EHEC-Therapie: Warten auf das Wunder

3. Juni 2011
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Mittlerweile haben sich mehr als 2.000 Patienten mit EHEC angesteckt. Ein Ende der Infektionswelle ist noch lange nicht in Sicht. Jetzt keimt Hoffnung auf: Der Antikörper Eculizumab scheint bei schweren Fällen zu helfen – Experten mahnen aber, nichts zu überstürzen. Die Datenlage ist mehr als dürftig und nicht immer schlägt das Präparat an.

EHEC-Bakterien gelangen über kontaminierte Nahrungsmittel in den Körper und verankern sich im Darm. Mit fatalen Folgen: Das bakterielle Gift Verotoxin aktiviert Bestandteile des Immunsystems, Überreaktionen sind vorprogrammiert. Vor allem die Innenwände kleiner Blutgefäße stehen unter Dauerbeschuss, aber auch Blutplättchen sowie rote Blutkörperchen gehen zu Grunde. Ohne ausreichende Versorgung stellen die Niere schlussendlich den Dienst ein. Aber auch von neurologischen Symptomen berichten immer mehr Intensivmediziner. Gezielte Therapien gab es gegen dieses so genannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) bis dato keine. Kollegen versuchen, das schädigende Toxin durch Blutwäsche aus dem Körper zu entfernen. Alternativ kann Blutplasma ausgetauscht werden, pro Person sind fünf bis sechs Plasmaspenden erforderlich. Doch bei schweren Fällen versagen alle Methoden – und die Panik wächst.

Drei Wunder in einer Veröffentlichung

Seit 2009 berichten Wissenschaftler mehrfach vom Einsatz des monoklonalen Antikörpers Eculizumab beim hämolytisch-urämischen Syndrom, vor wenigen Tagen im „New England Journal of Medicine“: Trotz Plasmatausch kam es laut Professor Dr. Franz Schaefer vom Uniklinikum in Heidelberg bei drei kleinen Patienten zu Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems. Die behandelnden Ärzte griffen zum Antikörper – und erlebten beeindruckende Erfolge: Der Gesundheitszustand habe sich „binnen 24 Stunden nach der ersten Infusion dramatisch verbessert“. Teilweise verabreichte man weitere Dosen, die Blutwäsche konnte aber bald eingestellt werden. Und nach neun, 20 bzw. 35 Tagen verließen die Patienten ihre Klinik, noch mit leichtem Bluthochdruck und erhöhten Eiweißwerten im Urin. Sechs Monate später waren auch diese Symptome abgeklungen.

Neue Therapie, neues Glück?

Der Artikel im „New England Journal of Medicine“ kam genau zum richtigen Zeitpunkt und schlug sofort hohe Wellen: Seit dem 28. Mai setzen einige Kliniken Eculizumab versuchsweise ein, viele Ärzte sind aber skeptisch. Tatsächlich liegen nur handverlesene Erfahrungswerte bei Kindern vor, größere Studien fehlen. „Es nützt etwas, ist aber kein Wundermittel“, so der Kommentar von Professor Dr. Hermann Haller, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Bei einem Patienten hat die Hämolyse deutlich nachgelassen. Nach meinem Eindruck hat Eculizumab bei diesem Patienten geholfen“, ergänzt Professor Dr. Andreas Kribben vom Uniklinikum Essen. Auch am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) behandeln Nephrologen bereits rund zehn Patienten mit Eculizumab. Jetzt hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) dem Antikörper quasi einen Notnagel-Status verliehen. Ihre Empfehlung lautet, Eculizumab als „Rescue-Medikation“ einzusetzen, sollten andere Verfahren versagen. „Über Risikoprofil und Erfolg der Therapie lässt sich derzeit noch keine sichere Aussage treffen“, betont DGfN-Präsident Professor Dr. Reinhard Brunkhorst. Und Professor Dr. Rolf Stahl vom UKE fügt hinzu: „Erst in einigen Wochen werden wir wissen, wie erfolgreich diese Therapie sein wird“.

Nach der anfänglichen Hochstimmung häufen sich mehr und mehr auch die kritischen Stimmen. Von einem Wundermedikament ist nur noch selten die Rede. Kliniken berichten, bei manchen Patienten wirke die Therapie, bei anderen bleibe der Effekt aus. Die Gründe sind aber unklar. Professor Dr. Ulf Panzer vom UKE warnt: „Es ist einfach noch zu früh zu sagen: Wir haben hier ein Mittel“.

Neue Aufgaben für ein altes Protein

Eculizumab ist eigentlich ein alter Bekannter auf dem Arzneimittelmarkt: Der Antikörper steht seit 2007 zur Behandlung der recht seltenen paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) zur Verfügung. Forscher fanden bei diesen Patienten eine Mutation im Erbgut, so dass ein wichtiges Oberflächeneiweiß auf roten Blutkörperchen fehlt. Ohne diesen Schutzfaktor sind die Erythrozyten dem Immunsystem hemmungslos ausgeliefert. Speziell das Komplementsystem, eine Kaskade aus etlichen Proteinen, kommt zum Zug. Eigentlich dafür geschaffen, um bakterielle Eindringlinge und gealterte Erythrozyten zum Abschuss frei zu geben, markiert es diese mit einem Signalmolekül. Dann greifen Fresszellen an und vernichten die Organellen. Ohne eine Abschirmung gehen auch intakte rote Blutkörperchen über den Jordan, und es kommt zur Blutarmut. Dabei bekommen mehr als 50 Prozent der PNH-Patienten eine Thrombose, 30 Prozent sterben daran. Kurzfristig helfen Transfusionen von roten Blutkörperchen, auch biotechnologisch hergestelltes Erythropoetin hat sich bewährt. Eculizumab hingegen bindet an ein Protein mit dem Namen C5 und verhindert so die Aktivierung der besagten Komplementkaskade. Das Medikament wurde in mehreren Phase III-Studien geprüft. Es verringerte bei bis zu 87 Prozent aller Probanden die Hämolyse. Auch verbesserten sich Erschöpfungszustände, und Thromboembolien gingen um 85 Prozent zurück.

Puzzleteile fest gebunden

Auch bei Patienten, die nach einer Infektion ein HUS entwickelten, ist das Komplementsystem außer Rand und Band geraten. Bereits 2009 fand ein internationales Forscherteam, dass Toxine aus EHEC-Keimen immunologische Prozesse ankurbeln. Eculizumab nimmt das Schlüsselmolekül C5 in die molekulare Zange. Derart ausgeschaltet, kann das Komplementsystem weder rote Blutkörperchen zerstören noch Entzündungsprozesse schüren. Pharmakologen konnten nachweisen, dass bei Serumspiegeln von etwa 35 Mikrogramm pro Milliliter die hämolytische Aktivität des Immunsystems vollständig unterbunden wird. Entsprechende Werte lassen sich mit 600 Milligramm des Antikörpers einmal wöchentlich erreichen. Als häufigste unerwünschte Wirkungen traten Kopfschmerzen, Schwindel, gastrointestinale Beschwerden sowie diverse Infekte auf. Besonders Meningokokken gefährden die Patienten, da Eculizumab die körpereigene Abwehr gegen diesen Erreger unterdrückt. Ein entsprechender Impfschutz vor Therapiebeginn wird dringend empfohlen.

Tausche Daten gegen Arzneimittel

Entwickelt hat Eculizumab das kleine US-amerikanischen Unternehmen Alexion Pharmaceuticals, und zwar als einziges Produkt. Zusammen mit Lonza wird der Antikörper unter dem Namen Soliris® vertrieben. Das Tochterunternehmen Alexion Germany hat jetzt angeboten, Eculizumab für Patienten mit erworbenem hämolytisch-urämischem Syndrom kostenfrei abzugeben. Eine Dosis schlägt ansonsten mit knapp 6.000 Euro zu Buche. Jedoch müssen Ärzte begründen, warum sie die Therapie für nötig erachten.

„Wenn alle Papiere zusammen sind, dauert es 24 Stunden, bis das Medikament in der Klinik ankommt“, weiß der Nephrologe Andreas Kribben. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass eine Zulassung für diese Indikation fehlt. Auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie können Ärzte von ihren Erfahrungen berichten. Die Daten sollen publiziert werden, aber auch an den Hersteller gehen. Analysten sehen jetzt große Chancen für die Hersteller, sollte es zu einer Erweiterung der Indikation kommen.

147 Wertungen (4.36 ø)
Allgemein

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27 Kommentare:

Heilpraktiker

@ Claudia Wagner: bei der echten ökologischen Landwirtschaft findet man aber gerade diese zweifelhafte Düngung mit frischer Gülle nicht. Die ist in der konventionellen und in der Pseudo-Bio-Landwirtschaft gebräuchlich. Auch muss man überlegen woher die Resistenz gegen Antibiotika stammt.

#27 |
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Nicole Jessen
Nicole Jessen

Ich kann Hr. Dr. Schuster auch nur beipflichten.
Die Informationne die unters Volk wahllos geworfen werden und dann doch wieder widerrufen. Das geht gar nicht!
Mehmaliges Händewaschen (evtl. auch mal desinfizieren mit bekannten Mitteln)und sein Gemüse gut waschen, das sollte doch vorbeugend ausreichend sein. Und die Quelle doch mal bei den Gemüsepflükern und der gleichen suchen.

#26 |
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Arzthelferin

Ich denke das nicht die moderne Landwirtschaft mit “kannibalisierten “iederkäuern, dieses Problem geschaffen hat, sondern teils unsere Bio-Landwirtschaft, da diese nur mit natürlichen Mitteln düngen, also mit Gülle!
Oder vielleicht die Kombination.

#25 |
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@14 Der Zoologe Josef Reichholf belegt, dass in Deutschland auf landwirtschaftlichen Flächen mehr als zweieinhalbmal so viel große Säugetiere wie in der Serengeti, der an Wildtieren reichsten Region der Erde leben. Anders als die menschenleere Serengeti wird Deutschland jedoch noch von über 80 Millionen Menschen bevölkert. Somit kommt auf jeden Quadratkilometer Deutschlands eine Biomasse von 90 Tonnen/qkm und nur 20 t/qkm in der Serengeti. Menschliche Abwässer und industrielle Emissionen werden zwar durch aufwendige Kläranlagen aufbereitet, Abwässer aus der Massentierhaltung werden jedoch u n g e k l ä r t ins Grundwasser geleitet. ( Reichholf, Josef H. (2004): Der Tanz um das goldene Kalb. Der Ökokolonialismus Europas. Wagenbach, Berlin.) Lassen Sie sich das nochmal auf der Zunge zergehen: Abwässer aus der Massentierhaltung werden ungeklärt ins Grundwasser geleitet. (!!!!!) Die Schlußfolgerung liegt nahe, dass in der Nähe zu großen landwirtschaftlichen Betrieben Grundwasser und Trinkwasser nach Keimen untersucht werden sollten, um die Kontaminationskette zu klären. Welche Behörde wird sich trauen, das anzuordnen und die Warnung rauszugeben, dass Grundwasser und damit Trinkwasser eine potentielle Ansteckungsquelle sein kann?

#24 |
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ich bin überaus irritiert von der tatsache, daß die eigentliche EHEC-quelle immer noch nicht geortet werden konnte, diese also weiterhin verdeckt aktiv ist. von irgendwoher müssen jedoch diese keime zirkuliert werden, immer noch, denn die inkubationszeit soll 8 tage nicht überschreiten..
sie wird nun in nordD vermutet, einer doch recht kleinen region, trotzdem wissen die fahnder von nichts. was läuft da? best, JB

#23 |
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Heilpraktiker

“unter großflächigen Folienlandschaften wurden die Früchte vor allem von illegalen Einwanderen aus Afrika geerntet, die ohne Sanitäreinrichtungen zwischen Folienverschlägen und Gemüsebeeten hausen müssen.”

Ja, an das habe ich auch schon gedacht!

Saccharomyces boulardii könnten zumindest prophylaktisch angewandt werden: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC145355/

Ich hatte sie immer auf meinen Reisen in Marokko dabei und nie die fast unvermeidbaren Probleme dort bekommen.

#22 |
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ca. 3 Tage vor Bekanntwerden der EHEC-Infektionen wurde spät abends in einer Fernsehrportage der Gemüseanbeu in Süd-Spanien gezeigt, unter großflächigen Folienlandschaften wurden die Früchte vor allem von illegalen Einwanderen aus Afrika geerntet, die ohne Sanitäreinrichtungen zwischen Folienverschlägen und Gemüsebeeten hausen müssen.
Könnte hier nicht eine Infektions- und Einschleppungsquelle sich verstecken.

#21 |
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Dr. Robert Betz
Dr. Robert Betz

BSE und EHEC sind keine Geiseln Gottes, sondern ¿Errungenschaften¿ der modernen Landwirtschaft. Mist wurde abgeschafft, Gülle angesagt. Mist entwickelt 1500C Prozesswärme, die weder Bandwürmer noch BSE-Prionen noch EHEC´s überleben läßt. Gülle, also Trinkwasser-gestreckter Tierkot, bietet mit 390C Mikroben, EHEC´s, Prionen und Bandwürmern dagegen ein behagliches Klima. Beim Düngen verteilt sie diese ncith nur in der Umwelt, sondern rauscht Im Gegensatz zu Mist mit hohem Tempo an den Wurzeln vorbei in´s Grundwasser und sorgt für das Nitrat-¿Grundrauschen¿ des Trinkwassers.
Gleichzeitig füttert die ¿moderne¿ Landwirtschaft Widerkäuer unter anderem mit Getreide und pulverisierten Artgenossen statt artgerecht mit Gras und Heu. Die gegenseitige Kannibalisierung von Pflanzenfressern hat uns die BSE beschert, während die Veränderung der Darmflora durch Getreidefütterung EHEC sprießen läßt und die Bandwürmer, die sich in der Gülle tummeln, mit Chemikalien angegangen werden, welche die Nahrungskette um weitere ¿moderne¿ Substanzen mit unbekanntem Ausgang für die menschliche Gesundheit ¿bereichern¿. Im Gegensatz zur Düngung mit Mist wird der Infektionskreislauf bei Gülle nicht mehr unterbrochen. Ringinfektionen auch über die Weiden sind die Folge und zigtausende Tonnen von Antibiotika im Tierfutter lehren selbst ursprünglich harmlose Colibakterien, resistent zu werden.
Daß Infektionsketten kaum noch aufzudecken sind, ist eine Folge des klimaperversen Nahrungsmittelverschiebebahnhofs Europa, in dem unreife Nahrungsmittel auf Treibstoff- und Abgas-intensiven Transporten zur Pseudoreife faulen, bevor sie herstellerfern und herstelleranonym auf den Tisch gelangen. Wenn überbevölkerte Länder wie Deutschland ihre eigenen Nahrungsmittel nicht mehr selbst produzieren können und deshalb solche Risiken eingehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Massenhaltung Mensch von den gleichen Seuchen getroffen wird wie die Massenhaltung Tier und nur noch der Antibiotikazusatz in Viehfutter wie in Müsli das Überleben der Gattungen ermöglicht. Offensichtlich ist die moderne Landwirtschaft zu schlau geworden, als daß das altmodische Modell Mensch sie unbeschadet überstehen könnte. Die Parallelen zum nuklearen Turmbau zu Babel sind unverkennbar. Gott schütze uns vor den Segnungen solchen Fortschritts, sonst schaffen wir uns selbst ab. Wir Mediziner können nur an den Symptomen herumflicken, in die Profizmaximierung, Unwissenheit und Verantwortungslosigkeit uns steuern.

#20 |
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siven relindise
siven relindise

Sehr geehrter Kollege Schuster!

RECHT! haben sie. schön dass nicht alle den Kopf verlieren und einige wie Sie ihn noch benuzten.

#19 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Alfalfa, Bockshornklee,Mungobohnen,Linsen,Adzukibohnen
läßt man bei 38 Grad Celsius in Wasser sprossen.
Das sind ideale Vorauusetzungen für eine Bakterienkultur!
Durch zeitraubende Internet.Recherche habe ich die fünf
Pflanzen festgestellt, die der Lebensmittelhandel unter
S p r o s s e n
versteht.- Warum wird dieses Geheimnis nicht gleich verraten?

#18 |
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Informativer Artikel. Man könnte sich so seine Gedanken machen (Rosenberger, 11).
Ich neige auch sehr zur Theoerie der “Klofinger” (Schuster, 14).
Wie ich schon vor einogen Tagen anmerkte liegt das Problem aber nicht im Keim selber, sondern in der Bereitschaft des Körpers, ihn aufzunehmen. Und das hängt ganz maßgeblich an der ordnungsgemäßen Zusammensetzung und Funktion der gesunden Darmflora ab. Unser Münchner Professsor Pettenkofer bewies die Aussage “der Keim ist nichts, das Terrain ist alles” (der wirklich nicht von Pasteur stammt) mit seinem Trank voller Cholerabakterien.
Ich glaube auch nicht, daß die Universitätsmedizin an solche “altmodischen” Dingen wie Darmflora, Kohle, Okoubakka usw. überhaupt nur einen Gedanken verschwendet. Chemie muß her! Antibiotika gibt es in größerem Umfang seit gerade 60 Jahren. Wie hat denn die Menscheit vorher überlebt?

#17 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Bevor diese Kommentar-Reihe im Archiv verschwindet bitte ich
um Hilfe: die Hörfunknachrichten warnen vor dem Verzehr von
S p r o s s e n !! Ein Betrieb in Bienenbüttel habe diese
mit EHEC verschmutzte Ware in den Handel gebracht. Vor dem
Verzehr von Sprossen wird gewarnt.-
Verstehehen Sie, Ihr, liebe Mkitdiskutanten hier w e l c h e
Sprossen gemeint sind? Bambus? Soja? xyz-Sprossen? Das muß
doch jeder wissen !
Sind wir alle doof oder nur die genauen Sprossenkenner?

#16 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Lieber Herr Kollege Schuster;
danke für Ihren Trinkwasser und E.coli Hinweis.- Bei den
neuesten Hörfunknachrichten weiß ich schon nicht mehr ob ich
weinen oder lachen soll.- Da wird schon EHEC mit dem Aids-
Virus verglichen.- Koll.Gruß. eht

#15 |
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Dr.med Friedrich Schuster
Dr.med Friedrich Schuster

Ein aktueller interessanter und aussagekräftiger Artikel.Umso schlimmer das unsachliche Geschwurbel das man täglich in Zeitung, Radio und Fernsehen vorgesetzt bekommt. Ich habe sogar schon was von einem EHEC-“Virus” gelesen. Umso schlimmer wenn man ohne jedes Sachverständnis die unsinnigsten Vermutungen unter Volk streut. Ich esse jedenfalls meinen Tomatensalat mit Gurke (natürlich vorher gewaschen). Fäkaldüngung mit Jauche ist übrigen heute bei Gemüsefarmen nicht üblich, mag aber im Biobreich vorkommen. Da aber alle E-Coli keine Sporenbildner sind, gehen die aber recht flott unter Sonneneinwirkung kaput. Es ist wohl eher so dass die Verschmutzung nach der Ernte drauf kommt (Waschwasser? Kloofinger?).Es ist auch fraglich ob es das Gemüse ist. Warum sollen spanische Gurken nur in Nordeutschland verseucht sein und in Süddeutschland und auch keinem der anderen europäischen Länder nicht? Warum die Anhäufung in Norddeutschland? Es liegt doch auf der Hand dass es ein Faktor sein muss,der nur dort lokal vorhanden ist und eher nicht in Spanien oder irgend einem anderen Europäischen Land wo Gemüse gegessen wird,- und das dürften alle sein. Also ich würde mir mal die Wasserleitung vornehemen bezw die Leute die die Trinkwasserqualität routinemäßig untersuchen müssen!! Ich weiß dass da oft geschlampt wird. (in Hamburg hat man bekanntlich reichlich Erfahrung Ausbrüchen durch verseuchtem Trinkwasser) und E-Coli ist nun mal der Idikator- und Leitkeim zur Feststellung einer Fäkalverunreinigun.

#14 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

PASTEUR ? REQUIESCAT IN PACE !

#13 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

eine Idee meiner Tochter.das sommerheiße Frühjahr hat die
kopfgedüngten Ackerpflanzen mit den drauf haftenden Escherischia zu stark trocknen lassen.Kein Regen konnte die
Keime abwaschen.
Noch stärkeres Spülen wäre von vorneherein nötig gewesen.
Bei welchen Ackerflächen trifft das zur Manfestationsseit
zu ?
Schweine sind sehr menschenähnlich. Gibts EHEC-erkrankte
Schweine ?

#12 |
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Heilpraktiker

Zum Kommentar (1):
NEIN, es war nicht Pasteur, wie immer wieder falsch behauptet wird. Diese Erkenntnist stammt von seinem Widersacher Prof. Dr. Béchamp bzw. Prof. Claude Bernard, hier sind sich die Quellen uneins.
“Le microbe n´est rien, le terrain c´est tout.”
“Der Keim ist nichts, der Nährboden ist alles.”
Enderlein und andere “Außenseiter” schlossen sich dieser Meinung an.
Pasteur jedoch vertrat mit seiner Erregertheorie – die bis heute eine Theorie geblieben ist – genau den gegenteiligen Standpunkt. Er konnte diesen nur dank besserer Verbindungen und finanzieller Unterstützung als “Stand des Wissens” installieren. Die Untersuchung seines Nachlasses brachte die gefälschten Studien etc. zutage.
Auch soll er auf seinem Sterbebett widerrufen und seinen Irrtum zugegebn haben.
Also – die Ehre dieses Zitats gebührt Pasteur gerade NICHT…

Zum Artikel:
Nachtigall, ick hör Dir trapsen:
1. “Entwickelt hat Eculizumab das kleine (!!!) US-amerikanischen (!!!) Unternehmen Alexion Pharmaceuticals, und zwar als einziges (!!!) Produkt.”
2. “Eine Dosis schlägt ansonsten mit knapp 6.000 Euro zu Buche.”
3. “Dennoch darf nicht vergessen werden, dass eine Zulassung für diese Indikation fehlt. Auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie können Ärzte von ihren Erfahrungen berichten.”
Ein kleines Unternehmen schüttelt als einziges Produkt ein Medikament zur pünktlich herbeigezauberten (installierten) Seuche 2011 im Ärmel. Was für ein Zufall…
Das sind ganz einfach Versuche am Menschen. Sonst beschönigend “Studie” genannt, wird hier der “Freiwillige” aus dem Heer der Verängstigten rekrutiert.

Wie schon in den anderen Kommentaren: Einen gesunden Darm ficht nichts wirklich an. Hier auch noch mit Antibiotika zu “therapieren”, kommt gegebenenfalls einem Kunstfehler gleich.

#11 |
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Mutaflor oder Kohlepräparate könnten auch helfen? Aber da sind die behandelden Ärzte sicher auch schon drauf gekommen.Evt. verbleiben die gefährlichen Ehec-Bakterien durch eine Behandlung mit Mutaflor oder Kohle nur noch längerim Darm und könnem so nur noch mehr Gift freisetzen. Eculizumab verhindert ja, das sich der Keim festkrallen kann. Das hört sich super an.Hoffentlich bringen die jetzigen Studien was und das Medikament Soliris kann früher zugelassen werden??!

#10 |
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Eculizumab, diesen neuen Wirkstoff bei EHEC-Hus erkrankten einzusetzen halte ich für sehr gut, schade, dass es nicht schon Studien gibt. Es waren wohl für die Pharma-Industrie nicht genug Erkrankte in den letzten Jahren, waren auch nur wenige, vor allem Kinder betroffen. Warum hängt alles so sehr vom Geld ab? Wenn es früher Studien gegeben hätte wüßten wir heute mehr und könnten den Wirkstoff Eculizumab sicher einsetzen. Er scheint ja sehr wirkungsvoll zu sein, ich als Erkrankter würde ihn jederzeit nehmen, es gibt ja nicht viel Auswahl und ich möchte mein Leben doch retten.
Ihr Artikel ist großartig und sehr informativ.
Über die Massentierhaltung sollte unbedingt nachgedacht und es sollte gehandelt werden, hier ist ein Umdenken in der Bevölkerung unbedingt notwendig. Hygiene ist im Augenblick alles um sich zu schützen, nur einen sicheren Schutz bietet sie auch nicht. Im Allgemeinen treiben wir ja eher zuviel Hygiene.

#9 |
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@Frau Heerling: Tatsächlich würde mit med. Kohle das Toxin länger im Darmlumen bleiben, würde man sie durch Darmspülungen nicht entfernen. Der Sinn läge darin, den enterohepatischen Kreislauf, in dem Gifte, die sich im Gastrointestinaltrakt befinden, zu binden. Fettlösliche Gifte zirkulieren hier lange.
@Dr. Lund: Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine Hemmung der gastralen H/K-Antiporters eine Entzündung im Dickdarm hemmen kann.

#8 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

zitat “Stock-World”

#7 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

zum einen find ich die vorschläge und diskussion faszinierend, zum anderen frag ich mich, ob die mediziner die für die betreuung der patient verantwortlich sind, dieses basiswissen nicht schon in kalkül gezogen und versucht haben entsprechend zu therapieren, aber ok manchmal sieht man vor lauter wald die bäume nicht und auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie findet man diesbezüglich leider keinerlei angaben.

mindestens ebenso erstaunlich finde ich die reaktion von alexion deutschland “Das Tochterunternehmen Alexion Germany hat jetzt angeboten, Eculizumab für Patienten mit erworbenem hämolytisch-urämischem Syndrom kostenfrei abzugeben.”

“Entwickelt wurde Eculizumab vom US-Biotech-Unternehmen Alexion Pharmaceuticals. Es wird ursprünglich eingesetzt zur Behandlung der sogenannten Paroxysmalen Nächtlichen Hämoglobinurie (PNH), einer seltenen Blutkrankheit, die zu Blutarmut führen kann. Mit Kosten von 409.500 Dollar für eine jährliche Behandung führt Eculizumab die Liste der teuersten Medikamente der Welt an.

Alexion wiederum beschert das Wundermittel satte Gewinne. Alleine im ersten Quartal stieg der Umsatz des Unternehmens um 41 Prozent auf 166,1 Millionen Dollar, der Gewinn explodierte förmlich um 63 Prozent auf 56,3 Millionen Dollar oder 0,30 Dollar je Aktie. Analysten erwarten für das Gesamtjahr einen Gewinn je Aktie von 1,21 Dollar” (Sock-Wold)

#6 |
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Dr. med. Christa Lund
Dr. med. Christa Lund

Kohle bindet Toxine.
Mutaflor verbessert die Balance der verschiedenen Escherichia-Stämme.
Cotrim kurzfristig(?)
Wasser ohne Kohlensäure.
Antacida! Die Entzündung der Darmschleimhaut bewirkt Übersäuerung, und diese initiiert die Durchfälle.

#5 |
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Gunther Hanke
Gunther Hanke

@ Eva Heerling: Nach meiner Erfahrung kommt es erst zu einer Minderung der durchfälligen Darmentleerungen, wenn die Infetkion im Abklingen begriffen ist. Somit werden während der Infektion Toxine und Erreger an der großen Oberfläche der Kohle gebunden und ausgeschieden. Dies sollte m.E. den Kranheits- und Heilungsverlauf entschieden positiv beeinflussen…

#4 |
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Angestellte Apotheker

Meiner Meinung nach bleibt mit medizinischer Kohle der infizierte Darminhalt noch länger im Körper!

#3 |
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Gunther Hanke
Gunther Hanke

Eculizumab – ein neues, verheißungsvolles Medikament…? Wurde eigentlich schon die bewährte Medizinisch Kohle mit seiner nachgewiesenen Wirkung bei Enteritiden und gleichzeitigen Potenz zur Toxinbindung eingesetzt?

#2 |
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sehr verständlich, danke

#1 |
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