Das Flimmern der gebrochenen Herzen

25. April 2016
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Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist das eine Belastung für die Hinterbliebenen. Das wirkt sich auch auf die Herzgesundheit der Trauernden aus: Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Jahr nach dem Tod des Partners das Risiko für Vorhofflimmern deutlich erhöht ist.

Extreme psychische Belastungen wie der Tod eines nahestehenden Menschen sind mit einem erhöhten Risiko für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfälle verbunden. So ergab eine Studie kürzlich, dass sich bei über 60-Jährigen das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, in den ersten 30 Tagen nach dem Tod des Partners verdoppelt. Weiterhin wurden nach dem Verlust des Partners Veränderungen des Blutdrucks und der Blutgerinnung beobachtet.

Nun hat eine groß angelegt dänische Studie erstmals untersucht, wie sich der Tod des Partners auf das Risiko für Vorhofflimmern auswirkt. Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen in der westlichen Welt: Das Lebenszeitrisiko liegt bei 22 bis 26 Prozent. Bei dieser Erkrankung sind die Herzvorhöfe schnell und ungeordnet aktiv – und zwar entweder vorübergehend oder dauerhaft. Vorhofflimmern ist mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, Herzversagen und Tod verbunden. Am häufigsten berichten die Patienten über Beschwerden wie Müdigkeit, einen plötzlichen Leistungsknick, Herzklopfen (Palpitationen) und Schlafstörungen. Allerdings werden 70 Prozent der Vorhofflimmern-Attacken von den Betroffenen gar nicht bemerkt.

Das Team um Simon Graff von der dänischen Aarhus Universität verwendete die Daten aus dänischen Gesundheitsregistern aus den Jahren 1995 bis 2014. Darin identifizierten die Forscher 88.612 Patienten, die zum ersten Mal die Diagnose „Vorhofflimmern“ erhalten hatten. Von ihnen hatten 17.478 den Tod ihres Partners erlebt. „Ein solches Ereignis führt oft zu deutlich ausgeprägten psychischen Symptomen wie Ängsten, Depressionen, Schuldgefühlen oder Hoffnungslosigkeit“, erläutern die Autoren. Dabei ist die psychische Belastung nach einem Todesfall nicht nur kurzfristig, sondern hält oft über Wochen und Monate an.

Risiko bis zu ein Jahr nach dem Todesfall erhöht

Im Vergleich mit einer entsprechenden Kontrollgruppe war das Risiko für Vorhofflimmern bei Patienten, die ihren Partner verloren hatten, bis zu ein Jahr nach dem Todesfall erhöht. Dabei war das Risiko in den ersten acht bis vierzehn Tagen am höchsten und ging dann allmählich wieder zurück. In den ersten 30 Tagen nach dem Tod des Partners war die Gefahr, an Vorhofflimmern zu leiden, im Vergleich zur Kontrollgruppe um 41 Prozent erhöht.

„Besonders hoch war das Risiko bei Menschen unter 60 Jahren und denjenigen, deren Partner im Monat vor dem Tod noch relativ gesund war und unerwartet gestorben ist“, berichten Graff und sein Team. Die Zusammenhänge blieben auch dann bestehen, wenn der Einfluss weiterer Faktoren wie Geschlecht, Vorerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten statistisch berücksichtigt worden war.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine starke Stressbelastung das Risiko erhöht, erstmals an Vorhofflimmern zu erkranken“, schreiben die Autoren. Allerdings sei die Studie rein beobachtend. Weitere Untersuchungen müssten daher noch belegen, dass der Tod des Partners tatsächlich die Ursache des Vorhofflimmern sei.

Bisherige Studien haben bereits gezeigt, dass emotionaler Stress bei Menschen, die unter anfallsartigem  Vorhofflimmern leiden, Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Zudem legen Fallberichte nahe, dass dies auch bei Menschen ohne Vorhofflimmern in der Vorgeschichte der Fall sein kann.

Physiologische Mechanismen bisher nicht genau bekannt

Als nächstes sei es wichtig, die Mechanismen aufzuklären, die den Zusammenhang zwischen Verlust des Partners und Vorhofflimmern erklären können, betonen Graff und sein Team. Bisher ist bekannt, dass starker Stress pathophysiologische Veränderungen auslösen kann, die das Herz anfälliger für Rhythmusstörungen machen können: Dazu gehört ein geringerer Einfluss parasympathischer Aktivität sowie eine erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems. Der Parasymathicus trägt im Normalfall dazu bei, die Herzrate und die Erregbarkeit des Herzens zu reduzieren, während das sympathische Nervensystem Herztätigkeit und Blutdruck erhöht. Weiterhin könnten diese Veränderungen zu einem vermehrten Auftreten proinflammatorischer Zytokine führen, die Entzündungsprozesse auslösen können.

Daneben kann es nach einem Todesfall auch zu Veränderungen der Lebensführung kommen: So schlafen die Betroffenen möglicherweise schlechter, trinken mehr Alkohol, ernähren sich ungesünder, bewegen sich weniger oder rauchen mehr. Außerdem könnte es sein, dass jemand nach einem Todesfall seine Medikamente nicht oder unregelmäßig einnimmt. All das könnte das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen, vermuten Graff und sein Team.

Soziale Unterstützung könnte wichtiger Schutzfaktor sein

Die zukünftige Forschung sollte außerdem versuchen, Risikogruppen zu identifizieren, die bei starkem Stress zu Vorhofflimmern neigen – und solche, die bei Vorhofflimmern besonders in Gefahr sind, Folgeerkrankungen zu entwickeln. So zeigt eine aktuelle Metaanalyse, dass Frauen mit Vorhofflimmern ein deutlich höheres Risiko haben, Schlaganfälle, kardiovaskuläre Erkrankungen und Herzversagen zu erleiden als Männer. Außerdem war ihr Sterberisiko deutlich höher als das der männlichen Vergleichspersonen.

Um zu verhindern, dass Trauer den Betroffenen „das Herz bricht“, sei es wichtig, die psychologischen und sozialen Faktoren genauer zu verstehen, die zu Herzerkrankungen führen können, schreiben Graff und sein Team. Dann sei es auch möglich, Maßnahmen zu entwickeln, um das Risiko für Vorhofflimmern bei Trauernden effektiv zu reduzieren.

Dies sei vor allem in den ersten Wochen nach dem Tod wichtig, in denen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen am höchsten sei, schreiben Thomas Buckley und sein Team von der Universität Sidney in einem Review-Artikel [Paywall]. Insbesondere soziale Unterstützung könnte in dieser Zeit ein wichtiger Schutzfaktor sein, um die extreme psychische Belastung abzumildern. „Gleichzeitig sollten sich Menschen in Gesundheitsberufen des erhöhten Risikos für Herzerkrankungen bei Trauernden bewusst sein und die Betroffenen engmaschig beobachten“, so Buckley und sein Team.

Originalpublikation:

Long-term risk of atrial fibrillation after the death of a partner
Simon Graff1 et al.; Open Heart, doi:10.1136/openhrt-2015-000367; 2016

63 Wertungen (4.62 ø)

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13 Kommentare:

Gast
Gast

welche Überraschung,
man könnte jetzt noch das Östrogen bestimmen?
Oder das Natrium?

#13 |
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Ja, danke – aber ich sehe, es ist ein bisschen anders noch.

Es ist ja von zwei Studien die Rede, welche zueinander gestellt sind,
mit unterschiedlichen Sachverhalten.

Zum einen Herzinfarkt / Schlaganfall, und zum anderen Vorhofflimmern.
Mit denselben Kontrollgruppen, nämlich “nicht Partner verloren”.

Im ersten Fall bzw Studie – Herzinfarkt /Schlaganfall – sei das Risiko bei ÜBER 60-jährigen verdoppelt, 200%.
Im anderen Fall bzw Studie – Vorhofflimmern – Risikob erhöht, für alle 41% – und bei den UNTER 60-jährigern sei es darüberhinaus “besonders erhöht”.
Vermutlich nicht verdoppelt, aber dennoch.

Bei Partnerverlust bezogen auf “Alter 60”, verliefe also das Risiko zu Herzinfarkt/Schlaganfall bzw Vorhofflimmern gerade umgekehrt.
Das klingt zwar immer noch etwas eigenartig beim ersten Hinsehen,
wäre aber ggf. wohl denkbar. Wie?

#12 |
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Dr. Gerd Kruse, Zahnarzt, Mathematiker
Dr. Gerd Kruse, Zahnarzt, Mathematiker

@ W. Claus
Ein bischen Nachhilfe in Statistik:
Insgesamt ist das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt bei über 60jährigen höher als bei Jüngeren. Unterteile ich aber beide Gruppen noch nach “Tod des Partners”, so ist offensichtlich hier der Unterschied sehr viel größer bei den unter 60jährigen, d.h. in dieser Altersgruppe vervielfacht sich das Risiko, während es sich bei den über 60jährigen “nur” verdoppelt.

#11 |
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Prof.Dr.Dr. Reichardt MP MD
Prof.Dr.Dr. Reichardt MP MD

Noch einmal zum Herzen, wenn man in einer echten Liebesbeziehung ist trägt man Verantwortung für den Anderen Partner. Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer ein schwerer Verlust, ja sogar Schock, diesen gilt es zu bewältigen.
Wie auch immer diese Bewältigung aussehen mag, diese Menschen müssen begleitet werden und im Notfall auch Medikamentös behandelt werden.
Vergessen wir bitte nicht in dieser sogenannten modernen Welt auch mit Verantwortung für den anderen Mitmenschen zu tragen.

#10 |
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Volker Sauer
Volker Sauer

@laudenbach

Ich finde Ihre Ausführungen zum Einfluß von Schlafapnoe und Betablockern sehr interessant. Würde mich gerne mit Ihnen darüber privat austauschen.
Bei Interesse bitte Email an:
heinvol@web.de
Danke.

Volker Sauer

#9 |
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Wie passt das zusammen…?
” … ergab eine Studie kürzlich, dass sich bei ÜBER 60-Jährigen das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden,
in den ersten 30 Tagen nach dem Tod des Partners verdoppelt….”
und weiter hinten aber:
„Besonders hoch war das Risiko bei Menschen UNTER??? 60 Jahren und denjenigen, deren Partner im Monat vor dem Tod noch relativ gesund war und unerwartet gestorben ist“,
Offenbar ist das “unter” verwechselt und es muß auch hier natürlich auch >über heißen.
Oder übersehe ich da etwas?

#8 |
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Heilpraktikerin

Leider haben wir in Deutschland keine Trauerkultur.
Nach meiner Erfahrung sind sowohl Ärzte, als auch Psychotherapeuten mit diesem Thema einfach überfordert.
Die gutgemeinten Ratschläge der Psychotherapeuten können hier auch mal das Ganze verschlimmern.
Gutes Buch zum Thema “Meine Trauer wird dich finden” von Kachler.
Ein Psychotherapeut, der nach dem Verlust seines Sohnes, das Ausmaß dieser Trauer erst begreift.

Nach neuem DSM gilt starke Trauer, die länger als 14!!!!!Tage anhält, als pathologisch und somit behandlungswürdig. Mit was??? Antidepressiva??

Was hilft, ist ein stabiles Umfeld und Menschen, die ähnliches erlebt haben.
Und am Anfang braucht es vielleicht auch mal Benzos, um überhaupt mal ein paar Stunden Schlaf zu finden.

Die Zeit tut ihr übriges, aber ich rede hier von Jahren.
Dass das Herz verrückt spielt kann ich bestätigen, Herzrasen dann wieder Aussetzer, das Gefühl, als würde es zerspringen.

Unsere Gesellschaft hat ein krankhaftes Verhältnis zu Gefühlen.
Wenn du lachst, dann lacht man mit dir.
Wenn du weinst, wirst du freundlich gefragt, ob du solange “rausgehen” möchtest.

#7 |
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Psychotherapeut

Natürlich ist die mitmenschliche Begleitung das Hilfreichste in der Trauer!
Und wer das Glück hat, Menschen zu haben, die sich wirklich Zeit nehmen (können), braucht auch bestimmt keine Medikamente. Das wiederholte Anhören der Trauergeschichte ist äußerst entlastend.

Aber hat ein Hausarzt heute noch eine Stunde Zeit, um bei einer trauernden Person zu sein? – Nein, die Zeit hat er nicht.
Hat ein Pastor noch Zeit, nach der Beerdigung lange Besuche zu machen? – Nein, denn er ist schon längst beim nächsten Trauerfall.
Und Psychotherapeuten? – Versuchen Sie mal einen zu finden, der Zeit und noch dazu Interesse hat, sich mit Trauernden zu beschäftigen!

Gerade in Großstädten gibt es eine große Einsamkeit in der Trauer, da Kinder oft sehr weit entfernt wohnen und nur selten mal kommen können.
Ganz viele Menschen haben keine Freunde mehr und auch keinen Kontakt zu den unmittelbaren Nachbarn.

Frau Schuster, das ist einfach die fatale Realität. Da hilft es nicht zu klagen: “Arme Gesellschaft, armes Deutschland!”

Und man kann fehlende mitmenschliche Beziehungen nun nicht auch noch durch neue Professionen ersetzen. (Trauerbegleitung gegen Honorar)

Der Psychoanalytiker Fritz Riemann hatte schon in den 1960iger Jahren in einem kleinen Büchlein “Die schizoide Gesellschaft” beschrieben. Nun sind wir mitten drin – mit allen Konsequenzen.

#6 |
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Ärztin

@ 3
Im Trauerfall sollten dem Trauernden die Angehörigen zur Seite stehen. Die Notwendigkeit ärztlichen Beistandes sollte die Ausnahme sein.
Gläubigen Trauernden stehen Vertreter der Kirche zur Verfügung, die auf den Beistand bei Trauerarbeit gut vorbereitet sind. Auch Psychologen sind oft hilfreicher als Medikamente. Ein Trauernder,der nicht in die Mitte von Freunden und Angehörigen genommen wird , hat ein größeres Risiko ein Fall für den Kardiologen zu werden. Arme Gesellschaft, armes Deutschland!

#5 |
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franz laudenbach
franz laudenbach

Vergessen wird wieder einmal die sogenannte Medizin.
Herzvorhofflimmern -Flattern ist in 95,2% aller Fälle, so die DGK.org; in einer Presserklärung am 02.09.2014, die Folge von Schlaffassoziierten Einatmungsstörungen. Grunderkrankung; Schlafapnoe Syndrom (OSAS/ZSA). Dazu: Schlafapnoe bedeutet Stress auf Grund Erstickungsgefahr.
Folge: Stresshormone, jagen die Herzfrequenz auf hohes Niveau (Puls ~128).
Es bedeutet; Hoher Blutdruck, Hohe Herzfrequenz damit Zellen und Großverbraucher Gehirn ausreichend mit Sauerstoff, mit Nährstoffen versorgt werden kann.
Fehlbehandlung: Betablocker bzw. vergleichbare Medikamente.
Die Synapsen der ß-Rezeptoren sind blockiert, der Sinusknoten des Herz bekommt über der vom Arzt eingestellten Herzfrequenz, keinerlei Steuerungsbefehle.
Das Ansteigen der Herzfrequenz, damit das Ansteigen des Blutvolumenumsatzes ist damit ausgebremst.
Problem: Ab der theoretischen Herzfrequenz > ~90, wird die Herzkraft (der Blutdruck) mit z.B. elektrischen Impulsen aus der Lungenschlagader heraus unterstütz.
Problem: Der Sinusknoten des Herz ist ab der vom Arzt medikamentös eingestellten Herzfrequenz nicht aktiv.
Heißt die Steuerung des Blutdruck ab Herzfrequenz > ~ 90, entfällt.
Folge: Kraftvolle elektrische Impulse aus der Lungenschlagader im Herzvorhofanstehend, peitschen weil vom Sinusknoten nicht kontrolliert durch Herz und Gefäßsystem. Irgendwelche Ablagerungen wie Kalk, Op.-Reste, Blutgerinnsel etc. lagern sich im vom Herz entfernten stellen ab.
Folgen: Herzflimmern, Herz-Flattern, Herzinsuffizienz, Infarkt, Schlaganfall, Thrombosen, usw….
Zurück zur Trauerzeit: Trauerzeit ist Stress; Herzflimmern ist angesagt, aber sollte man Betroffene nicht auch mal checken hinsichtlich Medikamente die das Herzflimmern mit hoher Wahrscheinlichkeit verursachen.
Bsp.: Blutdrucksenker aller Art die Wirkstoffe der Betablocker enthalten.
Bsp.: Psychopharmaka wie Risperidon / Risperdal flüssig etc. Medikamente Herzflimmern .

#4 |
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Nichtmedizinische Berufe

Während der Trauerzeit braucht es keine Medikamente! Das Herzflimmern setzt ein, wenn man traurige Menschen allein lässt.
Wenn der Arzt sich als Mensch erweist der zuhören kann und sich auf den Patienten und dessen Kummer einlässt, hilft das ungemein. Ein guter Arzt sollte auf solche Situationen grundsätzlich vorbereitet sein. Damit meine ich, dass er Hilfsangebote parat haben sollte- z.B. Trauergruppen, Einzelgespräche in Trauergruppen. Ein Mensch der einen Partner, Angehörigen oder einen Freund verloren hat, braucht Zuwendung. Ihm hilft es sehr, über den Verstorbenen zu sprechen. Da die meisten Ärzt-innen das heutzutage nicht leisten können/wollen, bleibt ihnen leider nur der Griff zum Rezept und der Verordnung von Medikamenten. Leider.

#3 |
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Psychotherapeut

Ich danke für diesen Artikel, der mich doch einige Einstellungen revidieren läßt, die man mich gelehrt und die ich selbst immer vertreten habe: Vor allem die Aussage, dass Trauer keine Krankheit sei – sofern sie nicht die überlange Trauer ist.
Und weiterhin: dass Trauernde auf keinen Fall medikamentöse Hilfen bekommen sollten, weil das den Trauerprozess nur behindere und verlängere.

Das wurde von uns doch sehr rigoros so vertreten. Aber das sehe ich nun doch anders.
Überhaupt wird die Angst, von Benzodiazepinen abhängig zu werden, m.E. so stark übertrieben, dass jüngere Ärzte jetzt oft gar keine mehr verschreiben, was dann ja auch nicht Sinn der Sache sein kann.

Trauer ist keine Krankheit, aber Menschen können an ihrer Trauer zerbrechen und dann muss man ihnen vor allem durch Gespräche, aber eben auch mit medikamentöser Hilfe zur Seite stehen. Letztere sollte natürlich zeitlich begrenzt sein, aber nicht m.E. nicht gänzlich verwehrt werden.

Ein sehr hilfreicher Artikel!

#2 |
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Prof.Dr.Dr. Reichardt MP MD
Prof.Dr.Dr. Reichardt MP MD

Danke Christine Amrhein !
Nicht nur durch den Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod, sondern auch durch den Verlust eines Menschenherzens durch ende einer Liebesbeziehung sehen wir immer wieder Herzerkrankungen, schwere Seelische Störungen. Hier ist es wichtig nicht nur Herzrhythmusstörungen zu behandeln, sondern das Augenmerk auf die Psychiatrische/Psychologische Betreuung zu legen.
Besonders sollten wir die Mitverantwortung für den Mitmenschen zu überdenken-

#1 |
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