COPD: Rauchen beeinträchtigt Protein-Schredder

14. Januar 2016
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Zigarettenrauch vermindert die Aktivität des Immunoproteasoms. Zudem weisen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verringerte Immunoproteasom-Level auf. Dies könnte dazu beitragen, dass COPD-Patienten anfälliger gegenüber Atemwegsinfekten sind.

Das Immunoproteasom dient dem Abbau von zellfremden Eiweißmolekülen, wie sie etwa bei einer Virusinfektion vorliegen. Seine Funktion ist mit einem zellulären Schredder vergleichbar. Die dabei entstehenden Proteinstücke werden gezielt dem Immunsystem präsentiert, welches spezifische Abwehrmaßnahmen vorbereitet. Ein Forscherteam um PD Dr. Silke Meiners vom Helmholtz Zentrum München fand nun heraus, dass Rauchen diesen Schutzmechanismus des Immunsystems entscheidend behindert.

„Bei Experimenten mit Immunzellen konnten wir beobachten, dass Zigarettenrauch die Aktivität des Immunoproteasoms vermindert“, so Erstautorin Ilona Kammerl. „Dadurch funktioniert das Präsentieren der zerkleinerten Proteinschnipsel gegenüber dem Immunsystem schlechter und die spezifische Immunantwort wird abgeschwächt.“ Zudem wiesen Lungen von COPD-Patienten geringere Mengen an Immunoproteasomen auf.

„COPD-Patienten erleben bei einer viralen Infektion häufig eine akute Verschlechterung der Lungenfunktion, von der sie sich oft nicht vollständig erholen. Dies deutet darauf hin, dass die spezifische Immunantwort gegenüber viralen Erregern in diesen Patienten vermindert ist. Unsere Daten weisen erstmals darauf hin, dass dies mit einer durch Zigarettenrauch verminderten Immunoproteasom-Aktivität zusammenhängt“, unterstreicht Studienleiterin Meiners.

Verwendung als Biomarker denkbar

Die Wissenschaftler wollen nun prüfen, ob eine geringere Aktivität des Immunoproteasoms als Biomarker für die erhöhte Anfälligkeit gegenüber viralen Infektionen bei COPD dienen könnte. Weitere Studien sollen klären, ob die Veränderungen im Immunoproteasom auch in Blutzellen nachweisbar sind und dies mit einer erhöhten Infektanfälligkeit zusammenhängt.

Auch als therapeutische Zielstruktur könnte sich das Immunoproteasom eignen. „Eine gezielte Steigerung der Aktivität des Immunoproteasoms könnte vorteilhaft sein, um eine effizientere Immunantwort bei Virusinfekten hervorzurufen und damit einer Verschlechterung der Lungenfunktion bei COPD Patienten entgegenzuwirken“, erklärt Prof. Dr. Oliver Eickelberg, Vize-Direktor im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL).

Originalpublikation:

Impairment of immunoproteasome function by cigarette smoke and in COPD
Ilona Kammerl et al.; American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine; 2016

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1 Kommentar:

Gast
Gast

Wer Zigaretten raucht,braucht sich um Luftverschmutzung in seiner Umgebung keinerlei Gedanken machen,ausserdem tut er der Gesellschaft einen grossen Gefallen,er bekommt durchschnittlich wesentlich weniger Jahre Rente als wenn er nicht rauchen würde.Das alleine sagt eigentlich genug über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens.Mein Mann war mal Kettenraucher,viele Jahre.Damals bekam er bei jeder Grippewelle eine Lungenentzündung.Als junger und kräftiger Mann.Er raucht seit vielen Jahren nicht mehr,nachdem es ca.80 Zigaretten pro Tag waren.Es war das einzig Richtige,was er für sich tun konnte.Und das gilt wohl für jeden Raucher,auch,wenn das so manchem nicht passt!

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