eGK-Lesegeräte: Der Ton wird rauer

1. August 2011
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Die Schlacht um den Verkauf und die Installation der zum Oktober benötigten neuen eGK-Lesegeräte ist in vollem Gang. Anbieter von Praxissoftware, Softwarebetreuer, Händler für EDV oder Praxisbedarf und Verbände versuchen ihre Geräte und Dienstleitungen zu verkaufen.

Nun sollte man meinen, durch diesen legitimen Wettbewerb kann der Arzt nur gewinnen und er bekommt so gute Geräte bzw. Dienstleistung zu fairen Preisen. Leider ist dies oft nicht der Fall und die Händler, Dienstleister und Verbände nutzen die Praxen als Schlachtfeld. Hier scheinen fast alle Waffen und Tricks Recht zu sein, um den Verkauf abzuschließen.

Mit diesen gängigen Tricks sollen Sie verunsichert werden:

Nicht immer das beste Angebot für Mitglieder

Verbände und Kooperationen bewerben ein bestimmtes Gerät, für das sie mit dem Hersteller Sonderkonditionen ausgehandelt haben. Leider steht bei der Auswahl der Geräte der Nutzer nicht immer an erster Stelle. Wichtiger sind oftmals der Preis und auch die Provision, die der Verband, bzw. die Kooperation erhält. Es wurden auch schon Geräte angeboten, die nicht zugelassen waren. Preise werden verschleiert: zu vermeintlich günstigen Preise für die Geräte kommen dann noch hohe Versand- oder Service-Gebühren.

Unser Tipp: Prüfen Sie, ob das Angebot auch hält, was es verspricht. Ist das angebotene Gerät für Sie geeignet? Ist der Preis inkl. aller Kosten tatsächlich günstig? Ist das angebotene Gerät überhaupt zugelassen (siehe kv-telematik.de)?

Empfehlungen, denen man nicht immer vertrauen sollte

Gerne wird das eine oder andere Gerät vom Anbieter der Praxissoftware empfohlen. Aber auch hier stecken oftmals vorrangig eigene Interesse dahinter. Manch ein Anbieter erhält für seine Empfehlung eine Vergütung. Gerne wird diese damit begründet, dass die Geräte zur Software kompatibel sind.

Unser Tipp: Die Lesegeräte müssen nicht mit der Software kompatibel sein, sondern im Gegenteil: Jeder Anbieter von Praxissoftware muss sicherstellen, dass seine Software mit allen zugelassenen Lesegeräten kompatibel ist. Ist dies nicht der Fall, kann die Software ihre Zulassung verlieren. Seien Sie misstrauisch, wenn nur einige wenige Geräte empfohlen werden.

Bei den Geräten hört die Betreuung oft auf

Manch ein Software-Betreuer wandelt sich vom Beschützer der Systeme zum aggressiven Angreifer, der im wahrsten Sinne des Wortes Angst und Schrecken verbreitet. Besonders gerne wird auf die komplizierte und aufwändige Installation verwiesen. Schließlich muss die Installationsgebühr ja irgendwie gerechtfertigt werden. Kunden, die ein Gerät nicht beim Betreuer kaufen, sondern nur die Installation von diesem durchführen lassen möchten, werden gerne eingeschüchtert. Es werde keine Garantie für die Funktion übernommen, auch Updates oder Support für die Geräte würden verweigert.

Unser Tipp: Wenn Sie sich auch nur ein wenig mit Computern auskennen, schon mal Tastatur, Maus oder Bildschirm angeschlossen haben, sollten Sie die Installation selbst in die Hand nehmen. Die Installationsanleitungen der Hersteller sind meist gut verständlich. Die meisten Hersteller bieten zusätzlich einen telefonischen Support, der Sie unterstützt.

Wer sich nicht mit der Installation beschäftigen möchte, sollte das Angebot seines Softwarebetreuers aber in jedem Fall prüfen. Der Berater verdient doppelt: sowohl am Gerät als auch an der Installation. Nur weil die Installationsvergütung EUR 215,00 beträgt, heißt das noch lange nicht, dass eine Installation auch so viel kosten sollte. Für die Installation eines stationären und eines mobilen eGK-Lesegeräts fallen maximal eine Stunde Arbeitszeit an, die zum gängigen Stundensatz abgerechnet werden sollte. Wird Ihnen eine Schulung angeboten, sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten, denn in der ersten Stufe ändert sich für Sie als Anwender gar nichts. Somit nutzt eine solche Schulung nur dem Anbieter.

Ein seriöser Softwarebetreuer installiert und betreut in jedem Fall auch Geräte, die Sie nicht über ihn bezogen haben. Sollte Ihr Berater Druck auf Sie ausüben, stellt sich die Frage, ob Sie ihm Ihr sensibelstes Gut – Ihre Praxissoftware – anvertrauen sollten.

Fazit

Infomieren Sie sich über die Vor- und Nachteile der Geräte, um herauszufinden, welches Gerät am besten zu Ihnen passt. Das Internet ist hierfür eine gute Hilfe. Kaufen sollten Sie Ihre Lesegeräte nur bei einem Anbieter Ihres Vertrauens. Wir hoffen, unsere Tipps helfen Ihnen herauszufinden, ob dieser Ihr Vertrauen auch verdient.

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