Ösophaguskarzinom: MicroRNA als Hiobsbotschaft

7. Januar 2016
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Genetische Veränderungen in der Schleimhaut der Speiseröhre erhöhen das Risiko, an einem Ösophaguskarzinom zu erkranken. Das Vorkommen von MicroRNA in der Gewebsveränderung scheint ein verlässlicher Hinweis auf einen bösartigen Verlauf der Krankheit zu sein.

Das Ösophaguskarzinom ist in der westlichen Welt die achthäufigste Tumorerkrankung. Insbesondere das Adenokarzinom verzeichnet in den vergangenen zehn Jahren den stärksten relativen Anstieg, nämlich um rund 600 Prozent bei Männern und bis zu 380 Prozent bei Frauen. Stärkster Risikofaktor für den Speiseröhrenkrebs ist der Reflux. Wenn er unbehandelt bleibt, kann er zu genetischen Veränderungen in der Schleimhaut und somit langfristig zum Ausbruch der Krankheit führen. Eine Vorstufe des Adenokarzinoms ist der Barrett-Ösophagus, der ebenfalls schon Mutationen in der Schleimhaut aufweist. In 0,5 Prozent der Fälle entsteht aus dem Barrett-Ösophagus Speiseröhrenkrebs. Um einem bösartigen Verlauf vorzubeugen, empfehlen Ärzte standardmäßig die Entfernung dieser Schleimhautveränderung.

Schaltmodule für die Tumorentstehung

Für die behandelnden Ärzten sind verlässliche Biomarker wichtig, die es ermöglichen abzuschätzen, ob sich aus der harmlosen Veränderung ein Tumor entwickeln wird. Denn nicht alle Fälle von Barrett-Ösophagus werden bösartig. „In der vorliegenden Arbeit haben wir mit Hilfe eines Gentests die Rolle von molekularbiologischen Schaltmodulen für dieses Tumorgeschehen, der sogenannten miRNA, im betroffenen Gewebe untersucht. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die miRNA-Profile von Speiseröhrenkrebs tatsächlich vom Barrett-Ösophagus unterscheiden“, erklärt Sebastian Schoppmann von der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass man aufgrund des Vorhandenseins spezieller MicroRNA (miRNA) prognostizieren kann, ob sich aus der vorliegenden Schleimhautveränderung eine bösartige Erkrankung entwickeln wird. Damit könnte man Patienten die belastende Entfernung des Barrett-Ösophagus ersparen und die Verlaufskontrollen der Erkrankung kostengünstiger gestalten.

Originalpublikation:

MicroRNA profiles of Barrett’s esophagus and esophageal adenocarcinoma: Differences in glandular non-native epithelium
Jennifer Drahos et al.; Cancer Epidemiologoy, Biomarkers & Prevention, doi: ; 2015

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2 Kommentare:

Ist denn sicher, dass der die im Zuge der Gewebsveränderung auftauschende MicroRNA Folge einer GENETISCHEN Veränderung, also einer Mutation von Ösopgahusschleimhautzellen ist? Beim Auftauchen von MicroRNA muss doch auch an epigenetische Prozesse gedacht werden, was für Prävention + Therapie entscheidende Folgen hätte.

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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

noch kostengünstiger u. erfolgreicher ist die Diagnose/ Behandlung
bereits im Vorfeld mittels Photodynamischer Diagnose :
Photosensitizer Chlorin e6 u. Blaulaser
sowie PDT :
Chlorin e6 – iV.- Gabe -u. Rotlaser Aktivierung

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