Homöopathie: Fauler Zauber mit den Kassen

22. April 2016
Teilen

In der Schweiz wird Homöopathie zur Kassenleistung. Auch bei den Eidgenossen klafft die Schere zwischen evidenzbasierter und glaubensorientierter Therapie immer weiter auseinander. Experten aus Deutschland bewerten Globuli als „ethisch unverantwortlich“.

Evidenzbasierte Therapien gehören weltweit zum Standard, und Ärzte entscheiden anhand von Leitlinien, welche Pharmaka sie einsetzen. Umso mehr erstaunt ein komplett gegenläufiger Trend: Seit Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes im Jahr 2012 können Krankenversicherungen unter anderem homöopathische Präparate als freiwillige Leistung erstatten. Von dieser Möglichkeit machen viele Kassen Gebrauch.

So hat das Volk entschieden

Deutschland ist kein Einzelfall. Wie der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte jetzt berichtet, werden homöopathische und andere komplementärmedizinische Methoden bald zur Regelleistung der schweizerischen Krankenversicherung. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat bereits grünes Licht für eine dauerhafte Lösung gegeben, die ab Mai 2017 greifen wird. Seit 2012 gelten befristete Regelungen für Leistungen der anthroposophischen Medizin, der traditionellen chinesischen Medizin, der Homöopathie und der Phytotherapie. Die Änderungen sind Ergebnis einer Volksabstimmung.

Immer der Masse nach

Patienten aus Deutschland stehen den Schweizern in nichts nach. Umfragen des Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) zufolge hatten 60 Prozent die Homöopathie bereits eingesetzt. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte zitiert Daten aus dem Bertelsmann-Gesundheitsmonitor 2014. Bei mehr als 80 Prozent aller Patienten, die von homöopathischen Ärzten behandelt wurden, besserten sich das Allgemeinbefinden und die seelische Verfassung.

Mit zweierlei Maß gemessen

Diese Sichtweise teilt Professor Dr. Norbert Schmacke von der Universität Bremen nicht. Evidenzbasierte Therapie oder Homöopathie – hier werde „mit zweierlei Maß gemessen“. Bei Globuli & Co reiche es bereits aus, wenn deren Vertreter Präparate für ausreichend begründet hielten und eine entsprechende Nachfrage bestünde. „Derart unterschiedliche Maßstäbe im Vergleich zur so genannten Schulmedizin sind unter dem Gesichtspunkt des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ethisch nicht verantwortbar“, sagt Schmacke. Patienten würden nicht darüber aufgeklärt, dass nach vorliegender wissenschaftlicher Evidenz der Nutzen ausschließlich auf Placeboeffekte zurückzuführen sei. Der Einsatz von Placebos unter falschen Heilversprechen sei illegitim.

43 Wertungen (4.09 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

32 Kommentare:

Ulrich Maas
Ulrich Maas

@Frau Engelhardt

Auch für Sie noch einmal erläutert: Die homöopathischen Hochpotenzen sind Placebos. Die Homöopathen suggerieren jedoch, dass es sich um spezifisch wirksame Arzneimittel handelt, und der größte Teil der Klientel glaubt das auch.

Somit ist die Situation die, dass Patienten zwar Placebos verordnet werden, diese aber davon nicht ausgehen, sondern vielmehr der Überzeugung sind, sie würden wirksame Medikamente erhalten.

Damit verstoßen die Homöopathen (obwohl diese sicher anderer Auffassung sind) objektiv gegen die ethisch begründete Regelung, dass dem Patienten für eine eigenverantwortliche Entscheidung über die in Anspruch genommene Therapie alle notwendigen Entscheidungskriterien zu vermitteln sind.

Insbesondere bei der Selbstmedikation ist festzustellen, dass die Anwender fest davon überzeugt sind, wirksame Arzneistoffe zu erwerben – und das auch noch, was die Angelegenheit noch bedenklicher macht, nach allopathischen Überlegungen.

Wenn aber zur Behandlung einer behandlungsbedürftigen Erkrankung dem Klienten unwirksame Medikamente als spezifisch wirksame Medikamente verkauft werden, besteht die Gefahr des Placebos eben genau darin, dass diese keine Wirkung haben. Bis das aber aufgefallen ist, vergeht üblicherweise Zeit, möglicherweise soviel Zeit, dass es zuviel Zeit war.

Wenn dann noch durch solche idiotischen Ideen von der Erstverschlimmerung, die angeblich den Heilungsprozess belegen, das Zeitfenster, dass für bestimmte Erkrankungen, beispielweise Infektionen mit aggressiven Erregern, zur Verfügung steht, wesentlich verkürzt wird, dann ist eine Placebo-Therapie eben nicht mehr nebenwirkungsfrei, sondern lebensgefährlich.

Was nützt also guter Wille, wenn die angewendete Therapie nicht geeignet ist, den guten Willen in therapeutischen Erfolg umzuwandeln?

Johann Cristoph August Heinroth, einer der frühen Kritiker der Homöopathie, Verfasser des ersten richtig kernigen Verrisses “Anti-Organon oder das Irrige der Hahnemannischen Lehre im Organon der Heilkunst” – hat schon im Jahre 1825 diese Problematik verdeutlicht:

“Wer falsche Begriffe hat, spricht auch falsche Regeln aus, wenn er auf seine Begriffe Regeln baut; und thut er dies, so verleitet er auch zu einem falschen Verfahren.”

Das sind Worte von zeitloser Gültigkeit.Wir sollten sie nicht nur regelmässig lesen, wir sollten aus ihnen auch Konsequenzen ziehen.

#32 |
  4
Elke Engelhardt
Elke Engelhardt

Sehr geehrte Damen und Herren,
ist nicht unser gemeinsames Ziel den Patienten zu helfen gesund zu werden – Placebo hin, Placebo her, und diese haben offensichtlich keine schädlichen Nebenwirkungen…
Ganz nebenbei bemerkt: wenn die Schweizer in direkter Demokratie entschieden haben, so haben sie das, uns hilf das Deckmäntelchen der Fürsorgepflicht des Staates und seiner Angestellten;-)

#31 |
  9
Ulrich Maas
Ulrich Maas

@Dr. Skep

Ist schon toll, was Placebos so hinbekommen, nicht wahr?

Was nun die Besserung der körperlichen Beschwerden angeht, so lohnt es sich, die Aussagen der Abbildung 4 / S. 6, Gesundheitsmonitor 2014 mit den Inhalten der Abbildung 1 / S.3, zu verbinden.
Da ist dann festzustellen, dass die hauptsächlichen Gründe der Inanspruchnahme einer homöopathischen Behandlung bei Krankheitszuständen erfolgt, die einen hohen psychosomatischen Anteil haben – z.B. die Hypertonie, oder eben die klassischen Schmerzzustände der Patienten mit degenerativen Skeletterkrankungen.

Insgesamt berichten über eine „deutliche Verbesserung“ weniger als 50 % der Patienten, was wohl dem üblichen Niveau z.B. des analgetischen Placeboeffekts entspricht. Der Rest verteilt sich auf “Naja, geht so.”, über “Nix passiert.” bis “Deutlich schlechter.”

Nun ist es ja längst bekannt, dass Placebos bei einigen Behandlungsformen enorme Effekte generieren, und dass viel dafür spricht, diese Effekte auch im klinischen Alltag zu nutzen.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass es aus ethischen Grundsätzen nicht statthaft ist, dem Patienten ohne sein Wissen Placebo-Medikamente zu verabreichen, da dem Patienten dabei seine Entscheidungsmöglichkeit über die Art seiner Behandlung entzogen wird. Man sollte sich deshalb ab und an daran erinnern, dass es so etwas wie ethische Prinzipien in der Medizin gibt; z.B. die umfassende Patientenaufklärung.

Insoweit machen die Schweizer im Grunde nichts anderes, als „hintenrum“ die Therapie mit Placebos einzuführen, ohne sich mit der damit verbundenen ethischen Problematik auseinander zu setzen.

Interessant wäre es, auch im Hinblick auf die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann-Stiftung, die Effekte zu beobachten, die entstehen würden, wenn man die homöopathischen Arzneien so kennzeichnen würde, wie es der Respekt vor dem Anwender im Grunde verlangt:

„Sehr geehrter Patient!

Sie haben mit „Belladonna C30“ eine homöopathische Arznei erworben/verordnet bekommen, in der sich – nach üblicher Verkehrsauffassung und wohlbestätigtem Hintergrundwissen – kein Wirkstoff mehr befindet.

Das homöopathische Potenzierungsverfahren führt über den mehrfach wiederholten Verdünnungsprozess, im vorliegenden Fall einer 30maligen Verdünnung im Verhältnis 1:100, zwangsläufig dazu, dass eine pharmakologische Wirkung mehr zu erwarten ist.

Warnhinweis: Diese homöopathische Arznei ist ein Placebo!

Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes sind nicht dem Medikament geschuldet. Eine Verschlechterung Ihres Befindens ist keineswegs ein Hinweis auf die Wirksamkeit der Arznei, sondern sollte Sie umgehend zur Konsulation eines Arztes veranlassen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn das Arzneimittel der Selbstbehandlung von Kinder dient.“

#30 |
  3
Dr. Skep
Dr. Skep

“Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte zitiert Daten aus dem Bertelsmann-Gesundheitsmonitor 2014. Bei mehr als 80 Prozent aller Patienten, die von homöopathischen Ärzten behandelt wurden, besserten sich das Allgemeinbefinden und die seelische Verfassung.”

Sie haben den entscheidenden Punkt der Bertelsmann Studie “vergessen”:
Am deutlichsten gingen bei den Homöopathie-Patienten die körperlichen Symptome zurück – und zwar bei 85 Prozent! Dabei waren rund die Hälfte der befragten chronisch erkrankt… Vielleicht gar nicht so dumm, die Schweizer.

#29 |
  3
Gast
Gast

@ Herrn Maas: Verehrter Herr Kollege, so nah wie irgendwie möglich.
Alle Fachliteratur aufzulisten dauert zu lange, aber es gibt viele gute Fachbücher, wie ich phytotherapeutisch bzw. aromatherapeutisch bestimmte Krankheiten positiv beeinflussen kann.
Crataegus Urtinktur ist im übrigen für mich auch ein Phytotherapeutikum, genauso wie Okuobaka D3.
Nah an der evidenzbasierten Medizin zu arbeiten bedeutet, auf esoterisches Geschwurbel am Patienten und im Fachgespräch zu verzichten.

#28 |
  3
Heilpraktiker

@ Ulrich Maas #26: die Idee ist doch nicht neu. Da haben sich schon viele den Kopf darüber zerbrochen. Es gibt aber keine einfache Lösung. Die Kosten sind heutzutage so hoch, dass es ungerecht erscheint kleineren Herstellern, die seit Jahrzehnten Arzneimittel für eine kleine Nische herstellen, Wirksamkeitsnachweise aufzuerlegen, die so viel kosten, wie ein 20-Jahres-Umsatz. Da würde alles, was nicht in den Mainstream gehört, kaputt gehen, gleichgültig, ob es gute oder schlechte Produkte sind.

#27 |
  2
Ulrich Maas
Ulrich Maas

@Jürgen C. Bauer

Was wohl die Wirksamkeitsdiskussion beenden würde?
Denken wir mal kurz nach…
Ich hab´s!

Was die Wirksamkeitsdiskussion beenden würde, wäre die Aufhebung des Sonderstatus für Homöopathie & Co., mt dem das unvergleichliche Kunststück geschafft wurde, im Arzneimittelrecht einen Parallel-Standard zu etablieren, beim dem Wirksamkeitsnachweise durch Wirksamkeitsvermutung, und systematisierte Kontrollen durch den Binnenkonsens der jeweiligen Therapierichtung ersetzt wurden.

Das ist doch mal ´ne Idee, oder? Mich wundert, dass da noch keiner drauf gekommen ist…

#26 |
  3
Heilpraktiker

@ Ulrich Maas #24: Ja, es ist an sich völlig richtig, wenn Sie sagen: “Homöopathika definieren sich meines Wissen auch nicht über die Zubereitung nach HAB”. Leider verstehen das aber viele Leute so. Das ist die gesetzliche Ebene. Arzneimittelrechtlich ist alles im HAB Homöopathie. Damit ist z.B. Crataegus Ø auch Homöopathie, obwohl es eine rein phytotherapeutische Wirkung hat. Die ist nicht einmal schlecht. Dagegen sind Kombinationsarzneimittel, die z.B. gegen Tonsillitis angewandt werden, und die Cinnabaris D4 und Mercurius solubilis Hahnemannii D5 enthalten, nach meiner Ansicht fahrlässig. Sie wirken nur aufgrund des Quecksilbers …

#25 |
  0
Ulrich Maas
Ulrich Maas

@ Gast #23

Tja, Gast, da unterscheiden sich unsere Auffassungen.

Meines Erachtens ist es nämlich völlig egal, ob für eine erste Tiefpotenz der Wirkstoff ein Stündchen mit portionsweise zugegebenem Milchzucker verrieben wird, oder ob der Wirkstoff direkt mit einem Arzneiträger vermischt wird und in Tablettenform gebracht wird.

Homöopathika definieren sich meines Wissen auch nicht über die Zubereitung nach HAB, sondern über die in der homöopathische Theorie formulierten Bedingheiten:
– Symptombildung gemäß Simile-Prinzip, festgestellt durch die Arzneimittelprüfung an Gesunden,
– Entwicklung geistartiger(!) Arzneikräfte durch das Dynamsierungsritual
– Verordnung anhand des Arzneimittelbilds im Vergleich mit den Symptomen des Erkrankten

In der konventionellen Pharmazie käme auch niemand auf den Gedanken, eine Einstufung als Arzneimittel von der korrekten technischen Herstellungspraxis abzuleiten, und eben nicht durch den nachgewiesenen Wirkmechanismus.

PS: Wie groß muss ich mir eigentlich den Abstand von “nah” an evidenzbasierter Medizin vorstellen?

#24 |
  2
Gast
Gast

@ Herr Maas: Für mich definiert sich eine homöopathische Zubereitung danach, ob sie nach dem HAB hergestellt wurde.
Sonst gebe ich Ihnen recht, in jeder Hinsicht.
Meine Fachgebiete sind neben Phytotherapie auch Aromatherapie, es gibt genügend Möglichkeiten, nah an evidenzbasierter Medizin zu arbeiten!
@ Herr Bauer: Danke für die Aufklärung, ich fürchte ich habe mich in #20 missverständlich ausgedrückt.
PTA/HP

#23 |
  0
Heilpraktiker

@ Ulrich Maas #21: “homöopathische Präparate als Niedrigpotenzen” sind Pseudohomöopathika. Diese haben tatsächlich nichts mit Homöopathie zu tun. Das Problem ist, dass unser Gesetzgeber und natürlich auch viele Fachleute und auch Laien nicht unterscheiden können.

#22 |
  0
Ulrich Maas
Ulrich Maas

@Gast #20

Wenn homöopathische Präparate als Niedrigpotenzen pharmakologische Wirkung zeigen, handelt es sich dann überhaupt um Homöopathika?

Wesentliches Element der Homöopathie ist doch die Entwicklung immaterieller “geistartiger Kräfte” aus dem Wirkstoff mittels Dynamisierung durch Potenzierung.

Bei den beschriebenen Präparaten handelt es sich jedoch die klassische Wirkung an Rezeptoren durch Atropin bzw., bei Ephedra, durch die Alkaloide Ephedrin/Pseudoephedrin. Da geht´s um nichts Geistartiges, sondern um Biochemie.

Wenn die DHU Ephedra in den Potenzen D1 bis max. D4, aus homöopathischer Sicht also in Dünnbrettbohrer-Potenzen anbietet, ist das nicht ein bißchen eine Bankrotterklärung der homöopathischen Theorie?

#21 |
  1
Gast
Gast

In puncto Homöopathie muss man aber auch immer die Verdünnung berücksichtigen.
Bis D5 ist noch eine phytotherapeutische Wirkung zu erwarten.
Belladonna D3 zum Beispiel ist ein gutes Mittel bei gastrointestinalen Spasmen und wer schon einmal Ephedra D3 eingenommen hat, kann die Wirkung bestätigen, ebenso wie Aconitum in geringer Potenz.
Ausser Frage steht aber die Unsinnigkeit einer Potenz, die über das genannte Maß hinausgeht.
Chemisch ist da nichts mehr drin und für esoterischen Humbug ist in der Medizin keinen Platz (mehr).
Wie sagte mein alter Professor noch immer: Wenn etwas keine Nebenwirkungen hat, hat es wahrscheinlich auch keine Wirkung.
Das wird auch schwer, wenn nur noch Lactose oder Alkohol drin ist.
Schwer wird es auch bei besonderen Mitteln wie Lumen oder X-Ray, gibt es tatsächlich.

#20 |
  1
Gast
Gast

Ich bin es nochmal, der HP und PTA aus Kommentar Nr.5.
Ich finde es auch sehr wohltuend, auf einer fachlichen Ebene zu diskutieren, Frau Binnewies-Stülcken.
Herr Dietze: Bitte nicht die anthroposophische Medizin mit der Homöpathie in einen Topf werfen, das ist nicht das gleiche.
Viele Produkte aus der anthroposophischen Medizin helfen herausragend, zum Beispiel Aconit Schmerzöl bei chronisch rezidivierenden Myogelosen (besser für den Patienten als z.B Alprazolam oder Tolperison).
Wir, die Heilpraktiker, bieten nur einen komplementären Weg an.
Mir zum Beispiel würde es im Leben nicht einfallen, einer Patientin von ihrer Chemo abzuraten:
Komplementär bedeutet für mich, immer unterstützend und ergänzend zum Arzt zu handeln und nicht gegen ihn.
Die Nebenwirkungen der Chemotherapie lassen sich mit diversen Naturheilmitteln sehr gut komplementär behandeln, als Beispiel eine Kräutertee mischen und den fertigen Absud in Eiswürfelbehälter füllen, bei Bedarf einen kleinen Eiswürfel lutschen.
Bei Strahlenschäden lindert die Maßnahme enorm, der Patient hat keine Schmerzen mehr.
Das ist die wahre Aufgabe des Heilpraktikers und nicht irgendwelche dubiose Wunderheilmittel anbieten und am besten noch als Alternative zur dringend erforderlichen ärztlichen Therapie.
Ich sehe mich eher in einer unterstützenden Rolle, ich kann und darf Erkrankungen diagnostizieren und bei Bedarf an den Arzt verweisen.
Ein besonderer Gewinn sehe ich in den chronischen Erkrankungen, da kann man wirklich viel machen.
Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander.

#19 |
  0
Ulrich Maas
Ulrich Maas

Schweizer Verirrungen

2009, als die basidemokratische Grundlage für die alternativheilerische Posse der Schweizer gelegt wurde, lag die Zahl der Abstimmungsberechtigten bei etwas mehr als 5.000.000 Eidgenossen.

An der Abstimmung haben sich knapp 39 % (deutlich weniger, als bei anderen Themen) beteiligt, rund 1.952.000 Bürger. Davon haben 67% mit „Ja“ zur Komplementärmedizin gestimmt, also rund 1.308.000 Schweizer, was einen Anteil von etwa 26 % an der Gesamtzahl der Stimmberechtigten entspricht, gemessen an der Einwohnerzahl der Schweiz in 2009, waren es 17 %.

Gehen wir jetzt noch davon aus, dass der überwiegende Teil der abstimmenden Eidgenossen in etwa den gleichen Informationsstand zur Komplementärmedizin hat, wie die deutschen Anhänger der heilsamen Zuckerkugel (bezüglich deren Affinität zur informierten Hexose, die einstmals zum Zwecke der Beglaubigung forcierten Unsinns als Stiftungsprofessorin an der Charité angetretene Frau Witt feststellte, „dass sowohl Patienten als auch Medizinstudenten oft nicht zwischen Phytotherapie und Homöopathie differenzieren, und dass das letztlich die hohen Zustimmungsraten in Deutschland erklären könne“), so können wir, ohne allzusehr in´s Spekulieren zu geraten, davon ausgehen, dass die Entscheidungsgrundlagen der Schweizer wohl in erster Linie Wunschdenken und Informationsdefizite waren. Insoweit ist die Situation in der Schweiz nicht anders als die in Deutschland.

Dass den Schweizern nun die Möglichkeit gegeben ist, sich mit politischen Mitteln über rationale Entscheidungskriterien hinwegzusetzen, spricht nicht unbedingt für die direkte Einflussnahme des Wahlvolks auf Sachverhalte, bei denen irrationale Überzeugungen wesentlichen Einfluss auf die Wahlentscheidung haben.

Hier aber, wo die Irrationalität des Wahlbürgers offensichtlich wird, entpuppen sich die Schweizer als Großmeister populistischer Lösungen, und sorgen mit einem salomonischen Trick dafür, dass der Schamanismus im Schatten des Matterhorns gesellschaftfähig bleibt:
Weil nämlich der Nachweis, (insbesondere hinsichtlich der anthroposophischen Medizin und der Homöopathie), dass diese Therapieverfahren wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, offenbar nicht(!) möglich ist (und damit, zumindest nach Ansicht der Schweizer, auch die Entscheidung für „richtig“ oder „falsch“), hat man sich dafür entschieden, die betroffenen Fachrichtungen den anderen medizinischen Fachrichtungen gleichzustellen.
Darauf muss man erst einmal kommen.

Der geniale Trick besteht nun darin, sowohl dem Kritiker Recht zu geben, der darauf besteht, dass es Unsinn ist, zu versuchen, Unsinn wissenschaftlich zu bestätigen, als auch den Anhängern der Magie am Krankenbett ihren Willen zu lassen. Dass sich letztlich vielleicht die 10 % der ernsthaft abgedrehten Schweizer ihre Überzeugungen nun durch die Solidargemeinschaft der Versicherten finanzieren lassen können – da müssen eben die Versicherten mit klarkommen.

Warten wir mal ab, wie sich die Sache weiterentwickelt.

Was aber noch zu erwähnen ist: Volkes Wille ist eine wankelmütige Angelegenheit. Darüber sollte der Deutsche Zentralverein homoöpathischer Ärzte (DZHÄ) kurz nachdenken, wenn er die skurille Schweizer Entscheidung bejubelt.
Immerhin befinden sich die deutschen Homöopathen in der komfortablen Situation, dass ihr parasitäres Dasein vom Gesetzgeber so gut wie auflagenfrei legitimiert wurde, und jeder Ruf nach Änderung an deutschen Politikern abprallte, wie ein Gummiball vom Beton.

Ob nämlich die Nummer, wie sie die Schweizer abgezogen haben, in Deutschland auch funktionieren würde, ich wag´es zu bezweifeln.

#18 |
  1
Uwe Dietze
Uwe Dietze

Als Apotheker habe ich Folgendes dazu gelernt:
eine Patientin verließ sich auf anthroposophische Homöopathie, bei der die Gestirne auch noch eine Rolle spielen. Da sie lebensgefährlich erkrankt war, versuchte ich sie zu überzeugen, sich schnellstens in fachärztliche Behandlung zu begeben, da sie von der Homöopathie mit Sicherheit keine Hilfe bekommen könne.
Darauf wurde ich belehrt: ich würde vermutlich Medizin als angewandte Naturwissenschaft begreifen. das sei aber falsch. Laut Rudolf Steiner sei Medizin eine Philosophie! Das wusste ich noch nicht, und gab meine Aufklärungsbemühungen auf: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, und manche kommen so schneller dort hin.
An Herrn Bauer: super und weiter so. Es gibt genügend bewährte Phytotherapeutika und rezeptfreie wirksame Medikamente und Verfahrensweisen so dass es keine Homöopathie braucht um ordentlich therapieren zu können.

#17 |
  0
Angestellte Apotheker

Klasse Diskussion. Sie hebt sich wohltuend von den üblichen emotionsgeladenen und unsachlichen Attacken ab. Es zeigt sich auch hier wieder, dass die Hömöopathiegegner die besseren Argumente haben und sachlicher argumentieren. Das heißt natürlich nicht, dass sie auch Recht haben, aber sie haben die höhere Wahrscheinlichkeit auf ihrer Seite. Die Solidargemeinschaft sollte nur für evidenzbasierte Behandlungen zur Kasse gebeten werden. Das betrifft auch andere fragwürdige Methoden. Homöopathie muss Privatsache bleiben, zumindest, solange ihre Wirkung (nicht die Plazebowirkung) nicht in aussagekräftigen Studien bewiesen werden kann.

#16 |
  2
Ulrich Maas
Ulrich Maas

Gast #5

Ihre Worte: “80% der Patienten fühlen sich besser. Und es wird kein Schaden angerichtet. Wo ist denn hier das Problem?
Man muss etwas nicht verurteilen, nur weil man’s nicht versteht.”

Ich könnte jetzt, wie üblich, Ihnen die gesamte Argumentation hier hinhauen, warum ein besseres Gefühl nicht zwingend “Heilung” bedeutet, dass temporäre Befindlichkeitsverbesserungen immer das Risiko einer verspäteten tatsächlich wirksamen Behandlungen mit sich bringen, und dass genau das der Schaden sein kann, den die Homöopathie als Pseudotherapie verursacht.

Ich könnte Ihnen auch erzählen, dass die Homöopathie hinsichtlich ihrer Wirkmechanismen sehr wohl verstanden ist – weil die hinter der Illusion der Wirksamkeit stehenden Wahrnehmung- und Urteilsfehler auch bei der Beurteilung andere Therapien auftreten, und die seriöse Medizin einen immensen Aufwand betreibt, um dieses Illusionen aus der Bewertung von Therapieverfahren zu elliminieren.

Wir wissen, wie die Homöopathie funktioniert, sie hat schon längst keine Geheimnisse mehr: Sie ist eine Gaga-Therapie, bei der, wie auch bei jeder anderen Gaga-Therapie, bekannte Mechanismen der Selbst- und Fremdtäuschung – leider – selbst dort therapeutische Wirksamkeit suggerieren, wo ein kausaler Zusammenhang zwischen Therapie und Heilerfolg definitiv verneint werden muss, schon allein deswegen, weil die Homöopathie jede Plausibilitätserwägungen auf der Basis unseres wohlbestätigten Hintergrundwissens vermissen lässt.

Das Schlimme ist, dass Sie mit ein paar Minuten Recherche selbst hinter diese Fakten kommen könnten, wenn Sie tatsächlich Interesse an daran hätten, zu erfahren, wie es sich mit der Homöopathie verhält – und Sie ihr Gefühl für das, was richtig oder falsch ist, bewahrt hätten. Haben Sie aber nicht.
Stattdessen präsentieren Sie mit Ihren drei, vier dürftigen Zeilen den gesamten homöopathischen Horizont mitsamt der dazugehörigen Borniertheit der blindlings Gläubigen, und meinen auch noch, dass sich dahinter eine überzeugende Denkposition befindet.

#15 |
  6
Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

Das Geschäft mit dem Placebo
Am 10. April 1755 wurde Samuel Hahnemann geboren
Placebo- bzw. Nocebowirkungen gibt es nicht nur in der Medizin. Diese Wirkungen begleiten uns im täglichen Leben immer und überall und sind an sich nichts Schlechtes. Das Ambiente eines Lokals lässt das Schnitzel besser schmecken und wenn „Kaffee“ und nicht „Café“ in der Getränkekarte steht, wird man den Geschmack kritischer beurteilen. Die Tücke der Placebo- bzw. Noceboeffekte ist, dass es sich nicht um subjektive „Einbildungen“, oder um scheinbare Effekte handelt, sondern es handelt sich um objektiv messbare bzw. beobachtbare Veränderungen. Die Wirkung ist real. Die besondere Tücke dieser Wirkungen in der Medizin liegt darin, dass sie in Medizin und Pseudomedizin gleichermaßen wirkungsvoll positiv wie negativ auftreten.
Nun liegen aber den Placebo- u. Nocebowirkung keine bestimmten Einzelursachen zu Grunde. Es besteht kein kausaler „physikalisch-chemischer“ Zusammenhang. Die Placebo- u. Noceboeffekte sind weder spezifisch stofflich kausal bedingt, noch können sie durch bestimmte Ereignisse oder Handlungen einfach nach Belieben realisiert werden. Die positiven Placebo- u. vice versa negativen Nocebowirkungen resultieren aus dem gesamten Spektrum der Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen jedes Einzelnen vor dem Hintergrund seiner religiösen und weltanschaulichen Ansichten, seiner Bildung inklusive seiner ganz subjektiven Lebens- u. Krankheitserfahrungen. All das konditioniert. Placebo- u. Nocebowirkungen können buchstäblich mit allen hervorgerufen werden, sofern es „psychologisch“ für den Einzelnen bedeutsam ist, oder – salopp formuliert – das Bauchgefühl anspricht.
Wir messen, ob wir wollen oder nicht, bewusst und unbewusst dem gesamten Geschehen, den diversen Arzneimitteln, dem therapeutischen Schauspiel, den beteiligten Menschen, der Umgebung, kurzum allen Dingen und Ereignissen höchst persönliche „Bedeutungen“ bei, die eben zu Placebo- bzw. Noceboeffekten beitragen und führen. Diese beigemessenen Bedeutungen sind subjektive Vorurteile. Gleiche „Umstände“ können daher bei verschiedenen Menschen zu gegenteiligen Effekten beitragen. Man orientiert sich daran und selbstverständlich können diese dann auch im Sinne von Placebo und Nocebo wirksam werden und das passiert auch mitunter sehr spektakulär. Und genau hier setzt die „Werbung“ an. Professionelle Werbepsychologen wissen genau, wie und mit welchen Bildern sie ihr Zielpublikum erreichen und in ihrem Sinne beeinflussen können. Und das passiert auch täglich medienweit.
Der Placeboeffekt ist einer der Hauptdreh- u. Angelpunkte in Diskussionen um Pseudomedizin. Auch der Homöopathie als bekannteste Pseudomedizin macht der Placeboeffekt die Wirkung streitig. Die fehlende naturwissenschaftlich begründete Kausalität bzw. die geistartigen Heilkräfte von einst werden durch modisches pseudowissenschaftliches Geschwurbel ersetzt und je nach Kundschaft auch mit Engeln und dergleichen mehr, wenn man den Wohlfühl- u. Lebenshilfebereich als Randgebiet der Medizin mit einbezieht.
Nun wird der Placeboeffekt als Hoffnungsträger für Pseudomedizin entdeckt und erhält eine völlig irrige Bedeutung. Man schwindelt sich nicht mehr über diesen Effekt hinweg, sondern vermarktet damit gezielt Pseudomedizin und auch Homöopathie. Placebo sei gleich einem Arzneimittel, aber eben sanft und nebenwirkungsfrei. Man muss, vereinfacht gesprochen, nur eine Placebotablette schlucken oder Homöopathie anwenden. Eine naive und unerfüllbare Wunschvorstellung. Wenn eine Anwendung sehr verbreitet ist, oft angewendet wird und das Anwendungsgebiet vornehmlich harmlose, vorübergehende und selbstheilende Beschwerden betrifft, dann wird es auch entsprechend viele und auch sensationelle „Erfolge“ geben. Aber wie beeindruckend auch immer, es sind Placebowirkungen und die Wirkungen sind dementsprechend begrenzt.
Die Entdeckung der Placebowirkung
Franz Anton Mesmer propagierte gegen Ende des 18. Jahrhunderts den „animalischen Magnetismus“. Seine Behandlungen waren spektakulär. Der „Mesmerismus“ boomte. Benjamin Franklin konnte jedoch im Jahre 1784 als Mitglied der königlichen Untersuchungskommission in Paris demonstrieren, dass diese „Behandlungserfolge“ dann und nur dann auftraten, wenn die Versuchspersonen auch wussten, dass tatsächlich „mesmerisiert“ wurde. Wurde das „heilende“ Schauspiel mit den Magneten versteckt, also verblindet, durchgeführt bzw. unterlassen, war es mit den sensationellen Wirkungen vorbei. Benjamin Franklin gelang sozusagen der erste dokumentierte Nachweis der Placebowirkung. Damals nannte man „Imagination“ als Ursache.
Benjamin Franklin zeigte, dass der Erfolg ärztlicher Handlungen auf zwei Ursachenketten beruhte. Die Wirkung kann im Glauben an den Therapeuten bzw. sein therapeutisches Schauspiel, seine Methode und sein Mittel liegen, sowie in der Methode und im Mittel selbst, falls eine stofflich kausal bedingte Wirkung überhaupt existiert.
Evidenz kontra Eminenz und Pseudo
Seit damals wurde zwischen „physischen“ und „psychischen“ Wirkursachen getrennt. Bis dahin stellte sich die Frage nach einer kausalen Wirkung nicht. Man sah nur, dass es wirkte und das genügte. Von nun an entwickelte sich die wissenschaftliche Medizin. Mittel oder Therapien wurden erst dann als „richtig“ wirksam angesehen, wenn nachgewiesen werden konnte, dass ihre Wirkung unabhängig von Erwartungen und Glauben Erkrankter und Ärzte eintrat. Durch bloße „Imagination“ zu wirken bzw. heilen, war damals schon suspekt.
Diese Enttarnung des therapeutischen Schauspiels bzw. des Schauspielers Arzt als wirksame Komponente, der damals als Hysterie bezeichneten Erscheinung, war aber auch eine Bestätigung für Wirkungslosigkeit bzw. Wirkung „jenseitiger“ Heilkräfte in der Medizin.
Man muss sich vor Augen halten, dass Jahrtausende hindurch beim Heilen das Erflehen himmlischen Wohlwollens unerlässlicher Bestandteil der Medizin war. Ein Heilmittel allein konnte gar nicht richtig wirken, wenn es nicht mit entsprechenden Heilsprüchen angewendet wurde. Heilen war immer ein umfangreiches Ritual, das bis ins Jenseits reichte. Der Arzt bzw. seine Heilkunst konnten nicht allein heilen, sie konnten immer nur einen Teil zur Heilung beitragen. Franz Anton Mesmer behauptete nicht, übersinnliche Fähigkeiten zu besitzen, aber sein therapeutisches Schauspiel war gleich wirksam bzw. unwirksam wie ein himmlisches Schauspiel. Das Charisma des Heilers musste nur gleich beeindruckend sein wie die wunderkräftige Reliquie in einer Wallfahrtskathedrale.
Diese Erkenntnis veränderte die Entwicklung der Medizin nachhaltig. Seit dieser Zeit wird in der Medizin zwischen einer Begründung auf Evidenz und Eminenz unterschieden. Lange galt, was Eminenzen für richtig hielten. Heute ist die auf Evidenz basierte Medizin Standard. Sie beruht auf naturwissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine persönliche Beobachtung einfach nicht als Beweis genügt, um eine ursächliche Wirkung bzw. einen ursächlichen Zusammenhang behaupten zu können.
Heute ist es nicht mehr Teil der Medizin bzw. der ärztlichen Heilkunst, überirdische himmlische Mächte anzurufen. Kein Arzt wird seinen Patienten verbieten zu beten, aber er wird ganz sicher nicht das Beten von drei „Vater unser“ verordnen oder gar einen Exorzismus vorschlagen, der ja nach wie vor von der katholischen Kirche praktiziert wird. Und genauso wenig, wie ein himmlisches Schauspiel eine spezifisch wirksame Medizin ersetzen kann, kann es auch ein therapeutisches Schauspiel nicht. Und geistartige Kräfte in Arzneimitteln, wie Hahnemann noch dachte, gibt es nicht.
Aber die nur auf „Eminenz” basierte Medizin, deren Wirksamkeit auf dem guten Ruf beruht, verschwand nicht. Im Gegenteil, sie lebt bis heute in der alternativen, komplementären und so genannten ganzheitlichen Medizin fort. Hier rechtfertigt man sich nach wie vor ausschließlich mit den subjektiven Beobachtungen und Aussagen von Eminenzen, den behandelnden Ärzten und Geheilten. Die Anekdoten werden mit dem Hinweis, dass die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht erwiesen ist, juristisch abgesichert. Die Heil-Anekdoten entsprechen den Votivtafeln in Wallfahrtskirchen. Und eine evidente Wirkung ist aber nach wie vor nicht Voraussetzung für eine gesetzliche Zulässigkeit.
Für die auf Heilung hoffenden Erkrankten ist das ohne Bedeutung. Sie vertrauen auf Eminenz. Sie erliegen dem Ruf. Für sie sind einzeln berichtete Heilungen bzw. das Ansehen der Beteiligten beweisend. Die Bedeutung, die Ärzten, medial präsenten Persönlichkeiten und Erzählungen spektakulärer Heilungen beigemessen wird, wiegt schwerer als naturwissenschaftlich begründete Beurteilungen. Das therapeutische Schauspiel, die besondere Fürsorge, die Empfehlung und nicht zuletzt der Ruf ohne Technik, ohne Chemie, biologisch, natürlich etc. zu sein, zählen mehr und wirken als Placebo.
Der von seiner Methode überzeugte Arzt oder Guru sieht die Erfolge bei seinen Patienten und Klienten. Diese bestärken ihre Behandler wiederum in ihrem Glauben, kausal wirksam zu behandeln. Man spricht hier im Fachjargon von einer performativen Täuschung. Die Selbsttäuschung von Patienten und Ärzten verstärkt sich gegenseitig. Und ein guter Arzt wird seinen Patienten Hoffnung machen. Er kann und muss vor den Patienten nur wirksam therapieren. Vom Hoffnung machen für den Patienten ist es aber nur ein kleiner Schritt zum Glauben an eine tatsächliche Wirkung seiner Behandlung auch bei lebensbedrohenden Erkrankungen.
Bekanntestes Beispiel für eine solche „Medizin“ ist die Homöopathie. Die performative Täuschung ist Grundlage und Kennzeichen der Homöopathie. Die homöopathische Art zu arbeiten, ihre Performance begünstigt Selbsttäuschung. Das wirksame therapeutische Schauspiel beginnt mit der Anamnese. Behandelt wird jedes kleine Wehwehchen und entgegen allen Beteuerungen wird die Homöopathie auch bei lebensbedrohenden Erkrankungen anstelle erwiesenermaßen wirksamer medizinischer Behandlung empfohlen. Am Ende heilen Homöopathen ohne Grenzen Ebola mit Zuckerkügelchen in Afrika.
Bis heute fehlt ein valider Wirkungsnachweis. Ja, und es gibt keine Beweise für das Phänomen Homöopathie an sich. Der legendäre Nürnberger Kochsalzversuch anno 1835 und die zahlreichen Metastudien bis heute sind klar negativ. Die Qualität positiver Studien ist meist zweifelhaft und negative Studienergebnisse werden von Homöopathen negiert oder mit eigenwilliger Statistik höchst professionell uminterpretiert. Abgerundet wird mit vorgeblich „wissenschaftlichen“ Erklärungen zur Wirkungsweise der Homöopathie. Diese sind naturwissenschaftlich betrachtet Nonsens. Es wird Science-Fiction-Wirkung erklärt. Derartige Mittel und Methoden lassen sich nicht objektivieren. Die Placebowirkung fußt auch und gerade in der auf Eminenz basierten Medizin und ist damit Bindeglied zwischen Medizin und Pseudomedizin. In der Medizin werden Erfolge und Misserfolge untersucht und aufgeklärt. Das führt zu neuen Erkenntnissen. In der stets dogmatischen Pseudomedizin gibt es nichts aufzuklären. Sie hat daher auch nichts zu unserem heutigen erprobten und bewährten Wissenstand beigetragen. Der alternative Wissensfortschritt ist Null.
Der Zauberstab „Eminenz“ von einst wirkt immer noch.
Franz Anton Mesmer machte seinerzeit weiterhin gute Geschäfte. Seine Patientinnen blieben ihm treu. An diesem Szenario hat sich bis heute nichts geändert. Die Therapien und Mittel haben im Laufe der Zeit alle möglichen und unmöglichen Formen angenommen. Magnete und Hochspannungsfunken wurden von Informationen, Bioresonanzen, Quanten und dergleichen Missbrauch von physikalischen Begriffen abgelöst. Die Evidenz für die Wirkung fehlt. Die postulierten Wirkmechanismen stehen im Widerspruch zu allen gesicherten und erprobten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und viele dieser Universalmittel sind darüber hinaus auch gelegentlich schädlich bis akut lebensgefährlich. Der Bogen reicht von unwirksamen energetischen Kuren bis zur z.B. „Germanischen Neuen Medizin“. Die letzten Seiten von Gratiszeitungen und Bezirksblättern sind voll von Reklame dafür. Einstein ist für eine Gravitationswellentherapie gerade gut genug.
Für eine Unzahl neuerer Mittel und Methoden wird Wirkung mit illustren Persönlichkeiten und eindrucksvoller Reklame erzeugt ohne irgendwelche validen Beweise für eine Wirksamkeit jenseits Placebo vorlegen zu können. Nahezu die gesamte alternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin beruft sich bis heute ausschließlich auf die einmalige Eingebung von Gründern und die positiven Berichte der Behandler und der Behandelten. In entsprechenden Sendeformaten wie Dokumentationen, Gesundheitsbeiträgen usw. erscheinen regelmäßig charismatische Persönlichkeiten und verheißen mit stets verblüffend einfachen Therapien oder Mitteln alles heilen zu können bzw. auch geheilt worden zu sein. Kritik ist dabei wenig gefragt. Sie dient meist nur als Feigenblatt für den Anstrich, kritisch und objektiv zu berichten.
Die Homöopathie des Zeitgenossen Hahnemann überlebte bis heute. Und jeder der will, darf seinem pseudomedizinischen Treiben das Etikett „Homöopathie“ verpassen. Mittlerweile werden auch Tiere, Pflanzen und Weltmeere homöopathisch behandelt. Und auch dagegen haben namhafte Homöopathen nichts einzuwenden. Man heilt und sonst nichts.
Realismus als Chance?
Die Zeichen stehen schlecht. Alles, und sei es auch noch so unsinnig, kann und wird etwa als Medizinprodukt zertifiziert. Das heißt, dass Regeln verbindlich festgelegt werden, nach denen produziert und gearbeitet wird. Die Juristen stört es nicht, ob medizinische Produkte oder Methoden, die auf den Markt kommen, unserem bewährten und erprobten naturwissenschaftlichem Kenntnisstand entsprechen sowie auch nachweislich wirksam und sinnvoll sind. Sie dürfen halt nicht „schädlich“ sein und nur von behördlich befugten Personen verkauft oder angewendet werden. Eine Heilpraktikerin unterscheidet sich von einem afrikanischen Schamanen vor allem durch den Besitz einer Registrierkasse und ihrer Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer. Viele approbierte Ärzte sind diplomierte Homöopathen. Die Grundlagen der Pseudomedizin Homöopathie jedoch sind gleich unsinnig wie die Grundlagen der Energetik. Aber die Ärzte sind Mitglied der Ärztekammer und Energetiker der Wirtschaftskammer. Dieser Unterschied ist gravierender.
Alle Fakten sprechen gegen die Homöopathie. Sie ist Pseudomedizin, Aberglauben und Big Business im Gesundheitssektor. Homöopathie ist eine lukrative Gesundheitslotterie. Die Glückslose werden Placebos genannt. Viele Menschen und besonders junge Mütter und Hebammen verbinden Homöopathie mit biologisch, sanft, natürlich und sehen in ihr eine Ergänzung und auch eine Alternative zu Medizin. Dieses Phänomen können Psychologen erklären und Werbefachleute lassen sich für dafür bezahlen. Das lukrative Bauchgefühl fällt nicht vom Himmel.
Die aufgeklärte Gesellschaft muss sich einmal mehr entscheiden, welche Art von Heilung erlaubt ist und dem Patientenschutz in einer zivilisierten Gesellschaft entspricht. Evidenz, Eminenz und auch Pseudo sind für Laien nicht klar erkenntlich getrennt. Will man wirksame Arzneimittel und Therapien mit nachprüfbarer Wirkung oder ist es auch rechtens Heilrequisiten für einen volksmedizinischen Aberglauben und Pseudomedizin in Ordinationen und Apotheken anzubieten?
Am 2. Juli 1843 starb Samuel Hahnemann

#14 |
  5
Julian Meier
Julian Meier

Guten Abend Frau Scheppan,
ich habe die Dokumentation nur erwähnt weil ich es ein gelungenes Beispiel finde dafür, dass unser Körper zu weit mehr im Stande ist als nur zur nächsten Apotheke zu wandern und wieder zurück. Ich habe mühe mit Begriffen wie Selbstheilungskräfte, feinstofflich etc. Was Sie mit Katalytischer Wirkung meinen ist mir leider nicht ersichtlich. Dies obschon ich auch schon Fachliteratur über Homöopathie gelesen habe (ist allerdings einige Jahre her). Ich denke wenn Sie dies hier diskutieren möchten, so müssten sie schon etwas mehr liefern als nur ein Begriff welcher offenbar nicht so gemeint ist wie die meisten Naturwissenschaftler Ihn verstehen würden. Denn ein Katalysator kann die notwendige Aktivierungsenergie für eine Chemische Reaktion heruntersetzten. Im Körper fungieren häufig Enzyme als eine Art Katalysator, indem Sie Chemische Reaktionen ablaufen lassen welche normalerweise nie in der Geschwindigkeit bei der Temperatur ablaufen würden. Enzyme sind ja aber keine Erfindung der Homöopathie. Sind denn diese Globuli überhaupt Homöopathisch?
Was ich von ihrem ersten Beitrag nicht verstehen (abgesehen von dem Begriff) ” Oft wird gesagt, dass die Homöopathie nicht wirkt, weil kaum Wirkstoff enthalten ist. Wie sieht es denn mit einer katalytischen Wirkung aus?” Inwiefern soll diese katalytische Wirkung (klingt für mich wie ein Hochwertwort aus der Werbesprache) nun nicht vom Wirkstoffgehalt abhängig sein.

Schliesslich noch meine lieblingsfrage an Homöopathieanhänger. Wie stellen Sie denn nun bei der Potenzierung eines Homöopathischen Arzneimittels sicher, dass die natürlich vorkommenden Verunreinigungen des Wassers nicht in der Wirkung überhand nehmen, diese werden ja auch mitpotenziert. Ab einem gewissen Potenzierungsgrad ist es ja sogar normal, dass das Wasser WESENTLICH mehr Verunreinigungen als ‘Wirksubstanz’ enthält. Oder katalysiert genau die Verunreinigung irgendetwas?

Ich bin gespannt mehr über den katalytischen Effekt zu erfahren. Können Sie auch die Entzündungsglobuli noch etwas genauer charakterisieren?

#13 |
  2
Doktor Andrea Scheppan
Doktor Andrea Scheppan

Hallo Herr Meier: ich für meinen Teil vertraue eher meinen Entzündungsglobuli als den von Ihnen bevorzugten Endspannungsübungen. Ich gebe Ihnen Recht wenn Sie behaupten, dass geschüttelter Dreck sicher keine Wirkung hat.
Sie gehen aber leider nicht auf den Katalysator ein.
Die entzündungshemmende Wirkung der Entzündungsglobuli ist reproduzierbar. Ein Angriffspunkt wird bislang nur aus einer Sammlung von Indizien angenommen.

#12 |
  10
Julian Meier
Julian Meier

@ Doktor Andrea Scheppan: Ich persönlich bin Apotheker und verstehe trotzdem (oder deswegen) nicht genau was sie meinen. Wenn man aber den Placebo effekt anschaut so ist dies ja nicht einfach ein Effekt den man zu jeder Wirkung dazurechnet oder beim Nocebo abzieht. Physiologisch gesehen ist dies ja viel komplexer. Dass aber die psyche und der Körper verschränkt sind, erscheint aber sehr einfach verständlich. Schliesslich ist unser Gehirn ein integraler Bestandteil.

Aus meiner Sicht dürfte man noch viel mehr Energie in die Placebo Forschung investieren, sowie in nahe Forschungsfelder.

Ich finde es interessant, dass willentlich, respektive durch Entspannungs / Atemübungen viel mehr erreicht werden kann als die meisten Menschen vermuten. In diesem Zusammenhang fand ich zum Beispiel diese Dokumentation (https://www.youtube.com/watch?v=VaMjhwFE1Zw) recht interessant. Beim Iceman geht es ja nur um einige Aspekte. Aber aufgrund der Komplexität eines Phänomens grad an die Wirkung von Geschütteltem Dreck zu glauben, erschliesst sich für mich nicht.

#11 |
  2
Julian Meier
Julian Meier

Ich habe natürlich mit @Gast den Beitrag nummer 5 adressiert.

Mit dem Beitrag No. 7 stimme ich grunsätzlich überein!

#10 |
  0
Doktor Andrea Scheppan
Doktor Andrea Scheppan

Ich verstehe die Diskussion über die Wirksamkeit der Homöopathie nicht. Für mich steht die Wirkung außer Frage. Oft wird gesagt, dass die Homöopathie nicht wirkt, weil kaum Wirkstoff enthalten ist. Wie sieht es denn mit einer katalytischen Wirkung aus?
Bei vielen homöopathischen Arzneimitteln wurde eine Kombination mehrerer Einzelkomponenten zusammengestellt mit denen eine Wirkung möglich ist.
Meine Intention ist die Bestimmung der Einflussnahme eines homöopathischen Wirkstoffs. Ich nehme seit 5 Jahren meine Entzündungsglobuli zur Bekämpfung meiner krankheitsbedingten Entzündungen. Die Wirkung habe ich übrigens erst festgestellt, nachdem ich die kortison-typischen Nebenwirkungen durchlaufen habe. Ich habe seitdem kein Cortison mehr benötigt.
Bin gespannt auf weitere Kommentare!!

#9 |
  13
Julian Meier
Julian Meier

@ Jürgen C. Bauer: Vielen Dank für die Ermutigung! Ich versuche nicht vom Pfad abzukommen und zu resignieren, auch wenn gute Vorbilder oft Mangelware sind.

@ Gast: Ich habe meine Sichtweise des von mir ganz klar als Problem empfundenen Sachverhalts unten dargestellt. Wenn alle Homöopathika gratis wären, dann würde schon lange niemand mehr Homöopathika schlucken (dies ist etwas salopp, aber darum gehts doch). Und um Kosten ging es schliesslich auch im Artikel welchen Sie kommentieren. Mir ging es v.a. um die Rolle der Akteure unseres immer teurer werdenden Gesundheitswesens. Ich teile Ihre Meinung das gut ist was hilft. Viele Kunden in der Apotheke haben aber ein sehr verdrehtes Bild der Realität. Manchmal täte uns eine etwas konsequentere Handhabe respektive die Verschränkung von Wissen und Taten gut. Erklären Sie mal einem Kind wieso wir so viel Geld in medizinische Forschung investieren und gleichzeitig die Mehrheit der Bevölkerung der Resultate dieser Forschung keinen glauben schenkt. Die Diskrepanz ist eine Kombination aus verdrängtem Wissen, Profitgesteuertem Handeln, schönreden, Marketing, Manipulation und vielem mehr. Ich fühle mich nicht als hätte ich alles verstanden. Aber, dass wir da wie der Artikel aufzeigt, ein ethisches Problem zu bewältigen haben, liegt für mich eindeutig auf der Hand.

#8 |
  2
Gast
Gast

Ich finde die Homöopathie hat leider aufgrund der Einstellung zum finanzorientierten Handeln im Gesundheitssystemen ihren festen Platz bekommen. Jeder der meint etwas Gutes tun zu wollen aber kein Mediziner werden konnte oder dem dies zu lange dauert kann ja als Heilpraktiker den Leuten “Alternativen” bieten. Warum zahlen wir den wirklichen Profis wie Ärzten und Apothekern nicht endlich einen angemessen Lohn sodass diese auch genug Anreiz haben den Patienten ausreichend Zeit zu widmen? Ich kann nicht verstehen warum wir nicht endlich die Krankenversicherung auf eine einzige reduzieren und die Kosten der Verwaltung somit auf ein notwendiges Maß reduzieren. Was bringen bitte an die 100 gesetzliche Kassen die am Ende alle das selbe anbieten, aber separat Kosten verursachen?

#7 |
  2
Gast
Gast

@ Herrn Bauer: Na endlich noch jemand, der so denkt wie ich!
Ich dachte schon, ich sei das Kuriosum unter den Heilpraktikern, weil ich mit esoterischem Schwachsinn wie Homöopathie, kolloidalem Silber und ähnlichem Unfug nichts anfangen kann.
@ Herrn Maier:Da ich auch Pharmazeut bin: Gut gemacht, Herr Kollege!
Meine Unterstützung haben Sie.

Ich sage es immer wieder: Wir Heilpraktiker müssen uns wirklich nicht wundern, dass wir einen schlechten Stand haben, obwohl wir neben den Ärzten die einzigen (!) sind, denen die Ausübung der Heilkunde erlaubt ist.
Wer esoterischen Unsinn propogandiert als Heilkundiger, muss sich des Hohnes nicht wundern.
Liebe Kollegen (HPs), wir müssen aufwachen und uns gegen die Minderheit derer wehren, die meinen, sie könnten mit Handauflegen Brustkrebs heilen oder mit mirakulösen Mineralstoffpräparaten AIDS-Kranke heilen.
Trauen wir uns doch, den Schritt in die eher evidenteren naturheilkundlichen Maßnahmen zu gehen.
Es gibt sie doch.

#6 |
  1
Gast
Gast

80% der Patienten fühlen sich besser. Und es wird kein Schaden angerichtet. Wo ist denn hier das Problem?
Man muss etwas nicht verurteilen, nur weil man’s nicht versteht.

#5 |
  15
Heilpraktiker

@ #3 Julian Meier:

Ich kann Sie nur ermuntern, diesen Weg zu gehen, den Sie sich vorstellen: “Patientenwohl vor Profitdenken. Umweltschutz vor Proftdenken. Nachhaltige Politik, vor Profitdenken.” “Einmal ordentlich durchmisten” hört sich gut an … das ist NICHT ironisch gemeint …

#4 |
  2
Julian Meier
Julian Meier

Ich hätte es nicht besser ausdrücken können als dieser Prof. Norbert Schmacke. Ich empfinde dieses ethische Dilemma im Apothekenalltag als eines der grössten Probleme. Unser Berufsstand sollte sich einmal ernsthaft mit dieser Diskrepanz auseinandersetzten! Stattdessen beschäftigen wir uns mit der Anhäufung von Kompetenzen. Jedem sein Gärtchen quasi. Wenn ich selber eine Apotheke führen würde, so würde ich wohl eine der ersten (wenn es denn schon eine gibt) Evidenz-Basierte Apotheke gründen. Einmal ordentlich durchmisten. Dann könnte man immernoch für diejenigen Patienten welche unbedingt etwas gegen ihre Erkältung brauchen ein Pflanzliches Präparat oder aber einen Placebo einsetzen. Aber erst nach ausführlicher Aufklärung über die Möglichkeiten. Wenn irgendwelche Antibiotika-Lutschtabletten bei Halsschmerzen gleich wirksam sind wie eine Kochsalz-Gurgellösung, dann sollten wir die unbedenkliche Kochsalz-Gurgellösung bevorzugen, und dies den Kunden auch erklären. Wenn nun diese Kochsalz-Lösung eine gewisse Evidenz für eine Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus zeigt, so müsste man konsequenterweise alle Homöopathika in dieser Indikation beiseite legen. Lasst uns Menschen endlich unser Wissen nutzen. Patientenwohl vor Profitdenken. Umweltschutz vor Proftdenken. Nachhaltige Politik, vor Profitdenken. Sie sehen alle diese Themen haben einen gemeinsamen Feind.

#3 |
  2
VITALIS
VITALIS

Aberglaube ist wohl nicht auzurotten , trotz den heutigen physikalischen Erkenntnissen !

#2 |
  3
Heilpraktiker

Schade ist, dass Chinesische Medizin, Homöopathie usw. immer mit der Phytotherapie und der Naturheilkunde in einen Topf geworfen werden …

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: