Polio: Lahme Ausrottung

22. Mai 2013
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Schon im Jahr 2000 sollte das Virus eigentlich nicht mehr existieren. Dennoch wehrt sich Polio hartnäckig gegen seine Ausrottung. Mit neuen Impfstoffen und einer aufwändigen Strategie wollen WHO und UNICEF die Kinderlähmung auch aus den entlegensten Winkeln der Erde vertreiben.

Es waren beunruhigende Nachrichten, die am 11. Mai von der Welt -Gesundheitsorganisation WHO kamen. In Somalia sei die Kinderlähmung wieder ausgebrochen. Der Poliovirus vom Typ 1 nistete sich in einem 32 Monate alten Mädchen ein und verursachte eine zeitweise Lähmung. Noch in der gleichen Woche wurden in Somalia 350 000 Kinder geimpft. Denn die Gefahr, dass die Krankheit in dem Land wieder Fuß fasst, ist groß. Seit 2007 wurde kein Krankheitsfall mehr gemeldet, seit 2009 nicht regelmäßig und großflächig geimpft. Einige Tage später meldete auch Kenia im Norden des Landes einen Polio-Fall.

Große Erfolge am Anfang – und dann? Zwischen 1988 und dem Jahr 2000 hat die Zahl der Poliokranken weltweit um mehr als 99 Prozent abgenommen. Noch in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts war es kein ungewöhnliches Bild, wenn in den Schulklassen auch in Europa nach den Ferien viele Plätze dauerhaft leer blieben, weil Poliomyelitis damals noch hunderttausende von Kindern zeitweise oder dauerhaft lähmte oder gar in den Tod schickte. 1988 war das Virus in 125 Ländern der Erde heimisch. Doch die rund 200 Fälle aus dem Jahr 2012 auf Null zu drücken, erweist sich als außerordentlich schwierig. Dabei ist es nicht immer das Virus selber, das Schwierigkeiten verursacht.

Ehrgeiziges Ziel

Das Stückchen Zucker mit dem oralen Poliovakzin erwies sich anfangs als überaus erfolgreich. Seit vielen Jahren sind Europa, Süd- und Nordamerika und Australien poliofrei. Die im Jahr 1988 gegründete Initiative zur globalen Ausrottung des Virus (GPEI) hatte sich daher ehrgeizige Ziele gesetzt. Noch vor dem Jahr 2000 sollten die die letzten Kinder der Erde Kontakt mit dem Virus haben. Das Ziel war aber wohl etwas zu ehrgeizig, ebenso wie die darauf folgenden Fristen von 2005 und 2012. “Ist das Ziel überhaupt zu verwirklichen?”, fragen sich deshalb viele, insbesondere angesichts der Milliardenbeträge, die nicht nur von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung stammen und Impfstoffe, Kampagnen und Personal finanzieren müssen.

Virus auf Wanderschaft

Inzwischen gibt es nur mehr drei Länder, in denen das Virus heimisch ist. Pakistan, Afghanistan und Nigeria. Entgegen allen Unkenrufen gelang es den Gesundheitsbehörden, die Krankheit dagegen aus einem “schwierigen” Land zu vertreiben, das mit großen Problemen bei Hygiene und hoher Bevölkerungsdichte zu tun hat. Im Februar 2012 wurde Indien als frei von Polio erklärt. Während auch Pakistan sinkende Fallzahlen berichtet, steigt die Zahl der Erkrankungen in Afghanistan wieder an. Das Problem liegt jedoch nicht nur in den betreffenden Ländern selber. Mehr als die Hälfte der Erkrankungen tauchen in Ländern auf, in denen das Virus nicht mehr vorkommt, die jedoch darunter leiden, dass Zuwanderer den Erreger einschleppen. Beispiele dafür sind etwa Ägypten, wo sich Anfang dieses Jahres plötzlich Viren im Abwasser fanden, Tschad und Kongo, beide nicht weit weg von Nigeria, oder Tadschikistan, das im Jahr 2010 29 Todesfälle registrieren musste. Inzwischen hat Pakistan begonnen, ausreisende Kinder an seinen Flughäfen vorsorglich zu impfen.

Politik und Religion

Im Fokus der Aktionen gegen die letzten Rückzugsgebiete sind daher insbesondere Wanderarbeiter und Nomaden, die des Öfteren auch unkontrolliert Staatsgrenzen überqueren. Auch mit ethnischen Minderheiten und Bevölkerungsgruppen, die in schwer erreichbaren Gebieten leben und wenig Kontakt zu öffentlichen Versorgungseinrichtungen haben, tun sich die Helfer bei der Polio-Impfung schwer. Schließlich gibt es auch noch religiöse und politische Widerstände gegen die Immunisierung. So soll sich ein Aktionskommando im Dienst der USA beim Aufspüren von Osama bin Laden als Impfpersonal getarnt haben. Die Wut in Teilen der Bevölkerung entlud sich im Mord mehrerer Beauftragter der Anti-Polio-Initiative. Auch in Nigeria griffen militante Muslime medizinisches Personal an. Daher trafen sich im März islamische Gelehrte in Ägypten, um Angehörige ihrer Religionsgruppe vom Sinn der Impfung gegen die Krankheit zu überzeugen.

Impfschutz-Kessel um Problemzonen

Je nach Bevölkerungsgruppe sind unterschiedliche Impfquoten notwendig, um den notwendigen Herdenschutz zu gewährleisten. In Asien sollten mindestens 95 Prozent der Kinder eine Immunität aufbauen, in den Regionen südlich der Sahara reichen dagegen 80-85 Prozent. In den unsicheren und abgelegenen Regionen Afghanistans versucht die Ausrottungs-Initative, die betroffenen Gebiete mit niedriger Impfquote quasi einzukesseln und zumindest die Bevölkerung darum herum mit Impfschutz zu versorgen.

Vakzin als Infektionsquelle

Die GPEI kämpft gegen die letzten Polio-Überbleibsel aber nicht nur um “Gebietsgewinne”, sondern auch gegen die Tücken der Poliovakzine selber. In den meisten Ländern der Erde erhalten Kinder das orale Vakzin mit den attenuierten Viren der Typen 1, 2 und 3. In seltenen Fällen (ca 1:750 000 Geimpfte) kommt es jedoch zum Krankheitsausbruch durch das Impfvirus selber, das durch Mutation und Rekombination mit anderen Enteroviren wieder zu einem aggressiven Erreger wird. Ein Großteil der Poliofälle geht inzwischen auf die rekombinanten Impfviren zurück. Vielfach kam es auf diese Weise zu einer Infektion mit dem
Typ 2, obwohl dieser als Wildtyp bereits vor mehr als 10 Jahren ausgestorben ist.

In den Industrieländern hat daher ein Vakzin mit inaktivierten Viren den oralen Impfstoff abgelöst. Allerdings verursacht die Herstellung dabei deutlich höhere Kosten. Aber auch dieser Weg bietet nicht nur Vorteile: Durch die Injektion entsteht zwar eine starke Abwehrreaktion, die den Geimpften schützt, jedoch die den möglichen Durchmarsch der Viren durch den Darm nicht verhindert. Der Betroffene kann somit den Virus weiterhin übertragen.

Impfung: Notwendig bis zum Ende

Vor einigen Wochen veröffentlichte GPEI einen erneuerten Plan, der spätestens 2018 das Ende der Kinderlähmung herbeiführen soll. Die letzten Polio-Wildtyp-Viren sollen dann mit intensiven Kampagnen bereits 2015 verschwinden. Die trivalenten oralen Vakzine werden danach bis 2016 durch ein wirksameres bi- oder monovalentes Vakzin ersetzt. Um aber sicher zu gehen, dass es nicht zu einem erneuten Ausbruch eines rekombinanten Typ-2-Virus kommt, soll eine Dosis des Totvirus-Vakzins die Kinder schützen. Allerdings erfordert diese Aufgabe erfahrenes Personal und eine gute Logistik für den weniger stabilen Injektions-Impfstoff.

In Deutschland ist die Impfrate mit rund 95 % so hoch, dass das Poliovirus keine Chance hat. Allerdings könnte sich das mit einem Ende der Polio-Impfung auch hier schnell ändern. Weltweit, so schätzen Experten, würden ohne die Massenimpfungen in den nächsten zehn Jahren wieder fast eine viertel Million Erkrankungen auftreten.

Große Investition = Großer Ertrag?

Ist es wirklich erstrebenswert, den Kampf bis zum Tod des letzten Virus zu führen? Immerhin müssen dafür rund 250 Millionen Kinder mehrmals im Jahr erreicht und geimpft werden. Die Kosten dafür liegen bei rund 800 Millionen Euro pro Jahr. Sogar Peter Horton, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Lancet“, ist nicht vom Sinn dieser riesigen Investition überzeugt: “Die Gesundheit der Welt hängt nicht von der Polio-Ausrottung ab.” Nicht zu übersehen bleibt aber selbst nach 2018 die Infrastruktur, die durch die Impfungen für die Gesundheitsversorgung gerade in den ärmeren Gebieten der Welt geschaffen wurde. Mit diesen Erfahrungen und Zugangswegen bekommen Kinder auch Impfungen gegen Masern, Bettnetze gegen die Überträger der Malaria oder Vitamin A-Supplemente zur Kindernahrung. Die ökonomischen Vorteile einer Ausrottung der Poliomyelitis sieht eine Studie aus dem Jahr 2010 bei 30-40 Milliarden Euro für die ärmsten Länder der Erde: Einsparungen für die Behandlungskosten erkrankter Kinder und die Zunahme der Produktivität des jeweiligen Landes. Der Aufbau einer Gesundheitsvorsorge im Verlauf der Massenimpfungen ist dabei noch nicht mitgerechnet.

Erfolg oder Never-Ending-Story

Dennoch ist die größte Befürchtung der Planer von GPEI, dass auf dem Weg ins Jahr 2018 das Geld ausgehen könnte und Impfaktionen nicht mehr überall stattfinden können. Möglicherweise sind nach vielen Fristverlängerungen die nächsten Jahre die entscheidenden, um der Seuche ein und für allemal den Garaus zu machen – oder daran zu scheitern. Dermot Maher vom Britischen Wellcome Trust schreibt in einem Artikel für das WHO-Bulletin: “Die einzige Alternative zur Ausrottung von Polio ist die unbegrenzte Anwendung von Mitteln, um die Ausbreitung und die Leiden durch die Krankheit zu begrenzen. Damit verbunden sind unbegrenzte Ausgaben auf der menschlichen und ökonomischen Seite. Ein Mangel an Entschlossenheit wird das Vorhaben einer Ausrottung von Polio in das Schicksal des Tantalus verwandeln.”

81 Wertungen (4.09 ø)

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18 Kommentare:

Herr Lachenmaier, 1955 lag Westdeutschland nicht mehr in Schutt und Asche, da haben unsere VOrfahren hervorragendes geleistet, von daher befinden Sie sich bezüglich der hygienischen und Ernährungszustände in großem Irrtum. Betroffen war vor allem der Köln-Bonner Bereich, Köln hatte noch stärker mit den Nachkriegszuständen zu kämpfen, aber auch zu diesem Zeitpunkt keine Ernährungs- und Hygieneprobleme mehr. Bonn war Bundeshauptstadt und in weiten Bereichen bereits saniert und wieder aufgebaut. Sie können sich das als 1966 Geborener zwar nicht vorstellen, daß das so schnell gegangen ist, aber es ist so. Bin in Bonn geboren und aufgewachsen, und zwar in einem Arbeiterviertel. Und das Trinkwasser war genauso gut wie heute. Da geht Ihre Argumentation also hier völlig fehl. Und TCM steht keineswegs im Widerspruch zum Impfen. Die heutigen TCM-Ärzte praktizieren auch die “westliche Schulmedizin” und integrieren beide Denkweisen. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß.

#18 |
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Heilpraktiker

Die Stimmung steigt, die Emotionen kochen hoch. So ist es doch viel interessanter.
Wobei ich betonen möchte, daß ich kein Impfgegner bin. Ich mache als Heilpraktiker überwiegend TCM (Trad. chin. Med.). Da ist das oberste Credo: Der Ausgleich der Gegensätze, die Harmonisierung (von Yin+Yang etc.).
Auf Deutsch: Alles mit Maß und Ziel; und mit gesundem Menschenverstand. Auch beim Impfen. Und wenn jemand etwas ausrotten will, seien es Viren, Mäuse oder der Genuzid, dann werde ich hellhörig. Das ist nicht gut und auch nur schwierig zu erreichen; und selbst wenn es geling kommen andere Feinde, Viren oder Plagegeister nach.
@15, liebe Frau Dr. Wegener: Wenn 55 und 57 die großen Epidemien waren, aber Hallo. Da war der 2. Weltkrieg grad mal 10-12 Jahre vorbei; Deutschland lag in Schutt und Asche, der Aufbau war vielleicht in Gange, aber von Ernährung, Hygiene und Sanitären Anlagen sah es wahrscheinlich nicht so prickelnd aus (bin erst 1966 zur Welt gekommen, werte aber den Punkt für mich).
Und mit der körpereigenen Abwehr gebe ich ihnen vollkommen recht. Aber wenn man nicht’s zu beißen hat, in Schutt und Asche lebt, das Trinkwasser verschmutzt ist, wie mag es dann um die körpereigene Abwehr stehen??
Und da nützt auch keine Schluckimpfung, dann erkranke ich an was anderem!?

#17 |
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Alexander Pfeffer
Alexander Pfeffer

Also wenn ich Unkraut in meinem Garten vertilgen möchte, sprühe ich immer wieder Chemikalien darüber und rotte somit das lästige Zeug aus.
Genau so geht es mit dem Poliovirus: alle Menschen einfangen, durchimpfen
und wieder frei lassen, dann geht es uns allen viel viel besser.
Übrigens schafft und sichert Arbeitsplätze in einigen Bereichen, reduziert
so nebenbei die Bevölkerung, da erledigen sich manche Probleme der
Welt von alleine. Wenn wir so weiter machen dann ist die Erde irgenwann
platt also doch eine Scheibe….

#16 |
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Nochmals zur Aufklärung (bin selbst schwer Polio-Geschädigte): Bei der Injektionsimpfung wird zwar der Geimpfte immun, jedoch gibt es keine ausreichende Darmimmunität (die durch die Schluckimpfung gewährleistet war). Also könnte ein Geimpfter z. B. sich auf einer Reise in eines der verbliebenen Polio-Länder mit dem Virus infizieren, ohne selbst zu erkranken, und über seine Darmausscheidungen das Virus weiter verbreiten. Konsequent wäre es also, allen, die nur per Injektionen geimpft sind, auch eine Schluckimpfung zukommen zu lassen – und zwar n a c h der Injektionsimpfung. Das wäre hier aber nicht notwendig, sondern nur zu überlegen, wenn jemand in die betroffenen Länder reist. Des weiteren: Es ist eine Infektionskrankheit mit hoher Kontagiosität, und es hat n i c h t s mit dem Ernährungszustand zu tun. Die letzten beiden Epidemien in Deutschland waren 1955 und 1957, da ging es der deutschen Bevölkerung bezüglich der Ernährung schon wieder sehr gut. Und heilende Hände und geistige Hilfskräfte können gegen das Virus nichts ausrichten, denn es zerstört die motorischen Vorderhornzellen und führt zu einer Entzündung der Hirnhäute und im schlimmsten Fall auch des Gehirns bis hin zur Atemlähmung. Ich selbst wende auch Naturheilverfahren und Akupunktur in meiner Praxis an, aber hier hört es definitiv auf mit diesen Methoden, der Dauerschaden ist da, wenn das Virus zu viele Zellen zerstört, und dagegen hilft nichts außer der körpereigenen Abwehr.

#15 |
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Heilpraktiker

Ich finde es toll, daß auch heilerische + geistige Hilfskräfte wie ich wieder im Ärzteforum mitreden dürfen. Das gibt dem ganzen doch viel mehr Pepp.
Könnte mir bloß jemand die Sache mit der Scheibe erklären (was sollte die Erde sonst sein? Eine Kugel?? Da würde die Hälfte der Menschheit etc. mit dem Kopf nach unten hängen)? Und dann gibt es Leute, die glauben, daß die Erde sich um die Sonne dreht, obwohl jeder sehn kann, daß die Sonne sich um die Erde dreht (jeden Tag einmal).
Jetzt mal ernsthaft: Glauben sie, daß es den Menschen durch die ‘Fast’-Ausrottung der Polio, in den 3.-Welt und Schwellenländern ersthaft besser geht? Wenn man nicht’s zu beißen hat und in der eigenen Scheiße lebt, erkrankt man an etwas, egal wie es heißt und stirbt früher oder später daran.

#14 |
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dr Markus Frieg
dr Markus Frieg

Zunächst muss ich sagen, dass der Kommentar des Kollegen Groppe mir aus der Seele spricht.
Sodann kann ich, neben meiner Betroffenheit über die absurden Beiträgen einiger Kommentatoren hier (die ihre Kinder wahrscheinlich auch auf Masernparties schicken) nur entgegnen: wahrscheinlich ist der Geburtenrückgang in der Bevölkerung auf die Verringerung der nistenden Storchenpaare zurückzuführen…..
Schliesslich finde ich es seltsam, dass in einem Artikel über die Nahezu- Ausrottung einer wirklich schlimmen (und in den Entwicklungsländern im Überlebensfall sozial fatalen) Krankheit über diejenige NGO die diese Mammutaufgabe in den achtziger Jahren überhaupt erst initiiert und bis dato die Hauptlast trägt keine Silbe verloren wird.
So ist die angedeutete 350 Mio $ Spende von Gate nur zustande gekommen, weil Rotary auf die Gates Stiftung zugegangen ist und sich verpflichtet hat, im Gegenzug binnen eines Jahres zusätzlich weitere 200Mio$ Spenden einzusammeln (und dies auch geschafft hat). Und dies ist nur ein kleiner Teil der vielen finanziellen und ehrenamtlich Aktivitäten seit 1988.
Viel wichtiger scheint mir aber das Engagement der Clubs in den Ländern vor Ort zu sein, insbesondere in Entwicklungsländern, deren Gesundheitsnetzwerke nicht den westeuropäischen Standards entsprechen; wo es an Logistik und manpower fehlt, die von den Menschen in den Clubs ersetzt werden. Das dies sogar lebensgefährlich sein kann, haben die tödlichen Anschläge auf die rotarischen Impfhelfer in Pakistan gezeigt.
Dies nötigt mir großen Respekt ab und frage mich warum dies unerwähnt bleiben sollte

#13 |
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Brigitte Wirth
Brigitte Wirth

Brigitte Wirth, Ärztin
Ich schließe mich dem Kommentar des Herrn Krickes inhaltlich an, möchte aber noch ergänzend hinzufügen: Herr Jurischs Kommentar strotzt nur so von orthographischen Fehlern- es heißt “Gleichgesinnte”! -, so dass ich persönlich daraus aus Rückschlüsse auf die fachliche bzw. wissenschaftliche Kompetenz ziehe. Sie dürfte bei dem sprachlichen Niveau nicht sehr hoch sein….

#12 |
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Heilpraktiker

Ein hehres Ziel, die Krankheit auszurotten. Aber geht das überhaupt, und wie weit ist es sinnvoll und machbar, sprich bezahlbar? Wenn ein Virus besiegt ist kommt der nächste, und wenn keiner mehr kommen sollte, entwickeln die Menschen selber einen, wie es im Internet geschehen ist, und jeden Tag geschieht. Und wie wurden die großen Epidemien in Europa besiegt: Mit Impfstoffen und Antibiotika, oder durch ausreichend Ernährung, sauberes Wasser und Hygiene?

#11 |
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Daniel Krickes
Daniel Krickes

@9: Als konsequente Fortführung ihrer Theorie sollten sie uns jetzt noch erklären, warum die Erde eine Scheibe ist.

#10 |
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Dipl. Biol. Thorsten Walter
Dipl. Biol. Thorsten Walter

Das Nicht-Gelingen der Ausrottung kann auch ein Hinweis darauf sein, dass gar kein Virus die Ursache der Symptome ist. Unlängst konnte nachgewiesen werden, dass die “große Poliomyelitis Epidemie” eher mit dem Einsatz von Pestiziden wie DDT in Verbindung gebracht werden kann, denn nach dessen Verbot sanken schnell auch die Infektionszahlen – noch bevor eine Impfung überhaupt etabliert war. Und DDT ist noch lange nicht von der Erdoberfläche verschwunden…

#9 |
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Daniel Krickes
Daniel Krickes

Lieber Herr Jurisch, so lange es Leute wie sie gibt, die ihre Mitmenschen mit ideologisch vergifteten Hokuspokustheorien verwirren wollen, wird uns das Polio-Virus und andere Erreger sicher noch lange erhalten bleiben.

#8 |
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Brigitte Hummel
Brigitte Hummel

“Durch die Injektion entsteht zwar eine starke Abwehrreaktion, die den Geimpften schützt, jedoch die den möglichen Durchmarsch der Viren durch den Darm nicht verhindert. Der Betroffene kann somit den Virus weiterhin übertragen.”
Es ist schon interessant, wie ein inaktiver Imstoff durch Darmpassage auf einmal aktiv wird???????

#7 |
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Steffen Jurisch
Steffen Jurisch

Wie sollte der Artikel eingeordnet werden? Einerseits drängt sich beim lesen der Gedanke auf, dass da wohl wieder einmal ein paar Mindesthaltbarkeitsdaten abgelaufen sind und die Vacsine schnell verbraucht werden sollte, ehe kosten der Entsorgung entstehen… andererseits, sind es doch die Minderheiten, die Menschen in den dritten Ländern die schnell mal mit einer Massenimfung, getarnt als humanitäre Geste der reichen und schönen (Gates-Stiftung), herhalten müssen…
Die Polio würde wohl längst der Vetgangenheit angehören, wenn man “Bio-tech-Unternehmen” wie z. B. Monsanto und deren Vorgänger und Gleichgesinden die Erlaubnis zur Produktion von Pestiziden und Herbiziden untersagen würde – denn Polio steht im unmittelbaren Zusammenhang mit DTD. Und meist werden in den heutigen “Entwicklungs- und Drittländern” noch immer die Pestizide und Herbizide ohne Schutzmassnahmen und ohne Maß aufgebracht…
Mein Vorschlag – Verbieten wir Weltweit alle Pestizide und Herbizide, sorgen wir für Nicht-Gen-Manipulierte Saaten und somit Ernten, und sorgen wir reichen Länder, in dem wir weniger Fleisch konsumieren, für eine ausreichende Ernährung aller Menschen auf dieser Welt – dann, so wette ich meine Leben (!) werden viele Krankheiten auf nimmer wiedersehen verschwinden!
Denn auch und vor allem ein durch Mangelernährung geschwächter Körper ist für die meisten Krankheiten empfänglich – und denken sie nicht, ein Mensch der viel Fett, Zucker, Auszugsmehl und tierische Produkte verzehrt sei nicht unterernährt!

#6 |
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@Thomas Bezler
Zu Ihrem Verweis auf Greenberg
http://www.whale.to/vaccine/greenberg_h.html
(und das ist definitiv keine Pro-Impfen Seite)

Die von Ihnen krisierte Definitionsänderung hätte allenfalls kurzfristig eine nicht vorhandene Wirksamkeit als vorhanden vortäuschen können. Die Zahlen danach machen die Wirksamkeitsbelege der Impfung aber noch robuster.

Und, ja, ich war früher bei einem Impfstoffhersteller tätig. Meine hier geäußerte Privatnmeinung stellt nicht die meines Arbeitgebers dar.

#5 |
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Ach ja, ach ja,

selbstverständlich ist allen beteiligten Organisationen (WHO, UNICEF, Rotary International, Bill- und Melinda-Gates-Stiftung u.a.) nicht entgangen, dass die letzten Schritte zu einem so ehrgeizigen Ziel die schwersten sind. Dennoch – ein Rückgang von weltweit 350.000 Neuerkrankungen im Jahr 1988 auf 644 (!) im Jahr 2011 kann sich wirklich sehen lassen!
So kann man das bisher Erreichte nicht hoch genug loben. Wir Älteren, die die letzten Polio-Ausbrüch der 1950er Jahre noch miterlebt haben, erinnern uns gut an das Leid und die Behinderung von Klassen- oder Schulkameraden, auch an die Angst, selbst zu erkranken.
Da kann man noch so sehr Aufwand und Nutzen in Millarden Dollar oder Euro gegeneinander aufrechnen, alles das wirkt unaufrichtig. Es geschieht -aus gutem Grund – doch auch nicht – bei den Kosten für Chemotherapien oder andere palliative Behandlungen bei prognostisch infausten Krebserkrankungen. Wo kommen wir denn da hin!

(Übrigens heißt ein Virus “Das” und nicht “Der”. Etwas mehr wissenschaftliche Ausrichtung könnte DocCheck guttun

#4 |
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Wer hat denn das neu definiert? Halte ich für baren Unsinn, denn nicht jede Poliomyelitis geht mit einer Meningitis und/oder Enzephalitis einher. Die meisten Polio-Lähmungen bilden sich relativ schnell zurück, und heutzutage sollte doch wohl der Virusnachweis zur richtigen Diagnose führen.

#3 |
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Thomas Bezler
Thomas Bezler

aus Buch von Jürgen Fridrich “Impfen mit den Augen des Herzens betrachtet”: Der Statistiker Greenberg stellte in einer Anhörung in den USA klar: “Die Polio wäre immer verschwunden, weil mit dem Beginn der Impfung die Krankheit Polio neu definiert wurde: Polio mit lang andauernden Lähmungen, länger als 60 Tagen. Alle Lähmungen unter 60 Tagen zählten nun zu Enzephalitis oder Meningitis.
Legt man die Erkrankungskurven von Polio und die von Enzephalitis/Meningitis in einem gemeinsamen Diagramm, so verdichten sich die Aussagen des Statistikers. Die Poliokurve geht fast senkrecht gegen Null, währnd die andere zum gleichen Zeitpunkt einen fast senkrechten Anstieg auf ein bisher nie dagewesenes Niveau erfährt. So ein Diagramm wurde im obigen Buch abgebildet. Dieses Phänomen konnte mir noch keine Behörde erklären. Schade!

#2 |
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Die Polioimpfung wird immer häufiger bei den Reiseimpfungen vergessen – in meinen Augen immer noch grob fahrlässig. Auch sehe ich immer häufiger in den Impfpässen von Jugendlichen, daß die notwendige Auffrischimpfung vergessen wurde. Das Risiko von Dauerschäden nach einer Polioinfektion liegt bei 2 % und ist damit so hoch wie bei keiner anderen Infektionskrankheit. Demzufolge sind auch die Folgekosten – z.B die lebenslange apparativ-technische Versorgung – immens hoch. Da ist die sinnvolle Impfung mit Sicherheit kosteneffektiver.

#1 |
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