DDA: Molekül mit krebshemmenden Eigenschaften

24. Mai 2013
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Ein Team von Forschern hat nicht nur ein neues, vom Cholesterin abgeleitetes Molekül namens Dendrogenin A entdeckt, sondern konnte - bei Mäusen - ebenfalls nachweisen, dass es krebshemmende Eigenschaften hat.

Die gegenwärtigen Kenntnisse lassen vor allem aus zwei Gründen auf einen negativen Einfluss des Cholesterins auf Tumorerkrankungen schließen: Einerseits ist Cholesterin eine Vorstufe der Androgene und Östrogene, die beide an der Entstehung von “hormonabhängigen” Krebserkrankungen (Prostata– und Brustkrebs) beteiligt sind. Andererseits führt die Synthese von Cholesterin zur Aktivierung von Onkogenen (tumorfördernde Gene). Die vorherige Blockierung der Biosynthese von Cholesterin durch Inhibitoren (wie Statine) müsste vor der Krebsbildung schützen bzw. eine krebshemmende Wirkung auslösen, konnte jedoch bislang nicht durch klinische Studien an sehr großen Patienten-Kohorten bestätigt werden. Dies lässt auf einen komplexeren Stoffwechsel schließen, als bisher angenommen.

Aus diesem Grund untersuchte das französische Forscherteam jetzt speziell diesen Cholesterin-Stoffwechsel. Mit Hilfe von Screeningprogrammen und chemischer Synthese fanden die Forscher heraus, dass das Produkt aus der chemischen Reaktion eines Cholesterinderivats mit Histamin eine neue Klasse von Sterolen hervorbringt: Dendrogenin A (DDA). Dieses im Labor erzeugte Molekül weist bemerkenswerte Induktionseigenschaften zur Differenzierung und zum Tod von Krebszellen auf.

Krebshemmende Eigenschaften

“Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das DDA Zellen vor der Krebsbildung schützt”, sagte Marc Poirot. Für die Forscher ist diese Entdeckung von großer Bedeutung, da sie die Existenz eines neuen Stoffwechselweges beim Menschen beweist, an der Schnittstelle zwischen Cholesterin-Stoffwechsel und Histamin, aber auch weil das DDA aufgrund seiner krebshemmenden Eigenschaften zur Behandlung verschiedene Krebsarten eingesetzt werden könnte.

Originalpublikation:

Dendrogenin A arises from cholesterol and histamine metabolism and shows cell differentiation and anti-tumour properties
Marc Poirot et al.; Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms2835; 2013

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1 Kommentar:

Ärztin

– Die gegenwärtigen Kenntnisse lassen vor allem aus zwei Gründen auf einen negativen Einfluss des Cholesterins auf Tumorerkrankungen schließen: Einerseits ist Cholesterin eine Vorstufe der Androgene und Östrogene, die beide an der Entstehung von “hormonabhängigen” Krebserkrankungen (Prostata- und Brustkrebs) beteiligt sind.-
Na dann wollen wir doch hoffen, dass dieser Blödsinn nur ein Übersetzungsfehler ist.
Wieder einmal eine Verdrehung von Ursache und Wirkung und Vermischung von Korrelation und Kausalität.
Die Hormone sind nicht an der Entstehung der Tumoren beteiligt, lediglich wird das Tumorwachstum bei entsprechend vorhandenen Rezeptoren gefördert. Nur kranke Zellen wachsen unter Hormoneinfluss tumorös.
Um so wichtiger die Erkenntniss, dass Cholesterin protective Wirkung hat. Genau diese protective Wirkung geht unter Therapie mit Statinen verloren. Genau deshalb verschiebt sich das Spektrum der Todesursachen unter Statintherapie weg von den kardiologischen Ereignissen zu den Tumorerkrankungen. Einen Tod muss man sterben.

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