Zuckersteuer: Mexikos neuer Staatsfeind Nr. 1

15. Februar 2016
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Die Zahl der Übergewichtigen steigt hierzulande und weltweit. Schuld daran sind eine ungesunde Ernährungsweise und zu wenig Bewegung. In Mexiko hat die Einführung einer Zuckersteuer den Limonaden-Konsum reduziert. Hierzulande wird weiterhin gestritten.

Mexiko hat besonders unter den Folgen des ungesunden Lebenswandels seiner Einwohner zu leiden: Zwei von drei Erwachsenen sind übergewichtig oder adipös, ebenso wie jeder Dritte unter 18-Jährige. Da der drastische Anstieg der Prävalenz von Übergewicht und Diabetes mit einem stark gestiegenen Konsum zuckerhaltiger Limonaden einherging, beschloss das Land im September 2013, zum Jahresbeginn eine Steuer auf mit Zucker gesüßte Getränke einzuführen, durch die sich der Preis um ca. 10 % erhöhte.

Die im Januar 2016 im BMJ veröffentlichte Auswertung der Einkäufe 6.253 urbaner Haushalten ergab, dass nach Einführung der Steuer die Käufe besteuerter Getränke um durchschnittlich 6 % fielen, wobei der Rückgang mit der Zeit kontinuierlich stieg und zum Ende des Beobachtungszeitraumes (Dezember 2014) bei 12 % lag. Dieser Effekt war in allen sozioökonomischen Schichten zu beobachten, am stärksten ausgeprägt war er jedoch in den Haushalten der Geringverdiener. Im selben Zeitraum nahm der Kauf unbesteuerter Getränke (im wesentlichen Wasser) um 4 % zu. Ob sich der beobachtete Rückgang allerdings langfristig fortsetzt oder stabilisiert, wird die Zeit zeigen – und auch, inwiefern sich der reduzierte Konsum auf Körpergewicht sowie Morbidität und Mortalität der Bevölkerung auswirkt.

Die Lage in Deutschland: Ein dickes Problem

Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen immer weiter zu. 62 % der Männer und 43 % der Frauen sind übergewichtig, insgesamt 16 % sind adipös. Und das Problem ist auch hierzulande nicht nur auf die Erwachsenen beschränkt: Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge sind 15 % aller 3- bis 17-Jährigen übergewichtig – das sind mehr als 1,5 Millionen Kinder. Übergewicht und Adipositas stellen einen der wichtigsten Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten dar.

Laut einer 2015 in PLOS One veröffentlichen Studie der Universität Halle-Wittenberg, die vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde, verursacht ungesunde Ernährung hierzulande jährliche Kosten von fast 17 Milliarden Euro – 8,6 Milliarden Euro entfallen dabei allein auf den übermäßigen Konsum von Zucker. Indirekte Kosten wie beispielsweise Arbeitsausfall und Kurbehandlungen sind in der Analyse noch nicht einmal mit berücksichtigt.

Streit um staatliche Kontrolle

Im Durchschnitt nimmt ein Deutscher rund 90 g Zucker pro Tag zu sich. Die WHO empfiehlt dagegen, den Zuckerkonsum so zu reduzieren, dass freier (d. h. zugesetzter) Zucker nur maximal 10 % (besser 5 %) der täglichen Gesamtenergiezufuhr ausmacht. Abhängig von Geschlecht, Alter und körperlicher Aktivität entspricht dies ca. 60 g (besser 30 g) Zucker. Überraschenderweise gibt es aber dem aktuellen Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge beim Thema gesunde Ernährung anscheinend wenig Grund zur Sorge: Der repräsentativen Befragung von 1.000 Bundesbürgern zufolge schaffen es die meisten, sich im Alltag gesund und ausgewogen zu ernähren.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) übt allerdings heftige Kritik am Report. „Diese Darstellung des Ministeriums widerspricht fundamental der Ernährungsrealität in Deutschland“, meint DDG-Präsident Baptist Gallwitz. Seiner Meinung nach werde übersehen, dass der Verbrauch von Zucker, Fett und Salz ebenso wie die Prävalenz von Übergewicht in Deutschland viel zu hoch sei. „Offensichtlich versucht das Ministerium mit dieser geschönten Darstellung dem dringenden politischen Handlungsbedarf auszuweichen“, ergänzt der Geschäftsführer der DDG, Dr. Dietrich Garlichs.

Nicht geschmeckt haben dürfte der DDG vor allem das Ergebnis, dass eine Besteuerung von besonders fett- oder zuckerreichen Lebensmitteln mehrheitlich abgelehnt wird: Nur 43 % der Befragten hielten diese Maßnahme für geeignet, um einer gesünderen Ernährung den Weg zu ebnen. Die DDG wirft dem BMEL vor, bei der Frage einseitig die Verteuerung hervorgehoben zu haben, ohne darauf hinzuweisen, dass gesunde Lebensmittel gleichzeitig billiger werden sollen. Zudem kritisiert die DDG, dass die Einschränkung von Lebensmittelwerbung, die sich speziell an Kinder richtet, gar nicht mit in die Umfrage aufgenommen worden war. „Insgesamt ist die Umfrage ein Dokument der Beschönigung und der politisch gewollten Untätigkeit“, resümiert Garlichs. Bereits im Mai hatte die DDG eine Forsa-Umfrage der DAK als irreführend und unseriös bezeichnet. Die Umfrage war ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Zuckersteuer von zwei Dritteln der Befragten abgelehnt wird. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft befürwortet den Vorschlag, als verhältnispräventive Maßnahme energiedichte Lebensmittel zu besteuern. „Wir müssen es den Menschen aller gesellschaftlichen Schichten leichter machen, gesunde Entscheidungen zu treffen“, so DAG-Präsident Prof. Dr. Martin Wabitsch.

Erzeuger- vs. Verbraucherinteressen

Es dürfte wenig überraschen, dass die Lebensmittelindustrie den Forderungen nach einer Zuckersteuer eine klare Absage erteilt. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, spricht sich eindeutig gegen eine Zuckersteuer aus: „Sondersteuern auf einzelne Nährstoffe zu erheben, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage, denn einzelne Nährstoffe sind nicht für Übergewicht verantwortlich.“ Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezeichnete die Forderungen nach einer Zuckersteuer zudem jüngst als „diskriminierend und dreist“. Die NGG-Vorsitzende Manuela Rosenberger erklärte dazu: „So eine Steuer trifft natürlich besonders Geringverdiener und das impliziert, dass sich besonders diese schlecht ernähren.“ Der deutsche Präventivmediziner Dr. Johannes Scholl widerspricht dem Vorwurf, die Steuer sei ungerecht, weil sie Geringverdiener stärker treffe: „Die Zuckersteuer ist keineswegs sozial ungerecht“, argumentiert er. Speziell für die einkommensschwächere Zielgruppe, die oft auch einen niedrigeren Bildungsstatus habe, sei die Steuer gesundheitlich besonders sinnvoll, weil diese Gruppe besonders viele zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke konsumiere und sie ein höherer Preis vom Kauf abhalten könne.

Das BMEL lehnt die Besteuerung ungesunder Lebensmittel ebenfalls ab, allerdings aus anderen Gründen: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt steht dazu, mit Forderungen nach einer Fett- oder Zuckersteuer nur wenig anfangen zu können, da er Bevormundung ablehne. „Der freiheitliche Staat kann seine Bürger informieren, ihnen aber nicht die Entscheidung abnehmen, wie sie sich ernähren“, so Schmidt. „Die Verantwortung für die eigene Gesundheit hat im Grunde jeder selbst.“

Dass nicht nur seitens der Erzeuger, sondern auch seitens des BMEL kein Interesse an der Einführung einer Zuckersteuer besteht, überrascht die DDG nicht. „Das Landwirtschaftsministerium vertritt primär die Interessen der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie“, erklärt Garlichs. Deshalb fordert er, die Zuständigkeit für Ernährung als Strategie der Prävention und Gesundheitsförderung aus dem Landwirtschaftsministerium ins Gesundheitsministerium zu verlagern, um den derzeitig bestehenden Interessenkonflikt aufzuheben.

Uneinigkeit auch bei den Nachbarn

Im Ausland haben sich erst wenige Länder an die Besteuerung von zucker- und fettreichen Nahrungsmitteln gewagt, darunter Frankreich, Finnland, Dänemark und Ungarn – und damit durchaus Erfolge erzielt. Einem Bericht der WHO zufolge hat sich der Konsum der besteuerten Lebensmittel in allen untersuchten europäischen Ländern nach Einführung der Steuer reduziert. Aus Ungarn wurde zudem beobachtet, dass zahlreiche Hersteller die Zusammensetzung ihrer Produkte änderten, um die Steuer zu umgehen.

Auch in Großbritannien plant der staatliche Gesundheitsdienst NHS die Einführung einer Sonderabgabe auf zuckerhaltige Lebensmittel [Paywall] – betroffen wären davon aber nur Getränke und Speisen aus Krankenhausautomaten oder Cafeterias. Die britische Ärztegesellschaft BMA hat sich dagegen jüngst für ein ganzes Maßnahmenbündel ausgesprochen, das unter anderem auch eine Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke in Höhe von mindestens 20 % des Verkaufspreises enthält. Ziel des Pakets ist es, Kinder und Jugendliche besser vor den Folgen einer ungesunden Ernährungsweise zu schützen.

Ein Problem, viele Lösungsstrategien

DDG-Geschäftsführer Garlichs ist trotz des Gegenwinds aus Ministerium und Industrie davon überzeugt, dass eine Zuckersteuer der richtige Weg für Deutschland ist: „Ein Preissignal könnte der Bevölkerung helfen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen und der Lebensmittelindustrie Anreize bieten, gesündere Produkte zu entwickeln. Denn bisherige Appelle an die Vernunft des Einzelnen sind angesichts des Tsunamis der chronischen Krankheiten nachweislich gescheitert.“

In einem begleitenden Editorial zur Mexiko-Studie warnt jedoch Dr. Franco Sassi, Gesundheitsökonom der OECD, davor, die Zuckersteuer als Zauberwaffe im Kampf um die öffentliche Gesundheit zu sehen. Seiner Meinung zufolge seien Steuern auf gesundheitlich bedenkliche Lebensmittel nämlich nur in einem breiteren Kontext sinnvoll. „Es ist kein Erfolg für die öffentliche Gesundheit, wenn man die Leute dazu bringen muss, für ihre potenziell ungesunden Konsumentscheidungen zu bezahlen“, erklärt Sassi. „Andere, komplementäre Strategien sind ebenfalls notwendig. Hierzu gehören Regulierungsmaßnahmen wie beispielsweise die Nährwertkennzeichnung, die Regulierung von Health Claims und Werbung.“ Doch auch die Gesundheitserziehung sei wichtig, ebenso wie Anreize für Forschung und Entwicklung in der Lebensmittelproduktion, freiwillige Initiativen mit fest vereinbarten Zielen und unabhängiger Überwachung sowie Veränderungen in der Umgebung, in der die Nahrungsmittelwahl stattfindet. Und auch die Hausärzte sieht Sassi in der Pflicht: Ihre Aufgabe sei es, Risikopersonen besser zu beraten.

Ähnlich sieht das auch die WHO. In ihrem jüngst erschienenen Bericht zur Fettleibigkeit von Kindern und Jugendlichen spricht sich die zuständige Kommission für ein umfassendes Bündel aus aufeinander abgestimmten Programmen aus, um der globalen Adipositas-Epidemie zu begegnen. Eine der Empfehlungen des Programms zur Verbesserung der Ernährung: Die Implementierung einer effektiven Steuer auf mit Zucker gesüßte Getränke. Es scheint fraglich, ob Deutschland bei dieser Strategie mitziehen wird.

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18 Kommentare:

Rettungsassistent

Das mit Sondersteuern versucht wird, das Kaufverhalten zu steuern, gab es schon einmal https://de.wikipedia.org/wiki/Alkopopsteuergesetz_%28Deutschland%29.
Mein Gefühl im Rettungsdienst ist, dass die Anzahl an sturzbetrunkenen Jugendlichen an Karneval dadurch spürbar zurück gegangen ist.
Wenn wir endlich einmal die Ampel für Lebensmittel hätten (die von der Industrie mit allen Mitteln verhindert wird), könnte man statt eines einzelnen Steuersatzes für Zucker auch unterschiedliche Steuersätze für ungesunde / unbedenckliche / gesunde Lebensmittel einführen. Die Mehreinnahmen sollten aber bitte zweckgebunden sein, z.B. Ernährungsberatung an Schulen, Subventionierung von Mittagessen an KiTas und Schulen oder ähnlichen Dingen.

#18 |
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Cornelia Reichardt
Cornelia Reichardt

Dass eine Steuer immer gleich mit Bevormundung gleichgesetzt wird! Auf Alkohol gibt es auch eine Steuer, über die sich schon lange keiner mehr aufregt. Ebenso auf Benzin. Die Entscheidung verbleibt beim Käufer, eine Steuer soll lediglich Anreize setzen. Ausserdem: Was hat die Tatsache, dass Zucker viel zu billig ist, verglichen mit den Folgekosten, mit persönlicher Freiheit zu tun??? Derzeit ist es doch eher so, dass alle möglichen Nahrungsmittel mit Zucker gestreckt werden, weil er so billig ist, und dadurch viele Nahrungsmittel zu wahren Zuckerbomben werden, bei denen man eigenlich keinen Zucker vermutet – man denke mal über versteckte Zucker nach: http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/vorsicht-verbraucherfalle/vorsicht-verbraucherfalle/versteckter-zucker-ausfuehrlich-100.html
Dadurch werden besonders finanzschwache Haushalte (und solche, die viele Fertigprodukte einsetzen) unverhältnismässig stark mit Zucker belastet, meistens, ohne dass es ihnen bewusst ist.
Daher finde ich es auch nicht angemessen, dass das BMEL die Ernährungslage der Bevölkerung mit einer Befragung derselben herausfinden möchte. Das Problem ist ja gerade, dass die Meisten ihren tatsächlichen Konsum (grade von Zuckern) stark unterschätzen.
Zudem fordert die WHO ja sinnvollerweise ein Massnahmenpacket, das auch Präventions- und Bildungsmassnahmen zusätzlich zur Steuer vorsieht.

#17 |
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Gast
Gast

Es gibt Gott sei Dank jeden Tag etwas zu bekämpfen. Das spiegelt die ganze derzeitige politische Situation wider und wenn es so weiter geht, tobt bald wieder ein Krieg. In allen Bereichen genau dieses Bild, die Suche nach einem Schuldigen, den es zu bekämpfen gilt. Und jeder nächste Schritt heizt das Problem wieder an, wie man rückblickend feststellen muss.
Jetzt ist es der Zucker. In der Regel sind es immer Kombinationen, nämlich Bewegungsmangel, falsche, heute oft zu reichliche Ernährung, auch Dumm-Machen ( dieses in der z. Z. typischen Manier ein klein wenig Wahrheit mit Lüge zu kombinieren). Wenn der Bürger versucht andere Wege zu gehen, dann erfolgt eben mal Zwang und Bevormundung, wie bei der Krankenkasse. Ich lehne diese Zwangsversicherung ab, die noch nicht einmal bereit ist zu bezahlen, was der Bürger möchte, sondern diesen in eine Richtung zwingt.

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Dr. Gerhard Hetz
Dr. Gerhard Hetz

Exzellenter Artikel!

#15 |
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Gast
Gast

@Fr. Stark: Solange das Gesundheitssystem so funktioniert, dass alle gemeinsam auch für die gesundheitlichen Folgen für Fehlernährung anderer (z.B. Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs…) aufkommen müssen (diese machen übrigens den gößten Teil aus; Tendenz stark steigend), ist eben nicht jeder für seinen Körper selbst verantwortlich. Zudem bleibt es ja auch mit Zuckersteuer jedem selbst überlassen, wie viel er davon isst. Sie dürfen ja, hohe Steuern hin oder her, auch soviel rauchen wie sie möchten.

#14 |
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Wieland Kernhoff
Wieland Kernhoff

Der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Konsum von Glukosesirup-haltigen (aus Maisstärke gewonnenes Glukose-Fruktose-Gemisch) Getränken und Lebensmitteln wurde vom mexikanischen Gesundheitsministerium 2001 erkannt, und es wurde entsprechend eine Steuer eingeführt. Auf der Grundlage durch das Freihandelsabkommen (NAFTA) zwischen den USA, Kanada und Mexiko verklagte der amerikanische Konzern Corn Products International (heute: Ingredion), der sich auf die Produktion von Lebensmittelzusätzen spezialisiert hat, als Reaktion auf die hohe Besteuerung den Staat Mexiko im Jahr 2004 auf Schadensersatz in Höhe von 325 Mio. Dollar. 2009 kam es zur Schlichtung , Corn Products International gewann den Fall. Der Staat Mexiko musste 58,4 Mio. Dollar an das Unternehmen zahlen, und wurde so für die Einführung einer Steuer bestraft, die die Gesundheit der Bevölkerung schützen sollte. Ein Thema, was also nicht neu ist. Die Frage bleibt, ob es in obrigkeitsstaatlichem Manier sinnvoll ist, eine Zuckersteuer einzuführen, oder ob es letzten Endes besser ist, schon in ärztlichen Praxen, Kindergärten und Schulen für entsprechende Aufklärung zu sorgen.

#13 |
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Sarah Stark
Sarah Stark

Ich bin nicht gerade der Meinung,dass eine sogenannte Zuckersteuer auf längere Sicht gesehen einen Sinn macht. Es muss doch schon im Elternhaus mit Prävention begonnen werden. Man sollte eher in Kindergärten,Schulen,in Kursen und in verschiedenen Kampagnien versuchen,dass die Bevölkerung zu weniger zuckerhaltigen Nahrrungsmitteln greift.Aufklärung und Prävention ist hier die Devise. Wenn ein Mensch unbedingt ein stark zuckerhaltiges Getränk verzehren will. Dann bitteschön. Es kann immerhin noch jeder selbst über seinen Körper entscheiden oder etwa nicht?

#12 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Bevormundung statt Vorbild
ist das die Lösung?
Solange etliche unserer Volksvertreter und Minister korpulent vor die Kamera treten, schwindet sicherlich das Verständnis für staatliche Bevormundung bei der Ernährung in der Bevölkerung.
Und im Fernsehen ist der kleine Speckbauch auch bei jüngeren SchauspielernInnen schon fast zum Standard geworden.
Und Bevormundung entlässt die Bevölkerung wieder aus der Eigenverantwortung.
Wichtiger wäre es, endlich Konsequenzen für die Krankenkassenbeiträge zu ziehen, wie sie in der Kfz-Versicherung mit Bonus und Malus schon fast immer üblich sind. In Verbundung mit guten Aufklärungskampagnen kann dann jeder selbst entscheiden, welchen Weg er gehen will.

#11 |
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Angela Leyrat
Angela Leyrat

Vielen Dank für diesen Artikel.

Ich finde es sehr segensreich, wenn gerade die Armen diesen Mist (Zucker) nicht zu sich nehmen. Das Leben ist für die Armen eh schon schwer genug.

Tipp: Für wenig Geld oder sogar Gratis an Präventiv-Kursen der Krankenkassen teilnehmen (Ernährung, Bewegungstherapie, Entspanng) Dazu ist keine ärztliche Verordnung notwendig.

#10 |
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Eine sehr verengte Sichtweise: Seit Paracelsus weiß man, dass ALLES Gift sein kann, wenn die Dosierung hoch genug ist. Also könnte man buchstäblich ALLES mit einer Nudging-Steuer belegen und dann feinsteuern, was übrigens mit der Umsatzsteuer eigentlich ohnehin schon gemacht wird.

Einkommensschwächere Mitmenschen haben halt Pech gehabt, selber schuld. Was ist DAS für ein Menschenbild?

#9 |
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Wenn dannnoch das Geld aus der Zuckersteuer für die Erhaltung der Flüchtlingcamps in Syien, Jordanien etc und für weitere humanitäre Projekte verwandt würde, haben wr eine win win Situation

#8 |
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Die Zuckersteuer können wir knicken, wenn TTIP durchkommt! Mexiko hat schon einmal, ich glaube 2009, einen Prozess gegen ein amerikanisches Unternehmen verloren und musste etwa 60 Millionen $ zahlen, weil ein Handelsabkommen existierte, bei dem die rechtlich entscheidende Instanz über der Selbstbestimmung des Landes Mexiko gelegen war. Um Gesundheit geht es schon lange nicht mehr, es geht um die Profite der Industrie!

#7 |
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Heilpraktiker

Zuckersteuer sollte dringend auch in Deutschland kommen.
Wahrscheinlich wäre es schon ausreichend die Subventionen zu streichen und die miesen Geschäfte mit der klebrigen Ware zu stoppen: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Dunkle-Geschaefte-mit-dem-Zucker-article722728.html
Es gibt etliche mit Sicherheit gesündere Süßungsmöglichkeiten: Xylitol, Stevia, Erhytrit um nur einige zu nennen.

#6 |
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Dr. med. Rupert Pflaum
Dr. med. Rupert Pflaum

Wird sicher von unseren Politikern dankbar aufgegriffen. Da kann man den üblichen Aktionismus an den Tag legen (“Seht her, wir tun was!”) und die Bürger bevormunden, um von den wirklich schwierigen Problemen abzulenken.

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Eva Kurzweil
Eva Kurzweil

@ #2 Herr Knop: Da haben Sie aber e i n i g e s übersehen bzw. nicht mitbekommen bzgl. Stoffwechsel (z.B. Insulinresistenz etc.), Mikronährstoffe usw..

Und dann noch: “Die Dosis macht das Gift “.

#4 |
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Gast
Gast

Ich finde den Ansatz sehr gut, da es dazu führt die Kaufentscheidung (insbesondere der Eltern) nochmals zu überdenken. Was nachher nicht im Haus ist kann auch nicht gegessen / getrunken werden. Das schützt dann besonders die Kinder, die eben noch nicht rational entscheiden können, wenn sie zuhause vor Süßigkeiten und Limonade stehen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen könnten dann in die dringend benötigte Ernährungsbildung in Schulen fließen. Ein großes Problem liegt meiner Meinung nach ohnehin in der Unterschätzung der gesundheitlichen Folgen von Übergewicht. Dass Übergewicht z.B. Krebs verursacht ist in der Bevölkerung fast unbekannt.
Natürlich ist es in gewisser Weise ungerecht für einige Industriezweige, aber der Markt bietet ja durchaus Potential für neue, gesündere Varianten.

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Uwe Knop
Uwe Knop

Es gibt keinen einzigen Beweis, dass Zucker dick, krank oder sonstwas macht …

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001539

#2 |
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Susann Herold
Susann Herold

Das Problem wird auch durch die Lebensmittelindustrie verursacht- überall zuviel Zucker.
Im fettarmen Joghurt wird mit Zucker oder Ersatzstoffen aufgepeppt, in der Wurst sogar u. ganz zu schweigen in den Getränken -kein Wunder also. Der Gesetzgeber sollte hier ansetzen u. die Lebensmittelbranche bei zuviel Zucker bei der Herstellung strafen bzw. Strafsteuer ansetzen.

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