Reibach in der Hodendämmerung

23. März 2016
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Ist 60 das neue 50? Das wünschen sich Männer im besten Alter. Bei Kampagnen wie „Drive for Five“ erklären Pharmaunternehmen so manches Wehwehchen mit sinkenden Testosteronspiegeln, Blutdruck, Lipiden und PSA-Werten. FDA-Experten laufen dagegen Sturm.

Wenn Männer in die Jahre kommen, führt ihre nachlassende Hodenfunktion mitunter zu niedrigen Testosteronwerten. Senioren bewerten das Hormon schon länger als vermeintliches Zaubermolekül gegen unterschiedliche Beschwerden. Sie erhoffen sich mehr Vitalität, eine Libido wie in jungen Jahren, bessere Erektionen und Muskeln wie zu früheren Zeiten. Testosteron soll auch gegen Stimmungsschwankungen helfen. Hersteller befeuern diese Sichtweise, indem sie niedrige Hormonspiegel mit diversen Krankheiten in Verbindung bringen – eine veritable Marketingstrategie.

Shitstorm trifft Marketing

Als Hersteller des Testosterongels AndroGel® hat AbbVie die Gunst der Stunde erkannt und einen „Low T-Test“ entwickelt. Der Konzern spekuliert, allein in den USA hätten 14 Millionen Männer mit Hypogonadismus zu kämpfen, aber nur jeder zehnte Betroffene würde tatsächlich behandelt. Mehrere Kampagnen starteten, unter anderem „Is It Low T“. AbbVie stellte Zusammenhänge zwischen niedrigen Testosteronspiegeln und diversen Wehwehchen her. Bei „Drive for Five“ hob der pharmazeutische Hersteller niedrige Testosteronwerte mit Blutdruck, Lipiden, Blutglukose und PSA-Werten medizinisch auf eine Ebene. „Symptom-Checklisten“ kamen noch hinzu.

Doch der Schuss ging nach hinten los. Bis Mitte 2015 gab es 3.481 Klagen gegen mehrere Hersteller von Testosteron-Präparaten. Timothy Wilkes und Pamela Wilkes werfen AbbVie vor, der Konzern habe AndroGel® als „sichere und wirksame Behandlung gegen Hypogonadismus“ vermarktet, obwohl es zu lebensbedrohlichen kardialen Ereignissen kommen könne. Als Beleg führen sie unter anderem eine bereits 2010 veröffentlichte Studie im „NEJM“ an. Beide Kläger sprechen in diesem Zusammenhang von „Panikmache mit Krankheiten“, um Gewinne mit Testosteron-Produkten zu maximieren.

Mittlerweile sind viele Online-Angebote aus dem Web verschwunden. Alle hier genannten Links zu früheren Angeboten lassen sich über Web-Archive, auf die Anbieter keinen Einfluss haben, nach wie vor abrufen. Jenseits vollmundiger Versprechen interessieren sich Patienten vor allem für zwei Fragen: Welche Effekte haben Testosteron-Präparate tatsächlich auf den Körper? Und wie riskant ist die Pharmakotherapie wirklich?

Schwache Wirkung

Bislang stand vor allem fest, dass das Hormon zu mehr Muskeln und weniger Fett im Körper führt. Ob Testosteron wünschenswerte Effekte auf den Körper im Allgemeinen und die sexuelle Leistungsfähigkeit im Speziellen hat, ließ sich kaum sagen. Jetzt hat Peter J. Snyder, Philadelphia, neue Daten veröffentlicht. Die Studie wurde unter anderem von AbbVie finanziert.

Snyder rekrutierte 790 Männer im Alter ab 65 Jahre. Alle Probanden hatten im Serum Testosteronspiegel unter 275mg/dl. Sie verwendeten ein Gel, das randomisiert Testosteron enthielt oder frei vom Wirkstoff war. Unter Verum verbesserten sich die sexuelle Aktivität und die Erregungsstärke etwas, gemessen am Psychosexual Daily Questionnaire. Verglichen mit Phosphodiesterase-5-Hemmern sei der Effekt jedoch gering, schreibt Snyder. Auch bei körperlichen Funktionalitäten gab es kaum einen Mehrwert. Verbesserungen im FACIT-Fatigue-Score erwiesen sich als reiner Placebo-Effekt. Wissenschaftler fanden jedoch Hinweise, dass die Stimmungslage ihrer Probanden etwas nach oben ging. Über Risiken können die Autoren derzeit nichts sagen – Snyder hatte rund 98,5 Prozent aller Teilnehmer wegen kardiovaskulärer Risiken, Prostataerkrankungen oder sonstiger Leiden gleich zu Beginn ausgeschlossen. Zu Herz-Kreislauf-Ereignissen kam es – oh Wunder – nicht.

FDA: Neues beim Kleingedruckten

Mittlerweile befasst sich auch die US-amerikanische Food and Drug Association (FDA) mit möglichen Gefährdungen. Experten kritisieren, Ärzte würden zu oft, aber auch zu kritiklos Testosteron-Präparate verordnen. In ihrer Stellungnahme verweisen sie auf eine repräsentative Umfrage. Demnach habe sich die Zahl der Anwender von 1,3 Millionen in 2009 auf 2,3 Millionen in 2013 beinahe verdoppelt. Bei jedem fünften Patienten stellten Ärzte Hypogonadismus als Verdachtsdiagnose, ohne leitliniengerecht Blutwerte zu bestimmen. Sie nehmen gesundheitliche Folgen billigend in Kauf.

Auf Anfrage erwähnt die FDA mehrere Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Rebecca Vigen, Dallas, berichtet vom signifikanten Anstieg kardiovaskulärer Ereignisse durch Testosteron-Therapien. Und William D. Finkle, Los Angeles, warnt vor nicht tödlichen Herzinfarkten. Allerdings hatten Veteranen, die Testosteron erhielten, ein geringeres Mortalitätsrisiko, gibt Molly M. Shores aus Seattle zu bedenken. Zwei Metaanalysen von Lin Xu, Hong Kong, beziehungsweise von Giovanni Corona, Bologna [Paywall], kommen zu unterschiedlichen Bewertungen hinsichtlich kardiovaskulärer Risiken. Vertreter amerikanischer Zulassungsbehörden fordern von Herstellern deshalb, auf die unklare Studienlage hinzuweisen. Ärzte sollten ihrerseits Testosteron nur bei klaren Indikationen verordnen, heißt es weiter.

131 Wertungen (4.01 ø)
Forschung, Medizin

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19 Kommentare:

Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Ein Nachlassen der Männer und Frauen im Alter , ist vielleicht keines. Nur weil die Zeit des Zeugens und Gebärens nachlässt d. h. nicht in Allem. In dem Alter gleicht sich das aus , das man in den Bereichen wandelt und durch Erfahrung mit Entspannung und mit weniger mehr Empfindung haben kann.

#19 |
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Arzt
Arzt

Ich versteh den Prof. auch nicht, da er uns nicht mit Sachargumenten beglückt hat.
Bei den postmenopausalen Hormongaben der Frauen wurde nach vielen Jahren ja auch aus med. Gründen zum Rückzug geblasen.
Ohne klare medizinische Indikation (Hypogonadismus) begibt man sich bei wirksamen menschlichen Hormonen in den Doping-Bereich, das weis eigentlich jeder Arzt.
Was den natürlichen Testosteron-Spiegel übrigens beim Mann rel. leicht steigen lässt, ist Muskelzuwachs, also Knochenarbeit in der Muki-Bude :-)

#18 |
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Physiotherapeut

Abbildung & Überschrift wie immer ein Traum!:-)

#17 |
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Die medizinisch indizierte u. ärztlich überwachte Hormongabe ist das eine. Aber es darf nicht dazu kommen, dass es bei frei verkäuflichen Hormonpräparaten zu einer ähnlichen Entwicklung kommt, wie sie unter anderem im DocCheck Artikel “Just schluck it” (http://news.doccheck.com/de/1542/just-schluck-it/?utm_source=news.doccheck.com&utm_medium=web&utm_campaign=DC%2BSearch) für Schmerzmittel beschrieben ist. Harmlose AntiAging-Mittel sind Hormonpräparate sicher nicht genause wie bei Schmerzmitteln das “frei verkäuflich” nicht als Unbedenklichkeitsgarant gewertet werden darf.

#8 Sehr geehrter Herr Dr. Antwerpes: Ich verstehe Ihr “BILD-Kompliment” zwar durchaus so, dass Sie nicht das dortige Niveau vorbildhaft herausstellen, sondern den Aspekt der EIGENEN Meinungsbildung befürworten – das ist OK. Dennoch halte ich den Vergleich für fragwürdig.

Zur Kritik an Herrn van den Heuvel: Ich finde, es ist das Recht eines Journalisten auch die eigenen Meinung in einen Text einzubringen, sofern die subjektive Note klar ersichtlich und von Fakten durch entspechende Quellenangaben getrennt wird. Das tut Herr van den Heuvel. Insofern halte ich die an ihm geäußerte Kritik für überzogen. Zudem beinhaltet ein Text mit “Ecken und Kanten” mehr Diskussionspotenzial.

#16 |
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Prof. Dr. med. Christoph Schmitz
Prof. Dr. med. Christoph Schmitz

Sehr geehrter Herr Dr. Antwerpes,

haben Sie vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich denke, es ist tatsächlich das beste, daß ich keine weiteren Kommentare mehr über Artikel in DocCheck schreibe.
“Obrigkeitshörigkeit” und “Naivität” – ich war in viele NiH-Anträge involviert und weiß vielleicht als Einziger hier, wie viel externe Kritik man überstehen muß, bis man schlußendlich einen U01 Grant bewilligt bekommt. Da haben mindestens 30 Wissenschaftler vorher die Köpfe zusammengesteckt, und es wurden etliche anonyme Gutachten eingeholt, und die haben es in sich.
Und nach über 130 Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften bis hoch in Nature Neuroscience weiß ich nur zu gut, wie schwierig es ist, seine Daten publiziert zu bekommen, vor allem in den Top-Journals.
Gut, daß es DocCheck besser weiß.
Auf Wiedersehen.

#15 |
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heilpraktikerin Claudia Behrens
heilpraktikerin Claudia Behrens

Heilpraktikerin und Antropologin
CLaudia Behrens,

Das hormonelle geschehen ist ja auch ein Ausdruck der seelisch und geistigen
ENtwicklungsprozesse im Leben des Menschen.Wenn die Lebensphase des Kinder
Zeugen oder Gebärens vorbei ist,dann treten andere wichtige Dinge in der Entwicklung zum Vorschein.Solange das nicht zum Leben gehörend bedacht wird
,kann es große Fehler in der Behandlung geben.

Alles Liebe
Claudia Behrens

#14 |
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Gast
Gast

@ Frau Habersetzer und Herr Schmitz: Ich verstehe nicht ganz, was sie an der Sachlichkeit dieses Artikels auszusetzen haben. Der Autor gibt zu seinen Aussagen jeweils Links als Belege an und stellt die Meinungen unterschiedlicher Parteien dar. Was ist daran unsachlich? Nirgendwo steht geschrieben, dass ein Journalist nicht auch werten darf – selbst das tut der Autor nicht in einem außergewöhnlich Maß. Und die Nennung eines Pharmaunternehmens als Mitfanzierer ist doch lediglich einer Form der Transparenz. Diese wird von den Fachzeitschriften wie dem NEJM immer mehr vorgelebt, indem ausführliche Formulare zu den Interessenkonflikten aller Autoren abrufbar sind. Der Autor schreibt doch an keiner Stelle, dass die Ergebnisse – salopp ausgedrückt – für die Tonne sind, weil AbbVie mitfinanziert. Wäre es denn sachlicher, diese Tatsache zu verschweigen?

#13 |
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Sehr geehrter Herr Dr. Antwerpes,
aus meinem Kommentar ist in keiner Weise abzuleiten, dass ich die routinemäßige Subsitution von Testosteron gut finde. Es fehlt mir grundsätzlich die Sachlichkeit und die Diskussionskultur bei einigen Journalisten. Wenn Sie den Vergleich mit der Bildzeitung als Kompliment empfinden, haben Sie bereits den Boden für jede weitere Diskussion entzogen. Und wenn die Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeir dieser Zeitung für Sie ein Vorbild ist, werde ich mich in der Zukunft anderen medien widmen. Vielen Dank für diese Information.

#12 |
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Dr.med Klaus Schwarzmaier
Dr.med Klaus Schwarzmaier

Herr van den Heuvel scheint mit seinen Artikeln gerne ein bißchen zu provozieren. Das macht nichts, ist es doch oft ganz amüsant, die Lesermeinungen darauf zu studieren.
Hier scheint es wieder einmal ganz auffällig. Auch Testosteron hat etwas mit Sex zu tun und “sex sells” und die einleitende KArrikatur hilft dabei.

Aber jetzt ganz ernsthaft:
Altern ist ein natürlicher Vorgang. Dank uns modernen Medizinern haben wir den Prozess weit nach hinten geschoben bzw verlängert. Wo rein bioligisch unsere (Alters) Grenzen liegen weiß ich nicht, vermutlich aber sind sie mit dem natürlichen Ende der Fortpflanzungsfähigkeit ebenfalls zu Ende.
Sowohl postmenapausale Syndrome, als auch z.B. nachlassende “Standfestigkeit” sind keine Krankheiten sondern natürliche Alterserscheinungen. Es ist schön, wenn man da ein bißchen lindernd eingreifen kann. Es ist dumm, wenn man meint einen bis zum Tode “jungen” Körper erzeugen/ erhalten zu können.
Leute, seid zufrieden!!
Alles hat seine Zeit! Dummes Kind, kraftstrotzender Jugendlicher, alleskönnender junger Erwachsener, Familie, Oma/Opa.
Mit allen Symptomen, Vorteilen, Nachteilen.

#11 |
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Apotheker

Interessanter Artikel.
Kleiner Hinweis: Hypogonadismus bei Spiegeln unter 275 _m_g/ dl? Normal sind Werte im niedrigen µg-Bereich.

#10 |
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Gast
Gast

Es erscheint in der Tat schwierig, Studien zu finden, die nicht in irgendeiner Art und Weise einem ihnen zugedachten Zweck dienen.
Hormongaben sollten nur unter genauer Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden. Einen Jungbrunnen stellen sie nicht dar und sollten so auch nicht angepriesen werden.

#9 |
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Liebe Frau Habersetzer, lieber Herr Schmitz,

es ist richtig, dass das New England Journal of Medicine eine der renommiertesten und angesehensten medizinischen Fachzeitschriften ist. Und es ist richtig, dass die NIH eine US-amerikanische Regierungsbehörde ist. Daraus jedoch zu folgern, dass jede Studie, die auf diese Namen rekurriert, “objektiv” ist, scheint mir doch etwas obrigkeitshörig, um nicht zu sagen naiv.

Ich finde es schon wichtig, darüber nachzudenken, ob die routinemäßige Substitution von Testosteron bei Millionen von Männern nicht über das Ziel hinausschießt. Menschen können irren – Ärzte können irren, Verlage können irren und Behörden können irren. Es hat noch nie geschadet, sich selbst eine Meinung zu bilden. Insofern sind wir tatsächlich eine Art “Bildzeitung” für Mediziner. Das begreife ich als Kompliment.

PS: Die am Schluss des Textes erwähnte FDA ist übrigens auch eine Behörde. Und die kann der Testosteron-Substitution nach Durchsicht vieler Studien wenig abgewinnen.

Frank Antwerpes, Chefredaktion

#8 |
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@3 Herr Professor Schmitz, vielen Dank für Ihr Kommentar.
Ich denke mir schon lange, wann ist endlich Schluß mit den Artikeln auf dem Bildzeitung-Niveau. Kann sich Doc Check keine ernsthaften Journalisten leisten?

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Dr. Klaus Gillner
Dr. Klaus Gillner

Zur Anregung und zur Befreiung des Geistes
kann ich hierzu nur das Buch von Jens Moller empfehlen:

“Testosterone Treatment of Cardiovascular Diseases: Principles and Clinical Experiences” (Englisch) Taschenbuch – 1. Januar 1984
von Jens Moller (Autor)
ISBN-13: 978-3642617461

“For many years now I have devoted much of my time to lecturing and writing on the subject of cardiovascular disease (CVD). In this book I have outlined the development of my approach to this problem. I must admit that the details of my theories have undergone continuous modification as a result of the lessons learned in treating a large number of patients, but the basic message has remained the same. I believe that the delay in the utilization oftestosterone treatment for CVD has arisen from a failure by specialists in endocrinology, biochemistry, physi­ ology, and cardiology to understand each other’s point of view and therefore to effectively coordinate their clinical efforts. This is like four people starting to climb the various faces of a pyramid, unaware of each other’s presence until they reach the apex. It is hoped that bringing specialists in these different disciplines together at “summit meetings” will help them discover the true nature of this disease, the cardiovascular specialist understanding the underlying lack of anabolic steroids, and the other three grasping the way in which treatment with these compounds can effectively counteract the metabolic disturbance which is the cause of CVD. Even apart of the language barrier, writing this book has by no means been an easy task. Please consider my situation; one cannot be a cardiologist, endocrinologist, biologist, biochemist, and physiologist all in one person. This fact may open me to criticism.”

#6 |
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Claudia Olson
Claudia Olson

Hormongaben ohne vorheriges Labor sind riskant. Nur bewiesene Mängel sollten sanft (nicht überdosiert!) ausgeglichen werden. Und Verlaufskontrolle im Labor ist zwingend erforderlich. Natur-identische Hormone wie oben administriert können sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

#5 |
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Gast
Gast

Zu Bedenken ist immer vor d Verordnung-egal ob f Mann oder Frau-, ob es sich um eine altersbedingte Entwicklung und damit um einen natürlichen Vorgang handelt oder d Präparate rein dafür gewünscht werden, jünger oder “standfester” zu sein. Auf jeden Fall sind Hormone keine Bonbons. Und im Altersverlauf sind wie in der Pubertät Hormonumstellungen normal.

#4 |
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Prof. Dr. med. Christoph Schmitz
Prof. Dr. med. Christoph Schmitz

Eigentlich wollte ich die Artikel von Herrn van den Heuvel nicht mehr kommentieren, aber in diesem Fall tue ich es dennoch.

Seine Version: “Jetzt hat Peter J. Snyder, Philadelphia, neue Daten veröffentlicht. Die Studie wurde unter anderem von AbbVie finanziert.”

Objektive Version (hier ganz bewußt so gewählt):
Snyder et al. (insgesamt 33 Autoren). Effects of testosterone treatment in older men. N Engl J Med 2016;374(7):611-624.
Also im New England Journal of Medicine publiziert, einer der renommiertesten und angesehensten medizinischen Fachzeitschriften überhaupt.

Der Artikel ist im Netz frei verfügbar: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1506119#t=articleTop

Aus dem Abstract: “CONCLUSIONS: In symptomatic men 65 years of age or older, raising testosterone concentrations for 1 year from moderately low to the mid-normal range for men 19 to 40 years of age had a moderate benefit with respect to sexual function and some benefit with respect to mood and depressive symptoms but no benefit with respect to vitality or walking distance. The number of participants was too few to draw conclusions about the risks of testosterone treatment. (Funded by the National Institutes of Health and others; ClinicalTrials.gov number, NCT00799617.).”

Die Finanzierung ist ebenfalls detailliert beschrieben: “The Testosterone Trials were supported by a grant (U01 AG030644) from the National Institute on Aging (NIA), National Institutes of Health. The trials also received funding from the National Heart, Lung, and Blood Institute, National Institute of Neurological Disorders and Stroke, and National Institute of Child Health and Human Development. AbbVie (formerly Solvay and Abbott Laboratories) provided funding and donated AndroGel and placebo gel….”

Ein “UO1” grant der NIH ist ein sogenanntes “Research Project Cooperative Agreement”,… “used when substantial programmatic involvement is anticipated between the awarding Institute and Center” (kann man alles nachlesen unter http://grants.nih.gov/grants/funding/funding_program.htm#u01). D.h., in diesem Fall haben mehrere NIH-Institute zusammen mit den Wissenschaftlern das Projekt geplant, und die NIH haben einen erheblichen Teil der Studie finanziert.

Hier sollte sich jetzt jeder selber seinen Teil denken. Herrn van den Heuvel würde ich empfehlen, seinen Artikel zurückzuziehen.
(Ich selber habe mit der besprochenen Studie wie auch der gesamten Thematik absolut nichts zu tun.)

#3 |
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Gast
Gast

Frauen, die Hormone nach der MP substituieren, leben länger, haben weniger Krankheiten und eine bessere Lebensqualität, statistisch gesehen. Vielleicht ist es mit Männern ebenso. Warten wir klärende Studien ab.
Mit Hormonmangel spielt man nicht.

#2 |
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Paul
Paul

zusätzlich Testosteron im Alter ist genauso falsch wie zusätzlich Östrogen im Alter,
damit spielt man nicht

#1 |
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