Postpartale Angsterkrankung: Fettige Depression

10. Februar 2016
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Fetthaltige Ernährung und Fettleibigkeit haben sich im Tiermodell als Risikofaktoren für die Entwicklung von postpartalen Angsterkrankungen bei Müttern erwiesen. Beide Faktoren mindern zudem die Ausbildung einer erhöhten Stressbelastbarkeit, die für stillende Mütter typisch ist.

Für die meisten Frauen stellt die Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und die Zeit danach eine freudvolle Erfahrung dar. Dazu tragen eine Vielzahl von körperlichen – insbesondere hormonellen und emotionalen – Veränderungen bei, die die Mutter vor Stress schützen, sie ruhiger machen und mit den notwendigen fürsorglichen Verhaltensweisen ausstatten. Die Zeit der Geburt ist aber auch mit dem Risiko behaftet, psychische Störungen zu entwickeln.

Fettleibigkeit als wesentlicher Risikofaktor

Innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt sind bei etwa 20-25 Prozent der Mütter Stimmungsschwankungen zu beobachten – angefangen vom „postpartalen Blues“ über die postpartale Depression bis hin zur postpartalen Psychose. Die Ursachen solcher Störungen sind kaum untersucht, obwohl darunter nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter und die gesunde Entwicklung des Kindes leiden. Nur wenige Risikofaktoren wurden bislang identifiziert. Dazu gehören psychische Störungen vor der Schwangerschaft, gravierende stressvolle Ereignisse sowie das Rauchen während der Schwangerschaft und Übergewicht der Mutter. Regensburger Wissenschaftler um Prof. Dr. Inga Neumann vom Lehrstuhl für Tierphysiologie und Neurobiologie untersuchten, ob eine stark fetthaltige Ernährung die normalen Veränderungen im Verhalten und der Stressphysiologie der Mutter beeinflusst. Die Experimente wurden an Nagetieren durchgeführt, denen eine spezielle Fett-Diät während der gesamten Trächtigkeitsphase verabreicht wurde.

Die Forscher konnten nachweisen, dass die fetthaltige Ernährung nicht nur das Körpergewicht erhöhte, sondern auch das Angstverhalten der Mütter steigerte und ebenso die Stress-Belastbarkeit verringerte, die so typisch für Muttertiere ist. Die Wissenschaftler konnten darüber hinaus die molekularen Veränderungen im Stress-System des mütterlichen Körpers im Bereich der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse exakt lokalisieren. Die Beobachtungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass die normalen mütterlichen Veränderungen für die mentale Gesundheit von Mutter und Kind von großer Bedeutung sind. Sie zeigen auch, dass Fettleibigkeit ein wesentlicher Risikofaktor für Angsterkrankungen nach der Geburt darstellt.

Originalpublikation:

High-fat diet prevents adaptive peripartum-associated adrenal gland plasticity and anxiolysis
Clara V. Perani et al.; Scientific Reports, doi: 10.1038/srep14821; 2015

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5 Kommentare:

Gast
Gast

Familien und Mütter mit Kindern brauchen vor allem Zuversicht in die Zukunft. Wer Kinder hat, wird bestätigen, dass man sich besonders in den ersten Jahren sehr um deren Sicherheit und Zukunft sorgt. Besonders dramatisch ist es für frisch gebackene Eltern, wenn sie das Gefühl haben ihre Kinder nicht ausreichen beschützen und für die Zukunft absichern zu können. Wenn es auch in Deutschland z. Z. noch besser als in den meisten Ländern dieser Welt ist, so spürt doch zunehmend jeder wie die Fassade bröckelt. Was gerade mit Griechenland geschieht, kann bald schon uns treffen und alle Bemühungen der Politik scheinen darauf abzuzielen, die Schere zwischen Arm und Reich noch mehr zu öffnen. Das kann sehr wohl Depressionen fördern und somit auch die Auswirkung auf die Nachkommen. Das einfach mit Fett abzutun, ist verlogen und noch dazu undifferenziert.

#5 |
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Gast
Gast

# 3: Sehr respektvoll, das englisch. Das gilt auch für Engländer, Amerikanos etc. in deutschen Foren. Sense

#4 |
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Common Sense
Common Sense

First of all, this are not potatoes , but churros, a Spanish high fat specialty served with a rich drinking chocolate. Postpartal neurosis is due to the loss of the hormonal level after pregnancy. Best treatment is Antimonit D 10 i.v., even if nobody believes it. Have fun with other useless methods. But what mothers need is love and care and no afterbaby bodies within 3 weeks or functioning like a machine. Look back to old cultures and their way to treat mothers after birth of a child, they did not have these problems

#3 |
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Ärztin

Äh…Von welcher Fettart ist hier die Rede?Eine spezielle lowcarb/highfat Ernährung macht nicht zwingend “fett”.Im Gegenteil,eine an spezielle Omega 3 Fettsäuren reiche Ernährung ist hervorragend für die Gehirnentwicklung des Ungeborenen.Und das macht auch das Mutterhirn ausgeglichen und glücklich.

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Mr william hosey
Mr william hosey

It is the Carbohydrates, not the fat. Interesting you show potatoes, yet blame the fat?

#1 |
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