Takotsubo-Syndrom: Weiblich, glücklich, herzkrank

7. März 2016
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Bei dem Takotsubo-Syndrom (TTS) oder „Broken-Heart Syndrom“ spielen psychiatrische oder neurologische Leiden eine bedeutende Rolle. Die Erkrankung kann aber auch nach einem Erlebnis mit positiven Emotionen auftreten. Die Erkenntnis ist wichtig für die zukünftige Anamnese.

Das Syndrom des „gebrochenen Herzens“, auch Takotsubo-Syndrom (TTS) genannt, ist eine akute, meist durch emotionalen oder physischen Stress ausgelöste Erkrankung. Erste Ergebnisse einer Studie, die im Rahmen des im Jahr 2011 von den Kardiologen PD Dr. Dr. Christian Templin und Dr. Jelena-Rima Ghadri am UniversitätsSpital Zürich eingerichteten Internationalen Takotsubo Registers (InterTAKregistry) durchgeführt wurde, zeigten erstmals, dass neben negativen emotionalen oder physischen Stressereignissen, wie dem Verlust einer geliebten Person oder Mobbing am Arbeitsplatz, auch akute neurologische Erkrankungen wie Hirnschlag, Epilepsie oder Hirnblutungen zu TTS führen können.

Weitere Auswertungen der Studie, bei der sich unter Züricher Leitung 26 kardiologische Zentren aus neun Ländern beteiligten und die 1.750 Patienten einbezog, ließen nun bei 485 Studienteilnehmern definitiv auf emotionale Auslöser der Takotsubo-Kardiomyopathie schließen. Von diesen hatten 20 Personen, bzw. 4 Prozent, eine akute TTS-Erkrankung, der ein freudiges Ereignis vorausging, wie eine Geburtstagsparty, eine Hochzeit, der Sieg des Lieblings-Rugby-Teams oder die Geburt eines Enkelkindes.

Hingegen wiesen 96 Prozent der Patienten ein negatives emotionales Ereignis auf. Im Gegensatz zu diesen Patienten mit dem „Broken-Heart Syndrom“ nannten die Studienleiter die Erkrankung derjenigen Studienteilnehmer, die ein freudiges Ereignis erlebten „Happy-Heart Syndrom“.

Vor allem Frauen nach der Menopause erkranken

Die bisherigen Erkenntnisse, dass vor allem Frauen nach der Menopause an TTS erkranken, bestätigten sich auch in dieser Auswertung. Sowohl in der „Happy-Heart“- wie in der „Broken-Heart“-Gruppe machten Frauen 95 Prozent der Erkrankten aus, wobei das Durchschnittsalter bei 65 Jahren in der „Happy-Heart“- und bei 71 Jahren in der „Broken-Heart“-Gruppe lag.

Die Ergebnisse sind deutlich, wie Dr. Ghadri sagt: „Einer Takotsubo-Kardiomyopathie muss nicht zwingend ein negatives Stressereignis vorausgehen. Auch positive Emotionen können ein TTS auslösen. Das wird Auswirkungen auf die Anamnese der Patienten haben. Ärzte in den Notfallstationen und -praxen sollten wissen, dass Patienten mit Anzeichen eines Herzinfarktes, wie Brustschmerz und Atemnot, die zuvor ein fröhliches Erlebnis hatten, an einem Takotsubo-Syndrom leiden könnten. Genauso wie Patienten, die nach einer Stresssituation mit diesen Symptomen vorstellig werden.“

Weitere Forschung nötig

PD Dr. Dr. Templin ergänzt: „Wir denken, dass beim TTS ein enger pathophysiologischer Zusammenhang in Form einer aktivierten Hirn-Herz-Achse existiert. Diese Wechselwirkung zwischen Hirn und Herz untersuchen wir derzeit in einer weiteren klinischen Studie näher mittels funktionellem MRI.“ Die Mechanismen der Takotsubo-Kardiomyopathie bergen also noch Geheimnisse, die durch die Kardiologen in künftigen Forschungsarbeiten der Studie gelüftet werden sollen.

Originalpublikation:

Happy heart syndrome: role of positive emotional stress in takotsubo syndrome
Jelena Rima Ghadri et al.; European Heart Journal, doi: 10.1093/eurheartj/ehv757; 2016

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2 Kommentare:

Gast
Gast

wieso “weiblich”,
Männer machen mehr (erfolgreichen) Selbstmord.

#2 |
  0
Ärztin

Welchen therapeutischen Sinn machen diese Studien ?

#1 |
  0


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