EHEC: Reimt sich auf Dreck

25. Mai 2011
Teilen

Seit dem 10. Mai rollt eine Reisewelle der besonderen Art von Norden nach Süden: Infektionen mit EHEC-Darmbakterien breiten sich über das ganze Land aus. Mittlerweile sind rund 400 Patienten erkrankt, auch von ersten Todesfällen berichten die Behörden. Sie empfehlen grundlegende Hygieneregeln – therapeutisch lässt sich nur wenig machen.

Escherichia coli besiedelt den Dickdarm von Mensch und Tier. Dessen böse Stiefmutter, das enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC), hat zusätzliche genetische Elemente mit an Bord, die ihm pathogene Eigenschaften verleihen. Dr. Rolf Steinmüller von der schottischen Neogen Corporation bewertet diese als „eine der größten mikrobiologischen Herausforderungen an die Lebensmittelindustrie seit dem Botulismus“ – vor allem rohes Fleisch, nicht pasteurisierte Milchprodukte sowie Obst und Gemüse gelten als Infektionsquellen. Und Bakteriologen charakterisieren EHECs mit der Bezeichnung O157:H7. „O“ beschreibt dabei spezielle Lipopolysaccharide, also Zucker und Fette in der Membran, und „H“ genetische Eigenschaften der Geißeln. Andere Varianten sind auch bekannt.

Sherlock Holmes im weißen Kittel

Mit kriminalistischem Spürsinn sind Wissenschaftler des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) auf der Suche nach der Quelle dieser Infektionen. Sie befragen Erkrankte und analysieren Nahrungsmittel. Eine heiße Spur führte jetzt in eine Frankfurter Kantine, dort hatten 19 kürzlich Erkrankte gegessen. Doch dieses Mal ist alles deutlich schwieriger – die Forscher schließen nach jetzigem Stand tierische Produkte als Übeltäter aus. Ihre Suche konzentriert sich auf Obst oder Gemüse. Aber auch andere Lebensmittel wären zum gegenwärtigen Zeitpunkt denkbar, so Vertreter der Gesundheitsbehörden. Aufgrund des Ausbruchs liegt die Wurzel allen Übels wahrscheinlich in Norddeutschland.

Selten sind EHEC-Infektionen nicht – seit der Einführung der bundesweiten Meldepflicht im Jahr 2001 registrieren die Behörden pro Jahr zwischen 800 und 1200 Erkrankungen. Damit gilt das Bakterium bei Experten als zweithäufigster Erreger entzündlicher Magen-Darm-Erkrankungen. Lediglich Salmonellen können diese Zahlen noch toppen. Schwere Verläufe waren aber jenseits der üblichen Risikogruppen eher die Ausnahme. Experten erstaunt jetzt vor allem, dass viele Erwachsene, oftmals Frauen, erkranken. „Klassisch sind Schulkinder auf dem Bauernhof“, so RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Auch sei die Schwere der Fälle untypisch. „Diese Entwicklung übersteigt jedes historische Maß“, warnt der Mikrobiologe Professor Dr. Werner Solbach vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Vorsicht, freilaufende Bakterien

Gerade Wiederkäuer – Kühe, Ziegen oder Schafe – sind oftmals schuldig im Sinne der Anklage. Veterinäre vermuten, dass vor allem Getreidenahrung bei Tieren, die eigentlich nur Gras oder Heu fressen, das Darmmilieu stört, so dass sich EHECs ansiedeln können. Entsprechende Futtermittel sind seit den 1980er Jahren üblich, parallel findet man in der Literatur erste Berichte von Infektionen. Nach der Ausscheidung bleiben die Bakterien in der Umwelt noch einige Wochen aktiv. Gelangen Bakterien über Gülle auf Nahrungsmittel, die roh bzw. ungewaschen verzehrt werden, kommt es zur Erkrankung. Dafür reichen bereits rund 100 Bakterien aus. Auch Fleisch und Rohmilch können bei unsauberer Verarbeitung kontaminiert sein.

Nach der Mahlzeit beginnt die Reise im Verdauungssystem. Durch spezielle Adaptationssysteme unempfindlich gegen die aggressive Magensäure, gelangen EHECs kurzerhand in den Darm. Nach einer Latenzzeit von etwa ein bis drei Tagen kommt es zu schweren, blutigen Durchfällen, begleitet von krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Körperzellen umprogrammiert

Erst einmal am Ziel, haken sich EHECs mit speziellen Eiweißen kurzerhand im Darm fest. Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) gingen diesen Mechanismen auf den Grund: Vor allem das zelluläre Korsett, sprich Aktin, wird von den Eindringlingen umprogrammiert. Ausstülpungen entstehen, auf denen sich die Eindringlinge quasi festkrallen können. Auch bei starkem Durchfall bleiben sie im Darm und werden nicht heraus gespült. „Grundvoraussetzung für diesen Signalweg ist ein spezielles Sekretionssystem – eine Art molekulare Spritze, durch die Bakterien ganze Proteine in die Wirtszelle einschleusen“, weiß die Zellbiologin Professor Dr. Theresia Stradal. Entscheidend sind hier die Faktoren Tir und EspFU. Tir wird auf der Oberfläche der Wirtszelle präsentiert, und ein Bakterium kann andocken. Hingegen gibt EspFU den Startschuss, um das Skelett der Darmzellen umzubauen. Die Rückkopplung erfolgt über ein weiteres molekulares Bindeglied, so dass der Umbau von Aktinstrukturen an Stellen mit Bakterien gehäuft auftritt.

Derart fixiert, pumpen EHECs das Killer-Eiweiß Verotoxin direkt in das Lumen des Darms. Diese Substanz gilt neben dem Botulinumtoxin als eines der stärksten natürlichen Gifte. Verotoxin hemmt speziell die Synthese von Proteinen in der Zelle und führt zum Untergang des betroffenen Gewebes. Über Blutgefäße bzw. Lymphbahnen können zahlreiche Organsysteme in Mitleidenschaft gezogen werden, etwa die Nieren, der Dickdarm, das Nervensystem oder die Bauchspeicheldrüse. Das Toxin scheint gezielt gegen kleine Blutgefäße in den Nierenkörperchen gerichtet zu sein. Deren Zerstörung führt zum hämolytisch-urämischen Syndrom, Untersuchungen zufolge sind bis zu zehn Prozent aller Infizierten betroffen. Zeigt die Laboruntersuchung eine Blutarmut durch den Abbau von Erythrozyten und ist auch die Zahl der Blutplättchen verringert, sprechen Kollegen von einer thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura. Bei manchen Patienten entzündet sich zudem die Schleimhaut des Dickdarms, bekannt als hämorrhagische Colitis.

Patienten informieren – Panik vermeiden

Dem haben Kollegen wenig entgegen zu setzen: Laut der Leitlinie „Akute infektiöse Gastroenteritis“ sollten keine Antibiotika verabreicht werden. Der Erfolg ist aufgrund von Resistenzen mehr als fraglich, und eine stärkere Freisetzung von Giftstoffen kann nicht ausgeschlossen werden. Vielmehr steht der symptomatische Ansatz im Mittelpunkt – Elektrolyte sind bei Durchfällen angezeigt, und schwerere Verläufe müssen ohnehin stationär behandelt werden. Beim hämolytisch-urämischen Syndrom kommt man um eine forcierte Diurese oder eine Dialyse nicht herum. Und nicht zu vergessen: Auch genesene Patienten scheiden teilweise noch über mehrere Monate infektiöse Keime aus. Strikte Vorschriften sollen verhindern, dass sie die Infektion in der Familie oder am Arbeitsplatz weiter verbreiten.

Bleibt noch die Prophylaxe: Für Patienten haben Epidemiologen des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) einen Leitfaden erarbeitet. Neben selbstverständlichen Hygienemaßnahmen wie Hände waschen raten sie zu einer strikten Hygiene in der Küche – Schneidebretter aus Holz sowie Putzlappen gelten als Paradiese für ungebetene Gäste. Und Obst beziehungsweise Gemüse sollte gewaschen werden; rohe Fleischprodukte sind momentan vom Speisezettel ganz zu streichen. „Weil EHEC-Bakterien vor allem bei Wiederkäuern vorkommen, müssen Milch und Fleisch dieser Tierarten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden“, rät BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Der altbekannte Spruch „Peel it, boil it, cook it – or forget it“ hat auch im Jahr 2011 nicht an Aktualität eingebüßt.

Doch auch die Unterstützung von Kollegen ist gefragt: Das BfR legt Ärzten nahe, bei Personen mit blutigem Durchfall umgehend einen EHEC-Nachweis führen lassen. Fällt dieser positiv aus, ist eine Meldung an die zuständigen Gesundheitsämter Pflicht. Dann sollten auch Proben an das Nationale Referenzzentrum für Salmonellen und andere Enteritiserreger in Wernigerode gehen.

321 Wertungen (4.63 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

44 Kommentare:

@ 47 Heute steht in der Zeitung, dass es doch nicht die Gurken aus Spanien gewesen sein sollen, bei 2 von den drei getesteten war der Erreger von einem anderen Typ. Beschämedn für den medizinisch-bürokratisch- industriellen Komplex, ärgerlich für den Steuerzahler, der dafür aufkommt und für die unschuldigen Gemüsehändler, die wegen dieser Inkompetenz wirtschaftliche Sanktionen zu tragen haben.

#44 |
  0
Pflegeheimleiter

NRW-Minister Remmel schreibt in der RP vom 28.05.11 auf
der Titelseite ” Spanische Gurken nur mit Hygiene Pass”
Mich würde brennend interessieren , was ein Hygiene-Pass
ist und was da drinn stehen soll. Minister geben ja oft
wahrhaft “Kluges” von sich, wenn der Tag lang ist.

Dieter Derpmann HP

#43 |
  0

interessant und hoffentlich hilfreich wird der oo-label-use von Eculizumab, der in Hamburg jetzt angewandt wird, Präparat “Soliris” von Alexion

#42 |
  0
Dr. Matthias Warzecha
Dr. Matthias Warzecha

Wir wissen, dass Cranberry Colibakterien (in der Blase) dazu bringt, dass sie sich kugelförmig verändern und ausgeschieden werden, weil sie sich weniger gut an Schleimhäuten festhalten können. Auch bei anderen Bakterien hilft es offenbar. Wir selbst haben positive Erfahrungen bei der Behandlung von Tieren. Hat jemand Erfahrungen bei EHEC…? Wird es irgendwo versucht?

Dr. M. Warzecha, Tierarzt

#41 |
  0
Gabriele Weiß
Gabriele Weiß

sehr guter und informativer Artikel!!!

#40 |
  0

Danke für den guten Artikel!
Ich möchte hier mal den Blick auf die Darmflora richten: eine optimale Schutz- und Immunflora würde sicher vor der hemmungslosen Ausbreitung von EHEC schützen. Siehe Pettenkofer.

#39 |
  0

Natürlich all umfassend, ein Chemiker!

#38 |
  0
Gesundheits- und Krankenpflegerin

Sehr informativ, vielen Dank

#37 |
  0
Renate Stoltenburg
Renate Stoltenburg

Für die Tippfehler bitte ich um Entschuldigung; die Schrift im Feld ist derart klein, dass ich manches einfach nicht lesen kann.
Sorry

#36 |
  0
Renate Stoltenburg
Renate Stoltenburg

Solange man vermuten kann, ist alles erlaubt.
Wenn ein Lebensmittel verseucht ist, müsste die ganze Tischgemeinschaft betroffen sein; also mehr Männer und Kinder.
ES sind aber überwiegend Frauen und auch ganz alte betroffen.
Die Frauen aber sind es, die überwiegend einkaufen. EHEC ist ein Schmierinfektion. Wie, wenn es ein Träger im Supermarkt mal ganz eilig hat und die Toilette benutzt?. Hand aufs Herz – wer wäscht sich die Hände? Schnell muss es geh´n, ja ganz eilig, den Einkaufswagen zum Auto und dann in den Stand. – Wieviele greifen sich gerade dieses Wagen noch bis uzm Feierabend heraus? – Und jede(r) fasst den Bügel an und schiebt! –
Abgesehen von gewissen “Kinderlieben”, die meinen, ihre Kinder hätten besseren Dreck an ihren Schuhen(!) und ohne Bedenken die Kinder in den Korb stellen !! – Wenn man was sagt, gibt´s Ärger und der Händler will sich die KUNDEN NICHT VERGRAULEN:

Nebenbei: Ich habe im Krankenhaus auch einnmal einen Klinkendurchfall auf der Station erlebt

#35 |
  0
Monika Geissler
Monika Geissler

Warum wird eigentlich nicht die Folie um das Gemüse verboten, weil dieses oft darunter schwitzt und bei der manchmal sehr langen Lagerung bei Raumtemperatur ein Treibhausklima im Inneren der Folie vorliegt, was das Wachstum von Keimen stark fördert.Abgesehen von den Folieninhaltsstoffen, die auf die Nahrung übergehen (z.B.Hormone). Das gilt gleichermaßen für die Verpackungen von Käse, Wurst,Fleisch,Mineralwasser.

#34 |
  0
Dipl.-Sozialarbeiter/-pädagoge Gerhard  Tolle-Deike
Dipl.-Sozialarbeiter/-pädagoge Gerhard Tolle-Deike

Schließe mich der allgemeinen Lobhudelei an. Feiner Artikel.
Habe ihn den KollegInnen im Gesundheitsamt weitergeleitet.
Dank und Grüße

#33 |
  0
Dr. med. vet. Dagmar Kary
Dr. med. vet. Dagmar Kary

Mit solchen Epidemien wie jetzt EHEC, vorher H1N1 oder immer mal wieder Salmonellen werden wir uns in Zukunft öfter auseinander setzen müssen. Schlägt da ein gewaltiger Boomerang zurück? Wir sollten unsere eigene Ernährung (zuviel Fleisch), die Ernährung unserer Tiere (Getreide und Maisfütterung bei Wiederkäuern) UND die Ernährung unserer Böden auf den Prüfstand stellen. Seit vielen Jahren verarmen unsere Böden an Humus, d.h. die Anzahl der effektiven Mikroorganismen und Kleinstlebewesen im Boden wird immer geringer. Ergo können auch ausgebrachte Dünger oder Gülle nicht mehr vom Boden verstoffwechselt werden. Ausgebrachte pathogene Bakterien werden nicht mehr “abgebaut” in der kaum noch vorhandenen Humusschicht. Sollten wir die Böden nicht als Magen/Darmtrakt unserer Nutzpflanzen verstehen? Wir untersuchen unseren erkrankten Magen/Darmtrakt, wir untersuchen den erkrankten MD-Trakt unserer Nutztiere, und was ist mit den Pflanzen/Böden?
Warum vorwiegend Norddeutschland ? Ja, es hat wenig geregnet und somit dazu beigetragen dass Erreger nicht weggewaschen wurden. Im Norden ist die Landwirtschaft noch mehr industrialisiert als Richtung Süden. Schaut sich jemand den Zustand der Böden an, auf denen besagter Salat/Gurke/ Tomate gewachsen ist?
Ich will hier nicht der Landwirtschaft den Schwarzen Peter zuspielen, denn ich bin der Meinung , daß wir Verbraucer unsere Ernährungsgewohnheiten selbst überdenken sollten. Wir haben jeden Tag die Wahl, und zwar bei unserem täglichen Einkauf.

#32 |
  0
Gesundheits- und Krankenpflegerin

Guten Morgen,seit Freitag arbeiten meine Kollegen und ich rund um die Uhr bei Pat. mit HUS mit Plasmaaustauschverfahren parallel zur Dialyse. Mit Erfolg, doch der sich sehr sehr langsam einstellt, es ist echter Wettlauf mit der EHEC´s Teilungsfreude.
Zwischendurch hat man paar Minuten Zeit nachzudenken und ich greife das Kommentar von Dr. Hanke auf- WARUM VERSUCHEN WIR PARALLEL ZU ALLEN VERFAHREN DIE KOHLE TBL. NICHT? Was spricht dagegen????

#31 |
  0

Lieber Leser,

das Wetter ist (an EHEC) schuld. Nie das, womit sich Mensch und (domestiziertes) Tier ernährt.

#30 |
  0

Wen die Hintergründe dieses Problems interessieren, der sollte sich den Film “Food Inc.” ausgestrahlt in 3SAT im Februar diesen Jahres ansehen. Er ist auch käuflich zu erwerben, z.B. bei einem großen Medienversandhandel.
Herzlichen Dank für Ihren informativen Artikel, der allerdings sehr “technisch” klingt, so als müsse man nur die “Gegenschraube” finden und das Problem wäre gelöst.
Klar, dass ein Tierarzt keinen Zusammenhang mit der Massentierhaltung sehen kann. Die wenigsten “Ingenieure”, die bei großen Stromversorgern beschäftigt sind, sehen in “unseren” Kernkraftwerken ein Problem.
Ich halte es eher mit der Indianerweisheit: “Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr herausfinden, daß man Geld nicht essen kann. …”

#29 |
  0
Prof. Dr. med. Christian Albrecht May
Prof. Dr. med. Christian Albrecht May

Bezüglich Herrn Falkenhain und Herrn Hellwig.

Das Problem ,was hier angerissen wird, liegt nicht so sehr in der Hygienekontrolle, sondern mehr in der Frage wie viel Fleisch brauchen wir wirklich für eine gesunde Ernährung. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die berühmte, aber fast vergessene Ernährungs-Großstudie in Dänemark 1917/18 hinweisen (federführend von Mikkel Hindhede initiiert). Originalarbeit: JAMA 74,6 (1920).
Ein vollständiger Verzicht auf Schweinefleisch (und ein paar andere Ernährungsumstellungen) zeigte einen rapiden Anstieg der Gesundheit der Bevölkerung. Keiner will das heute weiter umsetzen. Potentielle Gegner: (Billig)Fleischerzeuger, (Billig)Fleischkonsumenten, alle, die von diesen Kranken leben.
Ich möchte hier keineswegs einem verordneten Vegetarismus meine Stimme verleihen, aber eine gesunde Restriktion wäre politisch sehr notwendig!!

#28 |
  0
Gunther Hanke
Gunther Hanke

Ich bin erstaunt, dass in der ganzen Diskussion niemals die medizinische Kohle als Heilmittel diskutiert wird. Durch deren toxinbindende Wirkung ist m.E. gerade hier eine deutliche Verbesserung des Verlaufs zu erwarten.

#27 |
  0
Dipl.Tzt Ursula Eybel
Dipl.Tzt Ursula Eybel

Lieber Herr Kollege Dr. Tremblau

zumindest in der Kleintierpraxis ist es immer auch ein Mitbertreuen des Tierbesitzers. Ich bin mir sicher, daß auch meine Kollegen über das Thema Zoonosen aufklären, denn das ist Teil unseres Berufes. Aber Panikmache und Verteufelung von Streichelzoos sollte doch vermieden werden. Vielleicht ist auch ein übertriebenes Maß an Hygiene nicht immer das Beste für die Gesundheit.

#26 |
  0

Herr Falkenain,
ich muss Ihnen letzen Gedanken widersprechen, dass die so genannte Massentierhaltung der Grund allen Übels sei.Die Übertragung und Vermischung von Viren (Vogel, Schwein, Mensch)bei H1N1 kann nur passieren, wenn alle 3 so eng zusammenleben und gleichzeitg Viruaausscheider sind (alle zur gleichen Zeit erkankt – und “zusammenleben -siehe Mexikanische Grippe)). Schweinebetriebe haben keine Hühner und kranke Mechsen gehen nicht in den Stall).
Salmonellen werden hervorragend durch die Salmonellenverordung erfaßt. Der Anteil an Salmonellen in Schweinebetrieben ist wirlich recht gering. In Biobetrieben (z. B. Hühner) ist der Anteil höher (incl. Medikamenteneinsatz). Auch Dioxin ist natürlicherweise in Frreilandhaltungen höhe angereichert.
Tiermehle oder Ähnliches (Speisereste) sind in der Tierfütterung verboten. Das sollte man wissen.
Wie war das früher mit Tuberkulose? Es gibt noch viele Beispiele.
Also, der Intensivtierhaltung den schwarzen Peter zuzuschieben, passt nicht. Gerne diskutiere ich imt Ihnen darüber.
Mir macht das gewaltig Gedanken mit EHEC – und ich komme immer wieder auf die “Natur-Düpngung” (incl. Biogasresten). Nicht überall läuft die bereits benannte Hygienisierung (70 Grad, 60 Minuten – die Stunde darf erst “beginnen”, wenn die Kerntemperatur 70 Grad beträgt, also die gesamte Masse 70 Grad erreicht hat). Es gibt keine Wartezeit zwischen Ausdbingung und Ernte (Biogasrestmasse stinkt nicht).Es hat nicht geregnet – Pathogene wurden nicht “abgewaschen” von den Blättern…..
Ernst-Günther hellwig, Tierarzt, Fachtierarzt für Schweine, Leiter der Agrar- und Veterinär- Akademie

#25 |
  0

“Sind Biolebensmittel besonders gefährlich?”

Vermutlich nicht. Ich kenne die genauen Vorschriften für die Erzeugung von Bio-Lebensmitteln nicht, aber es ist anzunehmen, dass zumindest die Richtlinien bei den “echten” Bio-Erzeugern (Demeter, Bioland, …) eine Fütterung mit Getreide (wie im Text zu lesen), zumindest aber widernatürliche Futtermittel, die z.B. Tiermehl enthalten, nicht erlaubt.

Es ist (wieder einmal) an der Zeit zu sagen, dass an allen Problemen, die wir in der letzten Zeit im Zusammenhang mit vom Tier auf den Menschen übertragbaren Erkrankungen hatten (H1N1, Schweinegrippe aber auch Salmonellen,…) nichts anderes schuld ist als die “moderne” Massentierhaltung. Darüber hinaus ist sie als ökologisches, volksökonomisches Desaster eines der größten gesamtgesellschaftlichen ethischen Verbrechen der Gegenwart. Ich kann nicht verstehen, warum dem Wahnsinn nicht endlich ein Riegel vorgeschoben wird.

#24 |
  0

Endlich wird das Phänomen EHEC einmal wissenschaftlich und “unaufgeregt” behandelt, sehr hilfreich und informativ.

#23 |
  0
Heilpraktikerin

vielen Dank für diesen fundierten Beitrag!

#22 |
  0
Heilpraktikerin

super, vielen Dank für den fundierten Beitrag!

#21 |
  0
Anna Maria Koch
Anna Maria Koch

Herzlichen Dank für die kurz zusammen gefasste Information.
Für mich, in der Schwangerenbetreuung,ist dieser Artikel in der Vorsorge von großer Bedeutung

#20 |
  0
FTA für Rinderklinik Walter Beretta
FTA für Rinderklinik Walter Beretta

Coli-bakterien sind nicht Sporenbilder und dadurch in Biogasanlagen vollkommen inaktiviert. Es ist bekannt, dass hohe Gaben von Mais- und noch mehr Gras-Silage an Rindern, die Ausscheidung von extrem hohe Mengen an E. coli verursacht.Die heurige klimatische Situazion, anhaltendes tockenes Wetter, für die Jahreszeit zu hohe Temperaturen, können auch wahrscheinlich die Wirte diese Coli-Stämme schwächen und/oder die Pathogenität der Coli-stämme Steigern.Das alles ohne die wichtigsten Hygieneregeln einzuhalten kann schon eine Epidemie auslösen.

#19 |
  0
Gesundheits- und Krankenpfleger

Danke für den Beitrag. Nun kann ich meinen Patienten das Ganze etwas besser erklären und vielleicht für ein wenig mehr Klarheit sorgen. Viele sind sehr verunsichert!

#18 |
  0
Dr. med. Wolfgang Krentel
Dr. med. Wolfgang Krentel

Sehr guter Artikel!

#17 |
  0
Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Danke Herr van den Heuvel;

Kinder lobt man. Erwachsene machen sowieso alles richtig.-
Also: Erwachsene zu loben könnte kränkend sein.

Ich bin angetan von Ihrem auch sprachlich mit jedem Wort
(keins zu viel und keins zu wenig) so treffendem Text !

Ich werde ihn, wenn Sie erlauben umgehend einer meiner (ausländischen) Schwiegertöchter wegen der 23 Monate alten Enkelin schicken, die so gern mit kleinen Tieren spielt.-

Viele Zoos unterhalten als Werbegag eine Baby-Spoeltier Abteilung “zum Anfassen!”

Meine Anregung: Risiken durch Zoonosen. Vielleicht sollten die Veterinärkollegen bald eine Sprechstunde für
Menschen einrichten !!!

Herzlichen Dank
(nun werde ich doch weiter knappe Zeit für DocCheck aufwenden.-)
Tremblau

#16 |
  0
Tierärztin Ute Niebuhr
Tierärztin Ute Niebuhr

Super Artikel.

#15 |
  0
Elke Sloot
Elke Sloot

Die Hygiene die empfohlen wird sollte schon mindestens 50 Jahre selbstverständlich sein! Bei den Salaten, die im Geschäft mit ” Kopfdüngung” betitelt werden, ist sowieso größte Vorsicht geboten, da der Verbraucher nicht erahnen kann, mit was gedüngt wurde. Vielleicht mit Gülle? Diese Produkte werden nie gekocht, somit auch keine Bakterien abgetötet.
Dagegen der Krankenhauskeim, an dem sehr viele Menschen in Deutschland HEUTE noch sterben wird total unter den Teppich gekehrt!
Natürlich ist für jeden einzel gesehenen Menschen dieser Stamm eine Bedrohung,meiner Meinung nach ist dieses nur Panikmache unserer Medien, um von anderen Themen abzulenken!
Wer kritisch mit den Produkten umgeht, wird sicherlich nicht erkranken! Deutschland Wohlstandsgesellscheft? Oder doch eher, außen hui und innen pfui???

#14 |
  0
Maria Böhm
Maria Böhm

Ein sehr guter Beitrag !

#13 |
  0

Danke für den Beitrag, ich habe ihn ausgedruckt und nehme
ihn morgen in die Praxis mit zur Aufklärung für Personal und Patienten.

#12 |
  0
griseldis münchow
griseldis münchow

sehr informativ, danke

#11 |
  0
Zahnarzthelferin

Guter Artikel!

#10 |
  0
Nichtmedizinische Berufe

Herzlichen Dank. Dieser Artikel ist sehr wohltuend gegenüber dem ganzen Schrott, der durch die Medien geistert.

#9 |
  0

Danke ebenfalls fuer die Ausfuehrungen!!

#8 |
  0
Sylvia Reinema
Sylvia Reinema

Vielen Dank für die Informationen

#7 |
  0
Elke Morsbach
Elke Morsbach

Super Artikel,vielen Dank!

Auch der Beitrag von Frau Stenkamp gibt einen wertvollen Aspekt im Hinblick auf die Biogasanlagen

#6 |
  0
Silke Stenkamp
Silke Stenkamp

Könnten diese EHEC´s auch aus den Biogasanlagen kommen? Ebenso sind ja auch Salmonellenübertragungen möglich, die bei unzureichenden Temeperaturen der Hygienisierung der Biogasrestmasse (70 Grad 60 Minuten) so denkbar wären? Untersucht ist diesbezüglich nichts – aber wäre eine solche Vermutung nachvollziehbar?
Biogasanlegen werden mit Gülle und Energiepflanzen gespeist. Leider dürfen auch Risikomaterialien wie Hühnerkot, Speisereste und Schlachtabfälle als Inputsubstrate eingesetzt werden. 80% des Inputs in die Anlagen kommen als Restmasse auf Wiesen und Felder.
Man sollte Untersuchngen und Forschungen diesbezüglich fordern.
Meines Wissens gibt es keine Wartezeiten nach dem Ausbringen der Biogasrestmasse und der nachfolgenden Ernte. So etwas wäre also doch theoretisch möglich????

Bei Cl. Botulinum, der in der chron. Form zur Zeit massiv sein Unwesen bei Rindern und auch jetzt bei Hunden und Katzen nachgewiesen wurde, kommen wir mehr und mehr ins grübeln. Haben wir das Ökosystem “Botulinumsporen” massiv gestört durch einen möglichen zu hohen Eintrages in die Natur?
Fragen über Fragen und vor allem handlungsbedarf.

Ernst-Günther hellwig, Tierarzt, Fachtierarzt für Schweine, Leiter der Agrar- und Veterinär- Akademie

#5 |
  0
Weitere medizinische Berufe

Sind Biolebensmittel besonders gefährlich?

#4 |
  0
Reiner  Kaltenborn
Reiner Kaltenborn

Sehr guter Beitrag. Das Problem sehe ich aus wirtschaftlicher Sicht leider in den “Vermutungen”, die die Presse aufgreift und verbreitet. Die Folgen sind bekannt.

Ganze Wirtschaftszweige können betroffen, kleinere Betriebe zu Grunde gehen. Hier erwarte (erhoffe) ich ein bischen mehr Feingefühl. Sollte zum Beispiel tatsächlich die “Gülle” verantwortlich sein, müsste es viel gravierender sein.

Wobei tatsächlich die Gülle nicht für Rohkost verwendet wird. Hoffen wir, dass sich bald ein tatsächlicher Herdbefund herauskristallisiert.

#3 |
  0

Danke für die umfassenden Infos

#2 |
  0

sehr gut, kommt genau zur rechten Zeit!

#1 |
  0
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: