PALEO-Diät: Einmal roher Saurier, bitte!

23. März 2016
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Die PALEO-Diät soll die Ernährungsgewohnheiten von altsteinzeitlichen Höhlenbewohnern imitieren. Getreide- und Milchprodukte sind tabu. In Onlineforen findet man euphorische Berichte von „Steinzeitjüngern“. Was ist dran am Motto „Bison statt Butterbrot“?

Lebensmittelmärkte, Restaurants, Verlage – alle wollen sie vom Boom profitieren. Der Discounter, der gesteht, „dass er Lebensmittel liebe“, verlautet auf seiner Webseite: „Schon in der Steinzeit schätzte man das Gemüse als sehr nahrhaft.“ Roh statt geröstet ist nun das Motto. Pizza aus Blumenkohl und Kokosmehl statt Weißmehl. Die Steinzeitmenschen betrieben noch keine Agrarwirtschaft und verfügten über andere Gene, die Getreide für sie schlecht verdaulich machten. Deshalb soll bei der PALEO-Diät auf Getreideprodukte verzichtet werden. Heute tragen wir statt einem bis zu zwölf Amylase-Gene in unserem Erbgut und vertragen Brot ganz gut – von Glutenunverträglichkeiten mal abgesehen.

Computer statt Keule

Die Argumente der Steinzeitfans klingen erst mal schlüssig. Der Urmensch hat sich mehr als zwei Millionen Jahre lang mit viel Fleisch ernährt und Obst- und Gemüse roh gegessen. Milch- und Getreideprodukte, Speiseöle und Salz verzehren wir dagegen erst seit etwa 10.000 Jahren. Wie sich die Jäger und Sammler damaliger Zeit ernährt haben, kann man anhand von Werkzeugfunden nur vermuten. Sicherlich standen aber auch Käfer, Aas und vermutlich manchmal der Nachbar auf dem Speiseplan. Wir leben und arbeiten nicht mehr wie unsere steinzeitlichen Vorfahren. Die Nahrung musste seinerzeit ganz andere Anforderungen als heute erfüllen. Die Jagd nach einem Tier war lang und kräftezehrend – nicht vergleichbar mit einer Arbeit am PC.

Die Leber liebt PALEO

Eine Studie von Ryberg et al. von der Universität Umeå in Schweden untersuchte den Einfluss einer PALEO-Diät auf die Triglyceridwerte bei postmenopausalen Frauen. Alle Probanden waren gesund, hatten jedoch mit einem durchschnittlichen BMI von 27 Übergewicht. Fünf Wochen ernährten sich die Frauen nach dem Vorbild von Steinzeitmenschen. Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gab es jeweils 30 Anteile Proteine, 40 Anteile Fett mit hauptsächlich mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie 30 Anteile Kohlenhydrate, ergänzt durch Tagesrationen à 40 g Nüsse.

Wem dies nicht reichte, der konnte den Speiseplan nach Belieben ergänzen – durch selbstzubereitete „Steinzeit-Gerichte“ nach vorgegebenen Rezepten. Man sollte annehmen, dass der hohe Fleischkonsum zu einer Verschlechterung zahlreicher Parameter führte. Erstaunlicherweise war das Gegenteil der Fall. Im Schnitt hatten die Frauen 4,6 kg abgenommen. Der BMI war um 4 Prozent gesunken. Die Herzfrequenz hatte sich signifikant von durchschnittlich 74 auf 64 Schläge pro Minute verringert und der Blutdruck war ebenfalls leicht gesunken. Verglichen mit der vorigen Ernährung stieg die Fettaufnahme an, jedoch wurden vorwiegend „gesunde“ Fette verzehrt. Um 122 Prozent erhöht hatte sich vor allem der Anteil der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren war um 57 Prozent, die Kohlenhydratzufuhr um 58 Prozent gesunken.

Die Ernährung hatte weitere positive metabolische Effekte. Der Triglyzeridgehalt der Leber sank um knapp 50 Prozent, die Nüchtern-Insulin– und Glukosespiegel waren niedriger und es wurde eine reduzierten C-Peptid-Sekretion dokumentiert. Vermutlich sind diese Effekte auch auf eine verbesserte Insulinsensitivität zurückzuführen. Der Fettabbau in der Leber ist besonders in der Postmenopause bedeutsam, da die Umverteilung von zentralem Körperfett in die Peripherie einen protektiven Effekt auf die Entwicklung von Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen hat. Obwohl die Frauen keine Begrenzung der Kalorienzufuhr erhielten, nahmen sie durchschnittlich 520 kcal weniger zu sich. Die proteinreiche PALEO-Diät steigert das Sättigungsgefühl sowie die Wärme- und damit Energieproduktion. Da die Diät frei von raffiniertem Zucker ist, nimmt die hepatische Lipogenese und das Risiko für eine nicht-alkoholische Fettleber, besonders durch Fructose, ab. Die Studie kann als Hinweis gewertet werden, dass eine proteinreiche und kohlenhydratarme Diät günstige metabolische Auswirkungen haben kann. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen. Welche Auswirkungen hat der gesteigerte Fleischkonsum bei einer längerfristigen Diät? Sind die Effekte auch auf Männer und jüngere Frauen übertragbar?

Steinzeitfutter für Diabetiker

Wer die PALEO-Diät so versteht, dass er jeden Tag ein halbes Schwein ohne Toast essen soll, macht sicherlich etwas falsch. Hingegen sind viel Bewegung an frischer Luft, ungesättigte Fettsäuren, viele Nüsse und wenig Kohlenhydrate sicherlich metabolisch sinnvoll. Kann man PALEO nennen, oder einfach nur gesunde Ernährung.

In einer randomisierten Cross-Over-Studie von Bligh et al. [Paywall] wurden gesunden Probanden zu verschiedenen Zeitpunkten drei verschiedene Mahlzeiten verabreicht: Zwei Paleo-Mahlzeiten sowie eine Referenz-Mahlzeit. Über einen Zeitraum von 180 Minuten wurden Plasma-Glukose, Insulin, Glucagon-ähnliches Peptid (GLP-1), glukoseabhängiges insulinotropes Peptid (GIP) sowie Peptid YY (PYY) gemessen. Diese Parameter lassen einen Schluss darauf zu, wie hoch das Risiko ist, Stoffwechselerkrankungen zu entwickeln. Das Sättigungsgefühl der Probanden wurde mittels einer elektronischen visuellen Analogskala (EVAS) ermittelt.

GLP-1 und PYY waren bei beiden PALEO-Gruppen im Vergleich zur Referenzgruppe signifikant erhöht, auch das Sättigungsgefühl war in der PALEO-Gruppe höher. Die GIP-Konzentrationen waren niedrig, was eine Insulinresistenz sowie Fetteinlagerungen verhindert. Die Glukose- sowie Insulinwerte unterschieden sich in den drei Gruppen nicht signifikant. Der Inkretinwert war in der PALEO-Gruppen signifikant erhöht, was unter anderem zum rascheren Sättigungsgefühl beiträgt. „Die Ergebnisse führen zur Annahme, dass die paläolithische Ernährung zu einem niedrigerem Risiko für Übergewicht führen könnte“, so das Resümee der Autoren. Auch in einer Studie von Manheimer et al. [Paywall] zeigte sich, dass die Paleo-Ernährung zu höherem Gewichtsverlust führt sowie Lipide, Blutdruck und Blutzucker stärker verbessert als andere Diätformen.

Wird Caveman zum fat man?

Zahlreiche Studien schreiben der PALEO-Diät also positive Wirkungen auf Gewicht und Stoffwechsel zu. Eine Studie erachtet diese Ernährungsform dagegen sogar als gefährlich. Der Studienleiter Sof Andrikopoulos ist Präsident der australischen Diabetesgesellschaft und warnt: „Diese Art der Ernährung ist nicht empfehlenswert, besonders nicht für Menschen, die schon übergewichtig sind oder einen hauptsächlich sitzenden Lebensstil praktizieren. Für Menschen, die an Diabetes oder einer Diabetesvorstufe leiden, ist eine ‚low carb, high fat‘-Ernährung riskant.“

Das Studienziel war die Fragestellung, ob sich eine ‚low carb, high fat‘-Ernährung (LCHF) für Menschen mit Prädiabetes eignet und deren Blutwerte verbessert. Die Studie wurde jedoch nicht an Menschen, sondern an adipösen Mäusen mit Prädiabetes durchgeführt. Eine Gruppe erhielt eine ‚low fat, high carb‘-Ernährung (60 Prozent Fett, 20 Prozent Kohlenhydrate), die andere wurde mit einer fettarmen Ernährung mit nur 3 Prozent Fett und entsprechend höherem Kohlenhydratgehalt gefüttert. Nach 8 Wochen hatten die Tiere der LCHF-Gruppe 15 Prozent an Gewicht zugenommen, ihr Körperfettanteil hatte sich verdoppelt, ihre Insulinspiegel waren gestiegen und die Insulinresistenz hatte sich verstärkt.

Die Studie wirft zahlreiche Fragen auf. Es ist völlig unklar, ob die tierexperimentellen Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Eine Kritik, die der Studienleiter widerspruchslos annimmt. Außerdem hat die Arbeitsgruppe in ihrer Studie die Grundsätze der PALEO-Diät nicht realisiert. Es geht nicht darum, viel Fett und wenig Kohlenhydrate zu verzehren, sondern auf die Qualität der Speisen und deren Zubereitung zu achten sowie viel Gemüse zu essen. All das erhielten die Mäuse nicht. Die in der Studie verfütterte Nahrung entspricht eher einer Atkins-Diät. Auf der Homepage der Universität Melbourne warnt Andrikopoulos in Schrift und Video vor der Diät, seine kurze Formel: „PALEO-Diät = Gewichtszunahme“.

Zusammenfassend stellt sich die Frage, ob sich der Terminus „Diät“ für eine „steinzeitliche Ernährung“ überhaupt eignet. Eine Diät wird über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt, PALEO ist schon mehr eine Lebensphilosophie, vergleichbar mit vegetarischer oder veganer Ernährung. „Fleisch ist mein Gemüse“ ist jedoch nur ein Teil dieser Philosophie.

151 Wertungen (4.23 ø)
Allgemeinmedizin, Medizin

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50 Kommentare:

Arzt
Arzt

@Ernst Pawlowsky, Kompliment, Donnerwetter, Sie haben sich wirklich “im Griff”.
Mit der Salzreduktion würde ich allerdings sehr vorsichtig sein.
Ich habe einige Stoffwechseluntersuchungen auch bei “Gesunden” gemacht, die Kombination von vegetarisch und salzarm ist extrem ungünstig.
Jedenfalls gibt es auch Hyponatriämie, besonders bei Sport, besonders wenn man viel trinkt, schadet nicht nur der Niere, sondern auch dem Hirn.
Die Japaner nehmen bis über 20g/Tag.

#50 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

@ Fr. Bulir: soll jetzt die ganze Menschheit möglicherweise weiterhin darunter leiden, daß unsere Vorfahren mal einen falschen Weg eingeschlagen haben?
Bei Investitionen würde man sagen, daß man dem schlechten Geld noch gutes hinterher wirft.
Nein, weitermachen wie bisher ist nicht die Lösung!
Sondern es geht zuerst einmal darum, herauszufinden, was für den Menschen und seine Gesundheit wirklich gut ist ( und nicht für den Gewinn der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie ).
Und wenn wir das wissen, können wir im zweiten Schritt danach suchen, wie wir die Erkenntnisse des ersten Schrittes weltweit nutzbar machen können.
Aber schon den ersten Schritt blockieren mit dem Hinweis, daß es nicht machbar sein würde, ist ein “klassisches Totschlag-Argument”.
Was also ist wirklich gut für den Menschen und seine Gesundheit?
In den letzten 15 Jahren mehren sich fast exponentiell die Hinweise, daß eine Kohlenhydrat-arme Ernährung, die viele gute Fette / Öle ( Stichwort Omega 3 ) enthält und genügend Eiweiß ( 1,2 – 1,5 g /(kg*d) ) sowie große Mengen an Gemüse und Obst, einiges davon roh verzehrt, die besten Ergebnisse bei fast allen sogenannten Zivilisationskrankheiten hat.
Ich selbst kümmere mich seit 1970 um Ernährung, wurde 1981 Vollwert-Vegetarier und verzehrte große Mengen vollwertiger Kohlenhydrate in Form von Vollkornbrot, Vollkornnudeln usw.. Die Mengen waren auch deshalb so groß, weil ich durchgehend Leistungssportler war mit auch Top-Leistungen in den Altersklassen. Eigentlich hätte bei mir alles gut sein müssen, weil ich mich ja vermeintlich gesund ernährt habe und viel Sport getrieben habe.
War es aber nicht: z. Bsp. ungünstiges HDL /LDL-Verhältnis und erhöhtes Gesamtcholesterin. Gleichzeitig etwas erhöhter Blutdruck.
Seit 3 Jahren habe ich alle konzentrierten Kohlenhydrate aus meiner Ernährung gestrichen ( kein Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln ), auf gute Fette und Öle umgestellt ( Olivenöl, Leinöl und Kokosfett ), nehme ca. 1,5 g/(kg*d) Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Eiern und Quark zu mir, ca. 150 g Nüsse und Mandeln pro Tag sowie ca. 1,5 kg Gemüse und Obst.
Seit einem Jahr noch die Aufnahme von Kochsalz drastisch reduziert.
Neben dem ausgezeichneten subjektiven Befinden hat sich meine sportliche Leistungsfähigkeit gerade im Ausdauerbereich eher noch erhöht und ganz objetiv habt sich mein Blutdruck normalisiert und mit einem HDL-Wert von 80, einem sehr günstigen HDL/LDL-Wert sowie normalisiertem Gesamtcholesterin hat sich mein Cholesterin genau so entwickelt, wie es die Biochemie ( beschrieben z. Bsp. sehr schön bei Dr. Nicolai Worm in “Menschenstopfleber” ) erwarten läßt. Und: mein Reizmagen ist auch vollständig verschwunden.
Da man an dieser Ernährung zumindestens im Moment nicht so gut verdienen kann, wie es die Pharmaindustrie von ihren patentierten Produkten gewohnt ist, gibt es nur wenige gute Studien zu dieser Ernährung. In der Studie von Sof Andrikopoulos z. Bsp. wurde als Fettquelle Cacaobutter eingesetzt und als Kohlenhydratquelle 100 % Succhrose = raffinierter Haushaltszucker. Ob das eine “gute” Studie ist, oder ob die Ergebnisse nicht bewußt Paleo verunglimpfen sollten, kann jetzt jeder selbst beurteilen.
Umso wichtiger ist es, daß möglichst viele Menschen, die gute Erfahrungen mit low-carb im weitesten Sinne gemacht haben, sowohl ihre Erfahrungen, aber auch ihre tatsächliche Ernährung so genau beschreiben wie möglich.
Nur so können wir anscheinend dazu lernen.

#49 |
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Heilpraktikerin

So wie ich weis, bei der Langlebigkeit von dem Okinawa Volk spielt nicht nur die Rolle was sie essen, viel mehr wie viel. Sie essen sich nie Satt.
Ich glaube daran, dass die Steinzeit/Paleo Diät sehr gesund ist, ich habe damit trotzdem ein Problem:
was passiert mit unseren Planeten, wenn auch nur ein Teil der Bevölkerung anfängt sich so “artgerecht” zu ernähren?
Ich kann es deswegen nicht weiterempfehlen.

#48 |
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Arzt
Arzt

Die Paleokost entspricht am ehesten noch der (empfohlenen) japanischen Kost
mit viel viel mehr Eiweiß sowohl als Gemüse (Soja) und Pilze als auch 3-5mal am Tag Fisch oder Fleisch.
Und damit auch der höchsten Lebenserwartung.
http://www.bmj.com/content/352/bmj.i1209

#47 |
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Gast
Gast

wahrscheinlich ein Vegetarier in der Redaktion :-)

#46 |
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Paul
Paul

warum wird die Fortsetzung gelöscht???

#45 |
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Paul
Paul

fortsetzung:
… bei einem BMI

#44 |
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Paul
Paul

Richtig, schädlich ist nicht Eiweiß sondern der (permanente) Kalorienüberschuss.
Nierenschäden DURCH Eiweiß konnten nie, auch bei Atkinsdiet nachgewiesen werden, denn die gesunde Niere passt sich wie die Leber dem Bedarf an, sonst gäbe es keine Lebendspender für eine der beiden Nieren.
Diese Anpassung geht wie bei der Leber ganz rasant in wenigen Monaten.
Gicht ist übrigen statistisch stärker von Übergewicht und Alkohol abhängig als von Eiweißzufuhr, wobei Fisch und Meeresfrüchte statistisch noch den stärksten Einfluss haben, allerdings interessanter nur bei schlanken Menschen mit einem BMI

#43 |
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Gast
Gast

Viele Kommentare, auch die “DGE-Empfehlungen” zeigen deutliche Vorbehalte gegen Eiweiß, die bei genauem Hinsehen NICHT wissenschaftlich begründet werden können.

Was sind dann die Gründe?
Einmal ist Eiweiß halt teurer, das gilt vor allem global, Afrika und Asien
und zum zweiten ist es wohl die (nicht artgerechte) Vegetarier-Ideologie, der man wie bei einer Religion mit Argumenten nicht kommen darf.

Deshalb ist der Beitrag Paleo so wichtig.

#42 |
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Gast
Gast

@Tobias Schäfer, nach meiner info beschreibt die Okinawa-Studie alles andere als eine eiweißarme Ernährung, weil sie auch Tierzucht einschließt und ganz besonders die Fischerei.
Ist auch kein Gegenargument, gegen die Untersuchungen der Athropologen über die “neolitische Revolution”.
Etwas ähnliches hat man ja auch im Mittelalter beoachtet (anatomische Studien Uni Bochum), mit der Verstädterung ein RÜCKGANG der Körpergröße und der Lebenserwartung, mehr Infektionskrankheiten.

#41 |
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Paul
Paul

Es geht nicht um die “Enzymausstattung”, so ein dummes Zeug, sondern um das Verdauungssystem. Der Blinddarm vom Pferd ist länger als unser Unterarm, ca. 1m mit einem Fassungsvermögen von ca.33 Litern, das sind drei Eimer voll und er hat keine Gallenblase produziert aber Galle und zwar permanent, weil er auch permanent essen muss etwas 50 kg Gras pro Tag.
Das ist der kleine Unterschied zum Mensch.

#40 |
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Paul
Paul

@Dr. Kai Schönhage, es ging hier genau um die Paleo-Ernährung, also eiweißreiche Ernährung.
Und wenn ich eine ganze Schüssel von Salat alleine esse bis der Magen voll ist, bin ich leider NICHT satt, es kann allerdings ein Nachspiel geben mit Bauchschmerzen und Blähungen,
ist halt nicht artgerecht wie die Paleo-Kost.
Wir sind genetisch halt keine Kaninchen.

#39 |
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Gast
Gast

zu #36 60g Eiweiß sind 240 kcal. Ein Liter Cola enthält genau doppelt so viel, nämlich 480 kcal.
Von einem 300g Steak mit 60g Eiweiß werde ich aber garantiert erheblich satter als von einem Liter Cola.
Na klar handelt es sich um totets Fleisch, dachten Sie denn, dass man das vom lebenden Tier abbeißen sollte???
Auch die Petersilie ist tot und noch toter wenn sie 30 min. in der Pfanne war.
Und besonders das Korn tut mir leid, das wird ganz brutal geköpft oder gedroschen.
Ein Vegetarier wird ja von niemandem verboten, er sollte dann nur auf seinen Dr. hören und etwas substituieren (Nahrungsergänzung) damit er nicht krank wird, weil das halt nicht artgerecht ist.

#38 |
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Apotheker

#32
Ja, Hefe hat einen hohen Puringehalt. Und? Fast alles, was in dieser Tabelle unter den Top 50 nicht Hefe ist, ist entweder getrocknet (Wassergehalt ca. 0%) oder eben tierisch und NICHT getrocknet.
Ich bin übrigens gar nicht gegen Ernährung mit tierischem Eiweiß; Steaks, Braten etc. sind lecker (wenn von jemandem mit passenden Fähigkeiten zubereitet).

@36
Mit der Enzymausstattung (zur Verdauung) habe ich mich vertan. Die Tiere selbst haben die Enzyme offenbar nicht, sondern Bakterien und Pilze in ihrem Verdauungstrakt. Das ermöglicht es ihnen, pflanzliche Polysaccharide, insbesondere Cellulose, zu verdauen, was Menschen nicht möglich ist.

#37 |
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Dr. Kai Schönhage
Dr. Kai Schönhage

@ #30, #31

Lesen Sie doch bitte noch mal, was ich geschrieben habe und malen sich aus, wie und was bei uns zu Hause so gegessen wird: alles, nur eben in anderen Verhältnissen.

Wie genau schafft man es trotz abwechslungsreicher Ernährung, selbst rein pflanzlicher, einen Mangel essentieller Aminosäuren oder gar Eiweiß zu erleiden? Oder einfach mal was behauptet?

Und denken Sie nicht, daß 60g Protein in Ihrem 300g Frischfleisch schon eine Riesenmenge sind, insbsondere, wenn da noch andere “hochwertige” Quellen während des Tages dazukommen?
Das mit dem “wertvoll” ist ja genau das Problem der ersten Welt, wo man zu viel ißt, während eine eben nicht so konzentrierte Ernährung dazu führt, daß man insgesamt weniger Kalorien und mehr Ballaststoffe bei gleichem Sättigungsgefühl zu sich nimmt.
Weniger Nahrungsmenge wie bei der Schweinezucht ist ja nicht per se das Ziel, sondern weniger Kalorien, und die sind eben unterschiedlich dicht in der Menge(Masse) verpackt.

Dialysepatienten und andere Teile der Welt haben ganz andere Probleme mit Ernährung und Eiweiß, um die es hier gar nicht ging.

Genau welche Enyzmausstattung der genannten Säugetiere ist denn “komplett” anders und wo wurden diese “ohne Weiteres” verglichen?

Probieren Sie es doch mal aus; mehr pflanzlich, weniger (raffinierte) Stärke und weniger totes Tier (das immer noch viel Protein im Vergleich zur selben Masse Blattgemüse hat). Und Zeit nehmen.

Genug jetzt, Si tacuissem
Godspeed.

#36 |
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Gast
Gast

Es muss ja keineswegs immer Filet sein, ein bischen Fett erhöht eher das Aroma beim Braten. Der Trick, es ganz zart hinzubekommen, besteht ja darin, das Wasser gerade NICHT herauszulassen. Und wenn es nicht sofort frisch zubereitet wird, wie meistens, fange ich da schon beim Kühlschrank an: Es wird vorher schon kalt eingeölt und in eine wasserdichte Folie gepackt.
Beim Braten natürlich gleich am Beginn mit Öl scharf anbraten um die Poren allseitig dicht zu verschließen, danach kann man es auch ganz gemütlich mit rel. niedriger Temperatur langsam durchgaren. Natürlich würzen und Sals erst zum Schluss. Gardauer sehr unterschiedlich nach Fleischqualität. Schneiden natürlich immer exakt quer zum Faserverlauf.Da ist eine Gemüsepfanne wesentlich einfacher und dauert allerdings länger. Wir sind ja keine Kaninchen.

#35 |
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Gast
Gast

Auflösung von #30: ein leckeres Filetsteak von 300g (frisch) hat ca.80% Wasser, die Eiweißmenge beträgt dabei also nur 60g. Zucker und Fett ist dagegen bekanntlich wasserfrei.
Soll also ein Patient z.B. beim Abnehmen 30% Eiweiß-Kalorien einplanen, tut er sich verdammt schwer, das überhaupt zu schaffen, ist aber saugesund.
Ein Tipp ist z.B. Harzer Roller (ohne Fett).
Interessanterweise steigt dabei die Harnsäure NICHT an den er verhindert (beim Abnehmen) damit den Katabolismus.

#34 |
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@Paul
@Paul

zur biologischen Wertigkeit noch ein Tierversuch bei Ratten:
Von denen kennt man auch die “essentiellen” AS (Aminosäuren).
Man hat diese nun in einem Fütterungstest geteilt und die nicht gleichzeitig gegeben, sondern die Hälfte (zusammen mit nicht essentiellen natürlich) morgens und die andere Hälfte abends, also in 12-stündigem Abstand.
Das hat schon gereicht um einen katabolen Stoffwechsel (Gewichtsabnahme) auszulösen.

Fazit die Angst vor Eiweiß ist ernährungswissenschaftlich völliger Blödsinn
und an der “Paleo”-Diet ist schon was dran.

#33 |
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@Paul
@Paul

hallo @Christian Becker, wenigsten einer der mitdenkt :-)
einfach mal in eine Tabelle sehen, z.B.
http://www.naehrwertrechner.de/naehrstoffe/purin-n.html
Das steht Hefe an der Spitze.
Wichtig ist natürlich der Bezug zum Wassergehalt, sinnvollerweise müsste der mitgerechnet werden, bezw. abgezogen werden, da Wasser keinen Nährwert hat.

Des weiteren zeigt der zitierte erfolgreiche Schweinemastversuch in Holland, die bekannte biologische Wertigkeit, die halt bei tierischem Eiweiß deutlich höher ist, als aus pflanzlicher Quelle und deshalb eine GRÖßERE Menge erfordert auch beim Mindestbedarf (Eiweißminimum). Das trifft z.B. den Dialysepatient, der bitte KEIN Vegetarier sein darf, zu viel Eiweiß, zu viel Kalium.
Zudem kommt es ganz ohne Zufuhr (Katabolismus) auch zu Harnsäureanstiegt durch Abbau körpereigener Zellen, da es ja keine andere Eiweißspeicher gibt,
bekannt (und unerwünscht) nach Übergewichts-Op, die ernähren sich dann immer noch falsch. Die sollen bitte Fett abbauen, keine Körperzellen.

mfG

#32 |
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Apotheker

@Paul (#16)
Das mit den Purinen scheint einleuchtend. Aber es scheint nur.
Natürlich enthalten alle Lebensmittel, die aus Lebewesen stammen, Purine, da sie alle Zellen enthalten und deren Zellkerne Purinbasen.

Jetzt ist es aber so, dass Pflanzenzellen im Schnitt wesentlich größer sind als tierische und somit die Zellkerndichte bei Fleisch höher ist.
Nun sind Muskelzellen auch recht groß, enthalten aber auch mehr als einen Zellkern, sogar wesentlich mehr.

@Dr. Kai Schönhage (#23)
Das mit den Nilpferden und Elephanten ist nicht Ihr Ernst, oder? Man kann doch nicht ohne Weiteres Pflanzenfresser mit einer komplett anderen Enzymausstattung mit Menschen vergleichen.
Natürlich kann man Aminosäuren und damit Proteine auch de novo im Körper herstellen, jedoch nicht die für den Menschen essentiellen. Und daran mangelt es auch vielen pflanzlichen Produkten, weshalb tierisches Eiweiß für den Menschen meist wertvoller ist (Gelatine mal ausgenommen).

#31 |
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Gast
Gast

@Dr. Kai Schönhage “vermuten” Sie oder wissen Sie? Lesen Sie #15
Wahrscheinlich sind Sie kein Arzt weil Sie von “riesigen Mengen” reden.
Wieviel Eiweiß hat denn ein leckeres Filet steak von 300 Gramm?
Es gibt keine Eiweiß-Speicher auch wenn der Körper ohne Fett eigentlich nur aus Eiweiß besteht (lean body mass). Daher gibt es ein tägliches Eiweißminimum auch für Dialysepatienten. Eiweißmangel ist daher der schwerwiegedste Nahrungsmangel, sowohl bei Kindern (Afrika und weltweit) wie auch bei uns bei alten Menschen.

#30 |
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Gast
Gast

Wie wäre es mit einfach mehr Zeit für’s Essen und insbesondere die Zubereitung desselben aufwenden?
Ich kann mir vorstellen, dass das nicht in unerheblichem Ausmaß zum Erfolg von Paleo beiträgt.
Funktioniert, meiner Meinung nach, sicher auch ohne es Paleo zu nennen – aber jeder wie er will. Mal wieder mehr kochen (grillen, rösten, fermentieren, dünsten, anrichten – was auch immer) und dabei ausschließlich unverarbeitete Grundzutaten verwenden – halt wirklich alles selbst machen. Das macht schon einen riesigen Unterschied im Sättigungsgefühl als wenn man die Fertig-Pizza oder Fertig-Backmischungen nimmt.

#29 |
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Dr. Kai Schönhage
Dr. Kai Schönhage

@ #24
Pflanzen haben doch Proteine, nur eben keine riesigen Mengen wie Fleisch oder konzentriert wie Tofu.
Und alle essentielle Aminosäuren werden sich dort auch schon finden.

Paßt schon.

#28 |
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Apothekerin

Kranke Probanden als Studienkandidaten als Ausgangspunkt. Klar sinken dann alle hohen Werte und die Leute nehmen ab…das Studiendesign ist mangelhaft.

#27 |
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Philipp
Philipp

Bin auch über Paleo zu gesünderem Essen gekommen. Nun nach 2 Jahren mein Kurzresüme:
Super Qualität mit artgerechtem/natürlichem Ursprung, nur höchst selten Fertigprodukte (Meist Snacks =;-)). Dies bei Kolehydreate, Fett und Eiweissen, dito Vitamine/Mineralstoffe….
Einfach mit Achtsamkeit und Bewusstsein immer etwas auf Paleo schielend.
Und auch mal fasten zwischendurch

#26 |
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Ich empfehle den sehr interessanten Foodblog rawfoodsos.com.

#25 |
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Gast
Gast

#20 und #23, das mit der neolithischen Revolution hab ihr ganz überlesen???
Und Aminosäuren heißen “essentiell”, wenn sie der Körper zwar dringend benötigt, aber NICHT selbst herstellen kann!
@Dr. Gero Beckmann, das ist richtig, aber Feuer kannte man schon in der Steinzeit. Heute mit der modernen staatlich unterstützten und geschützten Landwirtschaft ist leider das Erhitzen vor dem Essen wieder wichtiger geworden.

#24 |
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Dr. Kai Schönhage
Dr. Kai Schönhage

Ähnlich wie bei #21 viel Gemüse, schmackhaft und bißfest zubereitet, führt automatisch dazu, daß man weniger von allem anderen ißt. Dazu zum Essen gut trinken (vedünnte Säfte/Limonade/Eistee/Wasser etc.), dann ist der Bauch schnell mit wenigen Kalorien gefüllt.
Der Nachtisch fällt dann auch kleiner aus.

Mit etwas Übung kann man in < 30 min ohne Fertigprodukte sehr leckere Essen, die hauptsächlich (Masse, nicht nur Volumen) aus gedünstetem/gegrilltem/gebratenem/gebackenem Broccoli, Spinat, Karotten, (Grün-, Blumen-, Rosen…) Kohl, Bok Choi, Sellerie, (grüner) Spargel Zwiebeln, Knoblauch etc., mit (braunem) Reis, Pasta etc. und etwas Fleisch/Fisch (oder auch Tofu) zubereiten, das auch alle Kinder verschlingen und bei dem weder Butter, Salz, Parmigiano oder auch Speck fehlen, aber eben nur als Geschmacks"hilfen", nicht um das Essen darin zu ertränken.
Ingwer, Sesamöl, Sojasauce, Koriander(blätter) und andere mehr exotische Geschäcker sorgen für abwechslungsreiche Vielfalt. Kinder können mitschnippeln oder dabei Hausaufgaben machen.
Das geht auf 3 Flammen wirklich in 30 Minuten und reicht ggf. für mehrere Tage.

Müesli zum Frühstück mit viel Obst (kann auch das angebißene von gestern sein) und relativ weniger Getreide; man kann eine Trockenmischung selber sehr günstig mischen, die sich dann ewig hält.
Aber auch Nutella und Erdnußbutter sind immer im Schrank.

Proteine kann mein Körper auch aus Kohlehydraten und Fetten produzieren, wenn ich das in Biochemie damals richtig verstanden habe, und man benötigt nicht riesige Mengen externer Proteine dazu – machen Elephanten, Naßhörner, Kühe, Pferde, Giraffen und Nilpferde ja auch nicht und die haben alle mehr Muskeln als die meisten Tiere.

Weniger Kalorien sind viel effizienter als Sport, um abzunehmen; am besten natürlich beides; 20 Minuten alle paar Tage zu Hause ein paar Übungen und ab und zu richtig Schwimmen schafft man auch wenn man viel um die Ohren hat.
Aber weniger Kalorien und am besten Süßigkeiten, Chips, "Zerealien", "Frucht"Joghurt etc. nur selten kaufen und stattdessen leckeres Obst, Nüsse dahaben, das alle auch wirklich essen wollen.

Das sind natürlich nur meine $0.02.

#23 |
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Dr. Gero Beckmann
Dr. Gero Beckmann

Was noch nicht in aller Deutlichkeit gesagt wurde: die Verwendung roher tierischer Materialien ist verschärfter Umgang mit lebenszeit/-komfortverkürztem Restrisiko und kann ärztlicherseits nicht ernsthaft befürwortet werden:

Beispiele

– Campylobacter jejuni/coli auf Rind-, Geflügel- und Wildfleisch
– Salmonella in Geflügel, aber auch Schweine- (Hack-)fleisch, daneben
– EHEC auf/in Rind- und Wildfleisch
– Yersinia enterocolitica in Schweinefleisch
– Listeria monocytogenes auf Fisch gegen Ende MHD
– neuere Fälle von Francisella tularensis durch Wildfleisch in Hessen und auf dem Balkan

Allein Campy und Salmonellen bescheren uns jährlich über 100.000 Fälle an gemeldeter Enterititis infectiosa bei einer grottenschlechten ärztlichen Meldemoral (Dunkelziffer Faktor 10-20).

Wer allerdings den Thrill braucht: Viel Spaß beim evolutionären Lotto!

#22 |
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Gast
Gast

alle verarbeiteten Lebensmittel weglassen,sehr viel Gemüse essen und wenige Kohlenhydrate,Fleisch zum sattwerden und viel Olivenöl,Nussöl etc.damit hab ich über einen Zeitraum von ca 2 Jahren 15 Kg abgenommen.
Ohne Hunger und ohne Wissen,dass das irgendeine Diät sein soll.Ausserdem ist der Hba1c Wert auf ein normales Maß gesunken.Mir gehts damit gut.
Rohkost war natürlich auch dabei,so wie ich Lust darauf hatte. Es ist allerdings mit ziemlich viel Arbeit verbunden aber sowas lohnt sich.

#21 |
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UroDoc
UroDoc

Früher war alles besser! Da haben sich die Menschen noch natürlich und somit gesünder und bekömmlicher ernährt. Merkwürdigerweise blieb die Lebenserwartung der Menschen früher weit hinter der heutigen zurück. Also irgendetwas machen wir wohl nicht ganz falsch.

#20 |
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Ich finde die Diskussion nicht nur gut sondern auch höchst notwendig, weil der Ernährungsstatus der Weltbevölkerung so grottenschlecht wie noch nie auf diesem Planeten ist.

#19 |
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Medizinjournalist

Wenn essen nach einem intellektuell ausgedachten Plan geschieht, hat wie immer in der modernen Welt der Körper selbst keine Chance. Sehr lange bevor wir unser “Wissen” lesen und aufschreiben konnten, wusste der Körper, was für ihn gut ist – und oh Wunder – natürlich weiß er das auch heute noch, nur wird er eben nie gehört, weil keiner horcht.
Essen, dem sportlichen Verbrauch geschuldet, reguliert sich herrlich von selbst. Der Blick an sich selbst herunter oder meinetwegen in den Spiegel und auf die Waage, sind o.k. Nicht die Apps, nur den Körper fragen, was er will.

Woher hat er Gast denn meinen Text? Ah oh login vergessen!

#18 |
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Gast
Gast

Wenn essen nach einem intellektuell ausgedachten Plan geschieht, hat wie immer in der modernen Welt der Körper selbst keine Chance. Sehr lange bevor wir unser “Wissen” lesen und aufschreiben konnten, wusste der Körper, was für ihn gut ist – und oh Wunder – natürlich weiß er das auch heute noch, nur wird er eben nie gehört, weil keiner horcht.
Essen, dem sportlichen Verbrauch geschuldet, reguliert sich herrlich von selbst. Der Blick an sich selbst herunter oder meinetwegen in den Spiegel und auf die Waage, sind o.k. Nicht die Apps, nur den Körper fragen, was er will.

#17 |
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Paul
Paul

@Per Fossdal, Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels, kommt also vom Zellkern, egal ob das ein tierischer oder pflanzlicher ist wie in der Petersilie.
In Bohnen sind z.B. etwas mehr drin als in Schweinefilet.
Für Gesunde ist das aber wirklich kein Problem,
Die Erhöhung ist ganz sicher mit Überernährung (Übergewicht) und besonders Alkohol verursacht, sowie auch mit einer “Schwäche” der “Stoffwechselperipherie” , sprich Muskelmangel; man nannte es früher die Krankheit der Päpste.

Die nicht sesshaften “Jäger” haben sich ja auch viel bewegt, Bewegung war ihr leben.

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Paul
Paul

@Dr.med Marco van Gansewinkel, leichter gesagt als getan,
Ernährungsteste kann man leider nicht in 5 Minuten machen.
Basiswissen z.B. für Vegetarier kann man auch mit Ratten und Schweinen machen.
Sperr mal einen Mensch 3 Wochen ein für einen exakten Ernährungstest.
Tatsächlich kennt man den Ernährungs- und Eiweißstoffwechsel des Allesfressers Schwein besser als den des Menschen.
Deren Ernährung musste ja nach dem BSE-Desaster per Gesetz auf vegetarisch umgestellt werden. Folge war bei gleichem Wachstum größere Futtermengen und mehr Gülle etc.
Nun hat man wirklich mit Uni-Unterstützung die (biologische) Minderwertigkeit des vegetarischen Eiweißes gezielt durch Zugabe rel. kleine Mengen einzelner ess. Aminosäuren (sehr teuer) bei gleichem Wachstum die Nahrungsmenge reduziert werden und entspr. auch die Gülle.
Das hat sich dann sogar finanziell gelohnt, was ja der Sinn der Forschung war.

#15 |
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Elvira
Elvira

@Dr. med. Peter Koehler, das waren schon die Nachfolger, der Cromagnon-Mensch seit ca.40.000 Jahren
https://de.wikibooks.org/wiki/Geschichte_der_Menschheit:_Neolithische_Revolution#Folgen_der_Entwicklung
“Die Skelettfunde aus dem Neolithikum belegen, dass die Körpergröße der Menschen in dieser Phase deutlich abnahm, was Rückschlüsse auf ihren Ernährungsstatus zulässt. Die Lebenserwartung sank deutlich im Vergleich zum Paläolithikum. Nachweislich erkrankten wesentlich mehr Menschen als vorher, vor allem an Infektionen. Die meisten dürften durch häufigen und engen Kontakt mit Vieh nach Einführung der Viehzucht entstanden sein; innerhalb größerer Populationen vermehren sich die Erreger und sterben nicht aus wie in kleinen Gruppen. Masern sollen ihren Ursprung in der Rinderpest haben.[9]”

Auch der “Krieg” soll mit Sesshaftigkeit zusammenhängen.

#14 |
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Dr. med. Peter Koehler
Dr. med. Peter Koehler

Warum sind dann die Neandertaler ausgestorben. =?

#13 |
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Tobias Schäfer
Tobias Schäfer

Low-Carb, Paleo, Rohkost etc. funktioniert alles zumindest kurzfristig sehr gut. Alleiniger gemeinsamer Grund: Keine Chips, Schokolade, Süßigkeiten, Bäckereiprodukte, Tiefkühlpizza etc., also vorwiegend nur gesunde Nahrungsmittel im Rohzustand. Ob sich das dann langfristig spezifisch positiv auswirkt, sei mal dahingestellt. Eine andauernde latente Ketoazidose halte ich für nicht gesundheitsförderlich, ebensowenig die Überversorgung mit tierischem Protein. Auf der anderen Seite die Okinawa-Studie zu der durchschnittlich ältesten Bevölkerung der Welt, die sich mit bis zu 80% KH ernähren. Gleiches Programm: Keine Industrieprodukte. Auf Dauer halte ich für langanhaltende Gesundheit eine kohlenhydratreiche Ernährung mit weitest gehendem Ausschluss von Industrieprodukten für am sinnvollsten.

#12 |
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Dr.med Marco van Gansewinkel
Dr.med Marco van Gansewinkel

Die Grundidee mit Bewegung und mehr gesungen Fetten, weniger Kohlenhydrate, wobei Auszugsmehle und deren Produkte auszuschließen sind, und dem vollständigen Verzicht jeglicher raffinierter Produkte ist immer richtig.
Völliger Unsinn sind Ernährungsstudien an Tieren, so deren Ergebnisse für Menschen gelten sollen.
Generell sind Ernährungsstudien anzuzweifeln, so denn nicht sehr homogene Gruppen doppelblind-randomisiert verglichen werden.

#11 |
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Gast
Gast

habe die Paleo Diät selbst ausprobiert, in 3 Monaten 10 Kg abgenommen. Fühle mich top fit. Knieschmerzen sind weg, Kopfschmerzen sind weg. Bodymaß von 28 auf 24 verringert. Da ist es mir wirklich piep egal, was da bei den Mäusen passiert, jedenfalls für mich hat es gepasst und das ganz ohne zu hungern. Habe es bei meinen Patienten genauso erlebt auch die Harnsäure ist nicht angestiegen , im Gegenteil sie wurde weniger!! M.F.

#10 |
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Klaus Fischer, Chemiker
Klaus Fischer, Chemiker

Ach, ich wusste gar nicht, dass die Paleo ernährten Menschen so sehr alt wurden, so dass deren Lebens-Ernährungsweisen erst richtig empfehlenswert für uns Heutige sein sollten? Denn wir werden doch erst seit dem letzten Jahrhundert etwas älter, manche schon mal 90 mehr als früher. Geht’s mit Paleo und den beschriebenen Versuchen noch ein wenig altersgerechter weiter?
Klaus Fischer, Kelkheim

#9 |
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Paul
Paul

@Johannes Güntert auch Udo Pollmer irrt hier, (er ist selbst deutlich übergewichtig). Es gibt nun inzwischen wirklich schon ein Heer von exakten wissenschaftlichen Vergleichsstudien für Diäten zum Abbau des Übergewichts, die IMMER das Ergebnis bringen, dass “low carb” dabei “low fat” schlägt, wobei mit diesen Schlagworten leider immer das Eiweiß zu kurz kommt. Dazu gehört übrigens auch der auffällige Unterschied der Abbruchquote, die bei low fat viel höher ist. Kohlenhydrate machen halt viel schneller wieder hungrig.
Und Atkins ist dabei kein echtes Gegenargument, es ist ja absolut nicht erforderlich gleich so weit zu gehen. Es reicht völlig den riesigen KH-Anteil unter 50% der Gesamtkalorien zu drücken.

#8 |
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Per Fossdal
Per Fossdal

Wie sieht es aus mit den Harnsäurewerten, sprich Gicht?

#7 |
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Paul
Paul

bitte die Othographie entschuldigen, ging etwas zu schnell,
z.B. sollte es richtig heißen: ” umso verständlicher ist es jedenfalls, dass …”

#6 |
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Paul
Paul

@piet van veghel, Sie irren leider gewaltig, denn die “Nichtsesshaften Jäger” waren wirklich gesünder (weiniger Infektionen), größer und lebten länger,
das sagen die Antropologen einhellig! Googeln Sie mal unter neolithische Revolution. Die Sesshaften waren ihnen nur in einem Punkt “überlegen”, sie hatten mehr Kinder.
Ein Wort noch zur Milch @Matthias Bastigkeit, sollte ja nicht zu ideologisch werden,
Milch von Tieren erfordert Haustiere. Dagegen haben die Steinzeitmenschen weniger Kinder gehabt, diese aber viel länger gestillt, manche schätzen bis zu 5 Jahren und der Gynäkologe weis, dass das ein gutes Verhütungsmittel ist und und auch die Regelblutung ausbleibt. Es wird spekuliert, dass bei diesen Frauen die fehlende Regelblutung gerade die Regel war, entweder schwanger oder stillen, und die Blutung die Ausnahme.
Der Genetiker versichert uns ja immer, dass unsere Gene zu 99% (nicht festnageln) denen der Affen gleicht, um verständlich ist jedenfalls, dass 10000 Jahre oder weniger nicht ausreichen, die Genetik an eine erheblich kulturell veränderte Ernährung anzupassen. Jagt war übrigens gemeinschaftsbildend. In der kooperierenden Gruppe konnte der schwache Mensch Tiere besiegen, die im körperlich weit überlegen waren.
Und Kanibalismus hat es auch unter Stalin in der Ukraine gegeben (Hungersnot)

#5 |
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Gast
Gast

Auch wenn auf dem Foto etwas unrealistisch Menschen (Riesenrad) und Dinosaurier zusammen abgebildet sind, haben Sie recht.
Und der Widerstand dagegen auch von Menschen die sich “Wissenschaftler” nennen (Sof Andrikopoulos) ist mehr als blind. Es geht nicht um mehr Fett, sondern um WENIGER Kohlenhydrate, gerade bei Diabetes, ein “Geschenk” der Sesshaftigkeit des Menschen. Und “Paleo” ist besonders eiweißreich. Eiweiß hat den spezifisch dynamischen Effekt (postprandial) nicht Fett, sowie auch den stärksten Sättigungseffekt.
Auch der Hinweis auf “gutes” und “schlechtes” Fett ist wichtig. Wildfleisch hat ja auch heute eher weniger Fett und davon auch mehr ungesättigtes, schlicht weil das mit dem Grasfutter zusammenhängt, was ja auch für Rindfleisch gilt.
Also guter Beitrag!

#4 |
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Medizinjournalist

Das Paleo-Diät sollte gesund sein weil mann keine kranke Urbewohner mit Zivilionskrankheiten gefunden hat. Das die Urbewoner einander töten und aufassen wenn sie nicht länger mitmachen konnten wird einfach vergessen. Damals gab es kein Krankenhauser oder Ärzte und mann war am Ende wenn mann ein Bein brach. Paleo Diät ist eigentlich nur ein leicht geändert Atkins-Diät.

#3 |
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Johannes Güntert
Johannes Güntert
#2 |
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Noreen Drechsler
Noreen Drechsler

wer sich tiefer mit Paleo-Ernährung beschäftigt, entdeckt sehr viele Erfolgsgeschichten, die auf bestimmte Ernährungsprogramme zurückgehen, wie das Auto-Immun-Protokoll (AIP), dass bei Autoimmunerkrankten große Erfolge aufweist, oder die Wahls-Diät nach Frau Prof. Dr. Terry Wahls, die damit ihre Multiple Sklerose zurückdrängte.

an den Autor: ‘diet’ heißt übersetzt schlicht Ernährung, hat also eigentlich nichts mit einem bestimmten Zeitraum zu tun. Auch wenn man im Deutschen schnell an 14-Blitz-Diät aus der Brigitte denkt; in den USA hat jeder seine diet, sprich Ernährungsweise.

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