Vegetarismus: Toleranter dank Tofu?

4. Januar 2016
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Fleischesser neigen offenbar eher zu Vorurteilen und autoritären Strukturen als Vegetarier und Veganer, so eine aktuelle Studie. Andere Experten halten die Aussagekraft der neuen Erkenntnisse für begrenzt und fordern weitere Untersuchungen.

Die Zahl der Menschen, die ausschließlich pflanzliche Produkte essen, hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Dennoch sind Veganer immer noch in der Minderheit: Experten schätzen, dass mittlerweile rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland Anhänger dieser Ernährungsweise sind. Wesentlich verbreiteter hierzulande ist der Vegetarismus: Bis zu zehn Prozent der Deutschen verzichten auf Fleisch und Fisch, essen aber Eier und Milchprodukte. Die Gründe, die Menschen dazu bewegen, ihre Ernährung weitgehend oder vollständig mit pflanzlichen Produkten zu bestreiten, sind vielfältig: Manche versprechen sich einen Vorteil für ihre Gesundheit, wenn sie keine Tierprodukte mehr verzehren, andere lehnen es aus ethischen Gründen ab, Tiere für die Produktion von Lebensmitteln zu nutzen oder sie deswegen zu töten.

Fleisch – Symbol für Stärke und Lebenskraft

Auch wenn sich in den reichen Industrieländern die Ernährungsgewohnheiten verändern, so bleiben viele Menschen den bisherigen Überzeugungen treu. Für sie ist Fleisch Symbol für Stärke und Lebenskraft. Eine Mahlzeit ohne Fleisch gilt vor allem bei Männern nicht als richtige Mahlzeit. Der Verzehr von Obst, Gemüse und Getreideprodukten dagegen wird mit Weiblichkeit und Schwäche assoziiert. Doch ob und wie diese und andere Einstellungen tatsächlich mit bestimmten Ernährungsweisen zusammenhängen, ist immer noch weitgehend ungeklärt, da es bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber gab.

Ein Forscherteam der Universitäten Wuppertal und Mainz hat nun zum ersten Mal den Trend zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung unter gesellschaftlichen Aspekten untersucht. Im Rahmen einer Studie befragte es 985 Frauen und 396 Männer im Alter von 12 bis 86 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und sozialen Einstellungen. Wie die Wissenschaftlerinnen um Petra Veser und Susanne Singer in einem Artikel im Britisch Food Journal berichten, tendieren Menschen, die Fleisch und andere tierische Produkte essen, offenbar eher zu Vorurteilen gegenüber anderen sozialen Gruppen und Minderheiten als Vegetarier und Veganer. Auch scheinen Fleischesser eher autoritäre Strukturen und Hierarchien zu befürworten.

Vielfältige Auswahl der Studienteilnehmer

Die Teilnehmer der aktuellen Studie wurden auf unterschiedliche Weise gewonnen: Die Forscherinnen rekrutierten sie einerseits über das Internet und der dort vertretenden sozialen Netzwerke. Andrerseits druckte das Team um Veser Informationsblätter und verteilte diese an verschiedenen Universitäten sowie in Supermärkten, Restaurants und Cafés. Um Probanden zu gewinnen, die kein ausgeprägtes Interesse an Ernährung hatten, war die Teilnahme an der Studie mit einem Gewinnspiel auf freiwilliger Basis verbunden. Um sicher zu stellen, dass genügend Vegetarier und auch Veganer teilnehmen, wurden entsprechende Interessengruppen wie beispielsweise der Vegetarierbund Deutschland kontaktiert. Eine Anzeige in der Zeitschrift Beef sollte im Gegenzug gewährleisten, dass sich auch motivierte Fleischesser an der Untersuchung beteiligten.

In einem Fragebogen mussten alle Teilnehmer angeben, ob sie Fleischesser, Vegetarier oder Veganer waren. Außerdem sollten sie mithilfe einer Skala von 0 bis 100 einschätzen, wie viele tierische Lebensmittel sie normalerweise verzehrten. Jeweils rund ein Drittel der Teilnehmer ernährte sich omnivor, vegetarisch oder vegan. Der prozentual hohe Anteil von Vegetariern und Veganern in der Studie entspricht nicht der realen Verteilung in der Bevölkerung. Der Grund: Veser und ihr Team wollten möglichst viele Vegetarier und Veganer an der Studie beteiligen, um auch von diesen Gruppen statistisch verlässliche Aussagen zu erhalten. Nach den Beweggründen für ihre Ernährungsgewohnheiten fragten die Forscherinnen keine der drei Gruppen.

Teilnehmer füllten Fragebogen selbst aus

Im zweiten Teil der Befragung mussten die Probanden jeweils zu mehreren Aussagen aus drei Themengebieten Stellung beziehen: Mit Sätzen wie „Mich macht wütend, wenn jemand Vorurteile gegenüber Minderheiten äußert“ oder „Jeder Mensch hat Vorurteile, es kommt darauf an, sich nicht davon lenken zu lassen“ sollte überprüft werden, wie stark die Studienteilnehmer Vorurteile gegenüber Minderheiten hatten. Die Probanden hatten die Möglichkeit mithilfe einer Skala von eins bis fünf den Aussagen zuzustimmen oder diese abzulehnen.

In einem weiteren Themenfeld wurde mit Sätzen wie „Gehorsam und Achtung vor der Autorität gehört zu den wichtigsten Tugenden, die Kinder lernen sollten“ oder „Die Abkehr von Traditionen wird sich eines Tages als fataler Fehler“ erweisen, wurde die Einstellung der Probanden gegenüber autoritären Systemen überprüft. Zum Schluss erfasste der Fragebogen mit Sätzen wie „Es ist gut, dass bestimmte Gruppen über anderen Gruppen stehen“ die Haltung der Studienteilnehmer zu einer sozialen Dominanzorientierung. Die in der aktuellen Studie verwendeten Aussagen entstammen verschiedenen, bereits validierten Fragebögen, die seit einigen Jahren von Psychologen und Sozialwissenschaftlern in unterschiedlichen Gebieten eingesetzt werden.

Unterschiede bei Männern größer als bei Frauen

Bei der Auswertung der Antworten zeigte sich in allen drei abgefragten Teilgebieten das gleiche Bild: Menschen, die nicht auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichteten, wiesen im Vergleich zu Vegetariern und Veganern eine höhere Neigung zu Vorurteilen auf. Bei Männern war der Unterschied deutlicher zu sehen als bei Frauen. Zudem befürworten Fleischesser eher autoritäre Strukturen als Vegetarier und Veganer dies tun. „Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, halten offenbar nicht so stark an Althergebrachtem fest, außerdem bevorzugen sie häufiger gleichwertige Beziehungen gegenüber hierarchischen“, erklärt Veser. Dieser Unterschied war bei den Männern ebenfalls ausgeprägter als bei den Frauen.

Auch das Alter hatte einen Einfluss auf die Resultate: Die älteren Probanden neigten in allen drei Gruppen eher dazu, Vorurteile gegenüber anderen Personen zu haben als die jüngeren Probanden. Genauso bewerteten die Älteren autoritäre Strukturen und Hierarchien in der Gesellschaft positiver als die Jüngeren, aber dennoch gab es in jeder Altersgruppe den gleichen Unterschied, je nachdem, wie die Menschen sich ernährten.“ Zur Überraschung der Forscher hatte das Bildungsniveau der Probanden hingegen keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis. „Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Vegetarier und Veganer über ein höheres Bildungsniveau verfügen als Fleischesser“, so Veser.

Besteht kausaler Zusammenhang?

Die Studie der Mainzer und Wuppertaler Forscherinnen kommt zum Ergebnis, dass ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und bestimmten sozialen Einstellungen besteht. Doch Veser warnt davor, voreilige Schlüsse aus der Studie zu ziehen: „Wir haben nur festgestellt, dass eine Korrelation besteht. Ob eine spezielle Ernährungsform bestimmte sozialen Einstellungen zur Folge hat oder umgekehrt, das war nicht Gegenstand unserer Untersuchung und muss in zukünftigen Studien erforscht werden.“ Beides, so die Psychologin, sei theoretisch möglich: Einerseits könnten offenere, tolerantere Persönlichkeiten eher zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung tendieren. Andrerseits legten neue Ergebnisse aus Tierexperimenten nahe, dass vermutlich auch beim Menschen die Ernährungsweise große Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Darmflora habe, was wiederum sein Verhalten in die eine oder andere Richtung beeinflussen könnte.

Andere Experten sind skeptischer: „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen den Ernährungsgewohnheiten und den in der Studie untersuchten Einstellungen gibt“, sagt Juliane Degner, Professorin am Institut für Psychologie der Universität Hamburg. „Vermutlich werden beide Dinge von etwas Grundlegenderem verursacht.“ Ihrer Meinung nach könnten aus der politischen und ethisch-moralischen Gesinnung der jeweiligen Testperson bestimmte soziale Einstellungen und Ernährungsmuster folgen. In einer Fragenbogenstudie, so Degner, hätte man das sehr leicht miterfassen können.

Experten bemängeln das Auswahlverfahren für die Teilnehmer

Die Psychologin bemängelt auch, wie die Studienteilnehmer angeworben und die Ergebnisse erzielt wurden: „Durch die Rekrutierung über das Internet und Interessenvereinigungen, wurden eher solche Vegetarier und Veganer für die Studie gewonnen, die aktiv für ihre Überzeugungen eintreten. Da der in Studie verwendete Fragebogen ihnen die Möglichkeit bot, sich und ihre Gruppe in einem bestimmten Bild zu präsentieren, besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse verzerrt sind.“ Degner wünscht sich deshalb, dass man alternativ den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und sozialen Einstellungen nochmals mit anderen Methoden überprüft und dabei auch mögliche Drittvariablen mitberücksichtigt, die erklären könnten, wie es zu diesem Zusammenhang kommt.

Ein weiterer Kritikpunkt, so Degner, sei, dass durch den Fragebogen nur die Motivation, vorurteilsfrei zu erscheinen, gemessen wurde und nicht ob eine Testperson wirklich keine Vorurteile gegenüber anderen Gruppen hatte. Mit indirekten Messverfahren könnten sich aber auch die Personen erkennen lassen, die nur angeben, vorurteilsfrei zu sein, obwohl sie es gar nicht sind. Doch laut Rainer Banse, Professor am Institut für Psychologie der Universität Bonn, würde sich das Ergebnis vermutlich kaum ändern, egal ob die Ergebnisse nun über eine direkte oder über eine indirekte Methode gewonnen werden: „Die in der Studie gefundenen Zusammenhänge zwischen sozialen Einstellungen und Ernährungsgewohnheiten sind für unseren kulturellen Kontext plausibel.“

Ergebnisse nicht auf andere Kulturen übertragbar

Der Bonner Psychologe geht auch davon aus, dass diese Zusammenhänge von einer Drittvariablen verursacht werden: Wahrscheinlich, so Banse, seien linke und sehr egalitäre Personen, die keine Vorurteile haben wollen, eher Vegetarier und Veganer als Personen mit rechten Ansichten, denen das alles nicht so wichtig ist. Jedoch, gibt er zu bedenken, existiere kein naturgegebener Zusammenhang zwischen Konservatismus und Traditionalismus auf der einen Seite und Fleischessen auf der anderen Seite. „Das hängt von der Kultur ab, die solche Einstellungen hervorbringt“, findet Banse. „In Indien tendieren traditionelle und nationalistische Hindus eher zu einer vegetarischen oder veganen Lebensweise. Nur weil bei uns eine Ernährungsweise mit bestimmten Einstellungen korreliert, muss das woanders auf der Welt noch lange nicht so sein.“

Originalpublikation:

Diet, authoritarianism, social dominance orientation, and predisposition to prejudice: Results of a German survey
Petra Veser et al.; British Food Journal, doi: 10.1108/BFJ-12-2014-0409; 2015

474 Wertungen (4.59 ø)

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37 Kommentare:

PD Dr. Hartmut Grimm
PD Dr. Hartmut Grimm

….schon beim Lesen des Artikels war mir klar, dass jetzt viele, teilweise schrottige Kommentare folgen werden! Was wäre die Welt ohne Emotionen?!

#37 |
  1
Peter Klein
Peter Klein

Gast

…………Chapeau…… El Dottore….

#36 |
  0
El_Dottore
El_Dottore

Die Wahrheit liegt wohl irgendwie in der Mitte und der Vielfalt der Interpreten.

Im Endeffekt geht es im Kern doch wieder um eine positive und negative Attribution von bestimmten Charaktermerkmalen oder Verhaltensweisen.

Dominanzverhalten/Stärke/Wille werden in ein eher tendenziell negatives Licht gerückt und automatisch verquickt mit einem Fehlen von Kooperationsbereitschaft und Verhaltensweisen im Sinne einer sozialen Gewünschtheit (durch wen eigentlich?)

Frag maneinen von den Millionen Fussballfans (oder sämtliche andere Sportarten dieser Welt) ob sie gerne nur “sozial angepasste liebe nette Sportler” sehen wollen…oder die Sportler selber.

Persönlich kenne ich tatsächlich den Unterschied zwischen einer vegan-/vegetarisch betonten fleischfreien Kost und einer Kost mit eher viel Fleisch.
Durch mehr Fleisch wurde ich tatsächlich nach einiger Zeit wieder etwas aggressiver, dominanter, hatte mehr “Power” und eine bessere Libido und weniger Ängste. Aber das änderte im Gegenteil nichts an der Bandbreite meiner vielen Sozialkontakte und mich hat auch keiner verstossen, weil ich plötzlich nicht mehr zumutbar war oder Aehnliches.

Tatsächlich passen diese Ergebnisse zu Untersuchungen, die zeigen dass Veganer/Vegetarier eher mehr Serotonin im Blut haben als Mischköstler.
Das wiederrum könnte zu einem tendenziell “netteren” und weniger dominanten Verhalten beitragen.

Aber wo ist das Problem? Nicht jeder kann der Anführer einer Herde sein. Und im Uebrigen führt ein höherer Testosteron- und Dopaminlevel zu einem verstärkten Gefühl von Gruppenzugehörigkeit, Teamgeist und das kann wiederrum sehr viele Synergien in einem Team (ob jetzt Sport oder anderswo) hervorbringen.

Es kommt auf die Sichtweise an, ob wir ein gesundes Mass an Dominanz- und Durchsetzungsvermögen in ein schlechtes Licht rücken wollen oder als gesunden normalen Teil der menschlichen Vielfalt akzeptieren – ebenso wie die Präferenzen für verschiedene Nahrungsmittel.

Und eine tendziell eher dominante Persönlichkeit mit viel Libido hat vllt. daher auch gerne mehr Fleisch, denkt eher hierarchisch (was in Organisationen wie Milität, Polizei, Feuerwehr, auch Medizin (v.a. in Notfällen oder OP) auch ABSOLUT von Nöten ist!) und jemand mit einer grösseren Aufgeschlossenheit, flacherem Denken und mehr Pazifismus fühlt sich mit einer fleischlosen Kost dann authentisch.

So what?

#35 |
  3
Heilpraktiker

Wer bezahlt solche sinnlosen Untersuchungen, haben wir keine anderen Probleme?

#34 |
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Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

@Gast#21 | 5. Januar 2016 um 09:59; Zitat:
“Sind es die Fleischbevorzuger, die sich hier so empfindlich zeigen?” … +
“Diese Studie nun untersucht den direkten Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und sozialen Präferenzen. Was ist daran so empörend? Toller Artikel!”
Vielen Dank, dass Sie mich so vorzüglich bestätigen und sofort beim Begriff “political correctness” anfangen zu geifern wie der Pawlow´sche Hund.
Hätten Sie mein Statement auch nur annähernd verstanden, würden Sie nicht behauptet haben diese Studie “UNTERSUCHE” den direkten Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und sozialen Präferenzen. Denn von “Untersuchung” kann ja keine Rede sein! Die beiden Parameter werden lediglich gegenübergestellt und somit eine Kohärenz implementiert ohne diese selbst aber tatsächlich auch nur annähernd zu beschreiben, geschweige denn LOGISCH zu erklären (siehe dazu auch #19: der Zusammenhang zwischen Storchenpopulation und [Menschen-]Geburtenrate)!
Und weil der Artikel noch viel zu wenig gender-lastig ist liefern Sie – ganz politisch korrekt eben – auch noch schnell ein paar Argumente gegen die Testosteron-Monster unter uns mit …
Die Wissenschaftler der Welt sollten sich bald mit der Frage beschäftigen, wie lange die Evolution wohl noch brauchen wird bis sie endlich “vollendet” ist und die gleichgeschlechtliche (rein X-chromosomale!) Vermehrung hervorbringt … oder noch besser: gleich die reine X-chromosomale in-vitro-Fertilisation mit sozialverträglichem Frühableben von Y-Trägern!
Nicht zu vergessen: soziologische Feld-Studien zur Frage “Wie gehen wir mit dem furchtbaren Erbe unseren direkten Vorfahren um, die der Evolution des homo sapiens mit Vermehrungs-Praktiken zum “Erfolg” verhalfen, die wir heute (zurecht!) als “Vergewaltigung” bezeichnen würden! …???
Ganz aktuell müssen wir nun auch noch den Themenkomplex beleuchten, wie wir mit dem Spannungsfeld zwischen den Vorfällen der Fleischfresser an Silvester in Köln und Hamburg einerseits und der Flüchtlingskatastrophe andererseits umgehen … Da gibt’s doch jede Menge Arbeit für die “politisch Korrekten” … also: ran an die Buletten … – tschuldigung … an den Tofu meinte ich natürlich!

#33 |
  2
Gast
Gast

Auch nach dem zweiten Weltkrieg stellte man sich die Frage, wo denn die Intelligenz geblieben ist und wieso diese nichts unternommen hat? Sie scheint sich auch heute gut mit Banalitäten abzulenken:

#32 |
  2
Gast
Gast

Wie man sieht wieder mal ein äusserst sinnlose Debatte. Im Endeffekt sagt es gar nichts aus oder es beweist, was man beweisen wollte, die Übel einer jeden Studie. Was soll das Ganze auch und zu welchem Zweck, aber das ist inzwischen egal, wenn man nur von wirklichen Problemen ablenkt:

#31 |
  3
Gast
Gast

” In Maßen ” wird bei bestimmten Substanzen in Zweifel gezogen un z. B. vom Bundesinstitut für Risikoforschung gewarnt.
Im übrigen, wo bleibt der ethische Aspekt, der eigentlich mehr als nur ein Aspekt ist ?

#30 |
  1
Petra Ostermeier
Petra Ostermeier

Der Artikel ist grundsätzlich interessant, es bleiben aber viele Fragen offen? Genau wurde beschrieben, welche Vegetarier/Veganer-Gruppen ausgewählt wurden, nicht aber bei den Fleischessern.
Dass Vegetarier/Veganer toleranter sind, kann ich so nicht stehen lassen. Dass es sich bei Vegetariern nur um 1 % handeln soll, ist für mich persönlich ebenso unfassbar – oder kenne ich diese 1 % alle persönlich.
Outet man sich in einer entsprechenden Runde als Fleischesser, ist die Toleranz dahin. Man muss sich Beschimpfungen gefallen lassen, wird besserwisserisch belehrt oder – ist mir tatsächlich passiert – das Gespräch wird sofort abgebrochen, und zwar von Seiten der Veganer. Wo ist da die Toleranz?
Ich persönlich bin der Meinung, alles in Maßen ist gut für den Körper. Natürlich ist der tägliche Fleischkonsum zu viel. Aber 2 – 3 x Woche Fleisch/Fisch-Produkte aus kontrollierten (Bio)-Betrieben finde ich in Ordnung. Vor allem, wenn man körperlich schwer arbeitet.
Vegetarische Ernährung ist grundsätzlich sicherlich wertvoll, aber Veganer brauchen einen ausgeklügelten Speiseplan, damit sie keine Unterernährung (v. a. der B-Vitamie, Eisen usw.) bekommen. Das ist, wenn ich mich näher mit dem Kreis unterhalte, vielen nicht bekannt. Und zu der Toleranzproblematik kommen dann vielfach Konzentrationsstörungen und Müdigkeit mit dazu.

#29 |
  11
Peter Klein
Peter Klein

P.Klein, Arzt

….in den 20er – und 30 er Jahren des vergangenen Jhds. ist die Bevölkerung – fleischübergessen wie man zu dieser Zeit eben so war – fanatisiert hinter dem Führer und diesen Banden hergelaufen….der Prozentsatz von Angebotsvegetarier dürfte größer gewesen sein als heute…so what?
…geben Sie Ihr Geld für sinnvolle “Forschung” aus…..

#28 |
  19
Gast
Gast

# 26 : Dann werden Sie leider früher sterben müssen und bis dahin auch nicht so gesund sein. Wenn Sie auch Empathie gegenüber Tieren empfinden und zudem die Tötungsmethoden auch nur ansatzweise wahrnehmen ( also eine Ihrer fachspezifischen Domänen ), wären Sie zumindest nicht stolz.
Um Sie vor Allem zu bewahren, dieser Kommentar.

#27 |
  12
Dipl.Psych. Gertrud Rust
Dipl.Psych. Gertrud Rust

Gast
1.) Es scheint tatsächlich in manchen Fachkreisen nicht bekannt, dass es einen Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität gibt !
2.) Typisches Geifern, wenn Aussagen nicht ins eigene Weltbild passen !
3.) Wo bleibt die Toleranz und die Neugier gegenüber Aussagen, mit denen man nicht gerechnet hätte?
4.) Ich esse gerne Fleisch und hoffe, dass man das meinem Kommentar anmerkt !

#26 |
  1
Gast
Gast

@ Dr. Martin Kauer: Ich kann Ihnen nur zustimmen, allein die Formulierung der Fragen gibt die Antwort für jemanden, der “politisch korrekt” sein oder so erscheinen möchte praktisch vor. Und manche Begriffe sind heutzutage so eindeutig negativ behaftet, dass jemand der sich selbst im richtigen Licht sehen oder darstellen möchte geradezu reflexartig angeekelt darauf reagieren muss, egal ob es um “Vorurteile”, “Tiere essen”, “Tradition”, “ungesunde Lebensführung”, “Gehorsam”, “Intoleranz”, “Konformität”, “Zaun”, “Hierarchie”, “Norm” oder “Dominanz” geht: alles negativ, böse und schlecht!
Das alles darf und kann jemand der ein guter und angesehener Mensch sein möchte weder selbst gut finden noch bei anderen akzeptieren…. was ich persönlich fast schon wieder ein wenig konformistisch und intolerant finde…

#25 |
  21
Gast
Gast

Äußerst interessant wäre zu wissen, ob die Autorinnen der Studie selbst Vegetarier sind.
Und Studien, die nicht zumindest einen überschaubar möglichen Kausalzusammenhang betreffen, sind beliebig und für den Papierkorb.

#24 |
  35
Mitarbeiter Industrie

Hoffentlich finden die nicht raus, daß der Sachschaden bei einem Großbrand mit der Zahl der eingesetzten männlichen Feuerwehrleute korreliert und spekulieren dann wegen der offensichtlichen Korrelation und der hohen statistischen Signifikanz über die Notwendigkeit in Zukunft nur möglichst wenige (und dann nur weibliche) Wehrkräfte bei Großbränden einzusetzen…..

#23 |
  30
Christian Sauter
Christian Sauter

Ich kann es nicht glauben, dass viele Doktoren hier fehlende Wissenschaftlichkeit bemängeln und dabei gleichzeitig mit Vermutungen arbeiten.

Wo bitte steht, dass es ein Kausalzusammenhang sein muss? Er ist theorethisch möglich. Natürlich kann man das Zitat so oder so interpretieren, aber grundsätzlich gilt für mich erst mal in dubio pro reo und damit unterstelle ich der Autorin, dass sie zwar beide Möglichkeiten für möglich hält, daraus aber keine zwingenden Kausalzusammenhang ableitet.

Darüber hinaus ist natürlich der Grad, wo “Drittvariablen” hier anfangen und wo noch von Kausalzusammenhang gesprochen werden kann hier sehr breit. Wo hören die Untersuchten Parameter (“soziale Einstellung”) auf, wo fangen die Drittparameter (“politischen und ethisch-moralischen Gesinnung”) an. (In Klammern jeweils Zitate von oben) Sind die “sozialen Einstellungen” nicht ganz stark mit der “politischen und ethisch-moralischen Gesinnung” verbunden?

#22 |
  6
Gast
Gast

Sind es die Fleischbevorzuger, die sich hier so empfindlich zeigen?
1. Der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Testosteronwerten mit Effekten auf das androgene Verhalten ist breit und gut untersucht. Jeder Mucki-Athlet bekommt irgendwann die Empfehlung, ja gut auf seinen Fleischkonsum zu achten, um seine Leistungsfähigkeit zu wahren.,(“Iss Fleisch für ein gesundes Maß an Testosteron, dem wichtigsten Hormon für die Gesundheit eines Mannes und für den Muskelaufbau…”) 2. Der Zusammenhang von Testosteronspiegel und Dominanzverhalten ist ebenso gut belegt.
Diese Studie nun untersucht den direkten Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und sozialen Präferenzen. Was ist daran so empörend? Toller Artikel!

#21 |
  10
Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

“Ob eine spezielle Ernährungsform bestimmte sozialen Einstellungen zur Folge hat oder umgekehrt, das war nicht Gegenstand unserer Untersuchung und muss in zukünftigen Studien erforscht werden.“
Ich kann und will einfach nicht glauben, dass sogenannte “Wissenschaftler” so zweidimensional denken … und damit auch noch an die Öffentlichkeit gehen!
Wie kann man als “Wissenschaftler” nur eine Kausalitätenkette nur einfach rückwärts und vorwärts lesen, OHNE dabei die Struktur der Kette zu analysieren …???
Wenn aber nun BEIDES (veg. Ernährung U N D “Vorurteile”) nur NEBENSINANDER koexistieren weil B E I D E die gleiche URSACHE haben …???
Eine Lichterkette die IN REIHE geschaltet ist, hört HINTER der Glühbirne auf zu brennen, die rausgedreht wird! Bei einer Parallelschaltung brennen alle Birnen UNABHÄNGIG voneinander (oder eben nicht) – auch wenn eine einzelne Glühbirne raus gedreht wird, weil sie an der GLEICHEN Energieversorgung hängen – ist das denn so schwer zu verstehen??

Mit Verlaub: für mich wäre die Fragestellung viel interessanter gewesen, ob etwa die allgegenwärtige “political correctness” als GEMEINSAME Ursache beider hier untersuchter “Symptome” in Frage käme …

#20 |
  15
Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Bekloppte Studie.
Eine Korrelation besteht auch zwischen Geburtenrate und Anzahl der Störche im ländlichen Raum.
Kausalität, Einfluss von Drittvariablen?
Biomathematik für Anfänger.

#19 |
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Dr. med. Dipl.-Phys. Andreas-Roman Metza
Dr. med. Dipl.-Phys. Andreas-Roman Metza

O tempora … o mores !
Si tacuissent … philosophi mansissent !

#18 |
  0
Gast
Gast

# 13 : Der Unterschied war gleichwohl bekannt. Wozu der Kommentar ?

#17 |
  0

Selten idiotische Studie, fehlt nur noch die Parteienzugehörigkeit bzw -gefühl und das Genderverhalten. Ein netter Einstieg zu Gruppendiskriminierung und da fällt mir doch der Veggietag wieder ein. Das kann einem gesunde Ernährung per weniger Fleisch echt vermiesen!

#16 |
  43

Keine Neuigkeit. Gegrilltes Fleisch ist die älteste Droge der Menschen. Tolstoi: “So lange es Schlachthäuser gibt, gibt es Schlachtfelder”. Krieg isst die härteste Form der Intoleranz.

#15 |
  7
Gast
Gast

Fleisch essen macht agressiv und daher sind Fleischesser leider sehr oft militant. Ich esse nur ein wenig

#14 |
  16
Prof. Dr. rer. nat. Wilfried Echterhoff
Prof. Dr. rer. nat. Wilfried Echterhoff

Prof. Dr. Wilfried Echterhoff
selbst die Autoren sprechen nicht von einem Kausalzusammenhang, sondern von einer Korrelation. Den Unterschied dieser Zusammenhangsarten sind in jeden Fachwörterbuch nachlesbar.
Wozu die Aufregung?

#13 |
  5
Nichtmedizinische Berufe

Das ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, dass die Vergabe von Studiengeldern erfolgt, ohne, dass darauf geachtet wird, dass bestimmte Standards und Vorgehensweisen eingehalten werden. Letztendlich ist das Verschwendung von Steuergeldern, wirklich ärgerlich.

#12 |
  49
Apotheker

Solche Studien haben keinen Wert, fördern nicht die Erkenntnis und haben mit Wissenschaft aber nun gar nichts zu tun. Schade um die verschwendeten Gelder. Die Verfasserinnen werden dennoch in ihrem Lebenslauf fleißig mit dieser
“Veröffentlichung” werben. Und wahrscheinlich werden noch einige Medien dieses
Thema aufgreifen und die Theorie des “veganen Friedens” in talk shows platt reden. Und dann können sich noch das Kabarett und der Karneval an dieser “Studie” abarbeiten. Danke an den Autor Thorsten Braun, dass er sich die Mühe zu diesem Artikel gemacht hat.

#11 |
  106
Gast
Gast

Im traditionell omnivoren Europa mag es hinkommen, dass (Neu)Vegetarier aufgeschlossener und toleranter sind, so lange sie keinen Missionierungsdrang haben. Kulturen mit traditionellem Vegetarismus (Hindus, Buddhisten) leben aber oft in hierarchischeren Umfeldern als der durchschnittliche Europäer, ob Omnivor oder Vegetarier.

#10 |
  0
Ralf Schambach
Ralf Schambach

Das neue Jahr fängt ja schon mal schwach an – dann kann man noch stark nachlassen mit der Qualität der Artikel.
Vielen Dank an Herrn Dr. Schätzler. Treffender hätte man es nicht formulieren können.
Hp Ralf Schambach

#9 |
  50
Gast
Gast

Schon vor ein paar Moanten gab es begründete Zweifel an den Ergebnissen der
Studie ( http://www.feuerwaechter.org/2015/07/vorurteilsbehaftete-fleischesser-und-empathische-veganer/ ). Die Studie ist mehr wohl als ein Versuch aus der Genderecke zu verstehen, Frauen als das bessere Geschlecht erscheinen zu lassen.

#8 |
  60

Zum Neuen Jahr hatte ich mir vorgenommen, toleranter, vorurteilsfreier, offener, weniger dominant und eher empathisch bzw. achtsam mit den Dingen des Lebens umzugehen. Doch eine einzige Publikation von Petra Veser et al.: British Food Journal (doi: 10.1108/BFJ-12-2014-0409; 2015) später, mit dem Titel “Diet, authoritarianism, social dominance orientation, and predisposition to prejudice: Results of a German survey” kann ich nur noch gallig anmerken:
Alle, ausnahmslos alle Menschen, die jemals gestillt wurden, waren von Kindesbeinen an k e i n e Vegetarier oder Veganer!
Was das Autorenteam jedoch dazu gebracht hat, ausgerechnet Hardcore- Fleischesser und “Beef”-Leser mit Interessenten am Vegetarierbund Deutschland zu vergleichen, bleibt unerfindlich. Da hätte man ebenso Leser des deutschen “Playboy” nach ihrer Einstellung zur Homosexualität fragen und ihre Antworten mit denen von TeilnehmerInnen an eine Christopher-Street-Day-Demonstration in Berlin vergleichen können.
Da würde mich schon eher die Antwort auf: “Und was sagen Sie als vollkommen unbeteiligte Person zum Thema Intelligenz?” interessieren!
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

#7 |
  111
Rettungsassistent

Erstaunlich, dass jedes mal wieder dieses Hitler-Beispiel genannt wird.
Damit fallen manche noch nach 70 Jahren auf einen PR-Gag des damaligen Propaganda-Ministeriums rein…

“Allein schon Robert Paynes ultimative Biographie über Hitler, “The Life and Death of Adolf Hitler”, stellt Hitlers Vegetarismus massive Fakten entgegen. Nach Payne ist der Vegetarismus von Hitler eine von Propaganda-Minister Goebbels produzierte Vision. Diese allein sollte Hitler die Aura eines revolutionären Asketen, eines faschistischen Gandhis geben. Paynes Biographie zitiere ich hier direkt:
Hitlers Asketismus spielte eine wichtige Rolle für sein Image in Deutschland, sein Image, wie Goebbels es in seinem Kopf geplant hatte. Ganz im Sinne der Legende, dass Hitler weder rauchte noch trank, kein Fleisch aß und keine Frauengeschichten hatte. Die Wirklichkeit sieht auch hier, wie so oft, ganz anders aus. Hitler trank Bier und häufig verdünnten Wein, er hatte eine besondere Vorliebe für Weißwürste und hielt sich eine Mätresse, Eva Braun. Sie lebte ruhig mit dem Führer auf dem Berghof. Es hat aber noch weitere diskrete Affären mit Frauen gegeben. Seine Askese war nichts weiter als von Goebbels erfunden. Das diente allein dazu, Hitlers absolute Hingabe für die Nation, seine Selbstkontrolle, seine Zurückhaltung, die ihn von anderen Personen distanzierte, zu dokumentieren.”

Essay von Rynn Berry übersetzt erschienen im VEBU-Magazin “natürlich vegetarisch” (2002)

#6 |
  2
Heilpraktikerin

Also, was es nicht Alles gibt.
Bin seit einiger Zeit Vegetarierin war aber zu fleischessenden Zeiten glaube ich nicht weniger tolerant. Abgesehen davon, wird häufiger vom Gegenteil berichtet. Also nichts genaues weiß man nicht.
Muss es dazu tatsächlich eine Studie geben???
Ist es nicht eher eine Charakterfrage???

Kümmern wir uns doch lieber um die wirklcih wichtigen Dinge!

#5 |
  42
Juergen Schwertner
Juergen Schwertner

Es ist zu hoffen, dass Artikel solch haarsträubender Art nicht zum Niveau von 2016 werden.
J. Schwertner

#4 |
  47
Medizinphysiker

USA dürften die größten Fleischkonsumenten pro Kopf sein, das könnte in Hinblick auf Dominanz etc. sogar hinkommen.
Aber vielleicht ist es gar nicht der Fleischkonsum sondern der Konsum von Cola? Wäre doch auch eine weitere überflüssige Untersuchung wert und sicher käme auch da ein kausaler Zusammenhang raus, na ja für was alles Geld ausgegeben wird, kopfschüttel!

#3 |
  3
Ärztegemeinschaft Amedis
Ärztegemeinschaft Amedis

Nicht vergessen Adolf Hitler war Vegetarier. Sicher ein hervorragendes Beispiel für Toleranz, Achtsamkeit und Sanftmut!
Ok es ist ielleicht saure Gurken Zeit, aber dann kann es besser sein zu schweigen als so ein Schmarrn von Artikel!!!

#2 |
  101
Prof. Dr.rer.nat. Reinhold Schäfer
Prof. Dr.rer.nat. Reinhold Schäfer

Na ja, wie alle Korrelationen mit Vorsicht zu genießen, aber die Aussage passt hervorragend zu den Äußerungen des polnischen Außenministers, der westlich orientierte Missstände in seinem Heimatland anprangert und um Verständnis für die aktuellen politischen Vorkommnisse bittet.

R. Schäfer

#1 |
  0


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