Krankenhaushygiene: Kittel an den Haken

2. Februar 2016
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An langärmligen Kleidungsstücken bewegt sich so mancher Keim quer durch das Krankenhaus. Mikrobiologen kennen den Sachverhalt schon seit Jahren. Erstmals reagiert ein Klinkbetreiber in Deutschland – und tauscht die komplette Berufsbekleidung aus.

Im Jahr 2011 erschütterte ein Artikel aus dem „American Journal of Infection Control“ die Fachwelt. Yonit Wiener-Well vom Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem fand heraus, dass von langärmligen weißen Kitteln erhebliche Infektionsgefahren ausgehen. Wie so oft geht es um Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Keime (MRSA). Forscher untersuchten die Kleidung von 60 Ärzte und 75 Pflegern. Auf knapp 65 Prozent aller Weißkittel hatten sich unterschiedliche Bakterienstämme häuslich eingerichtet. Besonders gefährdet waren neben Ärmeln und Taschen Bereiche der Körpermitte. Etwa 18 aller Befragten mussten gestehen, ihr Kleidungsstück seit fast einer Woche zu tragen. Der selbstverständliche Wechsel ist aber nur ein Teilaspekt. Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisierten lange Ärmel als Keimschleudern.

Ab der Ärmel

Asklepios greift diesen Aspekt mit einer radikalen Maßnahme auf. Hygienexperten schaffen an allen 100 medizinischen Einrichtungen des Klinikbetreibers klassische Kittel ab. Dafür haben sie eine spezielle Kurzarmbekleidung für Ärzte, den sogenannten Kasack, erworben. 30.000 Mitarbeiter, darunter über 4.000 Ärzte, erhalten eine neue Ausstattung. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – bei anderen medizinischen Diensten gehört Kurzarmbekleidung schon lange zum Standard. Jetzt geht es Ärzten an den Kittel. „Bestätigt fühlen wir uns in diesem Vorhaben auch durch eine repräsentative Studie, die wir im September zum Tag der Patientensicherheit in Auftrag gegeben hatten“, so Kai Hankeln, Konzerngeschäftsführer bei der Asklepios Kliniken GmbH. „Das Ergebnis: 65 Prozent der Befragten fürchten sich vor Ansteckung mit einem multiresistenten Keim bei einem Aufenthalt im Krankenhaus.“ Aus gutem Grund: Neben dem Händewaschen ist die Desinfizierung der Hände und der Unterarme jetzt möglich.

Traditionen bröckeln

Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Hankeln spricht von einem „beachtlichen kommunikativen Aufwand“. Jüngere Ärzte waren sofort einverstanden. „Bei älteren Chefärzten ist das schon eine gewisse Hürde, die sie überspringen müssen.“ Sie spekulieren sogar, ganz in weiß gekleidete Kollegen führten zur schnelleren Genesung von Patienten. Hierarchien wird es aber weiterhin geben. Ärzten bleibt der Kasack mit Stehkragen und Knopfleiste. Schwestern und Pfleger sind am grauen abgesetzten V-Ausschnitt mit grünen Streifen am Revers erkennbar. Personen in Ausbildung tragen eine graue Hose, und Hilfskräfte sind komplett grau eingekleidet. Ein roter Faden bleibt: Wer sich Patienten nähert, trägt ärmellose Kleidung. Weiße Kittel sind allenfalls noch im Büro erwünscht.

35 Wertungen (4.69 ø)

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42 Kommentare:

Gast
Gast

zu den heiligen Tierärzten, die sich hier gegen “Weißkittel” stellen:
global wird der Antibiotikaeinsatz für die Tierzucht z.Zt.
auf 63.000 Tonnen angegeben,
man erwartet einen Anstieg bis 2030 auf ca. 100.000 Tonnen.

#42 |
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Honorararzt, das Allerschlimmste
Honorararzt, das Allerschlimmste

Hallo Gast#37, Sie denken sicher wie ich, dass die Kittelgröße wiedermal nicht stimmte. Ein chronisches Problem, sowohl für kleine Ärztinnen, wie für große Ärzte.
Wenn die Ärmel dann zu lang sind, habe Sie völlig recht, wenn sie kurz sind haben Sie natürlich unrecht.
Ich rate daher zum selber kaufen. Wobei in diesen hygienisch optimierten Großkliniken das nachhause nehmen natürlich untersagt wird, so dass sie trotz Namensmarkierung regelmäßig auch irgendwohin verschwinden. Zu schön dürfen sie also auf keinen Fall sein, rate ich.
Aber ehrlich, gegen so einen schicken Schwestern-Dress können diese Arztkittel doch nicht anstinken.

#41 |
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Paul
Paul

Mit den Klos fürs Personal, hygienisch natürlich gang ganz unwichtig, habe ich in einer riesigen Heliosklinik schon ein fensterloses Meisterwerk erlebt, das nur für Schlanke geeignet war. Beim Vorbeugen vor einem Pissoir stieß man mit dem Po schon gegen die Tür, die man eben noch hinter sich schließen konnte.
Ich hab dann, ich gebe zu, heimlich, die Behindertentoilette genutzt, aber immer darauf geachtet, dass man mich nicht erwischt, war natürlich hygienisch streng verboten.
Dann hatte ich auch genug Platz, meinen Arztkittel ausziehen,
was ich ehrlich wirklich immer als erstes dabei mache,
Ehrenwort!

#40 |
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Elvira
Elvira

hab mal ein nagelneues Krankenhaus im Schwarzwald besucht, schöne, rel. große Stationen mit netten Personalräumen nicht nur technisch perfekt mit EDV und Allarm etc. auch für die Pausen mit Miniküche etc.; nur das Arztzimmer hab ich nicht auf Anhieb gefunden. Der Verwaltungsmensch, der mich führte, zeigte es mir dann:
mit einem Wort WINZIG. Auf meine überraschte Frage kam sofort die Antwort, die sollen auch nicht sitzen, sondern arbeiten. (was natürlich falsch ist)
Daran erinnert mich die neue “Arztuniform”. Den völlig unwichtigen Arztbrief und die noch unwichtigere DRG-Codierung bitte im Stehen.

#39 |
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Elvira
Elvira

#35 und #37,
das Ei will also unbedingt klüger sein als die Henne.
Nur fehlen hierzu sachliche Argumente.
Gerade über Hände Waschen sollte man etwas bescheidener auftreten,
das ist eindeutig schlechter geworden nicht besser!
Wenn Doktors zum Essen den Kittel ausziehen, was sie in der Vergangenheit immer schon gemacht haben,
dann tun sie das auch beim direkten Kontakt mit Patienten, einfach mal hinsehen,
wenn das noch keinem aufgefallen ist. Bei der Endoskopie ziehen sie dann sogar noch eine Schürze an, heute meist eine zum wegwerfen,
wer nicht glaubt, ich habe es oft genug gesehen.
Nochmal, früher war das Händewaschen besser. Das hat die Hygiene-Maffia versaut.

#38 |
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Gast
Gast

Ich kann kaum glauben was ich hier lese: „Im Winter??“ (die Pflegekräfte erfrieren ja schließlich auch nicht… aber vielleicht sind die ja einfach aus härterem Holz, oder arbeiten mehr ….) “antiärztliche Hygienemaffia”… Bei der Hygiene geht es doch nicht um Schikane, es geht auch nicht nur um den Schutz des Patienten, es geht auch um Eigenschutz. Die Bündchen des langen Ärmels berühren nun einmal bei der Arbeit den Patienten, dessen Kleidung, unsaubere Oberflächen usw. Anschließend berühren die verunreinigten Bündchen meine frischdesinfizierten Hände, meinen Schreibtisch, die vorderen und seitlichen Anteile meines Kittels, mein frisch desinfiziertes Stethoskop usw.
Bei kurzen Ärmeln passiert das viel seltener und meinen Unterarm kann ich desinfizieren, den Kittel müsste ich erst gegen einen neuen eintauschen.

Ich denke das Problem vieler hier ist nicht die Idee, dass der gute alte Kittel ausgedient haben könnte, sondern die Furcht mit dem Kittel auch ein liebgewonnenenes Statussymbol ablegen zu müssen.
Abgesehen davon, wenn nicht ausgerechnet die (von mir genauso wie von vielen anderen schlecht gelittenen) A.-Kliniken wieder einmal auf ausgesprochen arbeitnehmerunfreundliche Art und Weise damit angefangen hätten wäre das Geschrei bestimmt nicht so groß.

Die Anmerkung der Neuner-Regel klingt in der Theorie logisch, ABER ich persönlich arbeite am Patienten überwiegend mit den Händen, die Kontamination des restlichen Körpers erfolgt meiner Ansicht nach am ehesten sekundär über die kontaminierten Hände (ausser man setzt oder legt sich auf seinen Patienten… aber diese Methode wende ich üblicherweise nicht an)

#37 |
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Gast
Gast

und was ist im Winter?? Ich würde nicht bei jeden Temperaturen im T-shirt rumlaufen wollen?!

#36 |
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Gast
Gast

Ich denke das es den Ärzten schwerfallen wird auf die langen Ärmel zu verzichten. Man kann sie dann ja nicht von der Pflege unterscheiden. oder man muss dann die gesamte Gardarobe umstellen. Wenn ich manchmal die Kittel der Ärzte sehe kommt mir das Grausen. Na ja, immerhin müssen sie sie vor der Cafeteria ausziehen. das richtige Handedesinfektiondas A u. O im Krankenhaus ist, müsste eigentlich inzwischen jeder kappiert haben, auch die Doc´s

#35 |
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Gast
Gast

schön, dass es noch Gegenstimmen gegen die antiärztliche Hygienemaffia gibt

#34 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr @Dr. med. Thomas Georg Schätzer,
selbstverständlich ist die menschliche Haut erheblich keimhaltiger als ein ordentlich gewaschener weißer Kittel.
Da hilft auch kein Tierarzt.

#33 |
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Gast
Gast

nach klar haben 1700 TONNEN Antibiotika nichts mit Antibiotika-Resistenz zu tun,
überhaupt nichts!

#32 |
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Gast
Gast

@Annika Dietrichs, immer noch nicht genug???
Sie möchten nun den Mitlesern erklären, dass z.B. in einer Kuh, die zugegeben wesentlich höhere Dosierungen an Antibiotika pro Kuh vertragen kann als ein einzelner Mensch, viel weniger Bakterien leben als in einem Mensch und deshalb die vielen Tonnen Antibiotika Vorbild für Humanmediziner sein muss???
oder wie oder was?
Oder sind die vielen Keime in den Tieren einfach braver, als wenn sie im Menschen sind? Und deshalb müssen die vielen Tonnen Antibiotika Vorbild für Humanmediziner sein ???
oder wie oder was?
Glauben Sie ein Desinfektor hat keine Ahnung wie man Tierställe mit unerwünschten Keimen zu reinigen hat?
Abgesehen vom Keulen, zugegeben, etwas schwer auf Menschen zu übertragen,
sollte vielleicht das Überdruck-Ausspritzen mit Krotonat
leuchtendes Vorbild für die Desinfektion in einem Krankenhauszimmer werden?
Billiger wäre das Kalken, ha, ha,
ha, ha, ha,
ha ha ha

#31 |
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Privatdozent Dr. med. habil. Schröder Jürgen
Privatdozent Dr. med. habil. Schröder Jürgen

Wenn wir schon über Kittel reden: die müssen geschlossen getragen werden. Sonst sind sie nichts als überflüssige Rangabzeichen.
Dr. Jürgen Schröder

#30 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

@Dr.Bayerl: Sehr aufschlußreich, wie Sie ihre dünne Argumentationslage und ihr mangelhaftes Verständnis der Materie durch Ausdrücke wie “wieder eine freche Lüge” und die Parole: “Von Tierärzten kann man schon gar nichts lernen.” aufzupolstern versuchen;)

Ein Mißverständnis kann ich aufklären, das die Gesamtmenge der verabreichten AB betrifft: Kühe, Schweine und Pferde sind sehr viel schwerer als Menschen und benötigen entsprechend höhere Dosierungen. Das erhöht allerdings nicht die Gefahr einer Resistenzbildung. Diese hängt nicht von dem Gewicht des Patienten ab. Die Verhältnisse med vs. vet bezgl. der Nutzung von Reserve-AB habe ich bereits ausführlich dargestellt, da sollten Sie vielleicht einfach noch einmal nachlesen, wer damit nachlässig umgeht.

Insbesondere die Gegenüberstellung des Verbrauchs an AB in der Tiermedizin insgesamt inkl. landwirtschaftlichen Nutztieren vs.dem AB-Verbrauch in der kleinen Nische humanmedizinischer Intensivstationen, ist ohne jede verwertbare Aussage.

Bezüglich Händedesinfektion noch einmal der Hinweis, daß es hierbei um Zwischendesinfektionen geht in Situationen, wo alternativ meist gar keine Hygienemaßnahmen angewendet würden. Vor einer OP, nach möglichem Kontakt mit hochpathogenen Krankeitserregern und bei Grobverschmutzung bzw. Kontamination mit Körperflüssigkeiten ist selbstverständlich Händewaschen notwendig, aber das habe ich ja auch entsprechend dargestellt.

Ein kleines Bonmot noch zum Abschluß. Sie schreiben:
“Und gerade das “Reserveantibiotikum” Colistin ist in der Tiermedizin auch in Deutschland weit verbreitet, weshalb schon erste Resistenzen beschrieben sind.”
Ist dieser behauptete Kausalzusammenhang evident, oder existiert der so nur in Ihrer Vorstellung?

Das RKI könnte diese Frage vermutlich beantworten, aber denen trauen Sie ja nix gescheites zu;)

#29 |
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Lange Ärmel oder “Alte Zöpfe” abschneiden?
Die Studie im Am J Infect Control. 2011 Sep;39(7):555-9. doi: 10.1016/j.ajic.2010.12.016. mit dem Titel: “Nursing and physician attire as possible source of nosocomial infections” von Y. Wiener-Well et al. bezieht sich auf a l l e Klinikmitarbeiter in medizinischer Pflege u n d ärztlichem Dienst. Die Schlussfolgerungen sind relativ klar und einprägsam: Bis zu 60 Prozent der Dienstkleidung von Klinik-Mitarbeitern ist mit potentiell pathogenen Bakterien, einschl. Antibiotika-resistenten Keimen besiedelt… [“CONCLUSION: Up to 60% of hospital staff’s uniforms are colonized with potentially pathogenic bacteria, including drug-resistant organisms. It remains to be determined whether these bacteria can be transferred to patients and cause clinically relevant infection”]. Dazu schrieb Liz Garman bei ELSEVIER mit dem Titel: “Doctors’ and Nurses’ Hospital Uniforms Contain Dangerous Bacteria a Majority of the Time” – “Washington, DC, August 31, 2011 – More than 60 percent of hospital nurses’ and doctors’ uniforms tested positive for potentially dangerous bacteria, according to a study published in the September issue of the American Journal of Infection Control, the official publication of APIC – the Association for Professionals in Infection Control and Epidemiology.” https://www.elsevier.com/about/press-releases/research-and-journals/doctors-and-nurses-hospital-uniforms-contain-dangerous-bacteria-a-majority-of-the-time Daraus geht unzweideutig hervor, dass nicht ausschließlich die Ärmel der Kittel das Problem sind, sondern der zu seltene Wäschewechsel, die persönliche Wäsche-Hygiene und das primäre Kontaminationsrisiko seitens der Patienten, da die keimfrei gewaschenen Kittel erst sekundär kontaminiert werden. Wenn man die langen Ärmel abschneidet, reduziert man, vergleichbar mit der “Neuner-Regel” zur Oberflächenabschätzung des Verbrennungsausmaßes, die kontaminierte Wäscheoberfläche gerade mal um 9% – 91% bleiben weiterhin kontaminationsgefährdet – genauso wie die dann unbedeckte Haut. Cui bono?

#28 |
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Gast
Gast

erwischt doccheck:
“Potentially pathogenic bacteria were isolated from at least one site of the uniforms of 85 participants (63%) and were isolated from 119 samples (50%); 21 (14%) of the samples from nurses’ gowns and 6 (6%) of the samples from physicians’ gowns (P = NS) included of antibiotic-resistant bacteria.”

und “at least one site” war überwiegend der Bauch und nicht der Ärmel.
Und USA ist nicht Deutschland, auch beim Infektionsschutz.

#27 |
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Dr.Bayerl, Arzt und Desinfektor
Dr.Bayerl, Arzt und Desinfektor

das Wort “harmlos” bezog sich auf die bekannte Möglichkeit, den Keim mit Desinfektionsmaßnahmen abzutöten.
Arbeitsschutzdenken für das Personal hat das verhindert.
Ebenso ist durch “Arbeitsschutz” die Wundversorgung SCHLECHTER geworden.
Das Personal zieht unsterile Schutzhandschuhe an;
früher galt bei aseptischen Wunden das “no touch”-Prizip (nicht berühren), nur mit steriler Pinzette und Schere, das sieht man immer weniger.
Kommerzieller Druck betrifft alle im Krankenhaus,
deshalb sollte man sich nicht noch untereinander zanken, sondern zusammenhalten. Der Einfluss von Nichtärzten in der Medizin wird immer schlimmer. Die Presse gehört dazu! Geschlagen wird der Arzt, getroffen aber der Patient.

#26 |
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Dr.Bayerl, Arzt und Desinfektor
Dr.Bayerl, Arzt und Desinfektor

21@Annika Dietrichs zur Frage des Händewaschens, eines der größten Fehler des RKI, sollten Sie lieber einen erfahrenen Chirurg fragen, oder bei Robert Koch (Arzt) oder noch früher Semmelweis nachlesen, der noch nicht wusste, was ein Bakterium ist, das man mit bloßem Auge nun mal nicht sehen kann.
Die Empfehlung Hände nicht zu waschen ist grottenfalsch und eine Denkweise, die aus dem Arbeitsschutz (Hautschonung) stammt.
Gerade die Hornhaut hat eine sehr dicke tote Schicht, die durch ein bisschen Alkohol nicht ausreichend desinfiziert werden kann, die Clostridiensporen lachen nur darüber. Und die Zahl der Toten durch Cl.dificile steigt gerade auch durch unzureichendes Händewaschen. Das betrifft nicht nur den Chirurgen, sondern auch Pflegepersonal, das das Steckbecken bedient.
Was “Hygieniker” zustande bringen, konnte man in der Frühgeborenen-Abteilung in Bremen in der Presse verfolgen, ein rel. harmloser Keim, die Abteilung wurde DEFINITIV geschlossen.
Von Tierärzten kann man schon gar nichts lernen.

#25 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Lieber Gast #17,

der Artikel aus dem Jahre 2011, um den es hier geht, ist im ersten Satz verlinkt. Unter dem folgenden Link können Sie die Publikation finden: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0196655311001179

Wir wünschen weiterhin viel Spaß beim Lesen und Kommentieren.

Mit freundlichen Grüßen
Die DocCheck News Redaktion

#24 |
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Dr.Bayerl, Arzt
Dr.Bayerl, Arzt

@Annika Dietrichs, wieder eine freche Lüge, die zeigt, dass bei uns Tiere wichtiger sind als Menschen. Nach GERMAP wurden im Auftrag des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) pro Jahr an Tierärzte ca. 1700 TONNEN Antibiotika abgegeben,
dazu gehören NICHT die als Futtermittelzusatz erlaubten Antibiotika.
Das ist nun wirklich kein Geheimnis.
Auf deutschen Intensivstationen ca. 10 Tonnen oder weniger.
Und gerade das “Reserveantibiotikum” Colistin ist in der Tiermedizin auch in Deutschland weit verbreitet, weshalb schon erste Resistenzen beschrieben sind.

Das sind alles skandalöse Fakten, die weitgehend tot geschwiegen werden.
Ohne Antibiotika wären wir wieder in der Mittelaltermedizin,
die ja hier auf doccheck viele Fürsprecher hat.

#23 |
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Arzt
Arzt

@Thomas Kaiser es ist schon erschütternd, was SIE uns als wissenschaftlichen Beleg für Infektionsschutz für kurze Ärmel hier anbieten,
natürlich noch in englisch.
Sicherlich haben Sie nicht Medizin studiert.

#22 |
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Thomas Kaiser
Thomas Kaiser

Es ist schon erschütternd zu lesen, mit wie viel Unwissen und Ignoranz hier der ein oder andere kommentiert.
Man erkennt sofort, dass die Hygiene während des Medizinstudiums eher stiefmütterlich behandelt wird.
Und für die Menschen, die immer nach Studien fragen, anstatt mal den Hygienebeauftragten der Abteilung…..bitte schön:
Quelle: Loveday, H. P., et al. 2014. epic3: national evidence-based guidelines for preventing healthcare-associated infections in NHS hospitals in England. Journal of Hospital Infection. 86: S1-S70.
Quelle: Draft, Consultation. 2010. Australian Guidelines for the Prevention and Control of Infection in Healthcare. Auszug S. 37-38

#21 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

@#12 Tierärzte sind umsichtiger in der Verordnung von AB zu therapeutischen Zwecken und haben im Futtermittelbereich alle Leistungsförderer verboten, die an der Resistenzbildung von therapeutische verwendeten AB beteiiigt sein können. Außerdem verwenden wir ganz überwiegend Altsubstanzen, was hinsichtlich der Entstehung von Resistenzen weitgehend unbedeutend ist, wir verordnen zwanzig mal weniger Reserveantibiotika (15 t vs. 300 t) und manche Substanzen verwenden wir sogar gar nicht, weil die für den Humanbereich reserviert sind.

Jede zweite AB-Verordnung im Humanbereich betrifft inzwischen bereits Reserveantibiotika (http://www.wir-sind-tierarzt.de/wp-content/uploads/2015/01/Schlaglicht_Antibiotikaresistenzen_01-12.jpg). Auch die neuesten, hochwirksamen Substanzen werden zunehmend leichtfertig eingesetzt, wodurch in kürzester Zeit superresistente Bakterienstämme gezüchtet werden, die dann wieder gegen alle AB resistent sind. Da kommen die Pharmakologen gar nicht mehr hinterher mit der Entwicklung neuer Substanzen, so schnell wie einige gedankenlose Kollegen schlagkräftige Reserveantibiotika stumpf machen.

Details zu Resistenzfragen kann jeder gerne im öffentlich zugänglichen GERMAP 2012 nachlesen.

#20 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

@Dr. med. Marc Heydenreich: Händewaschen sollte man vermeiden und nur bei grober Verschmutz durchführen, weil das die hauteigene Keimschutzbarriere schwächt. Deswegen sagen die Richtlinien, man soll sich die Hände zwischendrin nur desinfizieren und soweit mögich.nicht waschen.

@ Dr. C. Lennartz: Wenn man keine sterilen OP-Kittel hat, sind nackte Arme – korrekt gewaschen und desinfiziert – ganz sicher besser beim Operieren, als Visitekittel.

@ Isabella Meindl und Anke Niggenaber: Gute Ärzte schauen immer auch, wie es die anderen machen, und übernehmen dann das beste davon für sich – das gilt für Humanis wie für Vetties;)

#19 |
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Assistenzärztin
Assistenzärztin

Seit Beginn meiner Assistenzarztzeit und auch zuvor schon während des Studiums begegnen mir täglich mehr Ärzte (ja, auch Chefärzte!), die gerne auf den Kittel verzichten und stattdessen überzeugte Kasackträger sind. Hand aufs Herz: wer von Euch schafft es einen Patienten gründlich zu untersuchen oder einen Zugang zu legen ohne dass der lange Ärmel den Patienten berührt? Also mir gelingt das nicht ohne Verrenkungen. Und bitte mal gründlich darüber nachdenken was ihr mit diesen Kittelärmeln noch alles so berührt, selbst wenn er nur einen Tag lang getragen wird… ich denke spätestens bei dem Anblick eines Kollegen der Mittagessen geht ohne vorher den Kittel abzulegen sind die meisten überzeugt (abgesehen davon wird es im Sommer mit kurzen Ärmeln nicht so heiss ;-)).

#18 |
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Gast
Gast

Liebe doccheck, bitte noch die genaue Quelle des erschütternden Artikels von 2011. Mich würde auch das Ergebnis der Nicht-Weißkittel interessieren.

#17 |
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Es fehlt der wissenschaftliche Beweis. Die Haut an den Unterarmen bietet ausreichend Nährboden für Keime inkl. MRE. Von Kontaktallergien durch Wasch- und Desinfektionsmitteln ganz zu schweigen.
Und im OP? – will man bei Asklepios jetzt auch mit hochgekrämpelten Ärmeln operieren?
Ein sauberer Kittel – jeden Tag gewechselt – dürfte kein hygienisches Problem darstellen. Im Übrigen gibt es inzwischen Gewebe (z.B. mit Silbereinlage) die in kurzer Zeit Keime abtöten.
Vielleicht will man auch nur Wäschekosten sparen?

#16 |
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Dr. med. Marc Heydenreich
Dr. med. Marc Heydenreich

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert-Koch-Institut, zitiert in ihrem jüngsten Papier zu dem Thema zwar Experten und Institutionen, die sich ebenfalls für kurze Ärmel aussprechen. Für eine offizielle Empfehlung reichten die vorliegenden Daten aber nicht aus. “Auswirkungen der Art der Kleidung mit langen oder kurzen Ärmeln auf die Qualität der Händedesinfektion konnten nicht gezeigt werden”, heißt es in dem Bericht.
Und glaubt hier jemand, daß sich ein Arzt, eine Schwester oder ein Pfleger nach jedem Patientenkontakt auch noch die Unterarme wäscht und desinfiziert? Es scheitert ja schon am Händewaschen.

#15 |
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Gast
Gast

Besonders die hygienisch vorbildlichen Tierställe sind ein Vorbild für Patientenzimmer

#14 |
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Gast
Gast

Bärte von Ärzten sollte man auch verbieten.
Von Pflegern natürlich nicht.

#13 |
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Gast
Gast

Bärte von Ärzten sollte man auch verbieten,
bei Pflegern natürlich nicht,
da greift der Persönlichkeitsschutz.

#12 |
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Gast
Gast

danke @Sarah Stark, deswegen entweder lange Ärmel,
oder die Unterarme mit dem Bügeleisen thermodesinfizieren.

#11 |
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Gast
Gast

Warum hat doccheck denn den guten Beitrag des Chirurgen gelöscht?

Hat nur nichts mit Hygiene zu tun.
Hier dürfen sich Ärztefeinde austoben, ha, ha,
jedem sein plaisir.
Wenn Kinder Angst vor “Weißkittel” haben,
liegt es wohl eher an den Eltern, die mit dem Doktor drohen.
Friseure tragen auch Arztkittel, das muss geändert werden!
Und von Tierärzten lernt man besonders den Antibiotikamissbrauch :-)

#10 |
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Sarah Stark
Sarah Stark

Das finde ich mal sehr gut. Die Hygiene ist das allerwichtigste im Krankenhaus und natürlich auch in Pflegeheimen.

#9 |
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Weitere medizinische Berufe

@ Frau Diederichs: stimmt, Kinder haben oft auch Angst vor “Weißkitteln”, nicht nur Tiere.

#8 |
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Isabella Meindl
Isabella Meindl

@ A. Diederichs:
Von den VetMeds läßt sich doch immer öfter mancher Praxistipp auch in den humanmedizinischen Bereich transferieren!
Complimenti!

#7 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Es geht auch ohne Kasak, mit OP-Hemdchen. Bei uns sieht man sowas schon lange, vor allem in Kleintierpraxen anstelle von Kitteln. Das ist preiswert, praktisch und erleichtert die korrekte Desinfektion von Händen und Unterarmen vor jedem neuen Patienten. (Und außerdem haben unsere Patienten weniger Angst vor Menschen in farbenfrohen Hemden, als vor hinterlistigen Weißkitteln;)

#6 |
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Gast
Gast

Es geht hier offensichtlich nicht um Hygiene,
sondern um “ältere Chefärzte”,
pfui doccheck

#5 |
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Gast
Gast

So ein Quatsch!!
Die Ärmel sind ein Schutz vor der Haut und für die Haut, die man niemals keimfrei bekommt. Dazu reicht eigentlich schon der gesunde Menschenverstand.
Oder wünscht so in Hygiene-Fritze jetzt noch Handschuhe bis zum Oberarm???

#4 |
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Gast
Gast

Am besten ein richtig dickes Schild um den Hals…

#3 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

“Ärzten bleibt der Kasack mit Stehkragen und Knopfleiste. Schwestern und Pfleger sind am grauen abgesetzten V-Ausschnitt mit grünen Streifen am Revers erkennbar”.
Wie glücklich ist man im deutschen Gesundheitswesen, man hat Zeit, sich Gedanken um die Kleiderordnung zu machen. Wäre das nicht unter ICD-10 F60 abzuheften?

#2 |
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Medizinisch-Technischer Assistent

Ein längst überfälliger Schritt…Und ein wirklich guter Arzt mit einer gesunden Empathie und einem patientenzugewandten Kommunikationsverhalten, braucht auch kein Kompetenzmäntelchen…

#1 |
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