Prednisongabe bei COPD: Weniger ist mehr

31. Mai 2013
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Eine fünftägige Behandlung mit Prednison, einem synthetischen Cortisolpräparat, ist für die Behandlung der akuten Raucherbronchitis ausreichend. Die Behandlungsdauer, die heute bis zu zwei Wochen dauert, lässt sich wesentlich verkürzen. Dies zeigt eine neu erschienene Studie.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei Rauchern ist durch Husten, Auswurf und Atemnot gekennzeichnet. Typischerweise treten akute Schübe auf, sogenannte COPD-Exazerbationen, welche die Lungenfunktion schwächen und die Patienten schwer beeinträchtigen können. Oft ist in dieser Situation eine Hospitalisierung unumgänglich. Bei einer plötzlichen Verschlechterung werden vielfach entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, welche die Symptome mildern, die Erholung der Lungenfunktion beschleunigen und den Krankenhausaufenthalt verkürzen. Die aktuellen internationalen Richtlinien empfehlen eine 10- bis 14-tägige Behandlung mit 30-40 Milligramm Prednison täglich. Die mit dem körpereigenen Stresshormon Cortisol verwandte Substanz verursacht jedoch erhebliche Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Erhöhung des Blutdrucks und des Blutzuckers sowie Osteoporose.

Gleicher Effekt mit kürzerer Therapie

Eine klinische Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Jonas Rutishauser hat nun in einer Studie an fünf Schweizer Spitälern die Hypothese untersucht, dass eine Reduktion der Behandlungsdauer zu keinem schlechteren Therapieerfolg führt als die bisher gängige Therapie. In die Studie wurden über 300 Patienten mit COPD-Exazerbation eingeschlossen. Eine Hälfte der Teilnehmer wurde während fünf, die andere Hälfte über 14 Tage mit 40 Milligramm Prednison täglich behandelt. Die Forscher konnten zeigen, dass der klinische Verlauf über sechs Monate nach der Exazerbation bei beiden Behandlungen identisch war. Die Zeit bis zum nächsten Bronchitisschub war bei beiden Gruppen gleich lang; auch die Erholung der Lungenfunktion und subjektiver Parameter der Lebensqualität verlief bei beiden Gruppen gleich.

Diese Resultate haben klare Implikationen für die künftige Behandlung der COPD-Exazerbation, wie in einem Editorial zum Artikel betont wird. Die Verkürzung der Behandlungsdauer wird den Patienten mit COPD zugutekommen, ganz besonders denjenigen, welche immer wieder Bronchitisschübe erleiden und jedes Mal mit Prednison behandelt werden müssen.

Originalpublikation:

Short-term vs Conventional Glucocorticoid Therapy in Acute Exacerbations of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. The REDUCE Randomized Clinical Trial
R. Bingisser et al.; The Journal of the American Medical Association; doi: 10.1001/jama.2013.5023; 2013

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1 Kommentar:

Bettina Bieder
Bettina Bieder

Das ist ja fast das gleiche Prinzip wie bei Homöopathie siehe hier ->

Globuli Anwendungsgebiete und Dosierung

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