Medizynische Weihnacht: Lesen auf eigene Gefahr

22. Dezember 2015
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Es duftet nach Zimt, Zitrusfrüchten und Tanne, Kerzen verbreiten einen gemütlichen Schimmer und spätestens, wenn das Wohnzimmer durch einen Nadelbaum verschönert wird, weiß man: Es ist Weihnachtszeit. Aus medizinischer Sicht müsste das Fest jedoch verboten werden.

Allergene Duftstoffe attackieren unser Immunsystem, Schwermetalle in Wunderkerzen sind ein chemischer Angriff auf die Atemwege. Glühwein setzt mit Alkohol und Fruktose heftig der Leber zu und das Weihnachtsmenü mit gefühlten 17.000 Kilokalorien füllt direkt das viszerale Bauchfettdepot auf. Das heißgeliebte Weihnachtsfest birgt mehr als nur eine gesundheitliche Gefahr.

Rollator statt Rentiere für den W-Mann?

Weihnachtsmannfans müssen jetzt ganz tapfer sein. Es ist evidenzbasiert bewiesen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Ein Team aus Medizinern, Ernährungswissenschaftlern, Zoologen und Physikern der Universität Göteborg ist sich sicher: Santa Claus hat es nie gegeben. Um 900 Hausbesuche pro Sekunde zu absolvieren, müsste sein Schlitten mit der 265-fachen Schallgeschwindigkeit durch die Adventsluft sausen. Dazu sind rechnerisch 1,9 Millionen Rentiere nötig. Für Start und Landung wären noch ein paar extra RS (Rentierstärken) notwendig.

Die Wissenschaftler haben auch die postulierte Lebensweise und den Gesundheitszustand des Weihnachtsmannes analysiert. Die „Work-Life-Balance“ erscheint unter vielen Gesichtspunkten mehr als suboptimal. „Herr Santa Claus isst zu viel Zucker und Fett“, so die Ernährungswissenschaftlerin Mette Axelsen des Forscherteams. Die in vielen Ländern verbreitete Sitte, den Weihnachtsmann zu Hochprozentigem einzuladen oder ihm hochkalorische Süßigkeiten zu schenken, ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Das Forscherteam ist fest überzeugt, dass der Weihnachtsmann Adipositas, Diabetes, Hypertonie, Hyperlipidämie und weitere Erkrankungen haben müsste – wenn es ihn dann gäbe.

Morbus Konsole besonders häufig zu Weihnachten

Im BMJ erschien ein Beitrag zum Thema „Nintendo related injuries and other problems“Nintendinitis, Wiiitis, Wii knee, Nintendo epilepsy und PlayStation Purpura sind nur einige der gesundheitlichen Risiken, die der Konsolenkrieg auslösen kann. Besonders zu Weihnachten nimmt Morbus Konsole drastisch zu. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der gefürchtete „Playstation-Daumen“ oder die „Playstation-Lip“. Die einseitige Belastung bei Egoshooter & Co führt zu Schmerzen, Hyperkeratose und Onycholyse am Daumen, die Aufregung zum Anknabbern der Oberlippe und Ekzemen.

Glühwein – der heiße Resorptionsturbo

Bereits nach einem Glas Glühwein kann je nach Rezeptur und Alkoholgehalt bei einem Mann mit einem Gewicht von 80 Kilogramm die Blutalkoholkonzentration über die kritische Grenze von 0,3 Promille ansteigen. Davor warnt u. a. der TÜV Rheinland. Oft wird vermutet, dass Glühwein wegen des stetigen Erhitzungsvorganges weniger Ethanol enthält. Alkohol wird jedoch erst bei 78°C flüchtig, die Trinktemperatur beträgt meist um 70°C. Das reicht nicht aus, um den Ethanolgehalt zu mindern, wohl aber um die Aufnahme zu beschleunigen. Wärme fördert die Ethanolresorption im Magen, der Alkohol gelangt rascher ins Blut. Wird der Glühwein dann noch mit „Schuss“ geordert, kann der Ethanolgehalt auf 15 % oder mehr ansteigen. Der hohe Zuckergehalt steigert die Resorptionsquote vermutlich zusätzlich und macht den Glühwein mit 200 Kalorien pro Tasse nicht gerade zu einem Light-Getränk. In Finnland mussten mehr als ein Dutzend Personen die Adventszeit in der Klinik verbringen, da sie den traditionellen Glühwein „Glögi“ in Wasserkochern erwärmten. Der niedrige pH-Wert und der Ethanolanteil lösten Kupfer aus der Heizspirale und es traten Vergiftungserscheinungen auf.

Advent, Advent, das Auge brennt

Gluten in Weihnachtsplätzchen, Schwermetalle aus Wunderkerzen, ätherische Öle aus der Weihnachtstanne – für manch einen ist die Adventszeit auch Allergiezeit. Weihnachtsbäume sind regelrechte Pollenschleudern und können eine Gefahr für Allergiker und Asthmapatienten sein. Gewürze wie Zimt und Nelken stehen ganz oben auf der Liste der Nahrungsmittelallergene. Ein Merkblatt der Organisation „Kids with foodallergies“ kann helfen, allergiefrei durch die Weihnachtstage zu kommen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, zurückhaltend mit Duftlampen, Räucherstäbchen und Konsorten umzugehen. Diese Agenzien können zu Reizungen der Atemwege und Allergien führen.

Apfel, Nuss und Mandelkern mögen die Gefäße gern

Nüsse, Mandeln und Pistazien sind vom Naschteller oder dem Adventskalender nicht mehr wegzudenken. Der Frage, ob es sich dabei um Dickmacher oder gesunde Kernenergielieferanten handelt, gehen viele Wissenschaftler nach. Eine Studie von Luu et al. [Paywall] untersuchte den gesundheitlichen Nutzen von Nüssen an unterschiedlichen ethnischen Gruppen mit unterschiedlichem Lebensstandard, eingeschlossen wurden über 200.000 Teilnehmer. Eine in den USA wohnhafte Gruppe umfasste fast 72.000 Teilnehmer afrikanischer und europäischer Abstammung aus überwiegend ärmeren Bevölkerungsschichten, sowie Teilnehmer aus der Shanghai Women’s Health Study (SWHS) und der Shanghai Men’s Health Study (SMHS) mit zusammen rund 134.000 Probanden. Die Gesamtmortalität sank in den Gruppen mit dem höchsten Nusskonsum zwischen 17 und 21 Prozent. Da Erdnüsse preiswert sind, könnten sie als kosteneffektive Maßnahme zur Förderung der Herz-Kreislauf-Gesundheit dienen, so das Fazit der Autoren. Und das sicherlich nicht nur zur Weihnachtszeit. Allerdings haben Nüsse teilweise über 600 kcal pro 100g – eine Portion, die den Energiegehalt einer Hauptmahlzeit liefert.

Die Mikronährstoffe in Nüssen und Kernen wirken entzündungshemmend und antioxidativ. Sie können helfen, das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes zu senken. In einer randomisierte Crossover-Studie von Bullo et al. erhielten 49 prädiabetische Probanden eine Kontrolldiät oder eine Pistazien-Diät (57 g täglich). Diese gehören botanisch nicht zu den Nuss-, sondern zu den Steinfrüchten. Die Diäten wurden kalorisch abgestimmt und unterschieden sich nicht in der Menge an gesättigten Fettsäuren und dem Cholesterin-Gehalt. Die Teilnehmer mit Pistazien-Diät zeigten eine statistisch nicht signifikante Abnahme des HbA1c und Reduktion des Serum-LDLs. Die Stoffwechselrisikomarker Fibrinogen, GLP-1, oxidiertes LDL und Plättchenfaktor-4 zeigten eine statistisch signifikante Abnahme nach der Pistazien-Diät im Vergleich zu der Kontrolldiät. „Der regelmäßige Verzehr von Pistazien kann eine Insulinresistenz verringern, was auf eine mögliche Schutzfunktion des Pistazienkonsums gegen die Entwicklung von Typ-2-Diabetes hinweist“, so das Resümee der Studie. Die Studie wurde von der American Pistachio Growers (USA) und Paramount Farms finanziell unterstützt. Laut Disclaimer hat die Organisation bei der Entwicklung, Sammlung, Analyse oder Interpretation der Daten oder bei der Entscheidung, das Manuskript zur Veröffentlichung einzureichen, keine Rolle gespielt.

In einer weiteren Studie [Paywall] derselben Autorin werden für die gesundheitsfördernden Eigenschaften u. a. γ-Tocopherol, Vitamin K, B6 und Thiamin, Phytosterole, Xanthophyll sowie die Mineralstoffe Kupfer, Magnesium und Eisen verantwortlich gemacht. Brasilianische Paranüsse, Erdnüsse, Mandeln oder Walnüsse sind im botanischen Sinne keine Nüsse, nur die Haselnuss ist eine „echte“ Nuss. Deshalb müssen die Ergebnisse von Studien sehr differenziert betrachtet werden. Die Daten lassen sich auf andere „Nüsse“ nicht immer übertragen.

Auch wenn Sie jetzt wissen, dass es evidenzbasiert keinen Weihnachtsmann gibt, Glühwein den Führerschein und die Konsole die Fingergelenke kosten kann: Genießen Sie besinnliche Weihnachtstage!

144 Wertungen (4.54 ø)

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19 Kommentare:

Gast
Gast

nächstes Weihnachten machen wir alles besser * oder auch nicht ..

#19 |
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Frida Stern
Frida Stern

Sorry, natürlich Eiweiß, nicht Eigelb

#18 |
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Frida Stern
Frida Stern

Hier noch ein super leckerer Nachtisch für die Low Carb-Freunde unter uns:

Meringen aus geschlagenem Eiweiß und – je nach Kohlehydratlust – einer Mischung aus Puderzucker und Puderxucker (Erythrol fein gemahlen) im Backofen bei 120 Grad trocknen lassen. Etwa 3 Eigelb auf 100 g Zucker-Xucker-Mischung)

Ca. 2 Becher Sahne steif schlagen, Meringen zerkrümeln und in ein gefriertaugliches Gefäß schichten. Einige Stunden im Tiefkühlfach ruhen lassen.

Mit Eierlikör (dem guten – Ei-Ei-Ei oder selbstgemachtem) veredeln und fertig!

Super lecker und fast ohne Kohlenhydrate.

#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

Da ich in einer Firma gearbeitet habe, die Allergietests für IgE-vermittelte Allergien herstellt, also auch Pollen, bin ich einigermaßen verwundert zu lesen, dass Weihnachtsbäume “Pollenschleudern” seien. Welche Pollen werden denn da bitte herum geschleudert?

#16 |
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Medizinjournalist

Allen Lesern der DocCheck News ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest. Auch wenn es in dem Artikel nicht so deutlich wird: ich bin Weihnachtsfan ;-)

#15 |
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Ein richtig schöner Jahresabschlussartikel mit der besonderen “Schmunzelnote”
Besten Dank – Herr Bastigkeit
Ihnen und allen anderen DocCheck-“Involventen” frohe Weihnachten und ein gesundes 2016!

#14 |
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Gast
Gast

Alles in Massen hat noch keinem geschadet. Der erhobene Zeigefinger kann sogar das Gegenteil bewirken. Und dass Nüsse gesund sind- immerhin sind sie ein Lebensmittel ohne Verarbeitung- ist auch schon lange bekannt. Viele fürchten den hohen Fett-Anteil, aber gesunde unverarbeitete Fetter sind besser als ihr Ruf.

#13 |
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pemaloh
pemaloh

Nett zu lesender Artikel…
Aaaaaaber ich möchte Weihnachten garnicht so faktisch, so nüchtern betrachten…
In diesem Sinne ein gesegnetes Weihnachtsfest!

#12 |
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Renate Utke
Renate Utke

es bleibt dabei,darstellungen a la`Batigkeit muß man lesen utke

#11 |
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Engel sind aus aerodynamischen Gründen flugunfähig.
Wenn sie dennoch fliegen, könnte z.B. eine himmlische (ö.ä.) Kraft die
Ursache sein.
Könnte etwas ähnliches auch für den/die Weihnachtsmänner und
Entourage gelten?
Und in Gedanken/Phatasie kann ich beliebig weit kommen.

#10 |
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Petra Mangold
Petra Mangold

Ich hätte ja auch gern mal soviel Zeit, mir alle diese Zeitrahmen auszurechnen… (wobei, hat das eigentlich alles mal jemand überprüft??)

#9 |
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Prof. Dr. Dr. Reichardt Gerontologe-Dipl. Psychologe
Prof. Dr. Dr. Reichardt Gerontologe-Dipl. Psychologe

Nein einen Weihnachtsmann den gibt es nicht! Die Moderne vergisst den Sinn und das Vermächtnis des Jesuskindes, das ist Weihnachten über 2000 Jahren.

Gesegnete Weihnacht!
Ein Kind wurde geboren, ein Kind des Himmels um uns Menschen zu erinnern an den Sinn des Lebens auf dieser Erde. Haben wir diese Liebe verstanden?
Warum Krieg, Hass, Neid, Feindschaft ? Unser Leben ist so kurz. !!
https://www.youtube.com/watch?v=D5ONtCZUhZ0
https://www.youtube.com/watch?v=C4_eHjsOJbI
Wo ist der Weihnachtsmann???

Alles können wir ins Negative bringen, haben wir Menschen nicht einen Verstand bekommen? Können wir nicht mehr entscheiden was für uns gut oder schlecht ist?
Können wir nicht dem Licht der Liebe folgen und verzeihen und vergeben? Reichen wir uns die Hände umarmen wir uns im Namen des Heiligen Kindes.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest in der ganzen Liebe des Kindes, Gesundheit und Sonne im Herzen.
Wünscht mit dem Lied der Lieder. https://www.youtube.com/watch?v=LZQAajx81pU
Prof. Dr. Dr. Reichardt

#8 |
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Rettungsassistent

Schlechten Abend zusammen…

Nun hat es der Herr Bastigkeit rechtzeit zum Fest geschafft, der weihnachtsmanngläubigen Festtags-Fraktion kurz vor Ziel und (Einkaufs-)Toresschluß noch “einen mit auf den Weg zu geben”.
Wie sollen all die Lebkuchen-Genießer – die bereits im Laden, wo es Al di schönen Sachen gibt – Ende August die ersten Christbaumkringel und Spekulatius erbeutet haben, im nächsten Jahr ihre Strategie anpassen?
Nicht zu vergessen die vielen Millionen Weihnachtsmarkt-Jünger, die bereits für 2016 am Lieblingsglühweinstand den (noch gar nicht gebrauten) schedischen Glögg-chen hektoliterweise lauschen wollten?
Ganz zu schweigen von der hohen Politik, die bereits heute schon der einzelhandelslichen Umsatzsteuer auf das Weihnachtsfest 2016 harrt?
Vielleicht sollten wir uns doch mal wieder in frühkindlicher Festtagserwartung üben, schließlich beginnt ja bereits in wenigen Tagen die “Umpressung” nicht abgesetzter Schokoladen-Weihnachtsmänner in Osterhasen…
Frohes Fest!

#7 |
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Weitere medizinische Berufe

@ #5 Herrn Krogh:
zum Denkfehler noch ein kleiner Hiweis: je nach Gegend wird das Christkind von Engeln oder auch vom Krampus/Knecht Ruprecht begleitet, die dem himmlischen Kleinkind gentlemanlike die Geschenke tragen helfen, also doch keine Überforderung oder Kinderarbeit… ;-))
Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2016

#6 |
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Medizininformatiker

Eine kleine Anmerkung zu MBA Ge Schubert:
In Ihren – zugegebenermaßen sehr gut durchdachten – Berechnungen gibt es einen kleinen Denkfehler. In vielen Gegenden bringt der Weihnachtsmann gar nicht die Geschenke, sondern das Christkind (z.B. Süddeutschland, Österreich), was die Belastung des Weihnachtsmannes noch ein wenig reduziert.

Natürlich kann man sich jetzt vortrefflich darüber streiten, ob es als Kinderarbeit zu werten ist, wenn sich so ein kleines Kind mit den Geschenken abschleppt und ob es für den im Wachstum begriffenen kleinen Körper überhaupt gut ist, die schweren Lasten zu tragen.
Auch über die Art der Fortbewegung ist nichts bekannt. Muss es die ganzen Wege etwa zu Fuß zurücklegen? Womöglich barfuß und in einem dünnen Hemdchen?

In diesem Sinne – Ihnen und euch allen ein besinnnliches Weihnachtsfest.

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

…Und noch eine Anmerkung: Es ist viiel wichtiger, von Januar bis Weihnachten gesund zu leben als im Dezember…:-D Wenn man etwas sparsamer nascht und nach Weihnachten wieder neu durchstartet (darf auch etwas langsamer erfolgen!) ist man (wieder) im grünen Bereich…;-)
Also dann: Fröhliche Weihnachten und einen “Guten Rutsch”!

#4 |
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Nichtmedizinische Berufe

Geneigte Mitlesenden,

so so. Jetzt waren es ergo Mitdenkende der Uni Göteborg, die sich des Weihnachtsmannes angenommen haben. Und es sind auch gleich ca. 900 Hausbesuche je Sekunde! Und es ist mittlerweile die 265-fache Schallgeschwindigkeit. Und 1,9 Mio. Rentiere. So so. Hätte ich einen weißen Bart, ich würde mich jetzt gedankenverloren daran kraulen und weiter nachdenken.

Hier nun der vermeintlich richtige Text:

für uns … stellt sich eigentlich erst gar nicht die Frage nach dem Weihnachtsmann. Es hat ihn einfach nicht zu geben. Basta! Schluss! Aus! Ende! Jedoch – gerade in diesen Dezembertagen werden wir vermehrt hiernach befragt. Anbei nun eine kleine – scherzhaft gemeinte – Argumentationshilfe, w a r u m es den Weihnachtsmann gar nicht geben kann.

1. Keine bekannte Spezies der Gattung Renntier kann fliegen. Aber es gibt ca. 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen (Stand: 30.11.2013; Quelle: VBio, Verband deutscher Biologen, München), und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Renntiere aus, die bisher lediglich der Weihnachtsmann gesehen hat.

2. Es gibt ca. 2.000.000.000 Kinder (die Anzahl der Kinder wird definiert durch das Alter, hierbei gilt: das Alter liegt zwischen Null und 18 Jahren; Stand: 30.11.2013; Quelle: Stat. Bundesamt, Wiesbaden; UNicef, New York) auf dieser Welt. Aber da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf ca. 15 Prozent der Gesamtzahl. Ergo auf ca. 378.000.000 Kinder (Stand: 30.11.2013; Quelle: Zentralverband der deutschen Katholiken, Köln; Ufficcio de Informationa el Vaticano (off. Informationsbüro des Vatikans)). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,51 Kinder je Haushalt auf der Welt (Stand: 30.11.2013; Quelle: UNicef, New York; in deutschen Haushalten: 1,31 Kind je Haushalt; Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden).ergibt dies 91, 8 Millionen Haushalte. Der Einfachheit halber wird von uns angenommen, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

3. Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag. Dies ist bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, durch die er reist, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint und wir deshalb als gegeben annehmen werden). Damit ergeben sich 822,6 Besuche je Sekunde. Zugegeben: dies sind ganz schön viele Besuche. Vergleichen wir diesen Wert einmal mit der durchschnittlichen Verweildauer unserer Lieblingstante… Wir runden mal: somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt (gemeint seit hiermit die Konfession, nicht die innerliche Einstellung) mit braven Kindern ca. 1/1000stel Sekunde Zeit für seine Arbeit. Die Arbeit des Weihnachtsmannes lässt sich in folgende Verrichtungen aufteilen: seinen Schlitten samt Renntieren einparken, aus dem Schlitten springen, sich durch den Schornstein zwängen, den Schornstein hinunterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übrig gebliebenen Reste des häufig sehr opulenten Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder heraufklettern, in den Schlitten springen und zum nächsten Haus fliegen. Hierbei der Einfachheit halber nicht mitgerechnet sind die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden verrichten muss, plus Essen, Trinken, etc. Mal angenommen, dass jeder dieser 91.800.000 Stopps gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind – was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt (Beweis: Stand: 30.11.2013; Quelle: UN, Peoples community population, New York; Max-Planck-Institut für Demografische Forschung, Rostock), aber als Berechnungsgrundlage wollen wir diese gleichmäßige Verteilung der Christenheit auf die Erde einmal annehmen. Was bringt uns diese Annahme? Nun, wir erhalten nunmehr eine Entfernung von 1.300.000 mm (oder auch: 1,3 km) – von Haushalt zu Haushalt. Dies macht mithin eine gesamte Entfernung von 120.800.000 km. Dies wiederum bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit bummeligen 1.040 km pro Sekunde fliegt, ergo der ca. 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Wie wir alle noch aus der Schulzeit wissen, beträgt die Erdbeschleunigung (g) immerhin 9,80665 m/s². Hierzu zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde fährt mit lächerlichen 43 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Renntier schafft höchstens 24 km – in der Stunde.

4. Kommen wir zur Ladung, welche der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten mit sich führt – vulgo: die Geschenke. Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt: Einmal angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1,00 kg). Bereits dann hat das Gepäck ein Gewicht von 378.000.000,00 kg. Hierbei finden sowohl der Schlitten selbst als auch der Weihnachtsmann keine Berücksichtigung. Der Weihnachtsmann soll im Übrigen übereinstimmend als stark übergewichtig gelten. Ein gewöhnliches Renntier kann nicht mehr als 175 kg ziehen (Stand: 30.11.2013; Quelle: Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Berlin). Selbst bei der Annahme, dass ein „fliegendes Renntier“ (siehe bitte Punkt 1.) das zehnfache normale Gewicht ziehen kann, braucht der Weihnachtsmann für seinen Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Renntiere. Nein, er benötigt hierfür 216.000 Renntiere. Das erhöht das Gewicht – den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet – auf 410.000.000.000 kg. Noch mal zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elisabeth.

5. Kommen wir zum Energieverbrauch. Ja, auch, wenn es schwer fällt: der Weihnachtsmann und seine Renntiere arbeiten so sehr, dass sogar Kalorien verbrannt werden. Also: 410.000 Tonnen Gewicht bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s² erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand – dadurch werden die Renntiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erd-Atmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Renntiere (die Renntiere des Weihnachtsmannes stehen immer paarweise nebeneinander; Quelle: Rudolph, das rotnasige Renntier; Hansa-Verlag, Lübeck; 1982) muss hierdurch 16,6 Trillionen Joule Energie absorbieren (Stand: 30.11.2013; Quelle: DLR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin). Pro Sekunde! Jedes! Anders ausgedrückt: Sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Renntiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und so weiter. Ganz zum Schluss wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt. Es gilt: das gesamte Team von Renntieren wird innerhalb von 5/1000 Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung absorbieren (Stand: 30.11.2013; Quelle: DLR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin) ausgesetzt. Ein im Durchschnitt 120-kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muss) würde an das Ende seines Schlittens genagelt – mit einer Kraft von 20.6 Millionen Newton absorbieren (Stand: 30.11.2013; Quelle: DLR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin).

Somit ist klar: Selbst, wenn der Weihnachtsmann irgend wann einmal Geschenke gebracht hatte – dann ist er jetzt tot!
Trotzdem – irgendwie ist es doch schön, an den Weihnachtsmann zu glauben.

#3 |
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Heilpraktiker

Danke für den Hinweis auf die finanzielle Unterstützung durch die American Pistachio Growers.
Viele Grüße

#2 |
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Heilpraktikerin

ja, der Weihnachtsmann…
es gibt noch andere Beispiele: Die berühmte Tomb-Raider-Frau Lara Croft würde unter realen Bedingungen mit ihrer Oberweite nicht weit kommen und sich wohl eher einen Rückenschaden holen, und Mr. Bond trinkt seine geschüttelten Martinis weil ihm die Hände vom Alk so zittern.
:-)

#1 |
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