Salz: Die ungepökelte Wahrheit

24. Mai 2011
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Seit Jahren predigen Experten, Salz sei ein Risiko, da es den Blutdruck ansteigen lassen soll. Und nun das: Forscher fanden heraus, dass Patienten mit geringerem Salzkonsum ein größeres Risiko für Infarkte und Schlaganfälle haben. Was stimmt denn nun?

Nach einer Modellrechnung im New England Journal of Medicine würde allein in den USA der tägliche Verzicht auf drei Gramm Salz pro Person 44.000 bis 92.000 weniger Todesfälle pro Jahr bedeuten. Kirsten Bibbins-Domingo und ihre Kollegen von der Universität von Kalifornien in San Francisco rechnen mit 54.000 bis 99.000 weniger Herzinfarkten und 32.000 bis 66.000 weniger Schlaganfällen im Jahr. Dem US-Gesundheitssystem blieben jährlich Kosten von zehn bis 24 Milliarden Dollar erspart.

Doch jetzt sieht alles anders aus: Die Mediziner um Jan Staessen von der Universität Leuven beobachteten fast 3.700 Erwachsene, die nicht an einer Herzerkrankung litten und bestimmten ihren Salzkonsum indirekt über den Natriumgehalt des Urins. Nach sieben Jahren dann die Überraschung: Sowohl der Anteil der Todesfälle als auch die Anzahl der nicht tödlichen Infarkte und Schlaganfälle war in der Gruppe am größten, die am wenigsten Salz aß.

WHO: Den Salzkonsum konsequent zurückdrängen

Doch kaum, dass die Studie im Fachblatt Jama veröffentlicht wurde, meldeten sich Kritiker zu Wort. Die Studie sei schlecht gemacht. Das Sammeln von Urin sei problematisch, da etwa nicht sicher gestellt werden kann, dass die Teilnehmer wirklich die ganze Flüssigkeit aufheben. Zudem wären die Probanden zu Beginn der Studie mit teilweise unter 40 Jahren zu jung gewesen und so auch die Zahl der gesundheitlichen Zwischenfälle wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu gering.

Graham MacGregor von der Queen-Mary-Universität sagte zudem im Tagespiegel: „Stets hat sich gezeigt: Alles, was den Blutdruck senkt, ist nützlich gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.” Die Belege für einen günstigen Effekt durch weniger Kochsalz seien überwältigend. Die Verringerung des Salzkonsums sei nach dem Kampf gegen den Tabak die nächste große Aufgabe. Eine große Metaanalyse aus dem vergangenen Jahr stützt diese Ansicht. Bei insgesamt 13 Studien mit 177.025 Teilnehmern und einer Studiendauer zwischen 5 und 19 Jahren erhöhte sich die Rate von Schlaganfällen um 23 Prozent und von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems um 17 Prozent, wenn die Teilnehmer sehr salzig aßen. Und so hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation auf die Fahne geschrieben, den Salzkonsum konsequent zurückzudrängen. Sie empfiehlt für Erwachsene eine Salzaufnahme pro Person und Tag von maximal fünf Gramm. Derzeit liegt die in Europa jedoch deutlich höher, nämlich bei acht bis zwölf Gramm.

Reaktionen auf die große Salzschwemme

Doch nicht alle Forscher sind für diese pauschale Verurteilung unseres liebsten Gewürzes. Es stimmt zwar, dass Bluthochdruck auch in Deutschland eine Volksseuche ist: Etwa 44 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer leiden unter einem zu hohen Druck in ihren Gefäßen. Einige Wissenschaftler bezweifeln jedoch seit längerem, dass die Menge des Salzes im Essen zum Bluthochdruck beiträgt. Zudem sei der Effekt von salzarmer Ernährung äußert gering. Tatsächlich zeigte eine Analyse des weltweit anerkannten Cochrane-Instituts, dass der Blutdruck im Schnitt systolisch nur um etwa 1 mm Hg fiehl, wenn die tägliche Kochsalzaufnahme vermindert wurde. Die diastolischen Werte sanken noch weniger. Nur bei Menschen mit Bluthochdruck war der Effekt deutlicher. Die Autoren erwarten bei diesen Ergebnissen „keinen größeren Nutzen für die Gesundheit“. Zudem sei es sehr schwer, sich kochsalzarm zu ernähren. Denn der Großteil des Salzes, das wir aufnehmen kommt nicht aus dem Salzstreuer, sondern steckt in verarbeiteten Produkten, wie Tütensuppen, Fertigsoßen, Tiefkühlpizza, Käse oder Wurstwaren. Einige Länder haben bereits vor Jahren auf diese Salzschwemme aus der Industrie reagiert. Finnland etwa kennzeichnet den Salzgehalt seiner Lebensmittel.

Auf Verpackungen von Käse, Brot oder Fertiggerichten steht ein kleines rotes Herz für geringen Salz- und Fettgehalt. Der finnische Schriftzug „voimakassuolainen“ warnt dagegen vor stark gesalzenen Speisen. So können die Verbraucher im Supermarkt mit einem Blick erkennen, was bei ihnen auf dem Teller landet. Seit dieser Kennzeichnung und Sensibilisierungskampagnen ist die Rate an Herzinfarkten und Schlaganfällen in Finnland signifikant gesunken.

Unbedenklich oder gefährlich? Bislang scheint niemand die Frage nach dem Risiko Salz abschließend beantworten zu können. Das mag auch daran liegen, dass dafür mehr große Studien notwendig wären, mit denen sich wirklich die Kausalität zwischen Salzkonsum und höherer Sterblichkeit nachweisen lässt. Die meisten der Studien stehen jedoch entweder methodisch auf wackeligen Beinen oder sind zu kurzfristig angelegt, um beurteilen zu können, ob wirklich weniger Menschen sterben, wenn sie weniger Salz essen. Zudem gilt es auch physiologisch nachzuweisen, wie Salz genau dem Körper schadet.

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Medizin

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27 Kommentare:

Ich wünsche mir Studien, die unterscheiden zwischen Natursalz mit bis zu 84 (Spuren-)Elementen, die auch im menschlichen Körper vorkommen, und dem Industrie-Produkt Natrium-Chlorid (sog. Kochsalz), das es früher nicht gab. Ich fände es interessant herauszufinden, ob das natürliche Salz auch so gravierende Nebenwirkungen zeigt, wie es dem (KOch-)Salz nachgesagt wird.

#27 |
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Wolfgang Wieries
Wolfgang Wieries

¿Kalium senkt den Blutdruck, verhindert Herzinfarkt und Schlaganfall. Und zwar durch Ursachenbeseitigung, nicht nur symptomatisch.¿

Besten Dank für den Tipp Dr. Hansen,
ich ( 62 J., 180 cm, 78 kg.) habe seit ca. 3 Jahren schwankenden Blutdruck ca. 140-180/85 + Tinnitus. Blutdrucksenker aller Couleur hatten über 6 Monate keinerlei positive aber jede Menge unerwünschte Nebenwirkungen. Mein Kaliumwert lag Dez. 2010 bei 5.0, Natrium bei 142 mmo1/1, also beides noch im Normwert.

Weil mir das was Sie beschreiben sehr plausibel erscheint, werde ich nun wie von Ihnen empfohlen 14 Tage einen Selbstversuch starten und dann berichten, würde mich freuen wenn Sie mir eine Kontaktaufnahme ermöglichen würden. Sie erreichen mich unter: wieries@inixmedia.de

Beste Grüße aus Hamburg

Wolfgang H. Wieries

#26 |
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Arzthelferin

Meinesachtens sollte Pharmaindustrie Geldeinnahmeindustrie heissen.

#25 |
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Prof. Dr. med. Dietrich Strödter
Prof. Dr. med. Dietrich Strödter

Serafidis und Bakris schreiben übrigens in ihrem State-of-the-art Paper zur therapiereistenten Hypertonie, dass der optimale Weg zur Messung der Natriumaufnahme die Messung der Natriumexkretion im 24 h-Urin ist (J Am Coll Cardiol 52, 1749-1757, 2008)

#24 |
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Schon seit mehreren Jahren ist bekannt, dass die orig. Publikation wurde mit absichtlich verfälschten Daten dargestellt- also ein Betrug. Die Na- Salze sind für Nierengesunde Menschen und Tiere nicht schädlich, das ist nichts neues. Die alle Publikationen sind an der LMU diesbezüglich zu finden.

#23 |
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Diätassistentin

Allein durch eine Umstellung der Ernährung kann vielen Betroffenen mit milder
Hypertonie geholfen werden. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Salzzufuhr zur Blutdruckerhöhung beiträgt. Es gilt zu vermitteln wie z.B. eine Salz- bzw. Natriumreduktion konkret aussehen und umgesetzt werden kann. Zeige ich den Patienten meine Natrium-Tabelle, dann kommt das große Staunen…
Eine Salz- bzw. Natriumreduktion bewirkt zwar nur eine Blutdrucksenkung von ca. 10 %. Weitere blutdrucksenkende Maßnahmen kommen dazu ¿wie z.B. mehr Kalium, d.h. mehr frisches Gemüse-Obst.
Man muss natürlich die einzelnen Diät-Ernährungsprinzipien kennen und auf die Gewohnheiten des Patienten eingehen.

Eine professionelle Diättherapie ist heute ganzheitlich und berücksichtigt den Lebensstil.

Es existieren übrigens Leitlinien zur Hochdruckbehandlung mit den ganzheitlichen Aspekten.
Wichtiges Beziehungsdreieck der patienten-orientierten Therapie:
Patient – Arzt ¿ Diätassistent (Diaetologe) = als Heilmittelerbringer (www.diaetologen.at, http://www.vdd.de, http://www.dge.de ).

Langfristig hilft dem Hochdruckkranken ein sinnvolles Essmuster und ein vorteilhafter Lebensstil ¿ ohne erhobenen Zeigefinger.

#22 |
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Dr. med. Volker Perlitz
Dr. med. Volker Perlitz

Es ist eine in der “modernen” Medizin leider allzu haeufig gespielte Melodei: die der Surrogat-Parameter. Also: Hypercholesterinaemie ist gleich erhoehtes Myokardinfarktrisiko, Sexualhormone postmenopausal verabreicht verlaengert das Leben, usw., usf. Was waere die Welt doch langweilig, wenn sie einfach waere. Bei all diesen reduktionistischen Grundannahmen (inkl. psychiatrisch/psychologischer Interventionen) kam vorhersagbar (fast) immer nur eines sicher raus: das Gegenteil des verfolgten Zieles!
Kein Schelm, wer endlich dialektisch denkt oder es lernt…!

#21 |
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dipl.rer.pol Geert-St. Rehnig
dipl.rer.pol Geert-St. Rehnig

ad Dr. Hansen ff.

Die unterschiedlichen multifaktoriell-interdependenten Abläufe in Menschen unterschiedlicher genetischer und epigenetischer Determiniertheit finden viel zu wenig Beachtung in der Behandlung auch des Bluthochdrucks. Viele Ärtzte verlassen sich auf pauschalisierende ‘Erkenntnisse’ der Pharmaindustrie. Individuelle,das ganze Lebensumfeld des Patienten einbeziehende,Faktoren wie Bewegung und Ernährung, psycho-soziale etc. müssten Standart jeglicher Betrachtungsweise sein; dann kommt man auch zu individuell wirksamer Therapie.
Der Denk-und Handlungsansatz des Instituts f. pragmatische Anthropo-Kybernetik in Freiburg sollte daher allen Entscheidungsträgern einschl.der Ärzte vermittelt werden:
Ganzheitliche, den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellende Betrachtungsweise lässt dann Theorien- und Meta-Studienstreit sekundär werden.

#20 |
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Prof. Dr. med. Manfred Dietrich
Prof. Dr. med. Manfred Dietrich

Diätetische Behandlungsversuche reichen in der Regel nicht aus. Im Übrigen regeln die Nieren auch bei funktioneller Einschränkung am Besten immer noch die NaCl Bilanz.Dr. Yi Gao-Meilicke hat auf den wichtigsten Punkt hingewiesen.Der Forscher Dahl entdeckte bei Rattenstämmen die genetische Ursache für Hypertonie. Er arbeitete im National Laboratory Brookhaven in Upton/Long Island/N.Y.

#19 |
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Prof. Dr. med. Christian Albrecht May
Prof. Dr. med. Christian Albrecht May

Vielleicht drei Anregungen zu diesem wichtigen Thema:
1. Der Blutdruck ist ein physiologisch-physikalischer Parameter. Veränderungen sind per se keine Erkrankungen. Leider wurde das Symptom als Diagnose hochstilisiert. Das Symptom Bluthochdruck kommt bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen vor. Eine einheitliche Symptombehandlung kann es deshalb sinnvoller Weise nicht geben.
2. Wie schon aus einigen Kommentaren zu entnehmen ist: Salz ist nicht gleich Salz. Reduziert man den Begriff auf das chemische NaCl vergewaltigt man diesen wichtigen Ernährungszusatz. (auch wenn man Fluor, Jod etc. zusetzt). Natürliches Salz ist eine ausgeglichene Mischung verschiedener chemischer Elemente.
3. das leidige Thema Studien: natürlich ist es unzulässig, einen indirekten Parameter (Natriumausscheidung) mit der Zufuhr von Salz gleichzusetzen. Typische wissenschaftliche Dummheit bzw. Scheuklappenbetrachtung. Insofern lohnt es eigentlich nicht, darüber einen Artikel zu schreiben …

#18 |
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Prof. Dr. med. Dietrich Strödter
Prof. Dr. med. Dietrich Strödter

Dass Kalium den Blutdruck senkt, ist seit > 25 Jahren bekannt.Eine systol. Drucksenkung von 3-6 mmHg wird von Sarafidis und Bakris angegeben (JACC, 53, 1164, 2009).
Ähnlich die Angaben von Kapoor und Kapor, gleiche Seite von JACC, beides Kommentare und Antwort auf ein State-of-the-Art-Paper in JACC 52, 1749-1757, 2008 zur therapieresistenten Hypertonie.
Eine ganz aktuelle Übersicht hierzu findet sich in Curr Hypertes Rep 2011, Mar 15, online von MC Houston: The importance of potassium in managing hypertension.
Hier wird eine lineare Beziehung von Kaliumzufuhr und Blutdrucksenkung beschrieben. pro 0,6 gd diätetischer Kaliumzufuhr fällt der Blutruck um 1/0,5 mmHg
EinSt

#17 |
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Dr.med Yi Gao-Meilicke
Dr.med Yi Gao-Meilicke

es gibt eine Art von Ratten, s.g. Dahl rats, die entweder salt-sensitiv (SS)oder salt-resistent (SR) sind.d.h. die SS reagieren bereits auf salzarme Kost mit Entwicklung von hohen Blutdruckwerte, die SR vertagen dafür eine riesenmenge Salz, bevor sie hohen Blutdruck entwickeln.
Also Genetik spielt hier eine große Rolle.

#16 |
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Medizinphysiker

Warnung: In der Hochdruckbehandlung ja kein Kaliumsparendes Diuretikum absetzen und stattdessen Kaliumsalze einnehmen!

#15 |
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Alexander Gormanns
Alexander Gormanns

@12 selbst wenn ein “verstrahlter Heilpraktiker” wie sie es nennen etwas zur Gesundheit beitragen kann ist auch dieses Sinnvoll. Vielleicht sollte die Ärzteschaft von der Ersatzteilmedizin etwas abweichen und sich bei den Heilpraktikern etwas abgucken. Etwas Toleranz könnte ein Miteinander und neue Ansätze hervorrufen ?!

Es gibt zum Beispiel auch gute Ansätze NaCl gegen Steinsalze zu ersetzen die bekanntlich aus ca. 68 Molekülen bestehen und somit vom Körper viel besser verarbeitet werden, sowie Vollrohrzucker z.B. Vit B12 enthält was zum Verstoffwechseln von Zucker nötig ist.
Weshalb z.B.Raffinadezucker zum Vit B12-Mangel führt…
Unsere Fertigprodukte sind voll mit diesen “Monostoffen” für die unser Körper viel Energie und Elektrolyte / Vitamine aufbringen muss um diese zu verstoffwechseln.

Quintessenz: Wir sollten alle voneinander lernen und MITEINANDER an der Gesundheit arbeiten.

LG
Alexander Gormanns
elementarer Körpertherapeut
& Krankenpfleger

#14 |
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Medizinjournalist

Die Evolution steckt unsere Grenzen, Mutationen und flexible Organismen überschreiten immer wieder diese Grenzen. In unserem kurzen menschlichem Dasein auf diesem Planeten sind wir noch nicht soweit entfernt von unseren Urvätern und -müttern die zum Teil sehr salzarm leben mussten. Aber auch damals gab es Regionen mit Salz im Überfluss. Selbst Tiere finden ausgelegtes Salz in Kürze und bleiben in der Nähe.
Salz ist essentiell, die Menge ist individuell verschieden aber auch hier gilt sicher: Alles nur in Maßen!

#13 |
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Eberhard Krämer
Eberhard Krämer

Der ganze Artikel ist irreführend und oberflächlich. Wir werden mit versteckten krankmachenden “Salzen und Zuckerstoffen” durch industrielle Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Hatbarmacher und Geschacksverstärker und Geruchsverstärker und Farbstoffen und Quellstoffen und Füllstoffen und deren Rückstände aus dem Ursprung dieser Stoffe täglich bombardiert. Wer will denn da noch gesund bleiben können ? Die einzigen Menschen, die primär davon profitieren, sind solche, die solche Prdukte verkaufen und die Pharma hat ja ein Medikament für alle Eventualitäten…

#12 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Wie man auch zu Dr. Hansen stehen mag, sooo ganz unrecht hat er nicht.
Ich bin selbst “Hypertoniker” (60 J.)nehme Ramipril, Amlodipin und Moduretik. Mein RR ist ok 120/60, was will ich mehr, ich würze nie mit Salz, lieber Kräuter und Pfeffer, doch mein Kalium spiegel ist immer sehr niedrig und nachts hatte ich öfter Muskelkrämpfe, gegen die ich Magnesium einnehme.
Jetzt nehme ich also Kalium und Magnestum und gleiche dieses Defizit, das ich durch das Diuretikum habe aus.
Nicht vergessen, durch Diuretika wird auch der Tetosteronspiegel mit der Zeit sehr stark gesenkt, das Allgemeinbefinden leidete darunter, was mein Urologe mit Testosteron-Depot ausgleicht.

SOOOO einfach ist die Hypertonie nicht zu behandeln, wenn man sieht was für einen “Rattenschwanz” da hintendran hängt, das ganze mit wenig oder mehr Salzkonzum abzutun ist zu wenig.
Mir geht es gut und die gesamten Studien und verschiedenen Lehrmeinungen sehe ich kritisch und nehme diese nicht all zu ernst, es gibt zu viele Propheten, die das Evangelium verkünden….

#11 |
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Dr. med Karen Awiszus
Dr. med Karen Awiszus

@14: “Hat der Hypertonie-Patient bereits eine Nierenisnsuffizienz,dann kann ich ihn mit reichlicher Kaliumzufuhr, wie Dr. Hansen empfiehlt, ins Kammerflimmern jagen”

Kalium macht das Herz eher langsam…

#10 |
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Dr. Evelyn Moeller
Dr. Evelyn Moeller

@Autorin Nicole Simon
>Seit dieser Kennzeichnung und Sensibilisierungskampagnen ist die Rate an Herzinfarkten und Schlaganfällen in Finnland signifikant gesunken.

Nachfrage:
Auf welcher Studie/Publikation beruht diese Aussage?

Ist es eine rein zufällige zeitliche Koinzidenz oder gibt es tatsächlich einen NACHWEISBAREN KAUSALEN Zusammenhang zwischen der Kennzeichnung/Kampagnen u. dem Rückgang der Herzinfarkt-/Schlaganfallrate?
Kausale Beziehungen dieser Art (zwischen “Sensibilisierungskampagnen” und einem Rückgang der Rate) gesichert nachzuweisen ist ja nun nicht gerade einfach …

Aber wenn es denn so wäre, wäre es sehr interessant im Hinblick auf Sinn o. Unsinn der “Ampel” für Lebensmittel u. der ganzen diesbzgl. Diskussionen in Deutschland.

#9 |
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zu Dr. Hansen: Die Therapie einer art.Hypertonie mit Kaliumbrausetabletten ist mehr als ungewöhnlich und auf keinen Fall zur Nachahmung empfohlen! Sie stellt in der Regel keine kausale Therapie dar außer vielleicht beim primären hypokaliämischen Hyperaldosteronismus (CONN-Syndrom). Hat der Hypertonie-Patient bereits eine Nierenisnsuffizienz,dann kann ich ihn mit reichlicher Kaliumzufuhr, wie Dr. Hansen empfiehlt, ins Kammerflimmern jagen und umbringen! Ein anderer kann auf grund der Aggresivität von Kaliumbrause erhebliche gastrointestinale Störungen bekommen bis zur Blutung.

#8 |
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Dr. rer.nat. Annelie Weiske
Dr. rer.nat. Annelie Weiske

Dr. Hansen und Herrn Pawlowsky kann ich als Biologe und mit 20 Jahren Erfahrung in der Pharmaindustrie (ca. 70 % davon mit der Beschäftigung mit Antihypertonika)nur voll und ganz zustimmen.Nach dem ersten Hypertensivum stellt sich der Körper darauf ein, reguliert gegen und die Folge sind nach 2-3 Jahren 2-4 Antihypertensiva incl. 2 und 3er Kombinationen. Nur: je mehr ich ausschwemme, schwemme ich damit ja kein Aqua dest. aus sondern leider die letzten so dringend gebrauchten Elektrolyte. Die Folge sind muskuläre Ermüdung bis zu Krämpfen, Extrasystolie, mentale Müdigkeit bis zur Depression.Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein modereter Salzgenuss (wenig Nitritpökel!!!) und Kaliumsupplementierung bei Extrasystolie und paroxismaler Tachykardie Wunder wirken. Mit zusätzlicher maßvoller Bewegung läßt sich fast jeder Hochdruck nachhaltig steuern.

#7 |
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Dr.med Friedrich Schuster
Dr.med Friedrich Schuster

Wie ich dem Artikel entnehme wurde nicht die direkte Salzaufnahme sondern nur die Na Ausscheidung im Urin gemessen. Damit ist aber die Aussage die Personen das die spezielle Krankeits- Inzidenz sei bei der Personengruppe am höchsten die “die am wenigsten Salz aß”. D a s eben wurde n i ch t gemessen, sondern nur die Natrium Ausscheidung im Urin.
Also waren Personengruppe am häufigsten krank, die wenig Natrium ausschieden. Das kann außer der (vielleicht!) geringen Zufuhr viele andere Ursachen haben !
(starke Verdünnung durch viel Flüssigkeitszufuhr, starkes Schwitzen durch dauerhaft körperlich Anstrengung, Nierenschaden, genetische Ursachen, Conn Syndrom, Lederscheiden ect. ect.) aus dem Artikel geht auch nicht hervor wie sich die Blut-Natriumwerte verhielten und der Blutdruck.also die Aussage der Arbeit ist mE nicht stimmig.

#6 |
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Bernd Brüggemann
Bernd Brüggemann

Also mit Kalium wäre ich sehr vorsichtig…
Habe mal versucht, Tabletten einzunehmen, weil mein eigener Kaliumspiegel gemessen leicht unter dem unteren Wert war…
Übelkeit, Herzrasen, Nervosität bis zur Aggressivität, Kribbeln im Körper…
Und das, obwohl auch ich zu den Menschen gehöre, die unter hohem Blutdruck leiden UND viel Natrium im Urin haben…
Und hey! Wo und an WELCHER STELLE wäre denn künstlich zugeführtes (und produziertes…) Kalium etwas substanziell anderes als Medikamente? Verdient daran niemand? Wie gönnerhaft…
Natrium reduktion hat bei mir allerdings ebenfalls nicht gewirkt.
Die Ausscheidung blieb gleich, die Leistungsfähigkeit sowie die Konzentrationsfähigkeit war nach ein paar Tagen auf Kinder Niveau (konnte nicht mehr Auto fahren).
Wenn ICH die Möglichkeiten hätte, eine Studie anzugehen, würde ich bei ähnlichem Ansatz beider hier vorgestellten Konzepte die Kausalität umdrehen.

1. Vielleicht IST hoher Blutdruck ja eine Reaktion auf den VERLUST von Natrium unabhängig vom Blutspiegel.
Bluthochdruckpatienten, wie ich sie kennengelernt habe, haben NAHEZU IMMER auch eine hohe AUSSCHEIDUNG von Natrium. Könnte DAS der Fehler sein, den der Körper mit sogenanntem “essentiellen Bluthochdruck” versucht zu kompensieren?
2. Wie sieht die Reaktion von Patienten aus, die Bluthochdruck zeigen, aber KEINE erhöhte Natrium Ausscheidung im Urin haben? Das sind nur wenige. Ich denke mal, diese werden sehr von natriumarmer Ernährung profitieren…

Die Uneinheitlichkeit der Ergebnisse schon seit den Siebzigern läßt in mir den Verdacht wachsen, dass es nicht so einfach ist, wie man es gerne hätte (vile schadet viel), sondern dass Natrium zwar eine Komponente, nicht aber die Regelgröße der Blutdruckregulierung bei Bluthochdruck darstellen kann.
ICH würde das Problem in den Na/K/2Cl Kotransportern suchen… DORT scheint mir EHER erfolgversprechend ein Fehler zu finden zu sein

#5 |
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antje heckner
antje heckner

Liebe Frau Simon, ein seit Jahrzehnten aktuelles Thema, das dank Pharma- und Lebensmittelindustrie immer aktuell bleiben wird – ist doch die Pille dagegen bereits erfunden – Nebenwirkungen inbegriffen. Ich bin bei diesem Thema ganz bei Herrn Hansen – nichts wird so rezeptfrei gegessen, wie gewisse Industrieprodukte, die den Alltagsgenießer zum Dauerpatienten machen.
Aus eigener Praxiserfahrung kann ich berichten, dass die Maggi-Generation versucht, den antrainierten Geschmack zu verändern. Dazu gehören auch Wurstwaren und Schmelzkäse, viele Gemüsebrühen und natürlich Tütensuppen.
Vor allem geht es um die Nitritpökelsalze… als Verbraucher lasse ich den Salzstreuer im Regal, lege mir Bierwurst, Käse und Co. auf das mit Margarine bestrichene Brötchen, verzichte auf das Ei wegen Cholesterin und dem dazu verwendeten Salz und denke, ich sei auf der gesundheitlich richtigen Seite – wie fatal!!!!! Am Abend wird nicht gegrillt, weil ungesund, stattdessen Kassler oder Bratwurst zum Eintopf gegessen… keine Worte.
Wie soll sich der Verbraucher orientieren?
Ist Meersalz auch nur Marketing?
Naja, es ist bewiesen, dass natürliche Inhaltsstoffe auch die Möglichkeit haben, natürlich verstoffwechselt zu werden. Dazu gehören NICHT gewisse Wurstwaren, Käsesorten, Butterersatzstoffe, Fleisch- und Gemüse/Obstprodukte, die nitritgepökelt, geschwefelt oder/und wurden…
Warum ist dieses Thema frustrierend: 1. weil der Verbraucher sich nicht zurecht finden kann, 2. weil Bluthochdruck nur eine der Folgeerkrankungen ist – die Liste ist sehr lang, 3. weil zwischen NaCl und Nitriden kein Unterschied gemacht wird, 4. weil Fettsäuren nicht ausreichend diskutiert werden…ein ganz essentielles Problem.
Es gibt in diesem Zusammenhang viel zu sagen – ein Forum für sich – und eigentlich auch für den Verbraucher – sollte die Zeit da sein, bin ich dabei!

#4 |
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Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff
Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff

Schon vor 40 Jahren haben wir im Labor diskutiert, dass es wohl Menschen gibt, die auf Kochsalz mit Blutdrucksteigerung bis hin zum Hypertonus reagieren und andere, die das nicht tun. Leider bin ich raus aus dem Geschäft, aber immer alle Menschen über einen Kamm zu scheren und alle Therapien am “Mittelwertsmenschen” zu orientieren, scheint mir zu einfach für das komplizierte Gebilde Mensch mit seinen doch sehr unterschiedlichen Genen.
MfG
WvR

#3 |
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Rainer Plutowski
Rainer Plutowski

undurchsichtig, widersprüchlich mich jedenfalls wenig aussagekräftig ß also nicht mehr als zuvor

#2 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Ich bin zwar kein Mediziner, erlebe aber an lebenden Systemen bzw. ganzen aquatischen Ökosystemen immer wieder, wie positiv es sich auswirkt, wenn gestörte Systeme durch geeignete Zufuhr der entsprechenden Mineralien in einen naturnahen Zustand versetzt werden. Dabei geht es entweder um die Versorgung überhaupt ( Spurenelemente ) oder um ein natürliches Gleichgewicht zwischen verschiedenen Mineralien.
Deshalb denke ich, daß Anmerkungen wie der von Dr. Hansen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muß.

#1 |
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