“Hüftgelenke sind heute alle.”

26. Juli 2011
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Steigende Lebenserwartung und Innovationen in der Medizin: Die Kostenspirale dreht sich nach oben. Doch vor einer Debatte um Priorisierung oder Rationierung scheuen sich die meisten Politiker. Wie lange sich die Augen noch verschließen lassen, ist fraglich.

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung sieht düster aus. Momentan finanzieren laut Professor Dr. Fritz Beske, Leiter des gleichnamigen Instituts für Gesundheits-System-Forschung, drei Erwerbstätige einen Rentner. Bis 2050 werde nur noch ein Beitragszahler auf eine Person, die nicht mehr arbeite, kommen. Auch der medizinische und pharmazeutische Fortschritt, teure Geräte und kostenintensive Pharmaka, verschlimmern die Situation. Doch viele Gesundheitsökonomen scheuen Debatten über die Verteilung von Leistungen – ein nicht ganz ehrlicher Ansatz. Durch den immensen Sparzwang seien laut Professor Dr. Stefan Huster von der Ruhr Uni Bochum implizite Rationierungen bereits Gang und Gäbe, etwa über Rabattverträge mit den Kassen, Festbeträge oder immer mehr ambulante OPs und weniger Krankenhausbetten. Allein die Verantwortung landet bei Kollegen, die am Ende des Quartals eine teure Therapie eben nicht mehr durchführen können oder Patienten auf OP-Wartelisten parken. Laut Huster verletze dies fundamentale Rechtsnormen, sprich das im Grundgesetz verankerte Gleichheitsgebot.

Polemik oder Problemlösung?

Rein theoretisch könnte der Staat Defizite auch regelmäßig durch einen tiefen Griff in den Steuersäckel ausgleichen. Doch die Einnahmen sind dafür zu mager, und was für die Gesundheit ausgegeben wird, fehlt andernorts. Alternativ käme eine Neuverschuldung in Frage, schwierig angesichts der verordneten Schuldenbremse.

Aus diesem Dilemma sieht Fritz Beske nur zwei Auswege: Priorisierung und explizite Rationierung. Politiker seien daher in der Pflicht, die Bundesärztekammer als federführende Institution für die Aufstellung von Prioritätenlisten in der medizinischen Versorgung zu benennen. Und auf dem Ärztetag in Kiel rührte deren scheidender Präsident Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe nochmals die Werbetrommel für Ranglisten: „Bei begrenzten Ressourcen und steigender Morbidität ist die Diskussion um Priorisierung als Instrument der transparenten Verteilungsgerechtigkeit unabdingbar.“ Im Vorfeld beklagte auch er die heimliche Rationierung, welche bereits heute statt fände. Allein die Verantwortung hätten die Kollegen und Pflegekräfte in Klinik und Praxis.

Gesundheitsminister Daniel Bahr erteilte entsprechenden Appellen eine klare Absage. Sein Ziel sei, die Finanzierung des Gesundheitswesens so stabil zu gestalten, dass Rationierung oder Priorisierung unnötig würden. Rationalisieren möchte Bahr hingegen schon: Der Gesundheitsminister sprach sich für „eine Bedarfsplanung, die mehr Flexibilität und Freiheit gibt, um vor Ort die richtigen Entscheidungen zu treffen“ aus. Damit ist auch der Abbau von Bürokratie verbunden: Dokumentation sei, so Bahr, notwendig, dürfe aber nicht zum Selbstzweck verkommen. Vertreter der Krankenkassen stießen in das gleiche Horn. „Eine Forderung wird nicht dann richtig, wenn sie jahrelang wiederholt wird“, sagte Dr. Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK zu Jörg-Dietrich Hoppes Ansinnen. Und die Priorisierung medizinischer Leistungen führe zu einer „unethischen Schacherei zu Lasten der Patientinnen und Patienten“. Florian Lenz vom GKV-Spitzenverband ergänzte, die Ärzte sollten Vorschläge für eine bessere Versorgung kranker Menschen machen, nicht ein Konzept, nach welchen Kriterien man sie verschlechtere.

Ringen um Leistungen

Parallel zur politischen Kontroverse arbeitet der Deutsche Ethikrat an einem Kriterienkatalog, der medizinische, juristische und ethische Aspekte beinhaltet. Ein erster Schritt: Seit Januar ist für neue Arzneimittel die Bewertung des Nutzens obligatorisch. Allein für Zwecke der Rationierung oder Priorisierung reicht das nicht aus. Möglichkeiten bestünden in Form einer zweiten Stufe mit patientenrelevanten Endpunkten, sei es der Verbesserung der Lebensqualität oder der Verringerung von Morbidität und Mortalität. Da sich das Prozedere an die etablierte Vorgehensweise bei der Zulassung neuer Arzneimittel anlehnt und die medizinische Grundversorgung an sich auch nicht in Frage stellt, sieht der Ethikrat auch keine großen Stolpersteine bei der Umsetzung. Und ein frühes Eingreifen scheint ratsam. Hat sich eine Innovation erst einmal auf dem Gesundheitsmarkt breit gemacht, ist deren Eliminierung mehr als schwierig. So zeigte eine Studie mit Brustkrebs-Patienten, dass eine Knochenmarktransplantation im Vergleich zu etablierten Verfahren keinen Vorteil bringt. Trotzdem wurden rund 30.000 Frauen behandelt, bis die Methode eingestellt wurde.

Laut Experten reicht eine Kosten-Nutzen-Analyse allein für die Einschränkung von Leistungen jedoch nicht aus. Bei Patienten mit ähnlicher Vorerkrankung und vergleichbarer Lebenserwartung stehe ansonsten die Frage im Mittelpunkt, welches Menschenleben für die Gesellschaft den größten Wert bringe, gibt Professor Dr. Weyma Lübbe vom Lehrstuhl für Praktische Philosophie der Uni Regensburg zu bedenken. Erwerbstätige vor Arbeitslosen? Junge vor Alten? Eltern vor Kinderlosen? Erinnerungen an dunkle Zeiten werden unwillkürlich wach. Die Vergangenheit dürfe uns, so Lübbe, aber nicht davon abhalten, diese Debatte zu führen.

Stefan Huster bewertete auch ordnungspolitische Möglichkeiten. Dazu gehören Erkrankungen, die auf ein selbst verschuldetes Verhalten zurückzuführen sind, etwa Folgen des Rauchens, Unfälle durch Extremsportarten oder Leiden durch langjährige Ernährungssünden – laut Huster seien diese Kriterien moralisch bzw. praktisch nicht anwendbar. Besser eignen sich schon medizinische Fakten wie die Dringlichkeit des Eingriffs oder ein nachweislicher Erfolg durch Studien. Doch juristisch hieb- und stichfest sind auch diese Punkte nicht, wie das unter Juristen berühmt-berüchtigte „Nikolausurteil“ vom 6. Dezember 2005 zeigte: Fehlen bei einer lebensbedrohlichen Erkrankungen nämlich anerkannte Therapieverfahren, so das Bundesverfassungsgericht, muss auch eine ärztliche Behandlungsmethode mit nicht ganz entfernten Erfolgsaussichten übernommen werden.

…und wer soll das entscheiden?

Mit allen Fragen zur Verteilung von Leistungen des Gesundheitssystems muss sich ein demokratisch legitimiertes Gremium befassen. Entsprechende Aufgaben könne man „nicht an wissenschaftliche Institute, Verbände oder Interessengruppen“ delegieren, mahnte der Deutsche Ethikrat. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sowie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kämen damit zwar aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in Frage. Ihnen fehlt aber ein Mandat der Wählerschaft. Und der Gesetzgeber wiederum hat zwar die entsprechende Legitimation, aber nicht die erforderliche fachliche Kompetenz. Sollte es zu Rationierungen bzw. Priorisierungen kommen, wird die eine Instanz nicht ohne die andere auskommen.

Langfristig erwarten Gesundheitsökonomen, dass immer mehr Leistungen aus der regulären Versorgung verschwinden und den Trend zur Zweiklassenmedizin verstärken. Inwieweit der Staat Gelder zuschießt, ist offen. Husters Forderung: „Die gesetzliche Gesundheitsversorgung ist regelmäßig um diejenigen Leistungen aufzustocken, die der Durchschnittsbürger bereit ist zu versichern.“

88 Wertungen (4.4 ø)

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16 Kommentare:

angela ingwersen
angela ingwersen

Seit dem Ende meines Studiums vor 5 Jahren predige ich meinen Freunden, Anverwandten und Bekannten das Ende unseres KK-Systems und der zum Teil schon gelebten Priorisierung im Gesundheitssystems, die unaufhaltsam auf uns zu rollt! Einmal! dürfen sie raten, wie oben erwähnter (durchaus intelligente) Personenkreis reagiert: Wegschauen, Ignorieren, in Deutschland unvorstellbar und: da dies ja dem Grundgesetz widerspricht, niemlas durchzusetzen!Was soll ich sagen?
Ahhhh,ja! würde Loriot jetzt sagen!

#16 |
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Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

Zu 19) Herr Peter Cornelius
Sie beharren nach wie vor auf Ihrer unbewiesenen Meinung,bezgl. Morbus Alzheimer.
Ich auf meiner bewiesenen !! Nun denn. Was allerdings ein Skandal ist , Sie bezichtigen einen ganzen Berufsstand des kriminellen Tuns. Was ist das übrigens für eine abstruse Wortschöpfung – “dentojatrisch” ??
Haben Sie mal von otorhinolaryngoiatrisch oder von cardioiatrisch oder gar vom Ende der Nahrungskette nämlich proctoiatrisch gehört ? Ich nicht.
Wenn Sie auch ein fanatischer Amalgamgegner sind, sollten Sie doch gewisse Grenzen beachten.
Schön, daß alle Ihre Patienten “amalgamsaniert” sind.
Das kostet viel Geld, bringt ùberhaupt nix ( hokuspokus) , d. h. die “Sanierer” verdienen sich dumm und dämlich an kurzlebigen Kompositfüllungen und an längerhaltenden Goldfüllungen– keine Kassenleistung.
Nun, wie sagt der Lateiner:
Mundus vult decipi.

#15 |
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Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

Bevor jemand oberlehrerhaft motzt:
Es heißt “Carthaginem”

#14 |
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Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

Zu 1) und 13) Peter Cornelius
Vielleicht ist es seiner Aufmerksamkeit
entgangen- das ausgelutschte Thema “Amalgam” ist in diesem Artikel nicht Thema.
Aber manche Kollegen sind hier so verbohrt, dass sie hinter jeder Erkrankung sektirerisch Amalgam sehen, hören,riechen! Ich denke da an Cato, wo am Ende jeden Satzes unweigerlich kam: ceterum censeo , Carthagem esse delendam ! Die frühere Bundesministerin der Justiz ,Hertha Däubler-Gmehlin verstieg sich in der Zeit des “kalten Amalgamkriegs” zu der völlig irren Aussage, dass Zahnarztpraxen nur noch in Industrie-Gewerbezonen sich niederlassen dürften ( sic ! ) Dieser Schwachsinm führte zu den sogenannten “Amalgamabscheidern”, eine sinnlose Geldvernichtung zu Lasten der Zahnärzte.
Zwischenzeitlich haben Wissenschaftler versucht, die Schädlichkeit des Amalgams zu beweisen.
Das ist keinem in auch nur einem einzigen Fall gelungen.
Fact ist: Es gibt zwei “aggregatzustände” von Hg.
Das organische Quecksilber – hoch toxisch – gerät hauptsächlich durch belastete Nahrungsmittel ( z.B. Thunfisch )
In den menschlichen Organismus .
Das anorganische Hg, Bestandteil der ” verteufelten” Amalgamfüllungen.Diese Amalgamierung ist unlöslich und nicht toxisch.Bestandteile die verschluckt werden werden auf natürlichem Weg ausgeschieden.
Zum Artikel zurück: Nach wie vor ist die Amalgamfüllung ( lege artis gelegt )das haltbarste und beste Füllungsmaterial, und jetzt zum Inhalt des Artikels : PREISWERT !!!
Das ist aber wohl nicht im Intersse vieler Gegner. IGEL-Leistungen sind interessanter. Da liegt der Hase im Pfeffer !!

#13 |
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1. Nicht Rauchen
2. ausreichende Bewegung
3. wenig Alkohol
4. Normalgewicht
5. etwas Gelassenheit, weniger Lebensangst und geistig/spirituell positiv in die Zukunft schauen
6. Nich bei jeder Beschwerde gleich zum Dokotor rennen und bei jedem Schnupfenn ein CT der NNH fordern u.ä.
7. die Hälfte der Ärzte der Rente schicken – sprich: je mehr Mediziner desto mehr “Erkrankungen”. Und einen Mediziner, der bei jedem Schnupfen diagnostisch und therapeutisch mit Kanonenn schießt, findet sich immer!
Ich glaube, so wäre das System zu sanieren.

Ich hab’s leicht – ich bin auf der “Zielgeraden”.

#12 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

@Frau Arnold: eine Zweiklassenmedizin existiert doch seit Jahrzehnten –> ?
Neuester Beleg: Studie der AOK zu Wartezeiten beim Arzt, unterschieden nach Privatkönig und Kassenalmosenempfänger.
Wer das immer noch leugnet, muss wohl Gesundheitspolitiker sein :)

#11 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

Ich neige auch hier – mal wieder – als Fachperson (Pflegemanager B.A. / Med. Dokumentar, leider ohne Möglichkeit der Kenntlichmachung in der Berufsbezeichnungs-Zeile) zum herzhaften Gähnen.

Wie oft sollen diese altbekannten Missstände denn noch konstatiert werden?
Solange – nur zum Beispiel – der Prophylaxegedanke so dermaßen mit Füßen getreten wird wie hierzulande, aber sobald es eine stationär behandlungsbedürftige Komplikation gibt, die Geldtöpfe aufgehen, solange sich in der grundsätzlichen “Denke” und “Handle” nichts ändert, so lange wird unser “Gesundheitssystem” – ebenso wie übrigens das Renten- und das Pflegesystem – gegen die Wand fahren.
Die Frage ist nicht (mehr), ob, sondern: wann.

#10 |
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Roswitha Brandl
Roswitha Brandl

Roswitha Brandl, ich bin selbst betroffen. Ich bekam mit 45 Jahren 2 TEP`s. Damals hatte ich nur Schmerzen und Einschränkungen. Ich bin berufstätig und kann es somit weiterhin bleiben.

#9 |
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Rainer Beikirch
Rainer Beikirch

Leider gibt es da noch ein kleines Problem. Die von Politik
und Wirtschaft gewollte Privatisierung des öffentlichen Gesundheitswesens.
Große Konzerne sind nun mal auf Gewinnmaximierung ausgelegt.
Raten Sie alle mal, wohind das führen wird.
Schönen Tag noch!

#8 |
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Wahrscheinlich wird es irgendwann auf eine freiwillige Zusatzversicherung zur Deckung “extravaganter” Behandlungen hinauslaufen. Eine Zweiklassenmedizin lässt sich vermutlich nicht verhindern, ähnliche Trends zeichnen sich ja im Bildungswesen schon lange ab.

Alle gleich zu behandeln funktioniert nur, solange ein kräftiges, über Jahrzehnte anhaltendes Wirtschaftswachstum das nötige Kleingeld für ein Solidarsystem liefert, nicht in einer reifen Volkswirtschaft.

@ Frau Reinhardt: Da beißt sich die Katze IMHO in den eigenen Schwanz, wie bei der Tabaksteuer. Es gibt dann einen Interessenkonflikt bei der Prävention, da durch wirksame, nur von den Leuten selbst durchzuführende Präventionsmaßnahmen die Steuereinnahmen ausfallen würden. Solange es ein gesamtwirtschaftliches Interesse daran gibt, die Menschen zu Konsumvieh zu erziehen, dass die Befriedigung seiner Bedürfnisse nicht einen Tag aufschieben kann, werden Sie durch das Verteuern von Genussmitteln gar nichts erreichen. Fährt denn irgend jemand weniger Auto, weil der Sprit teurer geworden ist?

Es ist das Gleiche wie mit dem Energieverbrauch: Gewisse Gruppen haben *kein* Interesse daran, dass weniger Energie verbraucht wird, daher wird wissenschaftlich und technisch totgeborenen Konzepten von regenerativer Energie oder CO2-Abscheidung der Vorzug gegeben vor dem einzigen Ausweg, dem konsequenten und radikalen Energiesparen.

Deutschland lebt nun mal vom Autofahren und der Krankheit

#7 |
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Eine ausgezeichnete Auseinandersetzung. Aber das Problem ist kaum lösbar. So wird es bei unfairen und betrugsartigen Praktigen bleiben.

#6 |
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Es gibt sicher viele Angriffsmöglichkeiten um kostenbewußter zu arbeiten und z.B.unsinnige Diagnostiken zu vermeiden. Um mehr Geld im System zu halten bin ich für eine weitere drastische Reduzierung der Krankenkassen-auf eine oder zwei unter Einbeziehung der PKV, die sich jeder zusätzlich ausgestalten kann mit Zusatzversicherungen, sicher nichts neues. Die dzt. Art der Priorisierung findet leider auf der untersten Ebene mit dem Patienten statt und ist so nicht weiter tragbar.

#5 |
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Die Diskussion ist nicht neu und traditionell scheinheilig,
gerade das Beispiel mit der künstlichen Hüfte ist falsch, denn diese (TEP) sind mehrfach nachgewiesen sehr ökonomische Maßnahmen. Sie erhalten den Menschen selbstversorgungsfähig.
Der Mediziner ist nicht nur zum Behandlungsrisiko gefragt, sondern auch nach der Wirksamkeit.
Krankheit selbst, also Leben in Krankheit ist teuer und die Behandlung, die wirksam ist, ist damit ökonomisch.
Als alter Arzt darf ich wirklich sagen, dass heute Therapie in einen nicht unerheblichen Umfang von Nichtmedizinern “gemacht” wird, das sind Richter und Kostenträger.
Rationierung findet daher auch schon statt, man muss es akzeptieren und so vorsichtig wie möglich aussprechen.
Dem steht Erwartungs- und Behandlungsdruck gegenüber.
Ein traditioneller Schwachpunkt scheint mir die “übliche” Pharmatherapie zu sein,
bei der des guten manchmal zu viel getan wird unter Mißachtung von “nil nocere”
Ich denke an Antikoagulantien und Diuretika alter Menschen.
Das harmlose Vit D wird nicht bezahlt aber das nebenwirkungsbehaftete Antirheumatikum.
Das “System” erscheint mir weniger “medizinisch” als früher.

#4 |
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Armin Rother
Armin Rother

Gut, wenn jemand auf das Problem Priorisierung und Rationierung aufmerksam macht. Mit Amalgam hat dieses und andere Probleme wohl weniger zu tun.
Es ist schier unglaublich, wieviele in Bereich Medizinischer Versorgung wirkende (kompetente?) Personen anscheinend davon ausgehen, wenn wir das Problem nicht sehen (und entsprechend sinnvoll handeln), dann wird das Problem uns wohl auch nicht sehen.
Und die “Leistungserbringer” sollen sich mal schön ethisch verhalten, dann gibt´s auch keine Einschränkungen in der Versorgung – außer, kalkuliert, bei den Leistungserbringern.
Ich frage (mich): Warum machen so viele der Leistungserbringer weiter und weiter da mit?

#3 |
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dipl.psych. Solveigh Reinhardt
dipl.psych. Solveigh Reinhardt

Der “tiefe Griff in den Steuersäckel” könnte ja z.B. für die Bürger vorbehalten sein, die süchtig nach Zucker, Fett, Alkohol, Zigaretten, Softdrinks, Hoch-Risiko-Sport usw. sind: Eine Gesundheitskostensteuer pro Gramm Zucker/Fett, Packung, Liter, Sportartikel, Punkte (in Flensburg) usw., die den Kassen für Behandlungen (und nicht für Managergehälter bzw. Bonuszahlungen) zukommt, wäre eine faire Lösung. Es wird aber immer eine Gruppe Patienten bleiben, die “unverschuldet” teure Therapie braucht und dafür ist die Gemeinschaft verantwortlich.

#2 |
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Dr. med.dent Werner Muhs
Dr. med.dent Werner Muhs

Zu 1:
Auch wenn der Unfug über amalgaminduzierte Leiden immer wieder wiederholt wird , wird er nicht wahrer !

#1 |
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