Brustkrebs: Die Sugarfree-Strategie

12. Februar 2016
Teilen

Zucker soll das Risiko für Brustkrebs und dessen Metastasierung in der Lunge erhöhen. Grund hierfür könnte die vermehrte Bildung einer Fettsäure sein, die die Entzündungsreaktion im Körper steigert, so ein amerikanisches Forscherteam. Gilt nun: Hände weg vom Zucker?

Ausgangspunkt bildet die Arachidonsäure. Tierische Organismen können diese entweder selbst aus der essenziellen Omega-6-Fettsäure Linolsäure synthetisieren oder sie über die Nahrung aufnehmen. Sogenannte Cyclooxygenasen (COX) verstoffwechseln die Arachidonsäure zu verschiedenen Prostaglandinen und Thromboxanen. Zu nennen wäre hier beispielsweise Prostaglandin E2 (PGE2), welches unter anderem auch am Entzündungsgeschehen beteiligt ist. Aber auch Lipoxygenasen (LOX) können die Arachidonsäure zu einer Reihe von Produkten metabolisieren, die Entzündungen fördern und aufrechterhalten. Die LOX sind eine Familie zytosolischer Enzyme, deren Klassifikation nach der Position der Hydroperoxy-Gruppe (HOO-Gruppe) erfolgt. Bei Säugetieren unterscheidet man eine 5-Lipoxygenase (5-LOX), eine 12-Lipoxygenase (12-LOX) sowie eine 15-Lipoxygenase (15-LOX).

Die LOX-Konzentration der verschiedenen Isoformen ist gewebeabhängig. Thrombozyten beispielsweise enthalten lediglich 12-LOX und können daher nur 12-Hydroperoxyeicosatetraensäure (12-HPETE) produzieren. Da in Leukozyten sowohl 12-LOX als auch 5-LOX vorkommen, können diese sowohl 5-HPETE als auch 12-HPETE bilden. HPETE sind instabil und werden unter anderem durch Peroxidasen in die jeweilige Hydroxyfettsäure (HETE) umgewandelt. Die häufigsten Isoformen der 12-LOX sind nach den Autoren der Blutplättchen-Typ (12-LOX-P), der Leukozyten-Typ (12-LOX-L) und der Epidermal-Typ (12-LOX-E). Letzterer wurde jedoch nur bei Mäusen gefunden.

Der Zucker und der Brustkrebs

Die Studie [Paywall] der Gruppe um Assistenzprofessor Peiying Yang erschien Anfang Januar in der Fachzeitschrift Cancer Research. Für ihre Untersuchungen verwendeten sie Mäuse mit einem genetisch erhöhten Brustkrebsrisiko. Diese wurden im Alter von fünf Wochen auf vier Gruppen randomisiert und mit unterschiedlichen Mengen Saccharose (0 g/kg, 125 g/kg, 250 g/kg, 500 g/kg) gefüttert. Interessanterweise beeinflusste die Menge an verzehrtem Zucker nicht das Köpergewicht der kleinen Nager. In einem Alter von sechs Monaten litten 30 Prozent der Tiere aus der Kontrollgruppe an messbaren Tumoren. Wurde der Zuckerkonsum in der Nahrung erhöht, führte dies nicht automatisch zu höheren Erkrankungszahlen.

Denn während bei den Mäusen aus der 125 g/kg Saccharose-Gruppe bzw. 250 g/kg Saccharose-Gruppe 50 Prozent bzw. 58 Prozent erkrankt waren, konnten die Wissenschaftler bei den Tieren, die am meisten Saccharose pro Kilogramm erhalten hatten, „nur“ bei 50 Prozent messbare Tumore nachweisen. Weitere Tests ergaben, dass die Nager aus der 250 g/kg Saccharose-Gruppe im Vergleich zu den Kontrollmäusen nicht nur häufiger an Brustkrebs litten, sondern dass das gefundene Tumorgewebe auch durchschnittlich um 50 mg schwerer war. Die Autoren werteten dies als ein Zeichen dafür, dass der Zuckerkonsum sowohl die Entstehung der Krebserkrankung fördert, als auch die Proliferation der Brustkrebszellen steigert. Des Weiteren stellten die Wissenschaftler fest, dass im Vergleich zur Kontrollgruppe die Konzentration an 12-LOX erhöht war sowie mehr als doppelt so viel 12-HETE vorlag (2,6). Anschließend untersuchten die Wissenschaftler das Gewebe der Mäuse, die mit 500 g/kg Saccharose gefüttert worden waren. Bereits im Alter von drei Monaten hatten die kleinen Nager Adenome in ihren Brustdrüsen. Bei den Kontrollmäusen dagegen fanden die Forscher nur eine geringfügige Hyperplasie.

Gefährliche Fruktose?

Nun stellten sich die amerikanischen Wissenschaftler die Frage, wer bzw. was denn nun genau die Wurzel des ganzen Übels sei: Fruktose oder Glukose? Denn das Disaccharid Saccharose besteht bekanntlich aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Fruktose. In ihre Einzelteile wird sie durch spezielle Glukosidasen zerlegt. In einem weiteren Tierversuch erhielten die Nagetiere daher Futter, das entweder mit Saccharose (250 g/kg), Glukose (125 g/kg), Fruktose (125 g/kg) oder Glukose und Fruktose (125 g/kg + 125 g/kg) angereichert worden war. Das Ergebnis: Im Vergleich zu den Mäusen, die kein Zucker konsumiert hatten, hatten die Tiere, die Fruktose erhalten hatten, sowohl größere Tumore als auch mehr Metastasen in der Lunge (1.9 ± 0.4 pro Maus der Saccharose-Gruppe, 2.2 ± 0.4 pro Maus der Fruktose-Gruppe, 2.6 ± 0.8 pro Maus der Fruktose-und-Glukose-Gruppe vs. 0.4 ± 0.2 pro Maus der Kontrollgruppe). Eine signifikant erhöhte 12-HETE-Konzentration fanden die Forscher allerdings nur bei den Tieren aus der Fruktose- sowie der Fruktose-und-Glukose-Gruppe.

Ein kleiner Rückblick

Die amerikanischen Wissenschaftler um Assistenzprofessor Peiying Yang sind nicht die ersten, die einen Zusammenhang zwischen Zucker bzw. Fruktose, 12-LOX- sowie 12-HETE-Konzentration und (Brust-)Krebsentstehung vermuteten. Bereits vor 20 Jahren beobachtete ein Forscherteam der American Health Foundation [Paywall], dass sich sowohl die Prostaglandin E2-, 12-HETE- und 15-HETE-Werte als auch die Zellinvasion erhöhte, wenn sie humane Brustkrebszellen in Anwesenheit der Omega-6-Fettsäure Linolsäure kultivierten. Dabei konnte die Zellinvasion durch die Zugabe des 12-Lipoxygenase-Inhibitors Esculetin blockiert werden, nicht aber durch den selektiven Cyclooxygenase-Inhibitor Piroxicam.

Auch bei der Kultivierung der Brustkrebszellen in Anwesenheit von 12-HETE fanden die Forscher eine erhöhte Zellinvasion, nicht jedoch bei 5-HETE oder Prostaglandin E2. Begleitet wurde die Invasion mit einer gesteigerten enzymatischen Aktivität der Metalloprotease-9, einer Kollagenase. In den darauffolgenden Jahren wurden mehrere Studien veröffentlicht, die sich mit der Konzentration der 12-LOX bei Brustkrebs sowie deren Auswirkungen befassten. So sollte es laut eines ägyptischen Forscherteams möglich sein, anhand der 12-LOX-Expression eine Aussage darüber zu machen, wie weit der Tumor bereits fortgeschritten ist.

2010 entdeckten amerikanische Wissenschaftler, dass Fruktose die Proliferation der Pankreaskrebszellen verursacht [Paywall]. Dies liege daran, dass die Verstoffwechselung der Fruktose und Glukose unterschiedlich sei. Zudem sollen Fruktose und ihr Transporter GLUT5 einen direkten Effekt auf das Tumorwachstum beispielsweise der Brustkrebszellen haben.

Und nun?

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass bei Mäusen die 12-LOX/12-HETE-Produktion, die durch den Zucker bzw. die Fruktose in der Nahrung angeregt wird, ein potenzieller Signalweg, insbesondere für das durch Zucker geförderte Tumorwachstum, in Brustkrebszellen in vivo ist“, so die Autoren. Diese Studie bringe laut den Wissenschaftlern zum ersten Mal den Zucker aus der Nahrung mit der Brustkrebsentstehung und Metastasierung in Verbindung. Anzumerken ist jedoch, dass weder auf die Stichprobengröße eingegangen wird, noch Rohdaten zur Verfügung stehen. Zudem bleibt unklar, wie Saccharose bzw. Fruktose die 12-HETE-Produktion ankurbelt und ob diese Steigerung aufgrund direkter oder indirekter Effekte zustande kommt. Und zu guter Letzt stellen die gefundenen Ergebnisse lediglich Assoziationen der Wissenschaftler dar. Der Beweis, dass die vermehrte Bildung von 12-HETE sowie das gefundene Tumorwachstum auch wirklich auf den Zuckerkonsum zurückgehen, müsste noch erbracht werden. Anhand dieser Studie lässt sich daher keine Aussage darüber machen, ob Brustkrebspatienten bzw. gefährdete Frauen lieber die Finger vom Zucker lassen sollten oder nicht.

Originalpublikation:

A Sucrose-Enriched Diet Promotes Tumorigenesis in Mammary Gland in Part through the 12-Lipoxygenase Pathway
Peiying Yang et al.; Cancer Research, doi: 10.1158/0008-5472.CAN-14-3432; 2016

137 Wertungen (4.06 ø)
Gynäkologie, Medizin, Onkologie

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

36 Kommentare:

Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Das Industriezucker nicht so natürlich wie Rübenzucker oder Obst ist, ist zwar schon länger bekannt , aber es wurde da es einfacher herzustellen und günstiger zu gewinnen war fast überall verwendet. Ein Umdenken wäre notwendig , denn vielleicht ist das den Natürlichen biologischen Abläufen im Körper zu wenig.-

#36 |
  2
Dr. Dorothee Bös
Dr. Dorothee Bös

Da in der Studie die westliche Ernährung simuliert werden sollte ist die Zuckerangabe wohl als Gramm Zucker/kg Futter zu verstehen.

#35 |
  0

Einer der Charakteristiken des Glukosestoffwechsels ist die Onkogenaktivierung, genau so ist schon lange bekannt, dass chronische Inflammationsstimuli Krebsentstehung begünstigen, bzw, inflammatorische Prozesse fester Bestandteil vieler Tumorentitäten sind, ebenfalls stark begünstigt u.a. durch Glukosüberladung; die Fruktose spielt bei Inflammationsentstehung eine Sonderrolle. Dieses und anderes Wissen ist zum Teil schon Jahrzehnte vorhanden, die Datenlage wird immer erdrückender. Ebenfalls sind sämtliche Nahrungsmittelbestandteile, Makronährstoffe u.s.w. bekannt, die diese Prozesse unterstützen, ebenfalls sämtliche Chemikalien u.a. aus Nahrungsmittelindustrie etc… Immer wieder gibt es Veröffentlichungen, von denen man den Eindruck bekommt, dass es sich hierbei um bahnbrechende neue Erkenntnisse handelt, nur weil von neuen Botenstoffen, Genen oder Signalwegen berichtet werden. Zum Teil schon Jahrzehnte vorhandenes Grundlagenwissen über Zeltbiologie und Physiologie wird ignoriert, v.a. in der Patientenbehandlung. Symptombekämpfung und Medikamente statt Prävention und Aufklärung. Ein Armutserzeugnis für die moderne Medizin und Wissenschaft.
Aber es tut gut und Macht Mut, zu sehen, dass es hier einige Gleichdenkende gibt!
In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Sonntag Abend und ein schmackhaftes Abendbrot – schließlich ist unser Gehirn auf die Glukosezufuhr angewiesen ;)
Dazu noch ein kleiner Lesetip von mir: “Grain Brain” / “Dumm wie Brot” von David Perlmutter

#34 |
  0
Sebastian Z
Sebastian Z

Das war ein sehr interessanter Artikel. Immer wieder leist man, dass Zucker Schuld an so vielen Sachen sein soll. Nachgewiesen sind unter anderem Diabetes und Karies. Doch das sie Krebs fördern, ist nicht bewiesen. Es kann auch der übermäßige Verzehr von Fleisch oder Pestiziden durch Obst und Gemüse sein.

Die Redaktion von http://www.pflegeversicherung-testbericht.de/ ist sehr gespannt, welche Krankheiten noch durch Zucker nachgewiesen werden.

#33 |
  6
Heilpraktiker

#28 Liebe Frau Kurzweil, sie sprechen mir aus der Seele! 3 Daumen hoch…

#32 |
  2
Gast
Gast

“Krebsforschung” sollte man nicht für die Bildzeitung (Journalisten) betreiben,
ist leider Mode geworden.

#31 |
  4
Gast
Gast

wer auf “und nun” keine Antwort weis, hat nicht verstanden, was er vorher selbst (ab-)geschrieben hat.
Wozu die ganzen Fachausdrücke, gilt auch für einige Kommentatoren.
Eine “zuckerfreie” Ernährung gibt es in der Realität für den Menschen nicht.
Es kann nur um das “wieviel” gehen.
Die hier verwendeten Dosierungen sind so extrem erhöht, dass sie darauf keine Antwort geben können.
Auch simples Übergewicht erhöht das Krebsrisiko.
Dass für Fruktose die tolerable Menge niedriger ist als für Glukose, ist nun auch nichts neues.

#30 |
  3
Gast
Gast

Dem Beitrag von Frau Kurzweil kann ich mich nur anschliessen. Es ist immer wieder erschütternd wofür Gelder investiert werden. Kein Wunder, dass die Krankenkassen den Zwang- versicherten Bürger immer mehr ausbeuten. Für dergleichen braucht es keine weiteren Studien, Schade um jede unschuldige Maus. Bereits Dr. Bruker hat ausreichend dazu geäussert, z. B. ” Unsere Nahrung- unser Schicksal” sowie ” Zucker Zucker “. Geht es hier nur noch um Daseinsberechtigung für suspekte ( Schein)-Wissenschaftler? Und wenn es zu den Freihandelsabkommen kommt, dann ist der ganze Lobbyismus, der dahinter steckt, offiziell. Armes Deutschland!

#29 |
  4
Eva Kurzweil
Eva Kurzweil

Unfassbar, für so einen Schmarr´n wird Geld ausgegeben, derweil existieren bereits Erkenntnisse, wie Herr Fraessdorf berichtet, seit 1930 und es wurde in einer neueren Studie an der Harvard University ebenfalls die Auswirkung der Zellgärung bzgl. Krebserkrankungen erforscht.

Und es ist doch logisch dass u.a. Zuckerkonsum diese Gärung unterstützt.

Uns alle müsste doch die Zunahme der Krebserkrankungen u. anderer hitverdächtigen Massenerkrankungen (Herz-Kreislauf, Rheumatischer Formenkreis, Allergien etc.) endlich mal so richtig stutzig machen!!!!

Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt und werden immer kränker….?????

Auf gut deutsch wir (fr)essen und leben uns krank. Schaut doch mal was die “Masse” isst!! Die Bäckertheken sind voll gestopft mit Weißmehl, Zucker und Transfetten.

Zudem noch staatlich sanktioniertes Gift in unserem Essen (Stichwort: Deklaration auf Lebensmitteln) und es gibt so vieles mehr wie Parabene, Weichmacher, Aluminium, Schwermetalle, Pestizide, Glyphosat, Aspartam und …..und ……und…..

Vermutlich ertönt jetzt gleich ein Aufschrei nach Studien, die es längst schon gibt, die nur aus Bequemlichkeit und sortiert nach finanziellen Interessen fein in der Schublade gehalten werden um nur ja nicht den Großkonzernen bei ihrem schädlichen Treiben Einhalt gebieten zu müssen. Der Lobbyismus in Berlin blüht ja bekanntlich das ganz Jahr in Frühlings- bis Sommermanier. Und TTIP ist und wird der Dünger dafür!!!

Ich habe den Eindruck dass lieber erforscht wird wie man den Krebs bekämpfen kann (ist ohne Zweifel auch wichtig) anstatt ihn zu verhindern.

Dafür scheint die Ernährung nur zu banal zu sein!

Der Wunsch sich gesund ernähren zu wollen” wird mittlerweile auch schon als “krank” bewertet!

Es wird ja auch lieber für die Darmspiegelung Werbung gemacht als für eine wirklich gesunde Ernährung…bringt auch mehr Geld….von wem dies auch immer initiiert wird.

Ein Buch-Tipp:” Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett.”
von Frau Prof. Ulrike Kämmerer und Dr. Christina Schlatterer und Dr. Gerd Knoll, systemed – Verlag.
Frau Prof. Kämmerer (Universitätsfrauenklinik Würzburg) ist Mitinitiatorin einer der ersten klinischen Studien über ketogene Ernährung bei Krebs.

#22 Frau Schuurmann
Vor der alltäglichen Massenernährung muss man Angst haben, die macht krank…ohne Zweifel……. langsam aber sicher!!
Mich wundert es nicht dass die “Angst” solche Blüten treibt. oder wissen Sie nicht dass dem gewöhnlichen Mehl z.B. Antischimmelmittel zugesetzt wird, es bestrahlt wird, von der Pestizidflut mal abgesehen.

Warum denn häufen sich die Unverträglichkeiten ins schon fast unermessliche. Die Menschen reagieren wahrscheinlich nicht auf den Weizen (der leider auch schon gnadenlos überzüchtet ist) sondern auf die begleitenden Stoffe.

Breit gefächerte Aufklärung für´s Volk tut not!!!

Z.B. die Information der WHO dass häufige Genuss von verarbeitetem Fleisch,, sprich Wurst das Risiko für Krebserkrankungen erhöht.

Was passierte: Ein Flut von dümmlichen Gegendarstellungen durchzog sämtliche Info-Kanäle (Zeitungen, TV etc. ) um nur ja nicht krankmachende Gewohnheiten in Frage zu stellen. Selbst Ärzte haben die Erkenntnisse öffentlich relativiert….ein Schelm wer Böses dabei denkt!

#28 |
  6
Gast
Gast

@#25
Herr Fraessdorf, haben Sie einen Lösungsansatz für die Problematik?

#27 |
  0
Gast
Gast

Unsinnige Studie mal wieder!
Ein 100kg schwerer Mensch müsste sich von 12,5-50 kg Zucker/Tag ernähren? Wie siehts denn aus bei normalen Verzehrsmengen von -sagen wir mal- 100g/Tag?
Liegen Erkenntnisse über maximal tolerierbare Mengen überhaupt vor?

#26 |
  0
Biochemiker

Krebs ist eine metabolische Krankheit, beginnend mit einer Verschiebung von oxidativer Phosphorylierung und der Elektronentransportkette innerhalb der Mitochondrien zur aeroben Glycolyse im Zytoplasma. Dies konnte mehrfach nachgewiesen werden als Zellkerne mit BRCA Mutationen in gesunde Spenderzellen verpflanzt wurden und es zu keiner Hyperplasie kam, während vice versa der gesunde Zellkern im HELA Zytoplasma schnell Mutationen entwickelt. Die Mutation der Onkogene ist ein Epiphänomen, hervorgerufen durch den Shift in der Energiegewinnung, wobei hier durchaus eine Verbindung zum Immunsystem besteht, da bei der Aktivierung von TH Zellen und Macrophagen derselbe Warburg Stoffwechsel beobachtet werden kann, und zwar weil unter anderem Succinate für die Bereitstellung von IL-1 benötigt wird, was wiederum über die Serinphosphorylierung des IRS eine Insulinresistenz hervorruft (positiver Feedback Loop) weshalb ich von einem gezielten Mechanismus ausgehe. Ich möchte hier auf das hervorragende Buch ‘Tripping over the Truth’ von Travis Christofferson verweisen, der detailliert nacherzählt, weshalb trotz mannigfacher Gegenbeweise seit 1930 an der SMT (Somatischen Mutation Theorie) festgehalten wird und die zahlreichen Ansätze der Kollegen Ko, Pedersen, Seyfried ua. einer metabolischen Therapie (3-Bromopyruvate) heruntergespielt werden.

#25 |
  1
Gefeu
Gefeu

Wenn Mäuse mit derartigen Mengen an Zucker traktiert werden, ist es zwingend logisch, dass andere Dinge der Ernährung verdrängt werden und es zu Mangelerscheinungen kommt. Das wird auch mit anderen Stoffen als Zucker passieren. Hier handelt es sich also um eine Zuckervergiftung und die Zellen reagieren damit, dass sie auf Vergärung umschalten und damit haben wir wohl Krebszellen!

#24 |
  2
dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

ein ausgeglichener Fettsäurestoffwechsel -ins Bes. Relation omega-3 zu omega-6
Fettsaüren – sowie Glucosaminsulfat – ggf. bis zu 4 g – optimieren den Zuckerstoffwechsel u. die Gesamtproblematik

#23 |
  3
Medizinisch-Technische Assistentin

Und dann wundern wir uns, dass es immer mehr Menschen gibt, die Angst vor dem Essen haben, weil sie befürchten, davon krank zu werden.

#22 |
  2
Gast
Gast

zu “Und nun?”
natürlich die Finger vom konzentrierten Zucker lassen! Und Arachidonsäure reduzieren, sprich Schweinefleisch, Sonnenblumenöl und andere Verdächtige reduzieren, omega 3 Fettsäuren dagegen hochfahren, das ist entzündungshemmend.
Auf den Fructosegehalt achten! Genug Gemüse essen, nicht zu viel Obst, genug Frisches essen.

#21 |
  4

@18: Richtig!

#20 |
  2

@11 und 17: Also ich denke, Obst in Maßen (3 “Stück” pro Tag) sollte nicht schaden. (Vielleicht sollte man Weintrauben und Datteln ausnehmen).
Natürlich nix “Eingemachtes”, was immer zuviel Zucker enthält. Dass nun auf einmal Fruktose “schlimmer” sein soll als Glukose, leuchtet mir nicht ein (gilt aber wohl nur in Bezug auf Brustkrebs und, laut Studie, zunächst nur für genetisch anfällige Mäuse). – Dass “langsame” Kohlenhydrate (Stärke) ebenso schlecht für den Insulinstoffwechsel sein soll wie Zucker, wird zwar hie und da behauptet, leuchtet mir aber nicht ein: wenn die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse sich langsam mit der Zuckerregulation im Blut auseinandersetzen können, ist das sicherlich physiologischer, als wenn da dauernd ein Zuckerstoß kommt (Fruchtsaft, Müsliriegel, gesüßter Kaffee…). Und für den Magen (und Darm) ist Stärke ebenfalls besser. – Neuerdings stehen auch die Zuckeraustauschstoffe in der Kritik: Aber auch das ist wohl ein Mengenproblem. – Und von Fertignahrung lässt man wohl tatsächlich am besten die Finger weg… (sogar in Pizza, Wurst und andere Nahrungsmittel wird Zucker scheffelweise reingekippt!).

#19 |
  2
Gast
Gast

Die Menge macht es. Wenn man die Nahrung “fletschert”, also so lange kaut, bis sie flüssig ist, bekommt man einen Eindruck von der Süsse. Selbst Schokolade kann man so in unterschiedliche Gruppen einteilen, es gibt welche, die so viel Zucker enthält, dass sie richtig aggressiv süss wird und die man dann am liebsten sofort ausspucken möchte. Durch das zu schnelle unaufmerksame Essen versäumt man die Nahrungsqualität.

Fructose in zu großen Mengen beeinflusst den Fettstoffwechsel negativ. Mir hat die Übergangsfrist hin zum Verbot der fructoselastigen Diabetikernahrung viel zu lang gedauert.

#18 |
  3
Nichtmedizinische Berufe

Unsere Ernährung ist leider völlig kohlenhydratlastig. Versuchen Sie mal irgendwo einen kleinen Snack für Zwischendurch zu finden. Außer hochkohlenhydratreichen Schoko- oder Müsliriegeln oder den Produkten von Backstuben, werden Sie lange suchen müssen. Dass eine solche Ernährung nicht für unseren Körper passend ist, liegt auf der Hand, wenn man in die frühe Vergangenheit blickt. Ich kann nur sagen: Seit ich keine kohlenhydratlastigen Nahrungsmittel zu mir nehme, bin ich nicht nur leistungsfähiger und habe keine Verdauungsprobleme mehr sondern auch besser gelaunt. Übrigens schneiden Nudeln, Reis und Vollkornprodukte was den Insulinstoffwechsel angeht, nicht besser ab als Schokolade und Co.

#17 |
  7
Ärztin

Sehr geehrter Gast,
g/kg KG heißt – Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, jetzt klar?

#16 |
  4
Gast
Gast

So so. Die Mäuse wurden also komplett kohlehydrat-frei, mit 125 g/kg KG, 250 g/kg KG oder mit 500 g/kg KG gefüttert. Pro was? Pro Leben? Pro Monat, pro Woche oder pro Tag?
Ich gehe mal davon aus, daß die Tagesmenge gemeint ist. Da wurde so ein 50-g-Labormäuslein also kohlehydrat-frei, mit 6,25 g, mit 12,5 g oder mit 25 g Zucker pro Tag gefüttert. Dürfte also fast oder ausschließlich Zucker gewesen sein, was die 50 g/kg-Gruppe vertilgt hat.

Was schließen wir aus der Studie? Wenn eine Frau mit, sagen wir mal, 50 kg pro Tag 6,25 kg, 12,5 kg oder 25 kg Zucker isst, hat sie ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Na bravo!

#15 |
  0
Diplom Psychologe Dr. Rainer Balloff
Diplom Psychologe Dr. Rainer Balloff

Oje, versuchen Sie einmal, liebe Leserinnen und Leser, ein fett- und zuckerarm zu essen, wenn Sie nicht ganz auf vorgefertigte Nahrungsmittel verzichten wollen/können. Zuckerfrei ist bei vorgefertigter Nahrung – selbst bei sauren Gurken – im Glas nicht möglich.
Dr. Rainer Balloff

#14 |
  0
Dagmar Paulik
Dagmar Paulik

Es ist ein alter Hut, daß Krebszellen anaerob gedeihen und Zucker genau das ist, was sie zum Wachsen brauchen.
Ich verstehe nicht, warum man Zucker in Fischkonserven, Gurken usw. zugibt. Die armen Diabetiker haben kaum eine Chance, Zucker auszuweichen. Selbst in Brotaufstrichen sind Zuckerarten enthalten. Ich hoffe, daß wir uns eines Tages besinnen und ihn wirklich nur als Genußmittel nehmen, nicht in normalen Lebensmitteln.

#13 |
  1
Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff
Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff

Der Forschen kann tun, was er will………..die gequälte Natur gibt immer eien Antwort.

Vor 50 Jahren warenb Erdbeeren kanzerogen, ……………….wenn man Ratten (250 g) täglich 2 g Erdbeermuß s.cc. injizierte.

So einen non-sense sollte man nicht verbereiten!

#12 |
  1
Dipl.Psych Beate Wethkamp
Dipl.Psych Beate Wethkamp

die Finger vom Zucker lassen oder auch von Obst?

#11 |
  2
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Herr Coy, wird sich freuen und mit ihm die ganzen low carb / nocarb Anhänger. Mit keinem Wort wird auf die Risiken einer extrem KH-beschränkten Diät eingegangen und vor allem:
Einer derart spekulativen und von den Bedingungen realitätsferne Studie einen derart langen Artikel zu gönnen um dann am Ende der langen Rede in einem oder zwei kurzen Sätzchen das Wichtigste zu erklören, nämlich dass sie grottenschlecht ist, ist sinnlos.

#10 |
  0
Flüchtiger Leser
Flüchtiger Leser

” In einem Alter von sechs Monaten litten 30 Prozent der Tiere aus der Kontrollgruppe an messbaren Tumoren. Wurde der Zuckerkonsum in der Nahrung erhöht, führte dies nicht automatisch zu höheren Erkrankungszahlen.”
Zucker verringert Krebs! (außer Brustkrebs)
oder wie soll ich die zitierten Zeilen verstehen?

#9 |
  1
Flüchtiger Leser
Flüchtiger Leser

>
Zucker verringert Krebs! (außer Brustkrebs)
oder wie soll ich die zitierten Zeilen verstehen?

#8 |
  1

Interessant. Allerdings sind Mäuse keine Menschen. Mal sehen was die Forschung weiter ergibt.

#7 |
  5
marina geyer
marina geyer

Könnte es sein, dass damit mal wieder der Konsum von zuckerfreien Süßstoffen angekurbelt werden soll? Dass damit neue Probleme entstehen macht ja nichts, dafür gibts ja Medis… also solch eine tierquälerische Studie ist einfach nur widerlich.

#6 |
  4
Prof. Dr. Beate Blättner
Prof. Dr. Beate Blättner

Gute Recherchen würde da anfangen, wo dieser Artikel aufhört: Bei der Bewertung der Qualität der Studie. Dass übermäßiger Zuckerkonsum vermutlich nicht gesund ist, wissen wir alle. Ein schlechter Bericht über eine Studie mit nicht übertragbaren Ergebnissen hilft niemanden, schon gar nicht betroffenen Frauen.

#5 |
  1

Das ist genau die reduktionistische “Forschung”, die in die Irre führt und zum Beispiel die Menschen glauben lässt, dass eine kohlenhydratarme Kost gesund sei. Wenn ich Monosaccharide in hoher Dosierung anstatt vollwertiger Nahrungsmittel zuführe, dann wird dies immer negative gesundheitliche Konsequenzen haben. Es ist eine Schande, dass man Geld für irreführende schlechte Wissenschaft mit Tierversuchen verschleudert.

#4 |
  4
Gast
Gast

Wenn man eine 50 g Schwere Maus täglich mit 25 g von Irgendwas, zum Beispiel füttert, macht das glaube ich jede Maus irgendwie krank. Endlich einmal Ergebnisse, die sich auch problemlos auf den Menschen übertragen lassen.

#3 |
  2
Nichtmedizinische Berufe

Wäre ja interessant, wie’s bei anderen Krebsarten ausschaut. Z.B. haben Männer in der Brust kaum Drüsengewebe und bekommen deshalb eher Prostatakrebs… Und daß ungesunde Ernährung Darmkrebs zumindest begünstigt, ist inzwischen auch nicht mehr neu..;-)

#2 |
  0
Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

… und wieder ein Puzzlestück hin zu einer kohlenhydratarmen und zuckerfreien Ernährung, auch wenn im letzten Absatz alles noch einmal ordentlich relativiert wird. Bloß keine “süßen” Gewohnheiten aufgeben zu Gunsten “zweifelhafter” Erkenntnisse.
So, wie jeder seines eigenen Glückes Schmied ist, schaufelt sich auch jeder sein eigenes Grab!
Doch wer hinreichend oft über den Tellerrand schaut, weiß schon länger, in welche Richtung aktuelle Ernährungerkenntnisse laufen.

Vielleicht noch eine Anmerkung zum Mausmodell:
Mäuse sind vermutlich stärker an den Verzehr stärkehaltiger Nahrung ( Grassamen, ( Getreide )) angepasst als Menschen. Stärke ist ja eine Poly-Glucose. Das würde erklären, warum eine erhöhte Zuckerzufuhr nur mit Glucose, aber ohne Fructose, bei den Mäusen nicht zu einer Erhöhung der Risiken führt.

#1 |
  13


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: