Liebe Grüße von der Attest-Stasi

20. April 2016
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Gerade während der heißen Prüfungsphasen häufen sich Krankschreibungen an den Unis. Prüfungsämter drohen jetzt mit restrikiven Maßnahmen: Studierende sollen künftig angeben, warum sie einer Prüfung fernbleiben. Wie bewerten Ärzte und Studierende das Thema?

Psychische Probleme nach einer Trennung oder schwangerschaftsbedingte Übelkeit – geht es nach einigen Hochschulrektoren in Deutschland, müssen Studierende künftig angeben, warum sie ihrer Prüfung fernbleiben. So fordert die Universität Freiburg „Angaben zu Symptomen und der daraus resultierenden Leistungsminderung“. Darmstadt, Dortmund und Kiel hatten ähnliche Vorgaben, mussten aufgrund des massiven Drucks aber zurückrudern. Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch – und für Ärzte, die eine Krankschreibung ausstellen, wie für Studenten, die sie brauchen, gleichermaßen interessant.

Muster ohne Wert

Professor Dr. med. Christian Albrecht May von der Technischen Universität Dresden hat sich als Hochschullehrer und Arzt mit der Thematik befasst. „Für den Kurs Mikroskopische Anatomie und Makroskopische Anatomie (beide parallel im Sommersemester) bekommen wir maximal sieben Krankmeldungen während des ganzen Semesters“, so May zu DocCheck. „Auf eine Woche hochgerechnet sind das pro Woche weniger als 0,4 Prozent der Studierenden.“ Zum Ende des Semesters finden mit sieben Tagen Abstand eine große mündliche Testierung „Innere Organe“ und eine Histologieklausur statt. „Im Sommer 2015 haben sich für die Makroskopie-Prüfung vier Prozent und für die Histologieklausur sechs Prozent krank gemeldet“, berichtet der Dozent.

Viele Diagnosen seien nach wie vor ohne Situationsbezug; häufig kämen Gastroenteritis und Erkältungen vor. Auf keiner Krankmeldung würden Verbindungen zu Testaten gezogen. Albrecht May berichtet von einer besseren Alternative: „Wir haben nun für die zweite (und letzte) Wiederholung ein Verfahren der aktiven Anmeldung gewählt.“ Studierende entscheiden selbst, wann sie sich fachlich fit fühlen. Das Prinzip hat sich bundesweit noch nicht durchgesetzt. An vielen Unis ist das Attest noch Mittel der Wahl, wie Studierende berichten.

Kurze schriftliche Erklärungen

Daniel Wessling studierte an der Universität Tübingen Humanmedizin und Biologie (Bachelor). „In beiden Fächern kam es vor, dass ich Prüfungen krankheitsbedingt nachholen musste“, erzählt er DocCheck. „Für eine verpasste Prüfung reichte bisher sowohl bei mir als auch bei meinen Freunden immer ein ärztliches Attest ohne Angabe von Symptomen.“ Ähnlich sei es bei der Verlängerung von Fristen zur Zwischenprüfung gewesen. Bei Bekannten aus anderen Fachbereichen hätten teilweise kurze, schriftliche Erklärungen ausgereicht. „Wichtig ist, dass auf der ärztlichen Bescheinigung vermerkt ist, dass keine universitäre Veranstaltung besucht werden konnte oder dass ein Antritt zur Prüfung nicht möglich war. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird gegebenenfalls nicht akzeptiert, da diese – wie ich finde auch völlig korrekt – eben nicht auf die Universität bezogen ist.“

Seiner Erfahrung nach sind Ärzte gern dazu bereit, einen kurzen Text mit Bezug auf die Uni zu verfassen. Wessling: „Ich habe Kontakt zu Studenten aus nahezu allen Semestern, und noch nie gehört, dass die Universität bei verpasster Prüfung eine Stellungnahme zu den genauen Ursachen der Erkrankung gefordert hat.“ Ihm sind nur Ausnahmefälle bekannt, sprich vier Atteste im gleichen Fach hintereinander, bei denen die Hochschule tatsächlich genauer nachgefragt hat. „Aber selbst bei Freunden, die etliche Klausuren krankheitsbedingt nicht mitschreiben konnten, wurde ohne Beanstandung ein kurzes Attest akzeptiert“, so Wessling.

Besser selbst entscheiden

Medizinstudentin Marlene Heckl aus München sieht ebenfalls keine Notwendigkeit für drastische Maßnahmen. „Sicherlich gibt es Kommilitonen, die sich ein Attest holen, weil sie mit der Prüfungsvorbereitung nicht fertig geworden sind. Ich denke aber, die sind eher eine Minderheit, denn bei uns kann man zu Semesterbeginn entscheiden, ob man ein Fach nicht einfach ins nächste Semester schiebt – und damit auch die Prüfung.“ Natürlich gebe es Studenten, die einfacher an Krankschreibungen kämen als andere. Heckl: „Wenn ein Arzt in der Familie ist, ist dies sicherlich eine geringere Hürde. Aber wenn man unbedingt ein Attest möchte, findet man bestimmt auch ohne ärztliches Vitamin B eine Möglichkeit.“

Marlene Heckl fände es ohnehin besser, wenn jeder Student selbst entscheiden könnte, ob er die Prüfung mitschreibt oder nicht. „Bei uns ist es beispielsweise in einigen Fächern wie Mikrobiologie möglich, sich bis ein paar Tage vor der Klausur abzumelden – ganz ohne Attest oder eine Erklärung. Wir sind doch alt genug, um entscheiden zu können wann wir eine Prüfung schreiben und wann es besser wäre sie zu schieben.“ Von der Diskussion um strengere Regelungen hält sie nichts – schließlich sei jeder selbst dafür verantwortlich, mit allen Prüfungen fertig zu werden. „Und die paar Kommilitonen, die sich dadurch vielleicht einen Vorteil verschaffen wollen, haben doch letzten Endes auch einen Nachteil, weil sie länger für das Studium brauchen, wenn sie ständig Prüfungen verschieben.

Freie Plätze im Wartezimmer

Mehr Eigenverantwortung beim Thema Krankschreibung käme aber nicht nur Studierenden oder Angestellten zu Gute. Wolfram Herrmann, Wissenschaftler an der Universität Magdeburg, zufolge kommen Deutschlands Versicherte auf 17 Arztkontakte im Jahr, während es bei Menschen aus Norwegen lediglich 5,4 sind? Zusammen mit Anders Bærheim, Bergen, interviewte Herrmann Patienten in deutschen und norwegischen Hausarztpraxen. Bei der Morbidität gab es keine nennenswerten Unterschiede, aber sehr wohl beim Arbeitsrecht.

Während sich Arbeitnehmer in Norwegen viermal pro Jahr für bis zu drei Tage selbst krankschreiben können, benötigen Angestellte aus Deutschland am dritten Tag ein Attest. Viele Firmen sind dazu übergegangen, Krankschreibungen schon am ersten Tag zu fordern. Ärzte verbringen viel Zeit mit Bagatellerkrankungen und mit Schreibkram. Er fordert, die Regeln für Krankschreibungen bei uns zu lockern. Das setzt auch Hochschulen unter Druck.

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18 Kommentare:

Gast
Gast

Wie triste! Wer “nicht kann, der kann nicht!”. Da macht es die Schweiz und zahlreiche andere Länder PERFEKT vor:
Aber man sieht es bei Germanwings:
Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen, möchte man “so gerne” Daten sammeln: Dann geht der mit Problemen belastete Flugschüler erst gar nicht mehr zum (Fach)Arzt, sondern besser zum Heilpraktiker, oder lässt es denn ganz!
Man kann es “Verschlimmbesserung” nennen:
Was vorher schon Sch… war ist, nach der Intervention der Politiktruppe, seit längerer Zeit auch noch Großteils Juristen im Bundestag, final bestenfalls eine Bauchlandung! Merke: Wer zur Prüfung nicht erscheint (oder nicht erscheinen kann) hat ja bereits den Schaden! Dieser Kontrollwahn ist “typisch deutsch”, na ja, bis 1945 und später hat man ja eine gewisse Erfahrung,- nicht? “Am deutschen Wesen wird die Welt genesen”? Diese Distanzlosigkeit schadet mehr als diese nutzt. Warum macht man diesen “Quatsch”? Wer studiert und sich den Herausforderungen einer Prüfung gewachsen sieht wird sich “von selbst” der Herausforderung stellen: Besser ein Mediziner, der ganz bewusst eine Prüfung ansteuert, als jemand, den man, unter Auflösung des Arzt-Patienten Verhältnisses, dazu nötigt, völlig distanzlos Dinge preiszugeben, die NIEMANDEN, absolut NIEMANDEN Dritten, etwas angehen! Was soll dieser deutsche Käse? P.S.: Selbst die flächendeckende Überwachung aller Deutschen, soweit bei einem großen Internet-Anbieter, zeigt wohin der Hund läuft:
Wenn jemand Terrorismus verhindern will, macht das so ja auch u.a. keinerlei Sinn! Die Aktivitäten der RAF (“Rote Armee Fraktion”), lange her, damals per flächendenkender Überwachung, versucht, in den Griff zu bekommen, brachte unter dem Strich keinsterlei Erkenntnis, die zur Ergreifung eines der Gesuchten führten! Nicht ein einziger Hinweis! Und hier ist es an sich ebenso:
Die Kamelle, ein Individuum als krank und prüfungsunfähig zu beschreiben, ist IMMER eine subjektive und individuelle Entscheidung des Arztes! Das Arzt-Patienten-Verhältnis steht nicht zur Disposition, egal um was es geht. Ein Tabu! Wer Diagnosen disloziert macht sich formal an sich “strafbar”, oder nicht?
Was soll das also? Egal ob das Desaster mit Germanwings oder mit einem prüfungsnahen Studenten: Am TABU des Arzt-Patienten-Verhältnisses darf und kann sich nichts ändern! An sich dürfte sich keine Ärztekammer damit zufrieden geben,- gerade da die Wertigkeit des Jobs sich ad hoc sicherlich dann dem Nullpunkt nähert. Wäret den Anfängen; Mit solchen Übergriffen zumindest bringt es Niemandem etwas. Wer sich prüfen lassen will, wird sicher von sich aus erscheinen: In keinem anderen Land bekanntem Land gibt es solchen “Schmuh”,- “typisch teutsch”? Muss nicht sein, oder ???

#18 |
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Gast
Gast

Es ist leider in Deutschland eine Regellungswut entstanden, die ohnegleichen ist. Druck von oben, stigmatisierung von Studenten, die aufgrund des massiven Drucks immer mehr zur psychologischen Beratung gehen müssen, um überhaupt für sich einen individuell gangbaren Weg zu finden. Preußisches Durchhaltevermögen ist halt immer noch in vielen Köpfen.

#17 |
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Dr Wilfried Veltzke-schlieker
Dr Wilfried Veltzke-schlieker

Wenn Sudenten in 4 Wochen bis zu 22 Prüfungen haben und gleichzeitig Anwesenheitspflicht in der Uni bis teils 20 Uhr abend besteht dann sind getürkte Atteste Selbsthilfe oder ist Ihnen eine steigende Suicidrate mit Drogenkonsum lieber
Gruß veltzke-Schlieker

#16 |
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Sandra
Sandra

Also in Giessen ist es auch so, dass Atteste mit der Diagnose verlangt werden.
Als Studentin ist es mir schon sehr unangenehm, dass immer alle über den Grund meiner Erkrankung Bescheid wissen. Das führt aber auch dazu, dass einige Hausärzte gerne mal eine andere Diagnose notieren, wenn bekannt ist, dass das Prüfungsamt bestimmte Erkrankungen auch mal zum Nachteil des Studenten auslegt.
Mir wäre eine einheitliche Regelung, die dieses Verlangen nach Offenlegung bremst, sehr recht!

#15 |
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Ich verweise insbesondere die juristische Fakultät der Universität Düsseldorf auf das StGB

#14 |
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Also da muss ich mich zu Wort melden, aus dem Nachbarland im Süden.
In Österreich ist es UNDENKBAR, dass die ärztliche Schweigepflicht OHNE GERICHTLICHE ANORDNUNG aufgehoben wird. Ein “Nichterscheinen können” bei einer Prüfung ist ganz sicher kein Grund, die ärztliche Schweigepflicht aufzuheben. Die UNI könnte es ja einmal mit einem Gerichtsverfahren versuchen, wird aber ganz sicher beim Gericht abblitzen. Kein Arbeitgeber und keine Studienabteilung haben das Recht zu wissen, um welche Krankheit es sich handelt. Wenn der Arzt ein Attest ausstellt (und zwar ohne Angabe der Erkrankung!), so ist dies per Gesetz absolut gedeckt.
Bei Studierenden, die einfach nicht zum Prüfungstermin erscheinen und auch kein Attest mitbringen, setzen wir die Prüfung nicht negativ, sondern es fand kein Antritt statt und es gibt im Universitätsgesetz die Möglichkeit den Studierenden für eine gewisse Zeit sperren zu lassen, z.B. darf er dann innerhalb der nächsten 4 Monate zu dieses Prüfung nicht antreten.
Es ist ausdrücklich verboten, dass ein Arbeitgeber (und das ist die UNI in gewissem Sinne auch!) einen krank geschriebenen Arbeitnehmer (Studierenden) auch nur zu kontaktieren (anrufen, anschreiben, mail senden), was denn eigentlich der Grund der Erkrankung sei, oder ob es noch länger dauert, da dies in Österreich als Nötigung angesehen wird, weil der Arbeitnehmer durch diese Nachfrage “unter Druck gesetzt werden könnte”.
Im Ausnahmefall! kann eventuell eine amtsärztliche Untersuchung durch den Arbeitgeber (UNI) angeordnet werden, aber da müssen schon handfeste Gründe vorliegen!!!
Ein Arzt darf nicht einmal der Polizei eine Auskunft über eine Erkrankung eines Patienten geben, sofern keine gerichtliche Verfügung der Aufhebung der Schweigepflicht vorliegt!

#13 |
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Gast
Gast

Ich kann zum Einen Hochschulen verstehen, wenn sie durch die Angabe der Erkrankung unterbinden wollen, dass Studenten sich auf Attest Freizeit holen, oder eine Gnadenfrist für Prüfungen. Zum Anderen, verstehe ich nicht, warum man kein System schaffen kann, in dem es möglichst wenig Überschneidungen der Fachprüfungen gibt (also weg von der “Prüfungswoche”) und man sich für Prüfungen jeweils an- und abmelden kann, ohne dass dabei Versuche verfallen.
Einen wirklichen Vorteil bekommen Studenten, die ihre Prüfungen schieben ja nicht, da an den meisten Unis geregelt ist, in welchem Zeitraum nach Kursende die Prüfung abzulegen ist. Es ist ja jetzt zum Teil schon so, dass Studenten ein amtsärztliches Attest brauchen, um einer Prüfung fern zu bleiben ohne als durchgefallen zu gelten.
An meiner Uni (Ausland) wurde ein Ärzteteam für Studenten, bestehend aus Allgemeinmediziner und Psychotherapeuten eingestellt, das auch über die Prüfungsfähigkeit entscheiden darf. Alle krankheitsbedingten Fehlzeiten müssen auch von einem der Ärzte abgesegnet/kontrolliert werden.
Vielleicht wäre so ein ärztlicher Dienst auch was für deutsche Unis.

#12 |
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Gast
Gast

In Dresden wollen die es also genau wissen!
Die kennen das ja nicht anders!

#11 |
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Klaus Fischer, Chemiker
Klaus Fischer, Chemiker

Ich staune immer wieder, wie gern heut die Leut zum Arzt gehen ohne ernstliche
Mängel oder Nachteile. Man hat eben Zeit. Und doch, als ich einst meine Diplomprüfung ablegen sollte, kam völlig unerwartet eine Blinddarmentzündung. Op war angesagt, denn es gab Schmerzen. Durchbruch ?
Vom Krankenhaus konnte per Telefonat veranlasst werden, dass der Prüfungstermin nicht wahrgenommen werden kann.
Es gibt also sicher immer wieder echt triftige Gründe, um absagen zu müssen.

#10 |
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Gast
Gast

Klar kommt es vor, dass sich Studenten mit einem Attest vor Prüfungen „drücken“, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, regulär zurückzutreten.
Dennoch macht es sich zu einfach, wenn man die Anzahl der Krankschreibungen während des Semesters und während der Prüfungsphase vergleicht und daraus folgert, dass die Studierenden eben die Klausur vermeiden wollen.
Es macht doch einen erheblichen Unterschied, ob ich mich krank in ein Seminar schleppe, um den Kurs nicht wegen des Fehltermins wiederholen zu müssen (wieviele Anwesende an einem durchschnittlichen Kurstag wohl eigentlich krankgeschrieben gehören…?), oder ob ich mich krank auf eine Prüfung vorbereite / diese eben krank mitschreibe. Natürlich will ich da voll leistungsfähig sein!

#9 |
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Wichtig ist, dass die Prüfungsregeln und -zeiten zu Semesterbeginn klar formuliert werden. Damit haben wir beste Erfahrungen gemacht. Studenten sind erwachsen und entscheiden selbständig, ob sie sich der Prüfung gewachsen fühlen oder nicht. Ärztliches Attest ist völlig ausreichend. Weitere Begründung ist nicht notwendig.

#8 |
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Ärztin

Es ist doch nachvollziehbar, dass die Prüflinge schon bei geringen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit erstmal von der Prüfung zurücktreten wollen. Strengere Bestimmungen werden daran nichts ändern. Die ärztliche Schweigepflicht sollte gewahrt bleiben.

#7 |
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Davon abgesehen, dass dieses Vorgehen äußerst fragwürdig ist, erlebe ich täglich, dass schon minderjährige Schüler (aller Schulformen!) kein Problem haben, eine Anamnese vorzubringen, die ich nicht nachprüfen kann und die zu der gewünschten Krankschreibung führt (Gastroenteritis, Migräne….). Selbst eine zugegebene “Prüfungsangst” (sei sie nun pathologisch oder sozusagen normale Reaktion wegen mangelnder Vorbereitung) kann prüfungsunfähig machen und führt oft ins weite Feld der Psychosomatik. Auch hier bekommen die Schüler ihr Attest.
Studenten dürften also erst recht keine Schwierigkeiten haben, ein ausführlicheres Attest zu bekommen, d.h., es macht wirklich überhaupt keinen Sinn, für diese Pseudo-Hürde die ärztliche Schweigepflicht aufzugeben.

#6 |
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Gast
Gast

Dann sollten die Studierenden bitte einmal Arsch in der Hose haben,es wird ja auch sonst für und gegen jeden Mist demonstriert, um ihre Rechte zu kämpfen.
Hier wird eindeutig die ärztliche Schweigepflicht verletzt und dem Arzt implizit unterstellt ein falsches ärztliches Attest auszustellen und damit sogar eine Straftat zu begehen.
Hier ist es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der AStA und der Fachschaften gegen diese Praxis ggf. juristisch vorzugehen und knallharte Anwälte damit zu beauftragen.Aus der Handlungsweise der Universitäten, eine , nach Meinung des Prüfungsamtes, wegen nicht hinlänglich begründeter Krankheit versäumte Prüfung als nicht bestanden zu werten, könnte sogar Schadenersatzansprüche des Studenten gegen die Universität begründen. Ich freue mich schon auf die ersten Verfahren in dieser Sache.

#5 |
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Intensivmediziner
Intensivmediziner

Ist doch völlig egal, warum man eine Prüfung nicht ablegt,
Ohne Prüfung kein Studien Abschluss.
Studien-Abbrecher hat es immer gegeben
und nicht zu knapp, in der Medizin immer 2-stellig.

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F. Augstein
F. Augstein

Bei uns in Heidelberg muss man sich für die meisten Klausuren und Prüfungen anmelden bei einigen gezielt abmelden. Mit dem System kam ich ganz gut klar. Natürlich habe ich auch mal eine geschoben, aber zum Glück war ich nie in der Prüfung krank – imm erst danach ;)

#3 |
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Gast
Gast

Bei uns in Dresden ist es schon standart und gilt für uns Medizin studenten. Wir müssen den Arzt der Schweigepflicht entbinden bzw. einen Zettel welches vom Referat Lehre erstellt wurde ausfüllen lassen indem der Arzt die Symptome und die zugrunde liegende Erkrankung bennen muss. Die Prüfungskommision beurteilt dann ob man “wirklich” Prüfungsunfähig ist ohne einen je gesehen zu haben. Als Beispiel haben die angebracht, dass man ja mit einem gebrochenem Fuß sehrwohl eine Prüfung mitschreiben könnte. Tut man dies nicht und reicht nur ein normales Attest ein wird die Prüfung als nicht bestanden gewertet. Ich persöhnlich finde diese Methode sehr fragwürdig, habe mich aber mitlerweile mit ihr arrangiert. Interessant wäre es allerdings wenn mal ein Kommilitone, falls er ein normales Attest (AU) einreicht und durchfällt dagegen klagen würde. Ich kann mir vorstellen das die Praxis nicht ganz rechtens ist zumal sie die Autorität des Hausarztes oder krankschreibenden Facharztes infrage stellt sowie die Schweigepflicht bzw. das Krankheitsgeheimnis außer Kraft setzt.

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Gast
Gast

Mir gruselt es schon beim ersten Absatz! Uni wollen Gründe sehen? Wofür bitte? Es gilt der allgemeine Datenschutz. Auch einem Arbeitgeber hat es – mit Verlaub – einen Feuchten Dreck zu interessieren, warum man sich krank schreibt.

Und an “fake”-Krankschreibungen haben die Unis auch oftmals selber Schuld. Ich bin selbst an einer UNI die als Standard “Immer angemeldet zur Prüfung!” hat. Absolut nervend.

Gerade wenn man kein junges “Kücken” des Abis mit 17. ist, und sogar Wartesemester hinter sich gebracht hat, braucht Lernen auf vernünftigen Niveau auch mehr Zeit (Stichword Plastizität der Neurone…). Ich habe einige miterlebt, die sich der Unipraxis widerstandslos ergeben haben. Nach 7-8 Jahren warten auf den Platz haben sie – egal wie vorbereitet weil es ist ja Pflicht – jede Prüfung mitgeschrieben. Teilweise auch ohne irgendeinen Lern-Handschlag. Resultat: Exmatrikulation.

Wer ein Fünkchen Verstand hat, sucht sich einen Arzt seines Vertrauens, der mit einem Attest den imensen Lerndruck aus der Sache nimmt. Damit keine “Schnellbrüter-Kollegen” entstehen, sondern körperlich und geistig gesunde, fachlich versierte Kollegen. Denn zuviele lernen leider auch nur auf die Prüfung und kommen im Pat.-Alltag schnell ins Schlingern!

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