HPV-Impfungen: Bayern als Schlusslicht

12. Januar 2016
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In Deutschland wird weniger als die Hälfte der Mädchen gegen humane Papillomviren geimpft. Das zeigt eine vom Versorgungsatlas veröffentlichte Untersuchung. Auffallend sind vor allem die sehr ausgeprägten regionalen Unterschiede auf Länder- und Kreisebene.

Seit Mai 2007 empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren die HPV-Impfung. Da ein bundesweites Monitoring der HPV-Impfquoten nicht existiert, haben Wissenschaftler des Robert Koch-Institutes in Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen diese Quoten aus bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für das Ende des Jahres 2013 berechnet. In der Gruppe der 12-jährigen Mädchen hatten bundesweit weniger als ein Prozent die drei erforderlichen Immunisierungen erhalten. Bei den 17-Jährigen hatten 40 Prozent die komplette Impfung erhalten. Die Quoten steigen in den Altersgruppen linear an.

Im Ländervergleich sind bei den 12-Jährigen Baden-Württemberg und Bremen die Schlusslichter – nur 0,3 Prozent der Mädchen sind dort jeweils vollständig geimpft. Am höchsten war die Quote in dieser Altersgruppe mit 2,2 Prozent in Sachsen-Anhalt. Bei den 17-Jährigen ist die Quote in Bremen mit 30 Prozent am geringsten. In Mecklenburg-Vorpommern sind hingegen 59 von 100 Mädchen gegen eine HPV-Infektion geschützt.

Bayern ist Schlusslicht auf Kreisebene

In der bayerischen kreisfreien Stadt Kaufbeuren konnten die Wissenschaftler in den Daten der 12-Jährigen kein einziges Mädchen identifizieren, bei dem die Impfung zumindest begonnen wurde. In 61 der 402 bundesweiten Kreise und kreisfreien Städte hatte keines der Kinder eine vollständige Impfung erhalten. Mehr als die Hälfte dieser Kreise liegen in Bayern. Im Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen) verzeichneten die Forscher mit 3,5 Prozent die höchste Quote vollständig geimpfter 12-jähriger Kinder.

Auch in der Gruppe der 17-Jährigen kommen die Schlusslichter aus Bayern: Im Landkreis Mühlendorf am Inn sind nur 13 von 100 Mädchen vollständig immunisiert. Demgegenüber glänzt der Kyffhäuserkreis in Thüringen mit einem Höchstwert von 70 Prozent.

Studie liefert Informationen für Empfehlungen

„Die KV-Impfsurveillance bietet zeitnahe Informationen für die Überprüfung und Optimierung gegenwärtiger Impfempfehlungen und für gezielte Interventionen“, schreiben die Wissenschaftler. So haben die Daten einer vorausgegangenen Untersuchung aus dem Jahr 2014 die Entscheidung der Ständigen Impfkommission unterstützt, das empfohlene Impfalter auf neun bis 14 Jahre zu senken. In diesem Alterssegment genügen zwei statt drei Impfstoffdosen zur vollständigen Immunisierung. Außerdem können Ärzte die Vorsorgeuntersuchungen (U11 und J1) nutzen, um die HPV-Impfung anzubieten. „Dies kann sich positiv auf die Impfquoten auswirken“, hoffen die Forscher.

Originalpublikation:

Utilization of administrative data to assess the association of an adolescent health check-up with human papillomavirus vaccine uptake in Germany
Thorsten Rieck et al.; Vaccine, doi: 10.1016/j.vaccine.2014.07.105; 2014

17 Wertungen (3.18 ø)

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6 Kommentare:

Gast
Gast

Die Bayern scheinen ja doch ein recht cleveres Völkchen zu sein!

#6 |
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Gast
Gast

Wie ist es zu verstehen, daß junge Mädchen gleich wieder nach der Impfung verstorben sind ?

#5 |
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Eva Kurzweil
Eva Kurzweil

Wie viele junge Mädchen sind doch gleich wieder nach der Impfung verstorben????
In Deutschland…… Österreich u.a. europäische Ländern……Da war doch was ??????

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M.Sc. Christoph Mauder
M.Sc. Christoph Mauder

Interessanter Artikel von Monitor/wdr zum Thema:
“Sie ist eine der teuersten Impfungen, die es je gab. Die neue HPV-Impfung, die junge Mädchen gegen Gebärmutterhalskrebs schützen soll. Den Impfstoffherstellern hat sie dank einer beispiellosen PR-Kampagne schon jetzt traumhafte Gewinne beschert – bezahlt von den Krankenkassen. Doch nach der Diskussion um die Nebenwirkungen gibt es jetzt ernsthafte Zweifel, wie wirksam die Impfung Gebärmutterhalskrebs tatsächlich verhindert. Die betroffenen Mädchen werden unterdessen weiter mit einfachen Wahrheiten überflutet – gerne mit finanzieller Unterstützung der Impfstoffhersteller.”
https://youtu.be/sYqIngwaiao

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M.Sc. Christoph Mauder
M.Sc. Christoph Mauder
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Gast
Gast

Alles richtig, aber was sind Papillomviren ( wozu Wiki, wenn es DocCheck gibt ) ?

#1 |
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