Dendritische Zellen: Aggregation stärkt Wanderlust

29. Januar 2016
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Ein neuartiger Mechanismus erlaubt es Immunzellen, effizient zu wandern und dadurch Krankheitserreger zu bekämpfen. Dies könnte für die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien wichtig sein – auch im Bereich der Krebstherapie und Autoimmunerkrankungen.

Zellen unseres Immunsystems wandern ständig in unserem Körper, um Krankheitserreger wie Bakterien und Viren aufzuspüren und zu bekämpfen. Dendritischen Zelle agieren als Wächter des Immunsystems und durchforsten das Gewebe nach Krankheitserregern. Sobald dendritische Zellen einen Krankheitserreger entdeckt haben, werden sie mobil und produzieren einen Rezeptor, mit dem sie einen Botenstoff erkennen können. Dieser Botenstoff weist den dendritischen Zellen den Weg durch das Gewebe zu den Lymphgefäßen und schließlich in die nächstgelegene Lymphdrüse. Dort angekommen setzen die dendritischen Zellen eine maßgeschneiderte Immunabwehr gegen den Krankheitserreger in Gang.

Neue Impulse für die Krebstherapie?

Gemeinsam mit seinen Kollegen hat Prof. Dr. Daniel Legler, Leiter des Biotechnologie Instituts Thurgau, entdeckt, dass sich mehrere Rezeptoren für die Botenstoffe auf dendritischen Zellen zusammenlagern, sobald diese mit entzündlichen Faktoren in Kontakt kommen. Die Forscher konnten zeigen, dass dieselben Faktoren die Cholesterin-Synthese in dendritischen Zellen drosseln und dadurch eine Oligomerisierung der Rezeptoren an der Zelloberfläche ermöglichen. „Die Zusammenlagerung des Rezeptors führt dazu, dass dendritische Zellen viel besser wandern können. Dies ist dadurch bedingt, dass zusammengelagerte Rezeptoren neuartige Signalwege aktivieren können“, erläutert Legler.

Diese Einblicke in die Zellwanderung könnten für die Entwicklung von neuen Medikamenten und Therapiemöglichkeiten wichtig sein. Beispielsweise setzen bestimmte Klassen von Bakterien einen Giftstoff frei, welcher einen Signalweg des Rezeptors blockiert, um sich vor den wandernden Immunzellen zu verstecken und zu schützen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die neu entdeckten Signalwege es den Immunzellen ermöglichen, auch in Gegenwart des bakteriellen Giftstoffes gezielt zu wandern. Da der Rezeptor auch für die Metastasierung von Krebszellen und bei Autoimmunerkrankungen eine entscheidende Rolle spielt, erhofft sich das Forscherteam von den Ergebnissen neue Impulse für die Krebstherapie.

Originalpublikation:

Inflammation-induced CCR7 oligomers form scaffolds to integrate distinct signaling pathways for efficient cell migration
Mark A. Hauser et al.; Immunity, doi: 10.1016/j.immuni.2015.12.010; 2016

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1 Kommentar:

Selbstst. Apothekerin

Sehr interessant! Sind diese Vorgänge vielleicht für Spontanheilungen zuständig?

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