreifachen Ironman geschafft habe, kann ich nicht behaupten. Immerhin konnte ich barfuß, rückwärts und 2 Feuerlöscher unter den Armen die Eiger Nordwand hochlaufen und das mit über 72 Jahren!
Die Zahlen für die Ausdauersportspäteinsteiger sind ja nun mal ermittelbar. Darauf bezieht sich auch z.T. die o.g. Arbeit. Nebenbei: bei marathonlaufenden Sechzigjährigen hat man die Peptidkettenlänge der Telomere von 10 Jahre jüngeren Nichtsportlern (im Durchschnitt) ermittelt. Die Telomere schützen die Chromosomen vor Schädigungen und halten die Alterung auf.
Aber dennoch zu mir: mit 47 bin ich dem schleichenden Burn-out-Syndrom und 20 kg Übergewicht des Nachts um 3 nach einem 6 gängigen Menue weggelaufen. Jetzt läufts sich wegen der Endorphine fast von selbst. Marathon laufe ich seit 19 Jahren und im 72. Jahr noch unter 4 Stunden, selbst wenn ich im Wochenabstand 3 Marathons in Folge laufe, was einem Nichtläufer ein Kopfschütteln auslösen mag. Aber mir bekommts und ich habe jetzt über 100 Marathons auf die alten Tage gelaufen und denke, solange es läuft läufts. Der Bewegungsapparat ist übrigens besser denn je, auch wenns immer mal wieder da und dort zwickt. Außerdem arbeite ich in meinem Beruf (Allgemeinmedizin) in einer Klinik täglich und – aber bitte nicht weitersagen, sonst muß ich noch Vergnügungssteuer bezahlen – auch noch mit Spaß.

#13 |
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Dr. med. Arne Voss
Dr. med. Arne Voss

In corpore sana mens sana! Wer regelmässig sich sportlich betätigt ( nicht immer muss es Marathon sein ) sorgt für eine gesteigerte Durchblutung des Gehinrns und wirkt so dem cerebralen Abbauprozess entgegen.

#12 |
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Das Thema scheint ja reges Interesse zu finden. Als spätberufener Wettkampfsportler möchte ich daher auch noch ergänzend zu den Ausführungen meines Sportskameraden Dr. Bernhard Holstiege meine Erfahrungen beitragen.

Lebenslanger Sport trägt nicht nur zum Erhalt der Leistungsfähigkeit bei, sondern führt auf der anderen Seite auch zu höherem Verschleiß und Substanzabbau bei. Das Malträtieren von Gelenken und Muskulatur, der oxidative Streß und die ständige Schwächung des Immunsystems fordern ihren Tribut. Das gilt insbesondere für den Leistungs- und Extremsport. Ich glaube hier liegt der Leistungsabbau sogar noch höher als die im Artikel genannten 15 % pro Dekade. Vergleicht man Holstieges Marathonzeiten (2:41 mit 40 Jahren und 4:30 mit 69), so ergibt sich ein Rückgang von ca. 19 % pro Dekade. Ähnliche Verläufe werden von anderen mir bekannten Extremsportlern, die in relativ jungen Jahren mit Wettkampfsport begannen, berichtet. Späteinsteiger hingegen können sich meist über ein höheres Leistungsniveau im Alter freuen.

Ich selbst begann mit wettkampforientiertem Training erst mit 62 Jahren. Die Pensionierung stand an, und es mußte nach Wegfall des 12-Stunden-Arbeitstages eine neue Herausforderung gefunden werden. Die verbliebene Beratungstätigkeit füllte den Tag nicht aus und Seniorengymnastik, Wandern und Tanztee sind für einen Ehrgeizling zu wenig. Der IRONMAN Hawaii war das Ziel. Einfach nur plan- und ziellos herumeiern entspricht nicht meinem Lebensplan.

Während der Hauptberufsjahre beschränkte ich mich auf moderate Fitneßübungen, im Mittel 4 mal pro Woche 30 km auf dem Fahrrad ins Geschäft und zurück und Sonntags 10 km Joggen. Meinen ersten sportlichen Wettkampf absolvierte ich im Alter von 62 Jahren. Halbmarathon (21,1 Kilometer) in 1:46 Stunden. 3 Monate später Marathon in 3:57 Stunden. 1 Jahr später mit 63 Marathon in 3:47 Stunden. Nach 3 Wettkampfjahren im Alter von 65 Marathon in 3:30. Man sieht, daß in den ersten 3 Jahren der trainingsbedingte Leistungszuwachs den altersabhängigen Substanzabbau mehr als kompensierte. Ich habe in dieser Zeit die meisten meiner Altersgenossen, die relativ früh, etwa zwischen 35 und 45 Jahren mit Wettkampfsport begannen, überholt. Mein Leistungshöhepunkt war um die 67, also 5 Jahre nach meinem Wettkampfdebüt erreicht. Dieses Niveau blieb etwa bis zum 70-ten Lebensjahr erhalten, um dann mit ca. 1,5 % pro Jahr abzufallen, dokumentiert in der jährlichen Leistungsdiagnostik. Beim Frankfurt Marathon 2010, also 11 Jahre nach meinem ersten Marathon 2000 war ich wieder bei 3:58 Stunden. Meine IRONMAN-Zeiten auf vergleichbaren Strecken: Mit 64 Jahren: 12:58 , mit 66 Jahren 12:25, mit 70 Jahren 12:30, mit 71 Jahren 12:49, mit 74 Jahren 14:23. Der letzte Wert ist allerdings nicht repräsentativ. Ich hatte im Jahr davor einen Rückschlag wegen Krankheit und zwei schweren Verletzungen erlitten. Ich war wohl mental nicht wieder bereit den Erfolg zu erzwingen und habe mich aufs finishen beschränkt. Dies obwohl meine Werte nach Leistungsdiagnostik wieder auf dem Niveau vor der Zwangspause angelangt waren.

Wer von Kindheit an im Sport auf Höchstleitung getrimmt wird, ist spätestens mit 40 kaputt, kann aber jetzt schon auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Hobbysportler, die so mit 40 ihren Ehrgeiz entdecken, können sich mindesten 20 Jahre lang über grandiose Erfolge freuen, dann erst geht es steil bergab. Wer es erst mit 60 so richtig krachen läßt, hat die Chance, mit 80 noch mal in Hawaii die Altersklasse zu gewinnen. Ist das nicht alles wunderbar?

Fazit: Leistungs- und Extremsport ist nicht gesund, bereichert aber wie so vieles Ungesunde das Leben.

#11 |
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Danuta Richert
Danuta Richert

Ja ¿ mit zunehmendem Alter sinkt die Leistungsfähigkeit des Menschen. Ich würde hier den Begriff Vitalität ergänzen.

Es ist allerdings absolut richtig, dass mit der richtigen gesunden Lebensweise die Leistungsfähigkeit über viele Jahre erhalten werden kann. Ich meine damit nicht in Rekordzeiten irgendwelche Wettbewerbe zu absolvieren, sondern die Fähigkeit bis ins hohe Alter sportliche Leistungen im Ausdauerbereich zu erbringen. In meinem persönlichem Training spielt Zeit keine Rolle. Ich will nicht in der Mühle des höher, schneller, weiter Zwangsdenken gefangen sein. Es geht mir um Gesundheit. Bewegung ist einer der elementaren Faktoren dabei und es sollte alles was ich tue mit Spaß verbunden sein. Ich empfehle dazu sich mit den Werken von Prof. Dr. Wildur Hollmann zu befassen.

Warum in der heutigen Gesellschaft ein krasses Missverhältnis zwischen den Möglichkeiten und den aktuellen Ist-Zustand der meisten Menschen besteht kann ich nicht besser und präziser beschreiben als Boris Hörold (Kommentar Nr. 1): “Weil wir unsere Zell-Leistung durch inflammatorisch wirkende Nahrungsmittel, Schwermetalle, Mangel an Mikro- und Makronährstoffen und biologischen Dauerstress durch dysfunktionales Denken in die Tonne treten – und das jeden Tag wählen zu tun”

Richtig wir haben die Wahl ¿ jeden Tag!

Wie erhalte ich nun meine optimale altersgerechte Vitalität? Ausschlaggebend dafür sind neben der gesunden Ernährung, die Bewegung und die Entspannung. Es ist nie zu spät mit der Veränderung der Lebensgewohnheiten zu beginnen. Ich selbst habe dies leider erst mit 52 Jahren erkannt. Nach nur 18 Monaten einer zunehmend veganen Ernährung, einer sinnvollen Vitalstoff Optimierung, moderaten Sport und positivem Denken habe ich eine Vitalität zurückgewonnen, die ich als 40 jähriger hatte. Und mein Weg ist noch nicht zu Ende.

Eckhard Richert
Vitalstoffberater

#10 |
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angela ingwersen
angela ingwersen

Der Artikel ist etwas zu oberflächlich (nicht das Alter, sondern die Lebensumstände sind schuld an Verlust von Kraft und Ausdauer!??) und reißerisch.Sollte sich dieser Artikel an Athleten wenden, die schon immer im Training standen, könnte ich mich einverstanden erklären, aber: Älteren, wenig trainierten Menschen zu suggerieren, dass durch Training und gesunde Lebensweise bis zu einem gewissen Alter Spitzenzeiten zu erreichen sind, finde ich fahrlässig. An 4-5 Tagen 2-3 Stunden zu trainieren ist nicht jedem möglich…Wer es dennoch schafft so zu trainieren, dass er im mittleren Leistungsdrittel mithalten kann, ist schon gut dran. Realistischer ist es doch den Aspiranten nicht von Ausnahmeerscheinungen zu berichten, sondern Leistungen im Mittelfeld in Aussicht zu stellen. Die angeführten Beispiele sind allesamt Ausnahmeerscheinungen, bei denen sehr viele positive Faktoren zusammen kommen. Genauso verhält es sich bei jungen Spitzensportlern. Nicht jeder ist für den Leistungssport geboren!
Ein ganz schlechtes Beispiel ist hier der Sprint, denn gerade in dieser Disziplin muß ganz früh intensiv trainiert werden. Ein älterer Mensch wird hier niemals an Leistungen herankommen, die ein in jungen Jahren aufgebauter ( man könnte auch von der in jungen Jahren aufgebauten Muskulatur sprechen )Sportler, erzielt!!! Ja, it´s never too late! Aber bitte nicht mit überspannten Ansprüchen…

#9 |
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Bewegung ist wichtig, aber auch die Lebensweise, insbesondere die Ernährung. Nach intensiver Beschäftigung mit der Ernährung und Durchsicht internationaler Ernährungsstudien bin ich zur veganen Ernährung gekommen und habe eine Webseite zu dieser Ernährung erstellt (www.ProVegan.info). Mein lebenslanger Sport und die vegane Ernährung seit ca. 15 Jahren sind eine ideale Kombination.

#8 |
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Eine überzeugende Darstellung der Zukunft desx Alters, auch bezüglich der eigenen Perspektive eines 80 jährigen. Zur Erweiterung der realen und guten Perspektiven wäre bei Gelegenheit auch eine Untersuchung über die Aussichten bezüglich mentaler und geistiger Zukunft älterer Leser.

#7 |
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dr. hans  gerhard oelsner
dr. hans gerhard oelsner

KLAR – MUSKELTRAINING IST GUT UND STEIGERT DIE DURCHBLUTUNG
ALLGEMEIN DOCH LÄSST BEI ÄLTEREN DIE REGENERATIONSFÄHIGKEIT
SEHR NACH . DAHER IST SICH HART RANNEHMEN VERKEHRT:IMMERMAL
< < SCHNAUFEN >> SCHON ABER NICHT SICH SCHLAUCHEN .

#6 |
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Zahnarzt

Muss korrigieren: Zwischen Abi (und anschliessend W15) UND STUDIUM habe ich …

#5 |
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Zahnarzt

Was man sich in der Jugend versaut, kann man später nicht mehr ausgleichen. Und von dem, was man sich in jungen Jahren aufbaut, kann man sehr lange zehren. Zwischen Abi (und anschliessend W15) habe ich in einer Spedition als Möbelpacker gearbeitet. Die damals aufgebaute äußerst stabile Rückenmuskulatur läßt mich heute noch (30 Jahre später) und einem BMI jenseits von Gut und Böse sehr entspannt arbeiten. Kurz gesagt: Was man in der Jugend versaut, kann man später schwer ausgleichen und was man sich frühzeitig aufbaut ist später von hohem Nutzen.

#4 |
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Dr. Bernhard Holstiege
Dr. Bernhard Holstiege

Meine Erahrungen mit mir und anderen: Mit 33 habe ich mit Laufen angefangen, vorher kein Sport, meinen Höhepunkt in Marathon mit 40 (2.41), mit 44 100km (7.25) und mit 46 Ironman (9.45). Ab 47 konnte ich nicht mehr unter 3 Stunden Marathon laufen. Meine Radleistung konnte ich in etwa bis 53 und die Schwimmleistung bis 57 erhalten. Danach wurde ich immer langsamer, da die Kraft nachließ, aber die Ausdauer erhalten blieb. Wenn ich versuchte, mal härter zu trainieren, hatte ich nur Beschwerden. Also ließ ich es. Im Alter läßt zunehmend die Gewebetoleranz nach. Ich war nie vorwiegend leistungsorientiert, habe immer geraucht und Alkohol getrunken. Das ergab sich mehr nebenbei. Auf Außenanregung hin kam ich auf die spinnige Idee, die Weltbestzeit der über 60jährigen im dreifachen Ironman zu unterbieten. Mit 59 war ich bei normalen, lockeren Training 7 Stunden darunter, aber bei späteren Versuchen war ich wohl zu schnell Rad gefahren und bekam beim Laufen Stoffwechselprobleme, d.h. ich war fix und fertig und habe mich auch nach Stunden nicht erholt. Dann hatte ich keine Lust mehr.
Freunde, die mit über 50 oder 60 mit Ausdauersport anfingen und zum Ironman kamen, erbrachten noch deutsche Altersklassenspitzenleistungen. Vielleicht waren sie noch unverbraucht. Aber langjährige Ausdauersportler, die mit über 60 noch deutsche Spitze waren und mit 65 die größten Ziele hatten, haben nur Schmerzen und sind weg vom Fenster. Sie hatten zu sehr das alte, harte Training im Kopf, das sie nicht mehr vertrugen, und konnten sich nicht umstellen. Man muß sich also auf die Altersgegebenheiten einstellen und auf Leistung verzichten können.
Jetzt mit 69 könnte ich sicherlich mit 30 langsamen km/Woche, kaum mehr als 10km/Einheit, Marathon in etwa 41/2 Stunden laufen, vielleicht sogar langsam 100km. Die Ironman-Distanz habe ich zuletzt vor 2 Jahren auf der härtesten Radstrecke Deutschlands in Bad Ems in 14 1/2 Stunden absolviert, locker bergauf, Erholung bergab, so daß ich das Laufen ohne harte Beine angehen konnte. Auf der Laufsteecke an der Lahn bekam ich ungewohnt von vielen entgegenkommenden Läufern Beifall. In deren Augen ist der Alte wohl, ich sah auf den Fotos immer älter aus, zwar langsam, aber unentwegt gelaufen. Es ist aber schmerzlich, im Alter so sehr nachzulassen und das zu bejahen. Aber es geht noch. Ein Freund konnte mit 70 noch unter 31/2 und mit 75 noch unter 4 Stunden Marathon laufen bei einem schnellen Lauftraining mit über 100km/Woche. Jetzt mit 85 walkt er noch in wackerem Stil. Er sagte kürzlich, es dauert lange und ist schmerzlich, die Alterseinbusse zu akzeptieren.

#3 |
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Ich kann das nur bestätigen. Ich habe vor 5 Jahren mit dem Laufen angefangen, allerdings bin ich voher MTB gefahren, und bin mit 61 jetzt so fit wie nie zuvor (Coopertest 2650 m, Halbmarathon mit 4 x Berg 1:49 h, 10.000 m unter 50 Min. demnächst soll ein Marathon folgen …. Es ist wirklich nie zu spät! Und nach 40 Jahren Rückenproblemen hab ich jetzt keine mehr. Wenn das nichts ist!

#2 |
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Jedes biologische Lebewesen kann, wenn es das Erwachsenenalter erreicht hat, noch 7 bis 17mal älter werden. Wenn man also annimmt, der Mensch sei mit 22 Jahren erwachsen, kann er mindestens 154 Jahre alt werden. (Quelle: Dr. Schatalowa “Wir fressen uns zu Tode”)
Warum tun wir’s nicht? Weil wir unsere Zell-Leistung durch inflammatorisch wirkende Nahrungsmittel, Schwermetalle, Mangel an Mikro- und Makronährstoffen und biologischen Dauerstress durch dysfunktionales Denken in die Tonne treten – und das jeden Tag wählen zu tun.

#1 |
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