Tetanus-Auffrischung: Das 30-60-90-Maß

20. April 2016
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Bisher war es selbstverständlich, alle zehn Jahre seinen Tetanus-Impfschutz aufzufrischen. Eine neue Studie stellt diese weltweite Routine in Frage. Forscher ermittelten den Antikörpertiter von 546 Erwachsenen und fanden heraus, dass der Impfschutz mindestens 30 Jahre anhält.

„Bisher wurde eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus im Zehn-Jahres-Rhythmus empfohlen. Es gibt aber kaum Daten dazu, ob dieser Zeitabstand sinnvoll ist oder nicht”, sagt Mark Slifka von der Oregon Health & Science University in Portland, USA. Wie wäre es, nur im Alter von 30, 60 und 90 Jahren die Impfung aufzufrischen, fragt das australische Wissenschaftsmagazin Science Alert.

Lesen Sie dort weiter, ob es sinnvoll ist, den Impfplan zu ändern.

27 Wertungen (4.44 ø)

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17 Kommentare:

Tanja Balaty
Tanja Balaty

Eventuell ist der ausreichende Titer nach 30 oder mehr Jahren ja auch dadurch zu begründen, dass sich fast jeder Mensch immer wieder einmal verletzt und dadurch mit dem überall anzutreffenden Tetanus-Bakterium in Kontakt kommt und somit eine natürliche Boosterung auftritt. Das hieße, dass nicht die einmal durchgeführte Grundimmunisierung 30 Jahre Schutz bietet, sondern die natürliche Feiung durch Verletzungen. Wer also ohne Verletzungen durchs Leben geht, könnte keinen ausreichenden Titer haben.

#17 |
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Gast
Gast

eine frische Verletzung ist doch der ideale Anlass aufzufrischen,
sonst macht ja eh niemand was.

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Gast
Gast

die Angst vor dem kleinen Pieks ist offenbar größer als die Angst vor Tetanus :-)

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Claudia Olson
Claudia Olson

@Gast (12:31) Interessant. Darf ich fragen aus welcher Quelle diese Information stammt?

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Gesundheits- und Krankenpflegerin

1.) Wie hoch istdie Prozentzahl niedergelassener Ärzte die vor Impfung den Titter bestimmt?? Klar. liegt an Budget….kann man auch alles mit entschuldigen!!

2.) Wann änder sich die Leitlinien zu 1.) …und zum Impfabstand gemäß den “neuen” Erkenntnissen?

#13 |
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Gast
Gast

Da man in den 90er Jahren bei ehemaligen Soldaten, die nur im 2. Weltkrieg geimpft wurden, ausreichende “Titer” gefunden hat, und sie uch boostern konnte mit einer einzigen Auffrischimpfung ist die Frage, warum , außer zur Gewinnmaximierung der Pharmaindustrie, diese Erkenntnisse nicht schon lange umgesetzt wurden. Von den letzten 10 Menschen, die in USA an Tetanus gestorben sind, waren 5 durchgeimpft und 5 nicht geimpft.-Impfen schützt?????

#12 |
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Gast
Gast

so funktioniert Werbung heute. Oder wer hatte nicht sofort die Modelmaße 90-60-90 im Kopf, nachdem er die Überschrift gelesen hatte?

#11 |
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Gast
Gast

sex sells

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Dr. med. Claudia Kratz
Dr. med. Claudia Kratz

Interessant, aber was hat das Bild damit zu tun?

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Dr. Christoph Truckenbrodt
Dr. Christoph Truckenbrodt

Wurde nicht schon in den Siebzigern festgestellt, daß der messbare Impftiter mit der tatsächlichen Immunität nicht sehr korreliert? Haber die Arbeiten leider nicht parat. Vielleicht kann mir da ja einer hilfreich zur Seite springen.

#8 |
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Intensivmediziner
Intensivmediziner

Der Sinn einer kompletten Grundimmunisierung (3 Termine),
ist ja nicht alleine ein nachweisbarer AK-Spiegel, sondern die nur damit erreichte Fähigkeit des Organismus im (seltenen) Infektionsfall mit einer einzigen sofortigen Zusatzimpfung eine “boosterung” zu erzeugen, das ist ein kurzfristiger maximaler Anstieg der AK-Bildung.
Das Problem ist die Seltenheit dieser Erkrankung. Wer das einmal erlebt hat, welche gigantischen Mengen an passiven Impfstoffen (Tetagam) man da fast ohne Effekt reinpumpt, weiß wie wichtig dieses boostern ist.

Natürlich ist für den Arzt besonders wichtig zu wissen wie man eine Wunde so versorgt, dass keine lokalen anaeroben Verhältnisse in einer Wunde entstehen können. Seit dem Afganistankrieg hat sich hier das “offen lassen” mit lokaler Saugpumpe (VAC) durchgesetzt, auch ideal für Dekubitus und diabetischen Nekrosen der Füße.
Beim Tischler war es ein kleiner Holzspan, der in die Hornhaut der Hand gedrungen war, was noch nicht mal geblutet hatte.

#7 |
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Gast
Gast

Tetanol als Fertigspritze 5€ (der Arzt bekommt preiswertere Mehrfach-Gebinde)
AK- Bestimmung 15-30 €
(Beim Heilpraktiker noch mehr)

#6 |
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Angelika Greger
Angelika Greger

Tetanus wird i.d.R. als regelmäßige Auffrischimpfung als Kombi mit Pertussis und Diphterie (ggf. mit Polio) geimpft. Wenn die Tetanusimpfung nur noch alle 30 Jahre geimpft werden soll, sollte die Pharmaindustrie (wieder) die Möglichkeit einer Einzelimpfung gegen Keuchhusten entwickeln. Bisher ist das ja nicht möglich.

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Nichtmedizinische Berufe

Für Menschen mit IgE-Antikörpern gegen Tetanustoxoid interessant.

#4 |
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Heilpraktikerin

Ich kann aus eigener Situation bestätigen: Titer nach 37(!) Jahren OK.
Man sollte nicht immer “drauf los impfen”, sondern eher auch mal das Labor bemühen.

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Gast
Gast

Leider ist es alles andere als selbstverständlich,
dass jeder gegen Tetanus geimpft ist.

#2 |
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Intensivmediziner
Intensivmediziner

Das sollte sich doch ähnlich dem Rötelnschutz als messbarer Antikörper-Nachweis wissenschaftlich EINDEUTIG klären lassen.

Wenn nicht, ist das schädliches Wasser die Mühlen der idiotischen Impfgegner.
Ich habe persönlich in der Uni 2 Menschen mit einer Tetanuserkrankung behandelt,
ein 8-Jähriges Mädchen mit einer Verletzung am Oberschenkel und einen 35-jährigen Schreiner mit einer nicht (mehr) sichtbaren Hohlhandverletzung.
Das Mädchen ist nach längerer künstlicher Beatmung gestorben an Herzversagen (auch ein Muskel), der Schreiner hat es mit maximalem med. Aufwand überlebt.

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