AML: Abwärtsspirale durch Gfi1-Mangel

29. Februar 2016
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Um zu verstehen, wie die Akute Myeloische Leukämie (AML) entsteht und verläuft, legte eine aktuelle Studie den Fokus auf die Expressionslevel eines Transkriptionsfaktors. Es zeigte sich: Je geringer dessen Ausprägung, desto schlechter die Verlaufsprognose.

Die AML betrifft in zwei Drittel der Fälle Menschen jenseits der 60. Mit rund drei Patienten jährlich auf rund 100.000 Einwohner handelt es sich um eine seltene Erkrankung.

Im Fokus steht nun ein bestimmtes Protein, der Transkriptionsfaktor Gfi1.

 In einer ersten Studie hatten Dr. Cyrus Khandanpour aus der Klinik für Hämatologie im Westdeutschen Tumorzentrum am UK Essen und seine Kollegen untersucht, wie unterschiedliche Expressionslevel von Gfi1 die Entstehung und das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen.

Dabei konnten sie nachweisen, dass eine geringere Ausprägung des Faktors die Entstehung der AML befördert und die Verlaufsprognose verschlechtert. Ohne Gfi1 entwickeln sich die Leukämien anders, gehen zurück oder heilen sogar ganz ohne den Einsatz einer Chemotherapie vollständig aus. 

Hier scheint der entscheidende Schlüssel zu liegen

Die restlichen 15 Prozent

Die Wissenschaftler untersuchten daraufhin neue Therapieansätze speziell für Patienten mit einem erhöhten Transkriptionfaktor Gfi1. Einzelne Betroffene werden bereits experimentell mit Histon-Deacetylase-Inhibitoren behandelt. Dieses Vorgehen eignet sich jedoch nicht für die 15 Prozent der Patienten mit geringer Gfi1-Expression. Für sie wäre therapeutisch gesehen das genaue Gegenteil sinnvoll, also eine Behandlung mit Histon-Acetyltransferase-Inhibitoren. Dieser Ansatz soll nun zunächst weiterhin im Mausmodell untersucht werden.

Originalpublikation:

GFI1 as a novel prognostic and therapeutic factor for AML/MDS
Cyrus Khandanpour et al.; Leukemia, doi: 10.1038/leu.2016.11; 2016

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