Alzheimer: Neue Erkenntnisse zur Entstehung

27. Mai 2013
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Forscher haben im Modell gezeigt, wie bei der Alzheimer-Krankheit und verwandten Demenzformen bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn entstehen und sich danach ausbreiten. Sie sind dabei auf interessante Parallelen zu Prionenerkrankungen gestoßen.

Die Alzheimerkrankheit ist die häufigste Demenzform, von der in der Schweiz derzeit rund 110.000 Patienten betroffen sind. In ihrem Gehirngewebe finden sich zwei Hauptveränderungen: einerseits Plaqueablagerungen ausserhalb der Nervenzellen und anderseits Neurofibrillenveränderungen innerhalb der Nervenzellen, die aus abnorm gefaltetem Tau-Eiweiss bestehen.
Neben der Alzheimerkrankheit gibt es noch eine Vielzahl von weiteren neurologischen Erkrankungen, bei denen sich abnorm gefaltetes Tau-Eiweiss im Gehirn ablagert, jedoch in unterschiedlicher Form und je nach Erkrankung auch in verschiedenen Zelltypen. Diese Erkrankungen werden als „Tauopathien“ bezeichnet. Unklar blieb bislang, weshalb und wie es zu diesen unterschiedlichen Tau-Ablagerungen kommt, nicht zuletzt deshalb, weil bislang der Forschung ein geeignetes Modell fehlte.

Tau-Ablagerungen in Maushirnen

Der Forschungsgruppe um Prof. Markus Tolnay vom Institut für Pathologie des Universitätsspitals und der Universität Basel ist es nun in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gelungen, erste Antworten darauf zu geben, und zwar anhand eines transgenen Mausmodells. Dafür spritzten sie Hirnextrakte von an verschiedenen Tauopathien verstorbenen Patienten, darunter auch Alzheimerpatienten, in das Gehirn von jungen Empfängermäusen. Bei diesen entwickelten sich am Injektionsort bereits nach einem halben Jahr erste Tau-Veränderungen, die sich danach weiter im Gehirn ausbreiteten. Die Erkenntnis war, dass die pathologischen Hirnveränderungen in den Maushirnen denjenigen der eingespritzten menschlichen Erkrankungen sehr ähnlich waren und gar dieselben Zelltypen von den Tau-Ablagerungen befallen waren. Ferner konnten die in den Mäusen hervorgerufenen verschiedenen „Tauopathien“ auf weitere Empfängermäuse übertragen werden.

Alzheimerfibrillen in einem Maushirn nach der Injektion mit Hirngewebe eines Alzheimerpatienten. Foto: Universität Basel/Markus Tolnay

Alzheimerfibrillen in einem Maushirn nach der Injektion mit Hirngewebe eines Alzheimerpatienten.
Quelle: Universität Basel / Markus Tolnay

Parallelen zu Prionenerkrankungen

Die Resultate der Forscher legen die Vermutung nahe, dass die Alzheimerdemenz und mit ihr verwandte Tauopathien übertragbar sein könnten, da sie bezüglich der Krankheitsentstehung und Ausbreitung Parallelen zu Prionenerkrankungen wie der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder dem „Rinderwahnsinn“ aufweisen. Doch laut ihren Erkenntnissen ist eine infektiöse Übertragung der Alzheimerkrankheit wohl sehr unwahrscheinlich: Die Übertragung der verschiedenen Tau-Ablagerungen von einer Spendermaus auf eine Empfängermaus in einem künstlich erzeugten experimentellen Umfeld lässt einen direkten Vergleich zu Prionenerkrankungen derzeit nicht zu.

Weitere Forschungen

Trotzdem legen die Resultate nahe, dass in der ursächlichen Krankheitsentstehung – besonders bei der Auslösung der abnormen Eiweissfaltung – mehr Ähnlichkeiten zwischen den Erkrankungen mit Tau-Ablagerungen und den Prionenerkrankungen bestehen als bisher angenommen. Das von den Forschern entwickelte Modell eignet sich, diese Ähnlichkeiten nun weiter zu erforschen.

Originalpublikation:

Brain homogenates from human tauopathies induce tau inclusions in mouse brain.
F. Clavaguera et al.; PNAS, doi: 10.1073/pnas.1301175110, 2013

56 Wertungen (3.95 ø)

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6 Kommentare:

Horst Rieth
Horst Rieth

rinderwahnsinn ?
kann mir jemand erklären was die kommentare mit dem inhalt oben zu tun haben ?
die unten geschilderte gift- und umweltproblematik teile und unterstütze ich, der zusammenhang bis auf einige substantive entzieht sich jedoch meiner kenntnis.

#6 |
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Dr. med. Albrecht Pitzken
Dr. med. Albrecht Pitzken

wird es nun gefährlich Alzheimer Patienten zu pflegen, zu küssen, Verkehr mit ihnen zu haben???

#5 |
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Drs. Jürgen Theyssen
Drs. Jürgen Theyssen

schon seit Jahren durch Dr. Dietrich Klinghardt und Dr. Joachim Mutter an die Öffentlichkeit gebracht (vieles bei YOUTUBE zu finden)

#4 |
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Dipl. Biol. Thorsten Walter
Dipl. Biol. Thorsten Walter

Inzwischen zeigt sich auch, dass die in Plastik enthaltenen Stoffe wie Bisphenol A und Phthalate hirnschädigende Eigenschaften besitzen:
http://www.welt.de/gesundheit/article116564932/Bisphenol-A-beeinflusst-Hirnentwicklung-von-Foeten.html

#3 |
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@thorsten walter Das halte ich auch für einen sehr wichtigen Ansatz. Wir konnten zeigen dass sich Quecksilber und Silber in Gehirnen ansammelt in Korrelation zu den Amalgamfüllungen im Mund. Die Untersuchungen wurden an “Gesunden” am Institut für Rechtsmedizin in München durchgeführt.

#2 |
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Dipl. Biol. Thorsten Walter
Dipl. Biol. Thorsten Walter

Viele Schwermetalle, die sich heute in unserer Umwelt befinden, sind lipophil. Da unser Gehirn durch sein Myelin viele Lipiddoublelayer enthält, sind Ablagerungen von Schwermetallen im Hirn ebenfalls wahrscheinlich – insbesondere nach Gewichtsreduktionen, bei denen die Gifte aus den Fettdepots mobilisiert werden und anschließend im Blut zirkulieren, wenn sie nicht unter Umgehung des enterohepathischen Kreislaufs ausgeschieden werden.
Haben die genannten Forscher schonmal die Schwermetallbelastung des Hirns analysiert?

#1 |
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