Namensstreit: Merck basht Merck

29. Januar 2016
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Einmal mehr zieht der US-Konzern Merck & Co., bei Apothekern auch als MSD bekannt, gegen seinen Darmstädter Konkurrenten Merck KGaA vor Gericht. Beide streiten um das Recht, ihren Namen zu verwenden.

Zwei Rivalen mit gemeinsamen Wurzeln: Sowohl die Merck KGaA (in Nordamerika beziehungsweise Kanada EMD) als auch Merck & Co. (MSD Sharp & Dohme) gehen auf den Apotheker Friedrich Jacob Merck (1621 bis 1678) zurück. Seine 1668 in Darmstadt gegründete Engel-Apotheke gilt als Keimzelle beider pharmazeutischer Unternehmen. Bereits während des ersten Weltkriegs wurde der amerikanische Tochterkonzern enteignet und zu einer von der Muttergesellschaft unabhängigen Firma gemacht. Merck & Co. firmiert nur auf dem nordamerikanischen Markt mit diesem Markennamen – und sieht sich vom deutschen Pendant in seinen Rechten verletzt.

Zwei Konzerne – ein Name

Der langjährige Streit geht jetzt in eine neue Runde: Merck & Co. hat seinen deutschen Konkurrenten „wegen missbräuchlicher Namensnutzung“ verklagt, teilte das Unternehmen mit. Im 88-seitigen Schriftsatz heißt es dazu, der deutsche Wettbewerber verwende seinen Namen in unzulässiger Weise bei Außenauftritten von Online-Auftritten bis hin zu Messeständen. Merck & Co zufolge existiere ein Abkommen, das es den Darmstädtern verbiete, auf US-Märkten aufzutreten, ohne sich klar abzugrenzen. Daran halte sich die Merck KGaA jedoch nicht, lautet ein Vorwurf. Mit seiner Klage spekuliert der amerikanische Pharmakonzern vor allem auf Schadensersatz. Jetzt stellen sich alle Beteiligten auf langwierige Verfahren ein. Zuletzt hatte das US-Unternehmen einen ähnlichen Prozess in Großbritannien verloren.

Außenauftritt mit Wiedererkennungswert

Kurz zuvor versuchte man in Darmstadt, mit flankierenden Maßnahmen mögliche Verwechslungen zu vermeiden. Seit Herbst 2015 tritt die Merck KGaA mit einem bunten „M“ als Logo auf. „Unsere runderneuerte Marke soll diese neue Ausrichtung gegenüber unseren Kunden, Partnern und Bewerbern dokumentieren. Wir wollen einheitlich und weithin sichtbar als Merck zu erkennen sein und so unseren bewährten Markennamen stärken“, kommentiert Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO. Auch für Märkte in den USA und in Kanada, hier treten die Darmstädter als EMD auf, will man die Zugehörigkeit zum deutschen Konzern zeigen.

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