Nullretaxe: Vorsicht, ätzend!

12. Februar 2016
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Gesetzliche Krankenkassen lassen nicht locker. Sie fordern von Apothekern, die Nichtlieferfähigkeit beim Hersteller zu dokumentieren. Obskure Retaxfälle häufen sich ebenfalls. Jetzt warten Kollegen gespannt auf ein salomonisches Urteil der Schiedsstelle – und auf politische Hilfe.

Eine neue Forderung der DAK-Gesundheit stößt Apothekern sauer auf. Erhalten sie Arzneimittel aufgrund von Lieferengpässen nicht, reichte früher die Sonder-PZN 02567024 aus. Stichproben bei mehreren Rechenzentren ergaben, dass rund fünf Prozent aller GKV-Rezepte diese Ziffernfolge tragen. Wer auf Nummer sicher gehen wollte, legte noch einen Ausdruck des Großhandels mit dazu. Bei DAK-Versicherten müssen sich Kollegen vom Hersteller die Nichtlieferfähigkeit bescheinigen lassen. Ansonsten drohen Retax-Keulen.

Keine Info unter dieser Nummer

Schön und gut – in der Praxis zeigen sich die Schwächen dieser Regelungen. Apotheker sind nur selten mit der Industrie in direktem Kontakt. Ihnen bleibt, mehrere Ansprechpartner durchzutelefonieren, was nur bedingt zum gewünschten Erfolg führt. Fachabteilungen geben nicht immer Auskunft, wann ein bestimmtes Präparat beim Großhändler vor Ort eingegangen ist.  Grossisten kennen entsprechende Schwierigkeiten aber recht genau und wären eine bessere Quelle. „Mit der neuen Forderung werden den Apotheken zusätzliche bürokratische Hürden aufgebürdet, nur um sich vor einer Bezahlung der Arzneimittel zu drücken“, kritisiert die Freie Apothekerschaft in einer Mitteilung. „Leidtragende sind und bleiben die Patienten, die nicht umgehend versorgt werden können.“

Spül’s nochmals, Sam

Damit ist es nicht getan. Negative Schlagzeilen um die DAK-Gesundheit reißen nicht ab. Eine Fachabteilung forderte von Apothekern, Sprühköpfe für Rezepturen zu reinigen und erneut zu verwenden – trotz triftiger Gegenargumente. Weder die Dosiergenauigkeit noch die Hygiene entsprechen Vorgaben zur guten Herstellungspraxis. Trotzdem scheiterte der Kollege mit seinem Einspruch. Bei Rezepturen wurden horrende Beträge von einem Cent retaxiert. Weitere Maßnahmen bezogen sich auf Stückelungen im Normbereich, auf pharmazeutische Bedenken oder auf fehlerhafte Angaben von Ärzten. Laut Befragungen des IFH Institut für Handelsforschung wurden 29 Prozent aller retaxierten GKV-Rezepte aufgrund von Formfehlern beanstandet – nicht aufgrund von pharmazeutischen Fehlern. Kollegen fordern, in diesem Falle sollte zumindest der Einkaufswert erstattet werden. Alle Interviewten wünschen sich, dass Politiker Lösungsansätze liefern, um drakonische Maßnahmen der Kasse bei Formfehlern zu vermeiden. Genau das ist eigentlich schon gesehen.

Selbstverwaltung in Seenot

In Berlin sind die Sorgen retaxgeplagter Apotheker auf fruchtbaren Boden gefallen. Bereits 2014 erblickte ein Referentenentwurf zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz das Licht der politischen Welt. Darin heißt es: „Zur Vermeidung unsachgemäßer Retaxationen bei der Abrechnung abgegebener Arzneimittel in Apotheken werden die Partner der Rahmenverträge nach § 129 Absatz 2 SGB V verpflichtet, vertraglich die Fälle festzulegen, in denen eine Retaxation vollständig oder teilweise unterbleibt.“ Sogar eine Zielvorgabe verankerte Schwarz-Rot im Gesetz: den 1. Januar 2016.

Weit vor dieser Deadline kapitulierten der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband. „Wie jeder weiß, ist der Apothekerverband beim Aushandeln der Lieferverträge mit den Krankenkassen nur Befehlsempfänger. Wenn aber diese Verträge dazu führen, dass Versicherte nicht versorgt werden können wegen einiger Cent, auf die die Krankenkasse bei der Nichtabgabe des Rabattarzneimittels verzichten muss, dann hat die Selbstverwaltung versagt und die Politik muss handeln,“ so Dr. Helma Gröschel, erste Vorsitzende der Freien Apothekerschaft. Jetzt ist die Schiedsstelle am Zuge. Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), erwartet ihr salomonisches Urteil noch im Frühjahr 2016. Über den Ausgang will niemand spekulieren. Bislang fanden zwei Gesprächsrunden statt, ohne dass von durchschlagenden Erfolgen die Rede sein könnte.

Ein Fall für „Retax-Roy“

Hilfe naht von unerwarteter Seite. Apotheker Wolfram Schmidt sprach mit Dr. Roy Kühne (CDU), Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Goslar-Northeim-Osterode. Kühne besuchte den Inhaber der Mühlen-Apotheke in Northeim kurz darauf beim Notdienst. „Es waren einige Personen am Sonntag mit dabei, die nicht korrekt ausgestellte Verordnungen in der Apotheke vorlegten“, so Kühne. „Aber was soll die Apotheke in dieser Situation tun – dem Patienten das vielleicht sogar dringend benötigte Medikament nicht geben oder in Kauf nehmen, dass das Medikament von der Krankenkasse eventuell nicht bezahlt wird?“ Dies sei keine befriedigende Situation; hier müsse „endlich gehandelt und eine eindeutige gesetzliche Regelung geschaffen werden“.

Jetzt hat Kühne, seines Zeichens Berichterstatter für Heil- und Hilfsmittel sowie für nichtärztliche Gesundheitsberufe der Arbeitsgruppe Gesundheit in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nägel mit Köpfen gemacht. In einem offenen Brief bitte er den Schiedsstellenvorsitzenden Dr. Rainer Hess um folgende Punkte:

  • Bis zu einem anerkannten Schiedsspruch sollte es keine weiteren Retaxationen geben.
  • Krankenkassen sollten keine Re- oder Nulltaxierung bei geringfügigen Formfehlern oder bei begründeten Abweichungen von Rabattverträgen durchführen. Dazu zählen Lieferengpässe, aber auch pharmazeutische Bedenken.
  • Bei Nachlässigkeiten sollten Krankenkassen Apothekern mindestens den Einkaufspreis plus Mehrwertsteuer erstatten.

Apotheker warten gespannt auf eine Antwort.

62 Wertungen (4.84 ø)

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21 Kommentare:

Dipl.-Pharm. Christian Hoffmann
Dipl.-Pharm. Christian Hoffmann

Zum Stichwort Handwerker:
Kein Handwerker wäre so blöd, für 5 Euronen ggf. stundenlang zu arbeiten
[Rezeptur + alle Nebenarbeiten]
Mein Installateur verlangt schon für die Gnade der Anfahrt 15!

#21 |
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Andreas Keller
Andreas Keller

Der DAK den Versorgungsvertrag kündigen, die Patienten nur gegen Barzahlung beliefern, Ihnen nahelegen, umgehend die KK zu wechseln, und die DAK den selbst gewählten Weg alles Irdischen gehen lassen – das wäre hart aber die einzig wirksame Maßnahme wie dieser Alptraum enden würde.
Irgendwo las ich, dass die DAK so gut wie Pleite aber eben “to big to fail” sei … vielleicht ist das ja auch nur üble Nachrede … doch für einen üblen Leumund, sorgt die DAK ja selbst.

#20 |
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Rolf Lachenmaier
Rolf Lachenmaier

@Heiko Barz: das stimmt so nicht ganz. Schauen Sie sich einfach einmal an, WER wichtige Funktionen in Kammer&Verband wahrnimmt – das ist zwar “männerlastig”, aber nicht ausschließlich.

#19 |
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Heiko Barz
Heiko Barz

Bei der nicht zu übersehenden Antriebslosigkeit unser inaktiven Führungsriege beschleicht mich der Verdacht, dass diese ” Herren ” ( Frauen sind in dieser Ebene namentlich kaum oder gar nicht bekannt ) schon seit geraumer Zeit damit beschäftigt sind, den Status zu erarbeiten, auch in einer – von einem “Sehenden” in den unten belegten Kommentaren – zukünftigen Konzern – oder Krankenkassen Apokette, ihren Einfluss zu bewahren.
Es steht zu befürchten, dass auch in einer solchen Konstellation so etwas wie eine Kammer existieren muß, und dann werden wieder die gleichen namentlich bekannten Protagonisten phönixgleich aus der Asche erscheinen.

#18 |
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Jan Fahr
Jan Fahr

Liebe Kollegen,
genau wegen dieser und anderen Absurditäten habe ich mich vor 10 Jahren entschieden den Beruf zu wechseln.
Diese unwürdige Zwangspartnerschaft mit den KK ist mit etwas Abstand gesehen absurd und jeder, dem ich versuche solche Dinge wie Rabattverträge und Nullretaxen zu erklären kann es nicht glauben und hält mich wenn nicht für einen Märchenerzähler, dann doch mindestens für einen schamlosen Übetreiber und Mießmacher.
Kein Handwerker würde jemals wieder einen Finger für einen Auftraggeber krumm machen, der ihn nur ähnlich so mies behandelt wie die KK`s die Apotheker und z.B. die komplette Rechnung nicht bezahlt, weil der Wasserhahn mal tropft oder ein Heizkörper blubbert.
Ich würde mich freuen, wenn die Apothekerschaft endlich mal zeigen würde, dass das Maß voll ist und man sich nicht mehr länger vera.. lässt.
Macht den Laden doch mal 2 Tage zu – Versorgung nur noch über Notdienstapotheken.
Aber das traut sich wieder keiner, weil man es sich ja nicht mit den Entscheidern in Berlin verscherzen möchte – Oder stecken da etwa ganz andere Interessen hinter (Der Kuchen bleibt gleich, aber die Stücke werden größer)

#17 |
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Eine Krebspatientin bekam Ernährungsinfusionen von Fresenius über uns geliefert, die natürlich sehr komplex zusammengesetzt waren. Auf einem Beiblatt waren alle Inhaltsstoffe aufgeführt und taxiert. Die DAK retaxierte nach einem Jahr den Formfehler, dass nicht alles auf dem Rezept vermerkt war. Diese Rezepte wurden ca. alle drei bis vier Wochen beliefert waren aber wegen der langen Zeit nicht mehr nachzubessern. Auch die LAK war machtlos. Der Schaden betrug seinerzeit zwischen 30 und vierzigtausend Euro, die dann dem Betriebsprüfer erklärt Werden mussten. Es ist nach Jahren noch nicht ausgestanden!

#16 |
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Apotheker

@Dipl.-Pharm chrstian hoffmann,

irgendie fehlen mir bei ihrem post die “ironie-zeichen”.

im prinzip haben sie recht “ironie an” , wer heutzutage zu doffoder zu alt ist sich online mit arzneimittel zu versorgen soll halt einfach sterben- eh besser fuer die gemeinschaft und vor allem fuer die krankenkassen! “ironie aus” !

gruesse,

CB.

#15 |
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Dipl.-Pharm. Christian Hoffmann
Dipl.-Pharm. Christian Hoffmann

Alle Aufregung ist umsonst, der selbständige Apotheker soll endlich verschwinden! Deshalb u.a. die Retax-Folter, die Dokumentations-Folter, Anwesenheits-Folter, Hilfsmittel-Belieferungs-Folter usw.
Wenn dann endlich die Konzern- oder Krankenkassen-Kettenapotheken etabliert sind, hört das garantiert sofort auf. Probleme könnten dann viel einfacher auf Vorstände-Ebene geregelt werden. Und dem nun nicht mehr selbstständigen Apothekerlein ist das alles nun ziemlich wurscht, er bekommt Tarifurlaub, darf sich auch mal AU schreiben lassen usw. Ist doch viel besser für alle Beteiligten!

#14 |
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Apotheker

moin moin zusammen,

null-retaxen sind nichts anderes als eine absulote frechheit! ich als apotheker bin fuer die versorgung der bevoelkerung mit adequaten arzneimittel verantwortlich! seit dem sich die krankenkassen ja schon herausnehmen, die arzneiform einfach ueber rabattvertraege aendern zu koennen, aknn man sich das lehrfach pharmazeuitsche techn olofie im studium eigentlich auch sparen!

was da zu zeit passiert ist unserem stand und ich verwende den ausdruck bewusst, unwuerdig!

solange es boilliger ist einenen monklonalen antikoerper erstmal quer durch europa zu schipper um ihn dann als reimport, um ca 5 cent billigr abgeben zu muessen, kann was am system ned stimmen!

sich ein vernueftiges lager aufzubauen kann man als kleienr apotheker auch vergessen, da sich die vertraege zu schnell aendern um sich guenstig zu bevorraten!

unud das fass dem boden schlagen die null retaxen aus! die apo geht in finanzielle vorleistung nur um dann, weil ein artzstempel ned ganz ganeu den anspruechen der kasse entspricht das medikament einfach verschenkt…

eine praktik die es im deutschsprachigen raum uebrigens nur bei uns gibt! weder schweiz, oseterreich oder italien haben solche null retaxen!

bei mutwilligen “falsch”abgaben kann ich gewisse abzuege ja in kauf nehmen, abereinfach oehn noe zahl ma ned…das soll wohl ein witz sein!

..und pharmazeutische bedenken ist heute noch eine der wichtigsten sondernumer, was hilft es mir wennich der patientin/patient ein AM abgebe, die das aber ned nimmt, weils sie frueher anders gewohnt war -> complience und adhaerenz einfach mal so aus dem fenster geworfen…

ich verstehs nimmer und bin zu tode froh, dass ich nur in ner apo arbeite und mir keine gehoert!

gruesse,

christian becker

#13 |
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PTA
PTA

Lieber “Gast”
Apothekenangestellte können viel…Sonder PZN’s aufdrücken, trotz dieser Sonder PZN noch extra Texte dazuschreiben, jeden Pipifax ( z.B Insulinnadeln!!!) genehmigen lassenmüssen….viel Bürokratie und Zeit die von unserer eigentlichen Tätigkeit abgeht nämlich Patienten schnell zu helfen. Dafür haben die meisten von uns nämlich ihren Beruf gelernt. Nicht um bei jedem Rezept, trotz richtiger Belieferung des (Kranken) Patienten Angst zu haben ob man das Geld auch wieder bekommt.

#12 |
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Judith Wiktorin
Judith Wiktorin

Wie Herr Erwin Müller weiter unten so wortspielerisch bemerkt hat, kommt “Gast” ziemlich sicher aus der “kranken Kassen-Ecke”, ein Kollege kann es ja wohl nicht sein. Daher muss man vielleicht auch Mitleid mit “Gast” haben, wenn ihm womöglich seine überaus wichtigen und sinnfreien Aufgaben bei seinem Krankenkassen-Job (so es denn tatsächlich so ist), derart aufs Kapee geschlagen haben, dass er eine Seite Text inhaltlich nicht erfassen kann…. Es war ja ganz eindeutig beschrieben, dass Sonderkennzeichen benutzt wurden.
Und dann ist “Gast” auch noch feige und veröffentlicht seinen Sch…Kommentar natürlich anonym. Das ist ja wieder mal typisch.

#11 |
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Aber dafür ist die AOK Weltmeister im Handball!

#10 |
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Heiko Barz Widukind-Apotheke
Heiko Barz Widukind-Apotheke

Eins ist doch klar, die Krankenkassen haben herausgefunden, ( mit Hilfe von Fachanwälten im Vertragsrecht )dass es viele kleine Fallstricke in den Verträgen gibt. Als diese Verträgen zum Abschluss kamen, waren auf beiden Seiten sicher keine Fachanwälte dabei, denn sonst gäbe es diese wirklich irren Umstände nicht.
Will denn die DAK mit diesen Maßnamen ihre Defizite aufarbeiten und das wieder auf dem Rücken der ‘Schwächsten’ in diesem System?
Warum wird in den Kommentaren immer wieder behauptet, dass die Patienten am meisten unter dieser Willkür zu leiden haben?
Für manchen Kollegen geht diese Gutsherren artige Willkür an die Substanz, und das ist das wirklich Perfide!
Die von Dr.Kühne vorgetragenen Punkte, sind für uns Minimalforderungen und sollten bei Weitem nicht der Gold Standart sein.
Das Ganze ist aber wohl ein Politikum, denn die Politik hätte schon längst einschreiten müssen. In dieser Ebene wird es wohl nicht viele Abgeordnete geben, die die Tragweite dieses Missstandes überhaupt bewerten können.
Wo bleibt eigentlich unsere mit viel Geld ausgestattete Apothekenführung?
Von F. Schmidt habe ich seit der Apotage nicht Wesentliches mehr vernommen.
Ach ja, der muss sich um ‘seinen’ neuen Vereinspalast kümmern.

#9 |
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Ich habe bereits meine Konsequenz gezogen und meine Apotheke vor einem halben Jahr verkauft. Ich lasse mir so etwas nicht mehr bieten. Bin seit 6 Monaten glücklich in der Pharmaindustrie tätig.

#8 |
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Apotheker Dr.med.Manneck
Apotheker Dr.med.Manneck

Falls der “Gast” wirklich ein Kollege sein sollte : Kotz ! Würg!
Und zu den handschriftlichen Ergänzungen: Diese wurden bereits wg. angeblicher Unleserlichkeit nicht akzeptiert! Seitdem haben Kalligraphen in der Apotheke wieder Hochkonjunktur. Und wenn das noch nicht reicht, wird eine ganz spezielle Tintenfarbe gefordert.

#7 |
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Apothekerin

Lieber “Gast”, ich glaube Sie haben den Artikel nicht komplett gelesen, oder? Es geht um korrekt mit Sonder-PZNs und handschriftlichen Vermerken gekennzeichneten Rezepten, die trotzdem retaxiert wurden – weil die beiliegende Bestätigung nur nachwies, dass der Großhandel nicht lieferfähig war, nicht jedoch dass dies daran lag dass auch der Hersteller nicht liefern konnte. Und da wird’s langsam absurd….

#6 |
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Welcher Handwerker würde sich so eine Schikane gefallen lassen? Diese grotesken Hürden, die nur dazu dienen, dass die Krankenkassen aus der Verantwortung wird den können. Wollen die eigentlich, dass Kranke versorgt werden? Ich kann es nicht mehr glauben. Nichtverfügbarkeitsnachweise, Stempelmist, Kommentare zu Sonder- PZNs , Diagnose bei Hilfsmitteln, Versorgungszeitraum, Kostenvoranschläge für Pipifax für 20 Euro, der sowieso bezahlt wird….usw.usw. Ich habe manchmal keine Lust mehr drauf. Und ich bin nur angestellt…was soll meine Chefin da sagen! Ich wollte, ich wäre Klempner von Beruf! Warum haut unsere Berufsvertretung nicht mal auf den Putz?

#5 |
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Apotheker

Die Freie Apothekerschaft fordert nicht erst seit der letzten Expopharm: JEDES REZEPT MUSS HEILBAR SEIN!

Ansonsten kann die KK lediglich das Honorar kürzen und die 3% auf EK, alles andere ist ein durchlaufender Posten für die Apotheken. Und dieser durchlaufende Posten hat dafür gesorgt, dass der Versicherte versorgt wurde!

#4 |
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Erwin Müller
Erwin Müller

Lieber Gast, wenn es immer so eindeutig und einfach wäre, gäb’s keine Probleme. Zitat “die auch noch mit entsprechenden handschriftlichen Ergänzungen versehen werden KÖNNEN”… sie kommen wohl eher aus der kranken Kassen-Ecke, denn sonst wüßten sie, dass das keine Option, sondern ein Muß darstellt.
Es ist schlicht und einfach Gängelung durch die Kassen, vor ein, zwei Jahren kam ein besonders findiger Retax-Dienstleister (Datenschutz??) auf die Idee, den BTM-Text “gemäß schriftlicher Anweisung” ad absurdum zur Retaxation zu nutzen, wurden da auch nur Abkürzungen wie “schriftl.” oder “gem.” genutzt, retaxierte sich die Protax die Finger wund…
Was sich bsp. die DAK derzeit leistet, geht in eine ähnliche Richtung: “Nicht lieferbar? Gibt’s nicht. Irgendein Hersteller oder irgendeine Apotheke hat sicher noch irgendwo, irgend etwas an Lager…” es muss nur ‘gefunden’ werden. So sieht Wegelagerei im 21. Jhr. aus.

#3 |
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Diese ganze Retaxwelle ist langsam frustrierend. Wir sind bestrebt alle Patienten zu versorgen und das innerhalb von 24 h. Was die Krankenkassen da versuchen zu suggerieren, ist bar jeder Realität.
Es muss langsam eine für beide seiten akzeptable Entscheidung fallen, sonst verhärten sich die Fronten noch weiter und am Ende leidet nur der Patient unter unserer Bürokratie und wir sind bei “Baumann und Klausen”!

#2 |
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Gast
Gast

Apotheken haben nach den Vorgaben des AVV, des Rahmenvertrages, der PackungsgrößenVO etc. alle Mittel in der Hand um diese Rataxationen zu vermeiden. In der technischen Anlage 1 stehen für alle “Sonderfälle” PZN`s zur Verfügung, die auch noch mit entsprechenden handschriftlichen Ergänzungen versehen werden können. Das sollte doch wohl ausreichen. Wenn Kollegen das nicht umsetzen wollen/können ist das ihr ganz eigenes Problem.

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