Tumorwachstum: Molekül-Duo auf Eroberungstour

22. Februar 2016
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Wenn es zu einer Interaktion der Schlüsselmoleküle ZEB1 und YAP kommt, werden eine Vielzahl von Genen aktiviert, die aggressives Tumorwachstum und Metastasenbildung fördern. Das Zusammenspiel der Moleküle zu hemmen, könnte neue Therapiechancen bieten.

Die schnelle Bildung von Metastasen und Therapieresistenz sind charakteristisch für aggressive Tumorarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und bestimmte Arten von Brustkrebs. Sie sind auch die Haupttodesursachen bei Krebserkrankungen. Um Metastasen bilden zu können, müssen in Tumorzellen zwei wesentliche Eigenschaften aktiviert werden: Zum einen die Fähigkeit, sich im Körper auszubreiten; zum anderen die Fähigkeit, an entfernter Stelle im Körper wieder Tumoren, also Metastasen, zu bilden. Zudem müssen solche Tumorzellen besonders überlebensfähig sein, eine Eigenschaft, die ihnen auch gesteigerte Therapieresistenz verleiht.

Die Forscher um Prof. Dr. Thomas Brabletz vom Lehrstuhl für Experimentelle Medizin I der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben nun nachgewiesen, dass diese Eigenschaften durch die Verknüpfung zweier grundlegender embryonaler Signalwege aktiviert werden: dem EMT- und dem HIPPO-Signalweg. Indem ihre beiden Schlüsselmoleküle ZEB1 und YAP direkt miteinander interagieren, aktivieren sie eine Vielzahl an Genen, die für aggressives Tumorwachstum nötig sind.

Fatale Kombination

Aus dieser Menge an Genen konnte die Arbeitsgruppe ein Set von acht Genen identifizieren, dessen Aktivierung mit einem besonders aggressiven Verlauf bei Brustkrebs einhergeht. Auf dieser Basis sollen nun biologische Merkmale (Prognosemarker), die auf aggressive Tumore hinweisen bestimmt, und somit die klinische Relevanz des entdeckten Mechanismus bestätigen werden.

Da die beiden Schlüsselmoleküle ZEB1 und YAP nur in Kombination miteinander ihr fatales Potenzial entfalten, wollen die Wissenschaftler in weiterführenden Arbeiten nach Hemmstoffen suchen, die diese Interaktion hemmen. Ihr langfristiges Ziel ist es, auf dieser Basis neue Therapiekonzepte für aggressive Krebstypen zu entwickeln.

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