Vaginal Seeding: Mom’s little Sekret

6. April 2016
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Kaiserschnittkinder sind anfälliger für bestimmte Leiden. Deshalb gibt es einen neuen Ansatz, sie mit Vaginal-Bakterien der Mutter zu „beimpfen‟, damit ihr Immunsystem stabiler wird. Experten raten, mit dem Vaginal Seeding noch zu warten, bis Studien Klarheit bringen.

Fast jedes dritte Baby in Deutschland kommt heute durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Gleichzeitig weiß man: Kaiserschnittkinder sind anfälliger für bestimmte Leiden – sie bekommen öfter Asthma, Allergien, Typ-1-Diabetes und andere Autoimmunkrankheiten. Forscher hoffen nun, einen Ansatz gefunden zu haben, der Kaiserschnittkinder gesünder machen soll. Sie wollen diese mit Vaginal-Bakterien der Mutter „beimpfen‟, in der Hoffnung, ihr Immunsystem so stabiler zu machen.

Viele Wissenschaftler vermuten nämlich, dass die Krankheitsanfälligkeit der Kaiserschnittbabys mit deren früher Keimflora zusammenhängt, der Bakterienpopulation, die den Organismus natürlicherweise besiedelt. Auf Haut und Schleimhäuten finden sich bei Kaiserschnittgeburten andere Mikroben, als bei natürlich geborenen Babys. So trägt ein Kind nach dem Kaiserschnitt vor allem Keime, die denen der mütterlichen Hautoberfläche gleichen. Bei Babys, die auf natürlichem Wege geboren wurden, ähnelt die Keimzusammensetzung der mütterlichen Vaginal- und Darmflora.

Mit dem Tupfer Bakterien übertragen

Um die Gesundheit von Kaiserschnitt-Babys zu verbessern, erproben Wissenschaftler nun das sogenannte Vaginal Seeding. Dabei werden mit einem Tupfer Vaginalbakterien der Mutter auf Kaiserschnitt-Babys übertragen, damit diese den Organismus des Babys besiedeln. Gleicht sich die Keimflora der Kaiserschnittgeburten der der anderen Babys an, könnte das auch die Funktion ihres Immunsystems positiv beeinflussen, so die Idee.

In einer Pilotstudie, die vor kurzem in Nature publiziert [Paywall] wurde, schien die Keimübertragung zumindest vorübergehend zu gelingen. Die Wissenschaftler betupften Mund, Gesicht und Körper von vier Kaiserschnitt-Babys mit mütterlichem Vaginal-Sekret und beobachteten das Resultat bis zu einem Monat nach der Geburt. Der Organismus der Babys war danach stärker von typischen Vaginal-Bakterien besiedelt, an denen es anderen Kaiserschnitt-Babys fehlte. In ihrem Darm fand sich früh eine Anreicherung von Lactobacillus und ab der zweiten Woche eine größere Menge an Bacteroides.

Auslöser einer Sepsis

Obwohl bisher nichts über die Langzeiteffekte und den gesundheitlichen Nutzen des Vaginal Seedings bekannt ist, wird es inzwischen von Eltern nachgefragt, wie Mediziner in einem Editorial im BMJ berichten [Paywall], die Autoren sind überwiegend in englischen Geburtskliniken tätig. Während noch nicht bewiesen sei, dass Neugeborene tatsächlich von dem Verfahren profitieren, berge es jedoch Risiken für die Babys, heißt es im Editorial. So könnten Mütter an symptomlosen Infektionen der Vaginalschleimhaut leiden, die beim Vaginal Seeding drohen auf das Kind übertragen zu werden. Möglich sei eine Ansteckung mit B-Streptokokken, die 20 bis 30 Prozent der Schwangeren in sich trügen, und die als der häufigste Auslöser einer Sepsis bei Neugeborenen gelte.

Gefährlich werden könnten den Babys aus der mütterlichen Vaginalflora außerdem das Herpes simplex-Virus oder Bakterien wie Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae. Man habe bereits eine Mutter mit Genitalherpes vom Vaginal Seeding abhalten müssen, schreiben die Geburtsmediziner. Und man erwarte weitere Schwierigkeiten, wenn die Methode populärer werde. In der in Nature veröffentlichten Pilotstudie waren die Mütter negativ auf B-Streptokokken getestet und auf Anzeichen einer Vaginose untersucht worden. Erst dann wurden die Tupferproben genommen.

Mütter wollen es selbst in die Hand nehmen

Angesichts des – wenn auch kleinen – Infektionsrisikos sei Vaginal Seeding ohne den Beweis eines Nutzens nicht vertretbar, so die Editorial-Autoren. Das Personal in ihren Krankenhäusern haben sie angewiesen, das Verfahren nicht anzubieten. Mütter, die das Vaginal Seeding eigenhändig durchführen wollten, müssten gründlich über die Risiken aufgeklärt werden, fordern die Mediziner. Und Eltern, deren Baby nach einem eigenmächtig durchgeführten Vaginal Seeding erkrankt, sollten unbedingt den Arzt über ihr Handeln informieren. Dann könne dieser gezielter behandeln.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Keimflora Neugeborener zudem noch von anderen Faktoren beeinflusst wird, wie etwa durch die Ernährung oder durch Medikamente. Frauen zum Stillen zu ermuntern und unnötige Antibiotikagaben zu vermeiden sei daher womöglich wichtiger für die Gesundheit der Neugeborenen, als das Übertragen von Vaginal-Sekret auf einem Tupfer.

Frank Louwen ist Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt. Vaginal Seeding hält er zunächst einmal für einen „spannenden und nachvollziehbaren Studienansatz“. Er plant ein eigenes Forschungsprojekt zu dem Verfahren, Ergebnisse will er im nächsten Jahr publizieren. Man wisse, dass es bei einer Störung der Darmsymbiose ein gehäuftes Risiko gebe, an Autoimmunkrankheiten und Allergien zu erkranken. Und Kaiserschnitt-Babys leiden nicht nur öfter daran, sondern haben eben auch eine andere Keimflora als andere Babys. „Da liegt der Schluss nahe, dass hier ein Zusammenhang besteht“, sagt Louwen – auch wenn das noch nicht abschließend bewiesen sei.

Tatsächlich zweifeln manche Studienautoren sogar an, dass Kaiserschnitte ursächlich für die erhöhten Erkrankungsrisiken sind – auch wenn es einen statistischen Zusammenhang gibt. Schließlich ist es auch möglich, dass bestimmte Vorerkrankungen der Mutter oder Komplikationen das Risiko für Kaiserschnitte erhöhen – und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder erkranken. So ergab eine Studie, die in Clinical & Experimental Allergy erschien, dass ein erhöhtes Asthma-Risiko zwar mit Not-Kaiserschnitten, nicht aber mit geplanten Kaiserschnitten einhergeht. Der fehlende Kontakt mit vaginaler Mikroflora könne daher nicht die Ursache für Asthma bei Kaiserschnittkindern sein, schreiben die Autoren.

Die Risiken nicht überbewerten

Forscher wie Louwen halten es dennoch für möglich, die Gesundheit von Kaiserschnittkindern mithilfe von Vaginal Seeding verbessern zu können. Er will mehr über den Einfluss der Keimbesiedlung herausfinden. Die Risiken des Vaginal Seedings, die im BMJ thematisiert werden, solle man nicht überbewerten, findet Louwen. „Die Sorgen der britischen Kollegen kann ich prinzipiell verstehen“, sagt er. „Ich muss dem aber entgegenhalten, dass die meisten Kinder immer noch auf natürlichem Wege geboren werden und dabei ja auch mit möglichen Krankheitserregern in Kontakt kommen können. Trotzdem sind diese Kinder dann in der Regel gesünder.“ Zudem würden schwangere Frauen in Deutschland bei dem leisesten Verdacht auf eine Infektion mit den pathogenen Keimen getestet. Das Risiko einer Übertragung werde dadurch verringert.

Trotzdem rät Louwen Eltern, die auch ihn regelmäßig auf die Methode ansprechen, noch zur Vorsicht. Eine Empfehlung zum Vaginal Seeding will auch er bislang nicht aussprechen. „Das werde ich solange nicht tun, bis Daten zur Sicherheit vorliegen.“ Während es Erkenntnisse über einen langfristigen Nutzen womöglich erst in Jahrzehnten geben wird, könne man Untersuchungsergebnisse zur Unbedenklichkeit schon in ein bis zwei Jahren erwarten. „Solange würde ich anstelle der Eltern noch warten.“

Originalpublikation:

Partial restoration of the microbiota of cesarean-born infants via vaginal microbial transfer [Paywall]
Maria G. Dominguez-Bello et al.; Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.4039; 2016

57 Wertungen (4.28 ø)

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19 Kommentare:

Gast
Gast

#14 der Anfang von allem ist doch statt blindem Wunderglauben eine Studie der Vaginalflora,
wirklich nichts neues!
siehe #15, der hat recht. Schon früher gaben Kinderärzte deshalb direkt nach der Geburt (bei Frühgeburten) z.B. Mutaflor etc.
um Nachteile der Vaginalflora zu verhüten.

#19 |
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Gast
Gast

#5@Maria Muñoz völlig richtig wie auch #15 und #16,
wenn das wirklich wichtig wäre, müsste man vorher das Vaginalsekret untersuchen und bei ungünstigem Ergebnis eine Sektio machen.

#18 |
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Arzt
Arzt

@dipl.med f.hartung, neee, weiß er nicht, siehe #15, viel wichtiger ist Brustmilch oder nicht. Die Keimzusammensetzung richtet sich primär nach der Nahrung.
Ganz unabhängig von der Darmflora, sind (komplikationslose) Normalgeburten für das Baby aber von leichtem Vorteil durch den Geburtsstress, mit dem damit verbundenen Hormon-Stoß (Cortison etc.), der den Beginn der Eigenatmung deutlich unterstützt, der traditionelle Klaps auf den Po für den ersten Schrei war ja gar nicht so falsch. Jedenfalls haben Kaiserschnittkinder nachweisbar mehr Probleme damit und mehr künstliche Beatmung.
Trotzdem kein Grund einfach generell auf die Kaiserschnitttechnik zu schimpfen, Mütter werden ja auch immer älter, was besonders fürs erste Kind wichtig ist.
Das “Mikrobiom” ist also in erster Linie von Brustmilch oder nicht abhängig, kann man schon riechen beim Pampers wechseln und nicht von der Geburtsart und unterscheidet sich auch sonst erheblich von dem der Mutter, z.B. mit ca. 90% Clostridium dificile, bei Erwachsenen sehr gefürchtet.

#17 |
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dipl.med f.hartung
dipl.med f.hartung

wer darmflora untersuchungen macht weiss,dass sich die darmflora von kaiserschnittkindern und natürlich geborenen dtl unterscheidet

#16 |
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Arzt
Arzt

Ich schätze dass über 50% des Vaginalsekretes (Mikroorganismen) dem Baby eher schaden. Ist ja nicht ganz so neu.

#15 |
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Dipl.med. Viktor Sommer
Dipl.med. Viktor Sommer

Das ist klar, eine Vaginal-Seeding-Transplantation nach Kaiserschnitt-OP von gesunder bzw. untersuchter Mutter oder von einer gesunden Spenderin zum Baby noch Geduld braucht, bis Studien Klarheit zu bringen.

#14 |
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stud.med. jessica kirchen
stud.med. jessica kirchen

Besser wäre es, die unnötig hohe Kaiserschnittrate zu senken! Die meisten Kaiserschnitte wären nicht nötig, wenn Gebärende vernünftig betreut würden und nicht die Ökonomie in der Geburtshilfe über das Wohl von Mutter und Kind gestellt würde!

#13 |
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Solch einen Blödsinn habe ich noch nie gelesen! Sicher ist, dass die Sectio-Kinder die gringsten Hirnschäden haben. (Außerdem ist nicht so sehr die Chlamydia-trachomatis-Infektion gefürchtet, als vielmehr Chlamydia pneumoniae.)

#12 |
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Gabriele Schröter
Gabriele Schröter

Demnächst wird noch der Geburtskanal desinfiziert!

i.V. G.S.

#11 |
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Frau im Gesundheitswesen
Frau im Gesundheitswesen

Seit ein paar Jahren ist es Mode, eine Wunsch-Sectio durchführen zu lassen. Wem soll es nützen, wenn eine OP-Narbe gesetzt wird, und das Kind zu einem falschen Zeitpunkt geboren wird, nur “weils gerade terminlich so günstig ist”? Mit allem, was dazu gehört (fehlende Keimbesiedelung etc.) Die Natur wird sich etwas dabei gedacht haben, als sie sich den natürlichen Geburtsvorgang ausgedacht hat. Aber keimtötende Putz- und Waschmittel machen ja alles wieder gut. Die Industrie sorgt schon dafür, dass Eltern ein reines Gewissen haben, wenn sie ihre Kinder mit Sagrotan abschrubben.
Achtung: Ich spreche hier nicht von einer medizinisch notwendigen Sectio, die das Leben von Mutter und Kind rettet, sondern von der mir unverständlichen Modeerscheinung des Kaiserschnitts auf Wunsch. Vielleicht mag dies später der Intensität des Verkehrs nützen. Der Zusammenhalt von Mann und Frau und das gemeinsame Erlebnis der natürlichen Geburt (sofern der Mann dabei sein möchte), gerät ins Hintertreffen.
Ich finde den Ansatz des Vaginal Seedings sehr gut – er verschafft den Kindern eine kleine Aufholmöglichkeit. Und besteht nicht auch bei einer nat. Geburt das Risiko der Übertragung von Geschlechtskrankheiten oder bösen Keimen? Das ist für mich kein K.O.-Kriterium, dass die Versuche mit V.S. nicht doch weitergeführt werden sollten.

#10 |
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David Baltus
David Baltus

Na der 2 jährige wird sich bedanken, wenn Mama ihn in zwei Jahren, wenn das Forschungsergebnis positive ist, mit ihren Vaginalsekret einreibt… ;-)

#9 |
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Frau Sandra Ils
Frau Sandra Ils

Ich denke eher, dass es nicht nur von den Keimen mit denen Neugeborene bei der Geburt in Verbindung kommen abhängig ist, sondern auch von der Zeit welches das kindliche Immunsystem bekommt um zu reifen. Wir hatten nach Sectio in den ersten beiden Tagen nur den Vater zu Besuch und ab dann erst andere, unser Bub ist kerngesund und hatte noch nie eine Erkrankung und das schon seit einem Jahr.

#8 |
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Gast
Gast

Allgemein sollte man dankbar sein, dass es heutzutage die Möglichkeit eines Kaiserschnitts gibt, anstatt den Müttern ein schlechtes Gewissen zu machen, dass ihr Kind deshalb eine Bindungsstörung oder eine falsche Keimbesiedlung oder gar Leukämie bekommen könnte. Früher mussten viele Frauen und Kinder sterben, weil es die Möglichkeit für eine Sectio nicht gab. Das sollte man nicht vergessen und wie bei vielen Dingen endlich den gesunden Menschenverstand wieder einschalten. Mein Sohn musste aufgrund seiner Lage und meines Gesundheitszustandes per Kaiserschnitt zur Welt kommen….. was mir deshalb nicht alles prophezeit wurde, von ADHS über Asthma über Bindungsstörungen, Allergien und was weiß ich nicht alles. Er ist ein gesundes und glückliches Kind und ich habe eine sehr gute Bindung zu ihm.
Das, was am Schlimmsten ist, ist die Gesellschaft, die einem permanent ein schlechtes Gewissen macht und das ist schädlicher als alles andere!

#7 |
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Heilpraktikerin

Natürlich gibt es rein “pragmatische” Kaiserschnitte. Aber eben auch medizinisch indizierte. Just heute habe ich von einem Fall gehört, wo die Mutter a) einen Gestationsdiabetes hat, b) das Kind nicht richtig herum liegt und auch ein weiterer Grund vorliegt, den ich jetzt nicht näher erörtern möchte, und aus diesem Grund morgen, eine Woche vor dem normalen Termin das Kind per sectio geholt wird.

Vor 20 Jahren bekam meine 1,52 cm große Freundin ihr normal großes Kind ebenfalls per Kaiserschnitt, weil das Kind nicht richtig herum lag, und sie schlichtweg schiere Angst vor “Manipulationen” hatte, um evtl. das Kind zu drehen.

Mal abgesehen davon, dass die Vorstellung, das Kind mit Vaginalsekret zu betupfen, nicht “appetitlich” und hygienisch klingt – genau damit wird es bei der Geburt durch den Geburtskanal ziemlich ordentlich “betupft”, und wenn dann da auch unerwünschte Keime zugang sind, hat sie das Kind auch! Es würde ja im Umkehrschluss heißen, dass Mütter generell auf Keime im Geburtskanal untersucht werden müssen, und, falls sie pathologische haben, das Kind per Kaiserschnitt kommen muss. Ist das denn tatsächlich so??? Oder wie löst man das sonst?

#6 |
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Arzthelferin

Wieso werden aktuell, soviele Kaiserschnittentbindungen durchgeführt? In den 1970er Jahren gab es das schon einmal. Mütter aus dieser Zeit hört man sagen, Dank Vollnarkose war ich bei der Geburt meines Kindes nicht dabei. Auch wurde zusätzlich das Stillen damals verpönt und Flaschennahrung empfohlen. Bindungsstörungen und dergleichen sind vorhanden. Hoffentlich wird hier heute, nicht aus kaufmännischen Erwägungen die eine Geburtstechnik forciert. Das wäre sehr bedauerlich.

#5 |
  5
Arzthelferin

Weniger übertriebene Hygiene im privaten Haushalt! Was haben Desinfektionsmittel für Oberflächen und Haut, sowie desinfizierende Hygieneweichspüler in Familien mit gesunden Kindern und Erwachsenen zu suchen? Die Werbung in Deutschland vermittelt ein falsches Bild. Es ist unverantwortlich und schier krankheitsfördernd, wenn wir unserem Immunsystem nichts mehr zutun geben. Allergien treten auffallend gehäuft bei Kindern auf, die in einem naturfernen, städtischen und sehr reinlichen Umfeld aufwachsen. Ein Kind das sich auch mal schmutzig machen darf, wenn es im Sand und Garten spielt. Kontakt zu anderen Kindern hat. Wenn der Regenwurm bei einem Kleinkind der versehentlich geschluckt wird, nicht zum Weltuntergang führt oder auch mal ein ungewaschener, ungespritzter Apfel aus Nachbars Garten erlaubt ist. Der Umgang mit Haustieren. Und vieles mehr, führen dazu, das das kindliche Immunsystem schon von Anfang an, sich an Erregern trainiert. Es hat dadurch auch weniger Zeit körpereigene Eiweiße fälschlich als Körperfremd zu bewerten und diese zu bekämpfen.

#4 |
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Heilpraktiker

Sollten nicht auch alle werdenden Mütter GRÜNDLICH über die Risiken ihrer Sectio aufgeklärt werden? (allein die Bindungsstörungen mit all seinen Folgen, schlechteres Microbiom (Verwertungsstörungen?), Asthma, ADS und dass Sectiokinder mit höherer Wahrscheinlichkeit ihrerseits nicht vaginal gebären werden…. um nur einige zu nennen.
Unter dem Aspekt vermeintlicher Sicherheit oder Schmerzfreiheit entgeht der Mutter und dem Kind die vielleicht bedeutsamste Initiation ihres Lebens.
Bedeutsamer wäre es,
wir könnten den zukünftigen Eltern zu mehr Sebstvertrauen und Körperwahrnehmung verhelfen;
wir könnten einen Geburtsraum schaffen, der Vertrauen, Hingabe und Intimität ermöglicht;
wir würden die Frauen darin unterstützen, sich IHRE Zeit zu nehmen, inder sich der Geburtsprozess entfalten möchte….
Schauen Sie sich “Birth as we know it”, “What Babys want” oder”Microbirth” an, vielleicht können wir uns von gesunden, natürlichen, zum Teil SCHMERZFREIEN! Geburten berühren lassen.
Auf dass eine gesündere neue Generation heranwachsen möge.

#3 |
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“Mom’s little Secretion” – Nach dem „Breeding“ nun das „Vaginal Seeding“?

Bei aller Liebe zur verwissenschaftlichten Hebammen- und Ärzte-Geburtshilfe: Das mit dem Mikrobiom des Darmes kann man aber auch übertreiben.

Während bei manchen Naturvölkern die Nabelschnur postpartal durchgebissen und das kindliche Ende zusätzlich mit Erde bestäubt wird, weil diese Rituale die Abwehrkräfte des Kindes stärken und zugleich das “Survival of the Fittest”-Prinzip festigen sollten, werden jetzt die Sectio-Kinder gezielt mit Vaginalflora kontaminiert?

Da könnte man doch gleich das Prinzip “nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen! ohne weiteres canceln?

Denn der angeblich so gesunde Umgang mit “natürlichen” Keimen des Homo sapiens soll das Immunsystem der Neugeborenen stärken, Allergien, Asthma oder Typ-1-Diabetes verhindern.

In einer aktuellen Studie taucht sogar die Hypothese auf, ein elektiver Kaiserschnitt, noch bevor die Wehen eingesetzt haben, begünstige das kindliche Risiko, später an einer akuten lymphatischen Leukämie zu erkranken. Obwohl die Ursachen der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) noch völlig im Dunkeln liegen, wird jetzt statt der höheren ovariellen Mutationslast bei späten Erstgebärenden die dann häufigere elektive Sectio caesarea verantwortlich gemacht. Vgl.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65887/Studie-Elektiver-Kaiserschnitt-koennte-Leukaemie-Risiko-erhoehen

Mf+kG, Dr. md. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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Dipl-Inform Roland Schock
Dipl-Inform Roland Schock

Als Ergänzung zur Artikel kann ich diesen TED Talk empfehlen:
https://www.ted.com/talks/rob_knight_how_our_microbes_make_us_who_we_are

Insbesondere wird gezeigt, wie sich bei einem Neugeborenen die Mikrobiom-Zusammensetzung im Laufe der Zeit verändert und wie durch Antibiotika die Besiedelung sich ändert und erst langsam wieder zurückpendelt.

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