PPI: Kassenschlager geht an die Nieren

11. Februar 2016
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Die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) ist womöglich mit einem erhöhten Risiko für chronische Nierenerkrankungen verknüpft. Die bisher als gut verträglich geltenden Magensäure-Hemmer sind in letzter Zeit aufgrund diverser Nebenwirkungen in die Kritik geraten.

Eine am 11. Januar in JAMA [Paywall] Internal Medicine erschienene Studie gibt aktuell Anlass, einen allzu sorglosen Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren zu überdenken. In ihrer Untersuchung beobachteten Wissenschaftler der Johns Hopkins University in Baltimore eine Assoziation zwischen der Einnahme von PPI und chronischen Nierenerkrankungen (CKD). PPI zählen zu den häufig verordneten Arzneimitteln und auch als OTCs gelten sie in Apotheken als Kassenschlager: Betrachtet man die zurückliegenden 20 Jahre, steigerten sich die Verordnungen nach Anzahl der Packungen um das 19-Fache. Die neue Studie wirft nun die Frage auf, ob der breitflächige Einsatz von Protonenpumpenhemmern angesichts der potenziellen Risiken gerechtfertigt ist.

Für die vorgelegte Studie [Paywall] zog das Forscherteam um Dr. Morgan Grams zwei Quellen heran: Die erste Kohorte entstammte der Beobachtungstudie „Atherosclerosis Risk in Communities“(ARIC) und umfasste 10.482 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von 14 Jahren hinweg regelmäßig untersucht. Von insgesamt 322 Teilnehmern, die zu Beginn der Untersuchung Magensäure-Blocker einnahmen, erkrankten 56 an chronischem Nierenversagen. Dies entspricht einer Inzidenzrate von 14,2 Nierenerkrankungen auf 1.000 Personenjahre. Von 10.160 Teilnehmern, die keine PPI einnahmen, erkrankten 1.382 Personen an chronischem Nierenversagen (CKD), was einer Inzidenzrate von 10,7 auf 1.000 Personenjahre entspricht. Diesen Ergebnissen folgend, lag das absolute Erkrankungsrisiko über 10 Jahre bei den PPI-Anwendern bei 11,8 %, wohingegen von den Nicht-Anwendern nur 8,5 % mit einer CKD innerhalb von 10 Jahren rechnen mussten.

Grams Forscherteam konnte seine Ergebnisse [Paywall] mit den Auswertungen aus der zweiten Kohorte zusätzlich untermauern: Diese Gruppe enthielt Daten von insgesamt 248.751 Versicherten des Geisinger Health Systems aus Pennsylvania, die über sechs Jahre hinweg ausgewertet wurden. Von den 16.900 PPI-Anwendern erkrankten 1.921 an einer chronischen Niereninsuffizienz, während auf 231.851 Nicht-Anwender 28.226 CKD-Fälle kamen. Das absolute Erkrankungsrisiko über 10 Jahre betrug somit für Patienten mit Magensäure-Hemmern 15,6 %, während es sich für die Vergleichsgruppe ohne PPI auf 13,9 % belief.

Auch die Dosis macht das Gift

Darüber hinaus fiel den Wissenschaftlern aus Baltimore eine Beziehung zwischen der eingenommenen Dosis und den aufgetretenen Nierenerkrankungen auf: Patienten, die zweimal täglich Protonenpumpeninhibitoren schluckten, wiesen ein höheres Risiko für ein chronisches Nierenversagen auf als Studienteilnehmer, die nur eine Dosis am Tag einnahmen. Die beobachtete Dosis-Wirkungs-Beziehung ist nicht zuletzt auch deswegen von Bedeutung, da sie eine mögliche – und bislang noch nicht bewiesene – Kausalität zwischen der Einnahme von PPI und dem Auftreten einer chronischen Niereninsuffizienz untermauert. Dass Protonenpumpenhemmer eine ursächliche Rolle hierfür spielen könnten, deutete auch der Vergleich mit H2-Rezeptorantagonisten an: Auch hier hatten PPI-Anwender ein höheres Erkrankungsrisiko als Patienten, die zur Hemmung der Magensäure H2-Blocker erhielten. Letztere hemmen die Magensäureproduktion weniger stark als PPI.

Die Autoren der neuen Studie kommentieren ihre Ergebnisse wie folgt: „Wir merken an, dass es sich bei unserer Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine Evidenz für eine Kausalität liefert. Jedoch könnte ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Einsatz von PPI und CKD angesichts des breitflächigen Einsatzes einen beachtlichen Effekt auf die Gesundheit der Bevölkerung haben.“ Und weiter: „Mehr als 15 Millionen Amerikaner nahmen in 2013 verschriebene PPI ein, mit entstehenden Kosten von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Studienergebnisse lassen vermuten, dass 70 % dieser Verschreibungen ohne Indikation erfolgen und dass 25 % der PPI Langzeitanwender die Therapie beenden könnten, ohne Beschwerden zu entwickeln.“

Wenn sauer nicht mehr lustig macht

Protonenpumpeninhibitoren reduzieren die Bildung von Magensäure, indem sie die Protonen-Kaliumpumpe in den Belegzellen des Magens blockieren. Die ersten PPI erhielten in Deutschland 1989 die Zulassung. Aktuell sind insgesamt fünf Wirkstoffe dieser Arzneimittelgruppe auf dem deutschen Markt zugelassen:

Die verschiedenen Wirkstoffe widmen sich im Prinzip den gleichen therapeutischen Einsatzgebieten, wie der Behandlung und Prävention von Ulzera des Magens und des Zwölffingerdarms, der gastroösophagealen Refluxkrankheit sowie dem seltenen Zollinger-Ellison-Syndrom. Zur kurzzeitigen Behandlung von Sodbrennen sind zudem seit 2009 Omeprazol und Pantoprazol in kleinen Packungen auch rezeptfrei erhältlich. Seit Markteinführung hat sich der Einsatz von PPI nicht nur in Deutschland rasant gesteigert, auch in anderen Ländern lässt sich eine gewaltige Verschreibungswelle dieser Wirkstoffklasse beobachten. So zählen PPI etwa in den USA zu den meistverschriebenen Arzneimitteln: Alleine im Jahr 2013 nahmen rund 15 Millionen US-Bürger PPI ein. Eine Hauptrolle für die steigende Anzahl von Verordnungen spielt dabei sicher das bisher gute Image der PPI in puncto Sicherheit und Verträglichkeit.

Kontroverse um Risiken und Nebenwirkungen

In den vergangenen Jahren lieferten verschiedene Untersuchungen jedoch Hinweise, dass das Nebenwirkungsspektrum von Protonenpumpeninhibitoren möglicherweise unterschätzt wird. Wissenschaftler diskutieren etwa, ob der Einsatz von PPI mit einem erhöhtem Risiko von Pneumonien und Clostridium difficile-Infektionen einhergeht. Beweise für einen ursächlichen Zusammenhang liegen bislang jedoch nicht vor. Im Gegensatz dazu mehren sich allerdings die Hinweise für eine Kausalität zwischen den langfristigen Einnahmen von PPI und einem erhöhten Risiko für osteoporotisch bedingte Knochenfrakturen infolge eines Kalziummangels. Andere Studien legen nah, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Dauereinnahme von Protonenpumpenhemmern und einem schwerwiegenden Magnesiummangel gibt, der teilweise ernsthafte Folgen, wie Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle, mit sich bringen kann. Auch mögliche Rebound-Effekte nach längeren Behandlungsphasen werden diskutiert.

Vom Sinn und Unsinn der PPI

Zweifelsfrei kommt Protonenpumpeninhibitoren ein großer Nutzen in der Behandlung bestimmter Erkrankungen zu. So empfiehlt die aktuelle Leitlinie zur gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) ihren Einsatz in Form einer Intervalltherapie, unter Umständen aber auch längerfristig. Auch gilt nach derzeitigem Stand eine begleitende Gabe von PPI während einer antibiotischen Eradikationstherapie bei Helicobacter pylori-Infektionen als Standard. Für Patienten, die dauerhaft traditionelle nichtsteroidale Antirheumatika (tNSAR) einnehmen und die mindestens einen weiteren Risikofaktor (z. B. Alter, Komedikation) aufweisen, überwiegt in aller Regel der Nutzen der PPI gegenüber den Risiken.

Probleme sehen Forscher jedoch angesichts der aktuellen Studienergebnisse bei der massenhaften Verschreibung von PPI ohne derartige Gründe. Die Wissenschaftler Jacob Schoenfeld und Deborah Grady der University of California, San Francisco, äußerten sich zum Einsatz der PPI so: „Eine große Anzahl von Patienten nimmt PPI ohne ersichtlichen Grund – häufig wegen mäßiger Symptome von Verdauungsstörungen oder Sodbrennen, die seitdem von selbst wieder verschwunden sind. Bei diesen Patienten sollten PPI abgesetzt werden, um zu eruieren, ob eine symptomatische Behandlung notwendig ist.“

Kein Wunder also, dass auch die Wissenschaftler aus Baltimore im Zusammenhang mit ihrer nun veröffentlichten Publikation darauf hinweisen, dass „tatsächlich bereits Rufe laut werden, den unnötigen Einsatz von PPI zu reduzieren“. Ob Ärzte und Patienten diesem Ruf nachkommen werden, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen.

Originalpublikation:

Proton Pump Inhibitor Use and the Risk of Chronic Kidney Disease [Paywall]
Benjamin Lazarus et al.; Internal Medicine, doi: 10.1001/jamainternmed.2015.7193; 2016

128 Wertungen (4.48 ø)

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45 Kommentare:

Dr. med. Wurst
Dr. med. Wurst

Ist ja mal wieder eine Bombenstimmung hier. Warum bei den diversen Entgleisungen kein Moderator einschreitet, wird sich mir nie erschließen.
Muss ja aber auch nicht.

Nr. 17, Dr. Bayerl schrieb: “Und schließlich ist auch der gastroösophageale Reflux laparoskopisch heilbar.”
Hier würde ich gern noch mal einhaken. Die Antireflux-Chirurgie hat zwar in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Dass aber ein gastroösophagealer Reflux (immer) laparoskopisch geheilt wird, davon sind wir weit entfernt. Ein nicht unerheblicher Teil der Behandelten braucht weitere OPen, muss trotzdem PPI einnehmen, erlitt andere/zusätzliche iatrogene Einschränkungen in der Lebensqualität oder leidet im ungünstigsten Fall unter stärkerem Reflux als vor der OP.

#45 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Sie meinen, ich sollte mit Menschen wie Ihnen gar nicht reden,
und schon gar keine sachlichen Fragen stellen.

Da könnten Sie recht haben.

Für den Rest:
paraösophageale Hernien bluten immer, was Gastroenterologen meist nicht wissen, weil sie es endoskopisch nicht direkt sehen können. Da wurden schon Wetten verloren :-)
Da ist mit PPI nichts zu machen. Passt zum Thema.

#44 |
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Prof.Dr.Dr.Reichardt
Prof.Dr.Dr.Reichardt

Aber aber Her Dr. Bayerl… das ist doch unterste Schublade und unter ihrer Würde!!

#43 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Prof.Dr.Dr.Reichardt Ihr persönliches Lob oder Tadel über PERSONEN ist hier wirklich NICHT gefragt und eines angeblichen Wissenschaftlers unwürdig.
“Diese PPI Studie ist eine nichts sagende Auslegung ohne einen wirklichen Nutzen.”
Diesen Satz sollten Sie BEGRÜNDEN statt zu beleidigen.

Behandeln Sie eine paraösophageale Hernie auch mit PPI?

#42 |
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Prof.Dr.Dr.Reichardt
Prof.Dr.Dr.Reichardt

# 40 Ärztin
Sie sind eine Lady, eine Ärztin mit scharfem Sachverstand und Niveau und haben mit einem der von dieser Materie wahrscheinlich nichts versteht noch so viel Geduld. Ich verneig mich vor ihnen.

#41 |
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Ärztin
Ärztin

@ Gast: Ich brauche nichts zu erklären, ich selbst habe alle MEINE eigenen Aussagen ausreichend begründet und das mehrfach. Seine Aussagen hat Herr Dr. Kruse wie auch viele andere Kommentatoren bereits selbst begründet.
Im Artikel selbst steht: Die Autoren der neuen Studie kommentieren ihre Ergebnisse wie folgt: „Wir merken an, dass es sich bei unserer Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine Evidenz für eine Kausalität liefert. ”

Alle Anwesenden und die Autorin und die Autoren der Originalpublikation sind sich einig bezüglich der Konsequenz: Die Daueranwendung von PPIs sollte zum Wohle der Patienten eingeschränkt werden und nurmehr bei eindeutiger Indikation erfolgen (wie es eigentlich bei allen Medikamenten der Fall sein sollte…).

Wenn sich also alle einig sind und niemand irgendwen beleidigt hat bleibt nur noch eine Frage offen: warum sind Sie unbedingt auf Streit aus?

In einem Punkt muss ich Ihnen abschließend uneingeschränkt zustimmen: “jeder blamiert sich so gut er kann” q.e.d.

#40 |
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Gast
Gast

Sie können also nicht.
Sich selbst Daumen zu geben ist kindisch.

#39 |
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Gast. Cefarzt -Gastroenerologe*
Gast. Cefarzt -Gastroenerologe*

# 37 ….GASR offenbar ohne Gesicht und Aesch in der Hose .
Sie können diese Ärztin und Prof. Reichardt nicht beleidigen, weil ihnen der Fach und Sachverstand fehlt und fehlen wird. Diese Ärztin hat Fach und Sachverstand und einen gesunden Menschenverstand.

#38 |
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Gast
Gast

Ich erinnere noch einmal an den Grund meiner Kritik an den Prof.Dr.Dr. und seine Unterstützer, wörtlich sagte er in #20:
“Diese PPI Studie ist eine nichts sagende Auslegung ohne einen wirklichen Nutzen.”
Das ist FALSCH!

#37 |
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Gast
Gast

anonyme @Ärztin, jeder blamiert sich so gut er kann. Schon lange klar, dass Sie NICHT sagen können, WARUM sie hier einen Gast permanent beleidigen.
Sachliche Diskussion geht nicht um Personen!!!
Es ist sachlich bisher NICHT (oder falsch) begründet worden, was am Studiendesign total falsch sein soll, wenn die Ergebnisse gleichzeitig richtig sein sollen.
Ich denke eher, dass Kritik am “Studiendesign” eher den Verdacht an Pharmafreundlichkeit erwecken muss. Dass habe ich mit Logik gemeint, die man in einer Diskussion verlangen kann.
Also statt Blabla, bitte erklären, was denn da so falsch daran ist am “Studiendesign”, oder Schweigen, wenn das nicht möglich ist.

#36 |
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Ärztin
Ärztin

@ Gast (roenterologe):
Welche Kritik meinen Sie denn? Und welche Beleidigung? Zeigen Sie mir doch bitte einmal wo ich jemanden angegriffen habe.

Ich habe weder Frau Pascale Huber kritisiert, noch den sachgerechten Einsatz der PPIs bei vorliegender Indikation, noch die Autoren der Originalpublikation, noch jemanden der Kommentatoren …

das einzige wogegen ich mich ausdrücklich ausgesprochen habe ist die unreflektierte Daueranwendung von PPIs sofern diesbezüglich keine passende Indikation vorliegt, was heute leider noch zu häufig stattfindet.

Nochmal in ganz einfachen Worten: Das bedeutet nicht, dass ich GEGEN oder FÜR die Anwendung von PPIs bin, sondern dass ich dafür bin sie NUR den Patienten dauerhaft zu geben die sie auch wirklich brauchen! (> und das entspricht auch genau der Aussage des Artikels)
Und ich habe ihrem Einwand (Beitrag Nummer 21) widersprochen, dass jemand der das Design einer Studie kritisch beäugt (in diesem Fall Dr. Kruse und Prof. Reichardt) trotzdem der grundlegenden Aussage (keine Dauertherapie wo nicht indiziert) zustimmen kann.

Der einzige Vorwurf der Unsachlichkeit den man mir machen kann ist die Tatsache, dass ich in meinem letzten Beitrag angedeutet habe Gast Nr: 25, 26 und 28 hätte entweder die Beiträge nicht aufmerksam gelesen oder sie nicht verstanden oder ist ein Troll der absichtlich Unfrieden stiftet (siehe dessen beleidigende Äusserungen in meine Richtung und die von Herrn Prof. Reichardt, so wie das z.T. völlig abwegige Misinterpretieren eigentlich eindeutiger Aussagen).
Und bisher haben Sie sich nicht bemüht diese Andeutung zu widerlegen…

Dass ausgerechnet jemand der anderen sagt sie sollen doch keine “gequirlte K…” reden anderen vorwirft sie seien unsachlich, könnten nicht diskutieren und würden andere beleidigen ist einfach lächerlich.

#35 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Gerhard Wilhelm, der Gast (Gastroenterologe) hat es nun mehrfach völlig richtig gesagt, dass man keinesfalls alle oder auch nur die größte Mehrheit aller PPI-Indikationen durch Diät oder ähnliches ersetzen kann.
Sie wissen offenbar nicht, was die Ursache einer ausgeprägte Refluxösophagitis oder eines Magenulkus ist.
Richtigerweise hat er auch erwähnt, dass man vieles davon, insbesondere eine DAUERTHERAPIE durch eine endoskopische Operation ersetzen kann.
Danach benötigt man KEIN PPI mehr mit all ihren Nachteilen.

#34 |
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Gast (Gastroenterologe)
Gast (Gastroenterologe)

@Ärztin offenbar können Sie gar nicht sachlich diskutieren, es geht NICHT um meine Person, die Sie permanent beleidigen.
Sie haben immer noch nicht verraten, was genau falsch sein soll an der PPI-Kritik, wenn alles richtig ist.
Und ich bin schon gespannt, wie sie jetzt um eine sachliche Erklärung der Kritik herumdrücken werden.

#33 |
  33
Ärztin
Ärztin

Lieber Gast

Und wieder einmal kann ich Ihnen nur anraten gründlicher zu lesen: Der Artikel von Pascale Huber wurde zu keinem Zeitpunkt kritisiert, ganz im Gegenteil: Die hohe Bewertung und die folgende angeregte Diskussion mit offenbar hoher Teilnehmerzahl ist eher ein Kompliment für jeden Autor, denn das bedeutet, er hat einen Nerv getroffen.
Die Diskussion bezog sich lediglich auf die Inhalte der Originalpublikation (nicht des Artikels) und die gegenwärtige Anwendung von PPIs.

Aber ich fürchte wenn sie nicht einmal das begreifen bzw. sich nicht einmal die Mühe machen zu lesen erübrigt sich ohnehin jede weitere Diskussion.

Das hier dürfte eine geeignetere Lektüre für Sie sein, falls Sie des Lesens überhaupt mächtig sind…
http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2012/06/25/das-kleine-trollhandbuch-2/

#32 |
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Diätassistent

Selbst seit Schulzeiten Sodbrenngepeinigt. #20 Prof. Dr. Dr. Reichardt bringt es auf den Punkt.

Ich habe zuerst mal die wichtigste Mahlzeit des Tages dauerhaft weggelassen und auch gleichzeitig meine Küche entsorgt.
Meistens esse ich erst am frühen Abend (Tagsüber etwas Obst) dann hauptsächlich Obst, Salate Vollkornbrot gedünstetes Gemüse (Dampfgarer habe ich gekauft).

Auch wenn das alles gegen gewisse Regeln verstößt vermisse ich tagsüber nichts und habe auch kein Heißhungergefühl, es ging mit noch nie so gut!

#31 |
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Gast
Gast

ad hominem sollte gelöscht werden,
noch einmal,
ein sehr guter und nützlicher Artikel von
Pascale Huber!

#30 |
  31
Gast *
Gast *

#28 Sie sind der Reflux- selbst !

#29 |
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Gast
Gast

liebe Ärztin oder Prof. Dr.Dr.Dr.,
es war also doch ein sehr guter und nützlicher Artikel von
Pascale Huber,
ihre Kritik daran wird immer peinlicher,
egal wieviel Daumen Sie bemühen :-).
Man sollte allerdings auch die Alternativen zur Dauertherapie nicht vergessen.
Die Reflexkrankheit z.B. ist schließlich eine Volkskrankheit.

#28 |
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Ärztin
Ärztin

@ Gast: Haben Sie sich überhaupt die Zeit genommen gründlich zu lesen was da geschrieben wurde??

– natürlich gibt es Indikationen für eine Dauertherapie: dann wenn die zu erwartenden Nebenwirkungen eindeutig im Verhältnis den Patienten weniger beeinträchtigen als die zu behandelnde Grunderkrankung, da haben Sie recht. Ich jedoch sprach von GRUNDLOSER unbegrenzter Dauertherapie, denn für die Mehrheit der Patienten gibt es eben KEINE vernünftige Indikation (z.B. wenn nach Ende einer NSAR-Einnahme oder nach dem Ausheilen einer Gastritis VERGESSEN wurde es abzusetzen).

– Wenn jemand aufgrund von Mängeln am Studiendesign, der Durchführung oder der Auswertung Zweifel an den erhobenen Daten und der folgenden Aussage (der gesichterte Beweis eines signifikant erhöhten Risikos einer Nierenschädigung bei Dauertherapie) äussert heisst das noch lange nicht dass er deshalb automatisch davon ausgeht dass die zugrundeliegende These (eine mögliche Folge der Dauertherapie kann eine Nierenschädigung sein) falsch ist.

– wie Herr Dr. Lentrodt schon sagte ist das vorliegende Problem der eben sehr häufig übermäßige, unbegrenzte und sinnlose Einsatz der PPIs > da liegt der Hund begraben. PPIs sind kein böses Teufelszeug, sie sind oftmals ein Segen und viele Ärzte und Patienten machen gute Erfahrungen damit, aber wir machen Teufelszeug daraus wenn wir sie unkritisch einsetzen.

Medizin ist nunmal nicht Schwarz oder Weiss: Das richtige Medikament nur in der Richtigen Dosis nur für den richtigen Patienten nur über die richtige Anwendungszeit….

#27 |
  5
Gast
Gast

@Ärztin auch eine Dauertherapie ist nicht automatisch nutzlos, nur weil sie Nebenwirkungen hat!
Da hapert es schlicht beim Prof.Dr.Dr. am logischen Denkvermögen (ein Psychologe?).
Es gibt gerade auch im Alter die Hiatushernie mit KRANKHAFTEM Reflux und z.B. Anämie,
es gibt das Duodenal-Ulkus mit Perforationsgefahr.
Hier muss man schlicht Nutzen und Risiko abwägen und auch hier evtl. eine operative Alternative überlegen. Siehe #16
Ein bisschen “Lebensweise ändern” nützt da gar nichts!

#26 |
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Gast
Gast

@Prof. Dr. Dr., ad hominem ist nur wirklich das aller schlechteste Argument!
Na klar geht es um “diese Studie”,
um die gut dokumentierten Nebenwirkungen der PPI,
reden Sie doch keine gequirlte K…

#25 |
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Prof. Dr. Dr. Reichardt Gerontologe
Prof. Dr. Dr. Reichardt Gerontologe

# 21 Gast in der Anonymität
Ich denke Sie verstehen von Studien mangels ihrer nicht medizinischen Ausbildung wenig oder gar nichts.
# 22 Ärztin hat es erkannt, es geht uns nicht so sehr um diese Studie, sondern generell um den Einsatz von Medikamenten im Dauereinsatz!! Dauereinsatz heißt immer engmaschige Kontrollen und ständige Begleitung sowie Abwägung Nutzen Risiken.

#24 |
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Dr. med. Christian Lentrodt
Dr. med. Christian Lentrodt

Kaum ein Patient wird aus der stationären Behandlung ohne PPI-Medikation ent- lassen und das ohne wirklich ausreichende Diagnosebegründung! Was passiert denn nun mit dem ganzen Dreck und Mist, den wir täglich mit der Nahrung herunterschlucken? Die Säurebarriere ist weg und der Weg weiter nach unten ist offen!
Da kann man nur sagen: Prost Mahlzeit!

#23 |
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Ärztin
Ärztin

Nur weil Herr Prof. Reichardt den “Beweis” dass etwas schädlich ist in seiner Aussagekraft bzw. die Methode wie er erbracht wurde anzweifelt, muss das nicht bedeuten dass automatisch ein unkritischer Einsatz empfohlen wird. Denn für den Nutzen einer grundlosen unbegrenzten Dauertherapie gibt es auch keinen Beweis. Wo kein eindeutiger Nutzen, da keine Indikation. Primum nihil nocere …

#22 |
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Gast
Gast

Herr Prof. Reichardt, warum kritisieren Sie die Studie und empfehlen gleichzeitig das gleiche wie die Studie:
keine Dauertherapie????

#21 |
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Prof. Dr. Dr. Reichardt Gerontologe
Prof. Dr. Dr. Reichardt Gerontologe

# Pravo Dr. Kruse, ein Mediziner der von Studien etwas versteht! Diese PPI Studie ist eine nichts sagende Auslegung ohne einen wirklichen Nutzen. Wir setzen seit Jahre PPI ein und können nur über beste Ergebnisse berichten, aber man sollte wie mit allen Medikamenten sorgfältig damit umgehen. Eine Dauermedikation nur in sehr seltenen Fällen.
1. Essgewohnheiten überprüfen und ändern.
2. Trinkgewohnheiten ändern
3. Lebensweise ändern und Stressabbau, und vieles mehr……

#20 |
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Dr. Gerd Kruse
Dr. Gerd Kruse

Leider mangelt es den aufgeführten Studien an wissenschaftlicher Aussagekkraft, denn es dürfte sicher sein, daß der Gesundheitszustand der verglichenen Gruppen (PPI-Einnehmer vs. Nicht-PPI-Einnehmer) sich deutlich unterscheiden und damit ist jede statistische Aussage bzw. Folgerung Unsinn. Wenn die Grundgesamtheiten nicht übereinstimmen, können sie keine gesicherte Aussage machen. Das ist eine statistische absolute Voraussetzung. Leider ist das vielen Medizineren nicht bewusst, mir als Mathematiker und Zahnmediziner schon.

#19 |
  7
Ärztin
Ärztin

Eine berechtigte Teildiskussion ist die Frage ob in Kliniken zu viele PPIs verabreicht werden. Nicht unbedingt, problematisch ist nur dass sie oft “versehentlich” als Dauermedikation übernommen werden. Meiner Erfahrung nach wird bei PPI-Verordnung im Entlassbrief häufig vergessen die empfohlene Einnahmedauer zu vermerken. Allerdings wird es leider auch mit Vermerk häufig vergessen abzusetzen, sowohl von Hausärzten als auch von nachbehandelnden Klinikärzten.
Hier ist ein weiteres Problem, dass viele Patienten nicht darauf verzichten wollen und regelrecht fixiert auf ihre PPI sind (warum auch immer), selbst Patienten die mich explizit darum bitten ihre umfangreiche Medikationliste abzuspecken protestieren häufig wenn ich den PPI absetzen will… nur weil sie vor 10 Jahren mal eine nachgewiesene Gastritis hatten.

#18 |
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Heike Lensch
Heike Lensch

PPI bekommt man als “Magenschutztabletten” verkauft.
Schutz kann ja nicht verkehrt sein, denken sich die meisten und werfen unreflektiert ein.
….mich wundern die Ergebnisse nicht.

#17 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hallo Herr Kollege Weiß,
BI mit Erhaltung der Duodenalpassage (Gütermann-Schule) war immer besser als BII. Die Resektion wegen gutartigem Ulkus wurde noch vor dem Säureblocker Einsatz verlassen zugunsten der SPV (selektiv proximale Vagotomie), die man (wenige) auch perfekt laparoskopisch machen kann.
Sie hat den großen Vorteil, dass die gastrische Sekretionsphase erhalten bleibt.
Und schließlich ist auch der gastroösophageale Reflux laparoskopisch heilbar.
Durch die uniforme Medikamententherapie ist auch viel frühere Kenntnis über die physiologische und pathologische Magenfunktion verloren gegangen.

#16 |
  9
Dr.Walter Weiß
Dr.Walter Weiß

Mich wundern die Ergebnisse nicht. Niemals wird in der Natur ein riesiger physiologisch-chemischer Aufwand ( Herstellung eines extrem sauren Milieus-pH 1) betrieben ohne Sinn und zweck. Und dann kommt der Mensch und legt diese Säurebarriere lahm und das ohne Folgen. Das gibt es nicht.
Dank PPI sind Magen-Ulcera selten geworden. Wer wird heute noch nach Billroth II operiert?
Aber muß bei NSAR sofort PPI verordnet werden. Ein Kreislauf: Anfangs waren es wenige teure PPI, dann wurden die Produktiobskapazitäten größer, neue Anbieter kamen dazu und dann noch Ende Patentschutzes. Vermehrte Anwendung= Verschreibung ist wirtschaftlich gesehen die Lösung.

#15 |
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Dr. med. Roman Günthner
Dr. med. Roman Günthner

“Die Autoren der neuen Studie kommentieren ihre Ergebnisse wie folgt: „Wir merken an, dass es sich bei unserer Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine Evidenz für eine Kausalität liefert”
Das ist der springende Punkt. PPI Anwender sind insgesamt einfach kränkere Patienten, da ist es nicht verwunderlich dass sie mehr chronisches Nierenversagen haben.
Beobachtungsdaten sagen eben absolut nichts über Kausalität aus.
Außerdem ist es wie immer: wenn neue Medikamente wird mit großer Euphorie in den Medien berichtet.
Sind Medikamente erst 20 Jahre auf dem Markt und wir kennen Wirkung und Nebenwirkung sehr gut, komme nur noch Berichte über Nebenwirkungen
(Vgl. CSE Hemmer). Etwas anderes verkauft sich in den Medien dann halt nicht mehr gut

#14 |
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So lange man bei …
Schlussfolgerungen und Relevanz – Protonenpumpen-Hemmer-Anwendung ist mit einem höheren Risiko inzidenter chronischer Nierenerkrankungen (CKD) assoziiert. Künftige Forschung sollte evaluieren, ob begrenzte Anwendung von PPI die Inzidenz von CDK reduziert [“Conclusions and Relevance – Proton pump inhibitor (PPI) use is associated with a higher risk of incident CKD. Future research should evaluate whether limiting PPI use reduces the incidence of CKD”] diese Assoziationskette einfach umdrehen kann, tendiert der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt gegen null.
Denn genauso gut könnte man umgekehrt behaupten: “Chronische Nierenerkrankungen (CKD) sind mit einem höheren Risiko inzidenter gastrooesophagealer Refluxkrankheiten und der Anwendung von Protonenpumpenhemmern assoziiert” [“CKD is associated with a higher risk of incident GERD and proton pump inhibitor (PPI) use”].
Das Henne-Ei-Problem, was kam eigentlich zuerst, was ist Folge, was ist Ursache, bleibt auch nach dieser Publikation ungeklärt.

#13 |
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Dr. med. Martin Krüger
Dr. med. Martin Krüger

…..bei fast jeder NSAR Therapie wird prophylaktisch ein PPI dazugegeben, häufig Pantoprazol 40mg. Die Frage ist ob dies jeder Patient auch wirklich “prophylaktisch” dazu benötigt?
Kaum ein Patient verlässt das Hospital ohne PPI…….

#12 |
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Dr. med. Sabine Geier-Nelles
Dr. med. Sabine Geier-Nelles

Meine Patienten haben nach einem stationären Aufenthalt in 99% der Fälle
einen PPI in ihrer Entlassungsmedikation. Da sollte man wohl auch mal bei
den Kliniken nachhaken.

#11 |
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Sieht man sehr häufig, PPI in der Dauermedikation ohne ersichtliche Indikation.
Bzw mit zeitweilig gegebener Indikation, ohne dass die Medikamente dann wieder abgesetzt worden wären.
Wie oft habe ich in Arztbriefen geschrieben “für eine Dauermedikation mit PPI besteht aus momentaner Sicht keine Indikation”…

#10 |
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Student der Humanmedizin

#9 |
  1

Ist jetzt nicht wirklich überraschend. Eine interstitielle Nephritis auf PPI sieht man als Nephrologe häufiger. NSAR dazu und schon sind es zwei potentiell nephrotoxische Medikamente. Wie häufig werden Retentionsparameter und Urin in diesem Zusammenhang untersucht? ….

#8 |
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Oliver Waibel
Oliver Waibel

So ist es.
Der einsatz von PPI ist keine ursächliche Therapie und der Rezeptfreie verkauf gehört verboten.
Der Unsinn dieses Mittels ist schon lange bekannt.Studie 2009 Kopenhagen.

#7 |
  4

tNSAR dürfen überhaupt nicht dauerhaft eingenommen werden, egal ob mit oder ohne PPI.

#6 |
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Tinchen
Tinchen

Hoffentlich werden mal alle wachgerüttelt!
Damit Patient zufrieden ist…NSAR und obendrauf noch PPI . . .
auf Wiedersehn Patient,bis nächstes Mal . . .
Wer schaut denn jemals nach den Ursachen?
..oder empfiehlt eventuell Mikronährstoffe ?

#5 |
  4
Gast
Gast

Wenn NSAR als Confounder nicht ausgeschlossen wurden sind die Studien schlecht. Nicht selten sind die die einzige Indikation für PPI-Gaben.

#4 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Na klar wird das zu häufig verschrieben.
Der liebe Gott hat uns nicht um sonst die Säureproduktion für den Magen geschenkt.
Impotenz fehlt noch bei den Nebenwirkungen.

#3 |
  6

Wer ist der Auftragsgeber dieser Studien?
Etwa die Krankenkassen?!
“Nachtigall ick hör’ dir trapsen”

#2 |
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Magnus Ott
Magnus Ott

Was ist mit der (häufigen) Comedikation mit NSARb?

#1 |
  3


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