Generation Y: Die „Systemverderber“?

26. November 2015
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Überstunden, Dauerstress, militärische Hierarchien – als Jungmediziner in der Klinik hat man ein äußerst arbeitsreiches Leben vor sich. Doch die Zeiten ändern sich. Wird das alles bald Geschichte sein?

Schon länger zeichnet sich ab, dass unsere Generation an Medizinern anders ist. Sie traut sich mehr, sie fordert mehr. Vor allem in einer Sache stimmen die Ärzte von morgen überein: Sie wollen eine Work-Life-Balance haben, geregelte Arbeitszeiten und Zeit für Kinder, eine Familie, Hobbys und Freunde. Kurz: ein Leben jenseits von Übermüdung, Dauerstress und ständigen Konfliktsituationen. Klingt doch sehr nachvollziehbar. Warum also werden sie von der älteren Generation immer noch als selbstverliebt und egoistisch abgestempelt, ja sogar als „Problem“, weil sie keine 60-Stunden-Woche haben wollen, ihre Überstunden bezahlt haben möchten und lieber den Job wechseln, als sich an das bestehende System anzupassen?

Ärztenachwuchs als billige Arbeitskraft?

Es liegt vielleicht nicht nur daran, dass die älteren Kollegen „härter im Nehmen“ sind, da sie die gleiche Ausbildung durchlaufen haben und mit genau den gleichen Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten konfrontiert wurden, aber im Gegensatz zu uns nichts dagegen machen konnten und die Situation akzeptierten. Sie bemängelten vielleicht schon damals die gleichen Umstände wie wir, wollten aus dem System der schlaflosen Überstunden ausbrechen, doch das Bewusstsein der Vorgesetzten und der Gesellschaft ließ so etwas nicht zu, wenn man nicht als „Faulenzer“ und „arbeitsunwillig“ abgestempelt werden wollte. Viele ordneten sich also den Chefs unter und entwickelten einen Zynismus, den die heutigen Studenten nur schwer nachvollziehen können. Christian Schmidt, ehemaliger Chirurg und medizinischer Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln, der in den neunziger Jahren seine Assistenzarztausbildung gemacht hat, rechtfertigt die Haltung seiner Generation: „Stress trägt zur Persönlichkeitsformung bei. Ich habe das selbst erlebt. Man lernt ja gerade in Krisensituationen. Heute teilt man sich den Wochenenddienst mit drei Leuten. Da sind wir jetzt schon.“

Die junge Generation von Ärzten sieht aber, wie schwer sich gute Medizin in diesem System umsetzen lässt und wie unzufrieden viele Ärzte der älteren Generation mit ihrem Arbeitsalltag sind. Jahrzehntelang waren die Kliniken darauf angewiesen, dass der Ärztenachwuchs im Praktischen Jahr und in Famulaturen monatelang umsonst arbeitete und später endlos unbezahlte Überstunden machte, ohne aufzubegehren. Auf Mütter wurde in Schwangerschaft und bei der Kinderversorgung kaum Rücksicht genommen und auch Väter hangelten sich oft von einem Einjahresvertrag zum nächsten. Jetzt könnte sich das ändern, denn die „Generation Y“, also alle nach 1980 Geborenen, verlangt nicht nur bessere Arbeitsbedingungen und Flexibilität, sondern stellt auch Ansprüche auf Kinderbetreuung, einen besseren Führungsstil, Feedbackverhalten und Coaching. Für die Krankenhäuser mag das schmerzlich sein, da sie künftig mehr Geld für Mitarbeiter als für Maschinen ausgeben müssen. Schmidt erklärt die Generation Y trocken: „Die wollen einen Nine-to-five-Job, kontrollierten Patientenkontakt und keinen Stress. Das ist ein Problem in der Medizin.“ Doch Probleme kann man lösen und die Patienten würden enorm von einer Medizingesellschaft profitieren, die mehr Menschlichkeit in den Mittelpunkt ihrer Visionen stellt.

Vorreiter im Ausland

Andere Länder zeigen bereits, dass dieses System funktioniert. Schweden, England, die Schweiz und Co. bieten ihren jungen Ärzten geregelte Arbeitszeiten, eine angemessene Bezahlung der Überstunden und flache Hierarchien. Die Arbeitgeber unterstützen sie bei der Wohnungssuche, bieten umfangreiche Kinderbetreuung an und fördern das Lernen der Landessprache. Mehr als ein Drittel der etwa 10.000 Mediziner, die jedes Jahr ihr Staatsexamen abschließen, wandern ins Ausland ab. Tendenz steigend. Es ist kein Zufall, dass es momentan 2.000 offene Ärztestellen an Krankenhäusern und Kliniken gibt, wie der Marburger Bund vor zwei Jahren errechnet hat. In zehn Jahren sollen es sogar mehr als 30.000 sein. Wenn es so weiter geht wie bisher, sollen bis zum Jahr 2030 in unseren Krankenhäusern etwa 111.000 Ärzte fehlen. Immer mehr entscheiden sich nämlich gegen die Niederlassung und gegen Überstunden-Jobs in der Klinik, aber für eine Anstellung mit geregelten Arbeitszeiten. 1993 waren lediglich 5.397 Ärzte im ambulanten Bereich angestellt. Letztes Jahr zählte die Bundesärztekammer 26.307. Auch die Zahl der Frauen in der Medizin, die Zahl der Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit und die Zahl der Ärzte in Teilzeit nahm in den letzten Jahren stark zu. Es ist der Ausdruck einer sich wandelnden Medizin – mit wandelnden Prioritäten.

Kein Bock auf Burnout

Die neue Generation wehrt sich nicht nur gegen horrende Arbeitszeiten, sondern indirekt auch gegen Burnout, Sucht und Depression, die in ärztlichen Berufen überproportional häufig sind. Heutzutage soll laut dem Hamburger Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin beinahe jeder dritte Arzt an deutschen Kliniken unter einem Burnout leiden. Studien zufolge erkranken schon im ersten Berufsjahr 23 bis 31 Prozent aller Assistenzärzte an depressiven Störungen – bei Gleichaltrigen aus der Durchschnittsbevölkerung sind es nur 15 Prozent.

Mediziner leiden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen auch doppelt so häufig unter Suchtproblemen. Experten schätzen, dass 10 bis 15 Prozent aller Ärzte mindestens einmal im Leben abhängig werden, meist von Alkohol, Beruhigungstabletten oder Schmerzmitteln. Sie haben den Zugriff, das Wissen und vor allem haben sie eine enorm hohe Arbeitsbelastung. Ärzte sind täglich mit Krankheit und Leiden, oft auch mit dem Tod konfrontiert. Und wenn dann noch die vielen Überstunden, der Stress und die Konflikte mit dem Chef oder den Kollegen hinzukommen und der wichtige Ausgleich durch Freizeit, Hobbys, Freunde und Familie fehlt, kann man nachvollziehen, wie diese Zahlen zustande kommen. In Deutschland und in vielen anderen Ländern ist Selbstmord bei Ärzten die häufigste unnatürliche Todesursache. Mediziner bringen sich doppelt so häufig um wie Angehörige anderer Berufsgruppen. Bei den Ärztinnen ist die Suizidrate im Vergleich zur weiblichen Allgemeinbevölkerung sogar viermal höher.

Es liegt am System

Vor neun Jahren gründete der Psychiater und Psychotherapeut Bernhard Mäulen das „Institut für Ärztegesundheit“, eine Wissensplattform im Internet mit Fachartikeln, Literaturtipps und allerlei praktischen Ratschlägen. Er ist der erste, der offen über dieses Thema spricht und ausgebrannte Kollegen psychotherapeutisch betreut. Nach seiner Ansicht ist es das heutige System, was die Ärzte selbst krank macht. „Es sind vor allem die Arbeitsbedingungen […]. In den Krankenhäusern [leiden] die Ärzte unter der starren Hierarchie, ständigem Zeitdruck und der körperlichen Belastung durch die langen Arbeitszeiten und Nachtdienste. Die Ausbeutung in den Kliniken ist enorm“, sagt Mäulen. „Ärzte müssen heute doppelt so viele Patienten aufnehmen wie vor 20 Jahren – für dasselbe Gehalt.“ Doch er sieht auch viele niedergelassene Mediziner. Auch sie arbeiten oft mehr als 55 Stunden pro Woche, sind frustriert von Bürokratie und Administration, kämpfen mit finanziellen Unsicherheiten und entwickeln – zumindest in einer Einzelpraxis – häufig ein Gefühl der Isolation.

Reform für System mit Sinn

Dem wollen junge Ärzte nun mit einer Reform der Medizin begegnen. Das Ausbeutungsprinzip, das sich über die Jahrzehnte gehalten hat, bekommt Risse. Der autoritäre Drill mit strengen Hierarchieebenen wird zunehmend nicht mehr ohne Weiteres toleriert. Medizinstudenten verloren früher innerhalb weniger Semester die Illusion, dass es in ihrem Beruf in erster Linie um die Patienten und nicht um die Chefs geht. Doch die neue Generation pocht stärker auf sinnvolle Arbeitsinhalte und -strukturen. „Es wird sich nichts ändern, wenn wir uns nicht ändern“, sagt Johanna K., PJlerin am Klinikum der Universität München. „Unsere Generation hat das in der Hand. Wenn wir klar machen, dass wir das nicht mehr mit uns machen lassen, muss sich das System zwangsläufig ändern.“

Jeden Tag muss sie um sieben Uhr in der Chirurgischen Klinik sein. Selten kommt sie vor acht Uhr abends raus. „Wenn ich nicht wüsste, dass ich irgendwann als angestellte Ärztin einer Praxis feste geregelte Arbeitszeiten und flexible Arbeitsmodelle haben werde, würde ich das echt nicht durchhalten“, so die erschöpfte PJlerin. Johanna hat schon einige Reaktionen auf den Stress in der Klinik bemerkt. Oft ist sie kraftlos, kann am Wochenende nur noch schlafen. An manchen Tagen, an denen sie wegen kleiner Fehler vom Chefarzt vor der gesamten Belegschaft „runtergemacht“ wird, weint sie. „Es sind natürlich nicht alle so. Wir Studenten halten zusammen. Und es gibt ja auch tolle Erfahrungen, die ich machen darf.“ Dennoch fehlt ihr etwas in der Klinik. Wenn sie es betiteln müsste, wäre es wohl Respekt vor ihrer Arbeit. Sie ist der Meinung, dass in einem Krankenhaus jeder wichtig ist – vom obersten Arzt über den Studenten und den Pfleger bis hin zur Putzkraft. „Leider spürt man davon nichts.“

Medizinische Menschlichkeit

Johanna möchte nach ihrem PJ in die Dermatologie gehen. „Viele Kommilitonen belächeln mich immer. Ich möchte aber eine Facharztausbildung machen, die mir nicht nur Spaß macht, sondern mir auch eine einigermaßen sinnvolle Zeiteinteilung garantiert.“ Johanna ist im dritten Monat schwanger und bringt in ein paar Monaten eine kleine Tochter zur Welt. Schon allein ihretwegen ist sie darauf angewiesen, eine Teilzeitstelle zu ergattern. „Ich möchte gute Medizin machen, dazu gehört aber auch, dass ich mich um mich selbst und meine Familie kümmere.“ Ärztliche Selbstaufgabe nützt keinem Patienten etwas, wenn der Doktor aus Übermüdung wichtige Sachen übersieht. Wer selbst durch die Überlastung im Beruf krank wird, kann keine Patienten mehr heilen. Die menschliche Fürsorge und Verantwortung sind wichtig und dazu gehört eben auch die Selbstfürsorge und die Fähigkeit eigene Grenzen zu erkennen und zu beachten. Unsere heutige Generation ist nicht faul, sie hat nicht den egoistischen Wunsch nach einem möglichst hohen Gehalt mit möglichst wenig Arbeit. Sie hat die Vision einer Medizin, die die Menschlichkeit in den Fokus rückt – und zwar für Patienten und für Ärzte.

170 Wertungen (4.76 ø)

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24 Kommentare:

Heilpraktiker Karlheinz Sauer
Heilpraktiker Karlheinz Sauer

Ein guter Artikel, wenn es immer weniger Ärzte gibt in Zukunft, wie reagieren eigentlich die Krankenkassen darauf? Da diese es sind die später die Kosten tragen. Außerdem haben sie dann eine Versorgungspflicht. Wie wollen die es dann bewältigen. Wir haben derzeit ca 90.000 Niederlassungen in Deutschland und 147.000 Krankenkassen Angestellte. Soweit ich ich im Witschaftsstudium aufgepasst habe, sollte ein Unternehmen max. 10% Verwaltung haben! Hier haben wir ca 160%.
Viele Steuermänner wenig Ruderer. Ich hoffe, dass sich die Y Generation diesem System nicht unterwirft. Heute müssen die Unternehmen Gesudheitsmaßnahmen ergreifen, dass es den Arbeitnehmern besser geht. Gesetzlich vorgeschrieben! Scheint für die Krankenhäuser nicht zu gelten. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe, dass ich nicht unters Messer komme an einen Chirurgen der schon 24 Std Dienst hatte, nur weil es nicht genügend Mitarbeiter gibt.

#24 |
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Gast
Gast

Ich glaube, dass die frühere Akzeptanz der überlangen Arbeitszeiten in der Klinik mehrere Gründe hatte:
– die Belastung im Dienst war eine Andere; früher war die Fähigkeit zur Selbsthilfe deutlich besser, und es ist nicht jeder Knochenbruch sofort als Notfall operiert worden.
– die Perspektiven waren anders: das Krankenhaus war Ort der Facharztausbildung für 4-6 Jahre, danach wurde man entweder Oberarzt oder ist in die Niederlassung gegangen. Die Klinik war in der Regel nicht der Lebensarbeitsplatz für nachgeordnete Fachärzte.

Dazu kommt noch eine andere Erziehung, in der Zucht und Ordnung vorherrschende Werte waren. Nicht so verweichlicht wie es jetzt läuft. Da sehe ich schwarz für unseren Lebensabend (und ich habe noch min. 28 Jahre vor mir bis zur Rente) …

#23 |
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Ärztegemeinschaft Amedis
Ärztegemeinschaft Amedis

Hallo ich gehöre zu der Generation der “Harten”, die in den 90 er Jahren ihre Facharztausbildung machten. Ich freue mich riesig, dass sich etwas ändert!! Meine Zeit an der Charite Campus Virchow in Berlin sehe ich dagegen eher etwas kritisch. Ich wagte aufzubegehren. Ich schrieb die Überstunden auf und sorgte dafür, dass sie nicht nach drei Monaten “verjährten”. Als ich genug beeinander hatte, forderte ich sie als Freizeit oder zumindest Bezahlung ein. Mein damaliger Chef Prof. Bier bestellte mich zu sich ein. Er eröffnete das Gespräch mit den Worten, dass ich wohl kein Interesse an einer Vertragsverlängerung hätte. Damit lag er nicht ganz falsch. Ich hatte dann genug Überstunden, dass ich bis zum Ende meines Vertrages (6 Monate) nicht arbeiten musste.
Das Schlimme an solchen Arbeitsverhältnissen ist, dass damit oft nur die absolut ineffiziente Arbeitsweise der Klinik kompensiert wird. Eine Visite mit 8 Ärzten und 30 Minuten kostet eine halbe Stelle. Bringt sie so viel oder dient sie nur der Eitelkeit des Chefs. Da gibt es unzählige weitere Beispiele.
Also Jungs weiter so!! Bratet und quält die Kliniken und die Chefs, dass sie tun, was ihre Pflicht ist.

#22 |
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Generation Y Student
Generation Y Student

Sehr guter und auch notwendiger Artikel.
Ich kenne viele Kommilitonen/-innen, die sich bereits während des Studiums in Richtung Ausland orientieren. An den Universitätskliniken, wo oft neben der chronischen Überbelastung der Routine auch noch verlangt wird, die Freizeit für Forschung zu opfern möchte auch kaum jemand bleiben.
Was nützt einem denn ein relativ gutes Gehalt, wenn man dafür seine Familie selten sieht und kaum Freizeit hat?
Und an die älteren Generationen, die uns hier als Weicheier und verantwortungslose Faulpelze abstempeln wollen: Lesen Sie die Statistiken. Es heißt zwar never change a running system. Dieses unser System steuert jedoch auf den Kollaps zu. Also sollten doch wohl Änderungen her, insbesondere in Überstundenmanagement und Elternzeit – oder wollen Sie in Ihrer unendlichen Weisheit die Ärzte für die zunehmende Zahl unbesetzter Stellen schnitzen?

#21 |
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Gast
Gast

wäre es nicht revolutionär, wir könnten Arbeit anders denken als durch Zeitlohn? Zeit anders wahrnehmen, als nur über Messbarkeit, Abrechenbarkeit in Geld und bürokratischer Schablonen und Schublädchen. Ist die eingesetzte Lebenszeit zB eines gestressten Angestellten egal ob Klinik oder anderswo wirklich der gesellschaftlich demokratisch? ausgehandelte Gegenwert und bestmögliche Nutzen für alle Sozialversicherungseinzahler? Nicht die Zeit sollte der Maßstab sein, sondern die Freude an der Arbeit, echte persönliche Verantwortung, menschliche Erfolge, wie ggf Heilung, verbesserte Lebensqualität eines Kranken etc. Die Bezahlung in Zeitlohn erscheint mir mehr und mehr anachronistisch und bezieht sich auch nur noch auf die aussterbenden Arbeiter- und Angestelltenklasse entsprechende alte, aussterbende Denkweisen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte auch hier neue Perpektiven öffnen

#20 |
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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

Was nützt aller technischer Fortschritt, wenn die Organisationsstrukturen wie im Mittelalter sind.
Danke für den Artikel, er verdeutlicht, wie wichtig Systeme zur Macht- und Ausbeutungskontrolle sind und auch die wissenschaftlichen Grundlagen dazu.
Meines Wissens gibt es keinen einzigen Lehrstuhl der sich z.B. allein mit der Korruptionsfeststellung und -Bekämpfung befaßt, obwohl sie doch allgegenwärtig ist.
Sind die Grundlagen für verbesserte Systeme geschaffen, kann an die (revolutionäre oder friedliche) Umsetzung gedacht werden.
Weitere Stichwörter: echte Wahlkontrolle, mehr direkte Bürgerbeteiligung, Kontrolle wirtschaftlicher Macht und Einflussnahme auf wirtschaftlich Abhängige, Beeinflußung von Kindern und Minderjährigen durch Religionen etc.

#19 |
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Gast
Gast

Ich bin zwar kein Mediziner, sondern Entwicklungsingenieur, aber der Artikel hat mich trotzdem sehr gefreut. Er kommt zur richtigen Zeit. Eine gute Freundin von mir ist Ärztin in einer Klinik, und das vorgeschriebene Arbeitspensum, der erwartete Einsatz von ihr erscheint mir seit längerem schon als bestenfalls extrem ungesund, schlimmstenfalls als, ja, ich schreibs jetzt – krank.

Dabei finde ich es bei all den Diskussionen über Arbeitszeiten schon länger sehr bezeichnend, wie die Wünsche unserer Generation (ich bin Jahrgang 84) nach humanen Arbeitszeiten und nachweislich nicht krankmachenden (!) Arbeitszeiten von so vielen der vorhergehenden Generationen systematisch diskreditiert werden: man sei verwöhnt, wolle nur das Nötigste tun, habe keine Leidenschaft, sei gar Egotaktiker, also sogar irgendwie asozial. Derweil merkt man diesen Leuten oft selbst schon sehr deutlich an, just wie sehr sie selbst unter den Bedingungen litten. Und noch immer leiden.

Dabei legitimiert meiner Meinung nach das Durchmachen von schwierigen Zeiten im Zeitgeist der 80er Jahre, als es systemisch also alles irgendwie einfach so war, nicht dazu, dieselben Bedingungen an jüngere Generationen weiterzugeben. Dass es so war, macht es nämlich noch lange nicht richtig.

So wie ich das sehe, kommen auf uns alle in den nächsten Jahrzehnten immer ausgefeiltere und entwickeltere Technologien zu, die noch zu gewaltigen Effizienzsteigerungen und Möglichkeiten der Systemgestaltung (!) führen. Es liegt an uns allen, ob wir diese Entwicklungen nur immer weiter zur Profitmaximierung und Prozessoptimierung einsetzen wollen, oder ob wir uns nicht auch ein gesundes (!) Leben gönnen wollen. Auch in Kliniken…

#18 |
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Gast
Gast

Ja, leider nimmt die Ausbeutung der Arbeitskraft in diesem Land immer mehr zu. Und das trifft genauso auf den Ärzte-und Pflegebereich zu. Allerdings muss man auch mal sehen welch extrem hohe Vergütung dagegen ein Chefarzt erhält. Das ist keineswegs gerechtfertigt. Hier könnten Veränderungen zu mehr gerechter Verteilung führen. In den letzten Jahren hat sich die Situation zunehmend verschlechtert und das bei immer mehr Arbeitsbelastung durch zunehmende Dokumentation und Administration, höhere Fallzahlen und kürzere Liegezeiten. Viele Kliniken wurden bereits geschlossen und die bestehenden werden immer mehr belastet. Wenn man jedoch liest wie wenige Ärzte unbestechlich sind, dann sägen sie an ihrem eigenen Ast. Eine gute Medizin ist ganz sicher nicht erkennbar an der Menge der verordneten Medikamente, m. E. ganz im Gegenteil! Ausserdem wäre eine Medizin, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt für alle befriedigender.
Die nächste Generation möchte sich wie alle jungen Menschen abgrenzen vondem Tun der Vorgänger. Das ist äusserst normal. Inzwischen ist ein Punkt erreicht, an dem eine Steigerung des Arbeitspensums kaum noch möglich ist. Das spüren diese jungen Menschen sehr wohl und dementsprechend liegt ihr Augenmerk wieder auf anderen Aspekten. Hoffentlich erhalten oder erkämpfen sie den nötigen Spielraum dafür.

#17 |
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Alex Baird-Winter
Alex Baird-Winter

Nun, lieber Autor,
natürlich kommt die Forderung nach “geregelten” Arbeitszeiten gut an. Ebenso die Forderung, die sooo extrem hohe psychische Belastung abzustellen. Sicher ist ein Teil Wahrheit dabei – überhebliche Chefs, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben ( Beweis mit der (zögernden) sehr häufigen Antwort auf die Frage “na, wie gehts uns denn heute?” “ähm, gut…” – kommt ein “naaaja”, wird es geflissentlich überhört”, und ein “schlecht” landet gar nicht) kanzeln andere Meinungen gerne ab. Stört nur, bringt den Ablauf durcheinander.
Ja, das ist ärgerlich und kann einen tödlich nerven.
Aber ich erinnere an eines: wie kein anderer Beruf sollte der Beruf des Arztes eine Hingabe an Ideale sein, nicht Normen. Hat man diesen Beruf gewählt, sollte man dies aus Faszination getan haben, mit unendlicher Freude an neuen Entdeckungen und der fortwährenden Suche nach dem Kern des Übels ( der Krankheit )
Kollegen, die einen Job wie im Großunternehmen wollen, sollen doch in die Wirtschaft oder Forschung gehen, mit Zeitkonten, Sabbatical und so weiter.
Oder Amtsarzt werden. Das ist noch geregelter, Leute!
Es gilt auch heute noch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre – was bildet man sich eigentlich ein?
Generation Y schielt in die Schweiz oder andere Länder, aber ich bringe als Abschluss die kürzlich gehörte Aussage eines Hausarztes: Nach Abzug aller Kosten hab ich so rund 11 oder 12 K Euro, was will ich denn mehr – die Kollegen, die noch mehr fordern, haben eine rosarote Brille. Und wehe, ich sage etwas, dann werde ich zum Schwarzen Schaf.
Was wollt Ihr denn mehr?Um in der Wirtschaft so viel zu verdienen, muss man sich auch etliche Jahre “hoch-dienen”, der eine länger, der andere kürzer.
Lange Rede, kurzer Sinn: Der Arztberuf ist ein Leidenschaftsberuf. Sollte es sein, und jeder, der nur den Verdienst und normale Arbeitszeiten im Fokus hat, läuft Gefahr, das versteckte Symptom einer schwierigen Krankheit zu übersehen – weil er sich mehr mit dem Stress und den schrecklichen Arbeitszeiten als mit den Vorteilen dieses wunderbaren Berufs auseinandersetzt.

#16 |
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Gast
Gast

Der Link zum Thieme-Artikel beweist die falsche These nicht.

2014 gingen rund 2.300 Ärzte ins Ausland (Statistik der Bundesärztekammer). Aber doch nicht von den 10.000 Absolventen, sondern von den Ärzten insgesamt und das sind mehr als 400.000 in Deutschland. Die Aussage “Ein Drittel der Absolventen geht ins ins Ausland” ist nicht zu belegen.

#15 |
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Gast
Gast

Hä? “Johanna” ist im 3. Monat schwanger und sie weiß schon, dass sie eine Tochter bekommt? Und scheinbar verstößt es doch gegen das Arbeitsrecht wenn sie Schwanger von 7- 20 Uhr arbeitet? Sicher steht sie auch am Tisch…sinnloser Artikel oder die Dame ist verantwortungslos. Viele Grüße

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Henning Tauscher
Henning Tauscher

Es gibt auch Beispiele dafür, dass das System nicht überall so ist oder sich bereits gewandelt hat. Ich absolviere gerade mein erstes Tertial als PJler in der Chirurgie eines Leipziger Hauses. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es ein katholisches Haus ist (jetzt sollte die Klinik klar sein), aber ich fühle mich dort extrem wohl. Meine Arbeit wird gewürdigt und es wird darauf geachtet, dass keine Überstunden gemacht werden oder wenn doch gibt es Freizeitausgleich. Die Patienten genießen eine menschenwürdige Behandlung und es fühlt sich insgesamt wie eine große Familie an. Flache Hierarchie und ein herzliches, respektvolles Miteinander sind wahrscheinlich dafür verantwortlich. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb läuft meistens alles wie am Schnürchen. So sollte es sein.

#13 |
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Weitere medizinische Berufe

in diesem unfähigen Org-System braucht man sich nicht wundern wenn….
Beispiel: Die Gesundheitskarte wird heute noch nicht rationell als Patienten-Datenträger und damit viele Abläufe rationell abzuwickeln.
So ein grober Unfug gibt es nur im Bereich Gesundheit, das eine Krankheit ist
Eine z. B. Notaufnahme ist ein reiner Horror, mann macht alles handschriftlich
bis zum Umfallen.
Ich habe unlängst im Krankenhaus gesehen: Die Verpflegung wird mit WLAN-Dategerät an die Küche übermittelt >oganisiert, die Etiketten ausgedruckt
Die Krankenschwester nimmt die Daten mit Hand auf einem Formular auf, das muß ja dann jemand wieder irgendwo eintragen >>>>Totaler Schwachsinn!

#12 |
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Simone Pfaue, Generation X
Simone Pfaue, Generation X

Die Nachkriegsgeneration genoss vorher nie da gewesenen Wohlstand, Mutti verdiente das “Zubrot”, Vati war zum Kaffee aus dem Büro zurück; alles war auf einmal möglich, Arbeitskräfte waren hochbegehrt und gut bezahlt! Das Blatt wendete sich für die nachfolgende Generation, die Babyboomer. Es musste um Arbeitsplätze gekämpft werden, Bestnoten waren gefordert, Ausbildungsplätze für Real.abschluss wurden mit Abiturienten besetzt und nach dem Abi musste sofort die Entscheidung fallen, wie es weiter gehen soll. Nach dem Abschluss erwarteten einen unbezahlte Überstunden, schlechte Gehälter und befristete Verträge. Das Recht auf Berufstätigkeit der Frauen und die damit einhergehende Dreifachbelastung (bis 1972 musste der Ehemann den Arbeitsvertrag mit unterschreiben und konnte die Berufstätigkeit untersagen, wenn die Frau “ihre Haushaltspflichten” vernachlässigte) war zur Pflicht geworden.
Was folgte, waren Überlastung von Eltern und deren Kinder bis zum Burnout, Unzufriedenheit und Trostlosigkeit bis zur Depression, auch die hohen Scheidungsraten sehe ich zum Teil darin begründet. Die Möglickeit der “Selbstfindung und -verwirklichung” gipfelte in einem Selbstoptimierungswahn und dem Gefühl, nie zu genügen, beruflich und auch privat, fachlich und optisch.
Die Welle bricht immer an der höchsten Stelle, Generation Y ist die logische Konsequenz daraus.
Liebe Generation Y: Ihr nervt uns. Manchmal haben wir das Gefühl, wir müssten Eure Arbeit noch mit erledigen. Eure ewige Gechilltheit stresst uns. Ihr stellt alles infrage, was wir uns an Leistungsfähigkeit antrainiert haben. Und Ihr lasst Euch nicht hetzen, das beunruhigt uns.
Aber: Wenn ihr es dadurch schafft, dass das Arbeitsleben mehr flow für alle ermöglicht, Ihr uns Burnout-Therapeuten überflüssig macht, die Zahl der stessbedingten Krankheitstage und psychisch bedingte Frühverrentungen sinken und Eure Ehen und Kinder glücklicher sind, wart Ihr auf dem richtigen Weg!
Und ich glaube, dass Ihr recht behalten werdet. Sehr cool, Leute.

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Dr. Burkhard Klein
Dr. Burkhard Klein

Die Forderung nach humaneren Arbeitsbedingungen in der Humanmedizin sind doch wirklich nicht neu! Ich frage mich seit Jahren, warum gerade die Mediziner sich in einem solchen Maße ausbeuten lassen! Jetzt wird über die Generation Y diskutiert und “erhofft”, dass diese eine Änderung an den bestehenden, aktuellen Arbeitsbedingungen bewirken könnte?
Ich bin Personalrat in einer großen Universitätsklinik und stelle nüchtern einmal folgendes fest:
Unserem Vorstand ist bekannt, dass seit Jahren in vielen Kliniken jeden Monat erneut – und in den letzten Monaten sogar vermehrt – gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen wird.
Auch ist aus zwei durchgeführten Belastungsanalysen bekannt, dass annähernd 90% der Ärzte regelmäßig reichlich Überstunden machen, die alle nicht vom Personalrat genehmigt sind, aber planmäßig anfallen. Weiter ist bekannt, dass in vielen Bereichen unverändert Mitarbeiter(innen) von ihren Vorgesetzten angehalten werden, ihre tatsächlichen Arbeitszeiten nicht oder nicht korrekt zu dokumentieren (damit keine Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz amtlich werden). Ca. 60% der wissenschaftlichen Mitarbeiter habe in den letzten 12 Monaten laut aktueller Belastungsanalyse darüber nachgedacht, das Klinikum zu verlassen.
Ca. 70% der Berufsanfänger sind Frauen, bei den Oberärzten sind es noch ca. 30%. In unserer Chefetage finden wir keine 5% Frauen mehr. Auch unser Vorstand wurde erst vor kurzem vom Aufsichtsrat zu 100% “vermännlicht”.
Aus der Generation Y hat bisher kaum eine(r) den Weg zum – und dann auch in den Personalrat gefunden!
Wenn die Generation Y es wirklich schafft (Sie erkennen meinen Zweifel?), diese Strukturen etwas zu verändern, dann sei sie herzlich willkommen!

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Dr. med. Eberhard J. Wormer
Dr. med. Eberhard J. Wormer

“Wer selbst durch die Überlastung im Beruf krank wird, kann keine Patienten mehr heilen.”

Ach was! Das ist neu. Ärzte, die Patienten heilen wollen. So weit ich das mitbekommen habe, will die Mehrheit der Ärzteschaft in erster Linie Krankheiten behandeln – Gründe dafür gibt es genug. Nichts für ungut, verehrte Kollegen. Ich wäre schon froh, wenn der Grundsatz “Du sollst [dem Patienten] nicht schaden!“ bei dem einen oder anderen Doktor noch im Hinterkopf wäre.

Heilen oder nur behandeln? Ein totgeschwiegenes Thema, was die moderne Medizin und die Ärzte betrifft.

#9 |
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Tja – die “Generation Y” (M. Heckel, Studentin der Humanmediziner) stöhnt schon, bevor Sie auch nur einen Handschlag eigenverantwortlich getan hat. Mittlerweile ist es nicht mehr so, daß die jungen Ärzte ausgebeutet werden, heute muß man Sie mindestens bis zum Facharzt ans Händchen nehmen, da ein wirklich eigeninitiatives Arbeiten und das Übernehmen von Verantwortung viel zu viel gewordene ist.
Ich habe die alten Seite erlebt und bin für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen. Das Ergebnis ist das Ende der 24-36-Std-Dienste, eine vernünftige Bezahlung in den Anfangsjahren aber mittlerweile eine 9-to-5-Mentalität.
Das war nicht das Ziel – Schade…

#8 |
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Gast
Gast

Herzlich Willkommen Generation Y, allerhöchste Zeit für ein Umdenken, allerhöchste Zeit um endlich mal das zu fordern was human ist, wichtig nur, auch auf die Umsetzung der Forderungen bestehen.

#7 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Liebe Leser,

vielen Dank für Eure Hinweise. Wir haben die entsprechenden Passagen im Artikel dahingehend korrigiert.

@ Thomas Bauch: Den Link zu der von Dir zitierten These kannst Du am Anfang des Absatzes finden sowie unter folgender URL: https://www.thieme.de/viamedici/arzt-im-beruf-arzt-im-ausland-1563/a/facharztweiterbildung-im-ausland-18829.htm.

Zwecks besserer Verständlichkeit haben wir die Verlinkung zusätzlich dementsprechend angepasst.

Eure DocCheck News Redaktion

#6 |
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Student der Pharmazie

Lieber Autor, Ihre These:

“Mehr als ein Drittel der etwa 10.000 Mediziner, die jedes Jahr ihr Staatsexamen abschließen, wandern ins Ausland ab.”

lässt sich nicht mit der verlinkten Begründung der BÄK aufrechterhalten:

“Seit 2005 werden bei den Ärztekammern die Daten bezüglich der Abwanderung von Ärzten ins Ausland erhoben. Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass im Jahre 2013 insgesamt 3.035 ursprünglich in Deutschland tätige Ärztinnen und Ärzte ins Ausland abgewandert sind, wobei der Anteil der deutschen Ärzte 62,9 Prozent beträgt.”

Da die Kammern alle Ärzte in ihrer Region registrieren, kann man über die Bewegung ohne die Zahlen zur Zuwanderung nur raten. Ohne Kenntnis dessen, würde ich dennoch raten, dass die Fluktuation vermutlich bedingt ist durch den hohen Grad der Internationalisierung. Diese Internationalität spiegelt auch die Abwanderung von ca. 40% ausländischen Ärzten wider.
Sprich: es wird ein bisschen heißer gekocht als gegessen!

My bits zu den Arbeits(zeit)bedingungen: Die Kliniken werden immer mehr in die wirtschaftliche Ecke gedrängt. In der Wirtschaft werden oft Pauschalverträge geschlossen, bei denen die Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. Dass die Kliniken das auch so machen (müssen), sieht für mich stark nach politischem Willen aus. Daran müssen wir was ändern! Wieviele Fehler passieren aus Übermüdung?

#5 |
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Generation-Y-Student
Generation-Y-Student

„Stress trägt zur Persönlichkeitsformung bei” -> dem stimme ich zu; die entsprechenden Veränderungen/Prägungen sind in meinen Augen aber negativ.

“Nine-to-five-Job” assoziiere ich mit Menschen, die ihre Arbeit nur als notwendiges Übel zur Finanzierung des Lebens ansehen. Ich denke, das trifft auf die wenigsten Mediziner zu – unabhängig von der Generation. Mir persönlich geht es um die planmäßig angesetzten, elektiven OPs ab 17.00 Uhr und (z. T. weit) später…

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Student der Humanmedizin
#3 |
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Pharm.stud Olivia Rössler
Pharm.stud Olivia Rössler

Bitte erwähnen Sie nicht gerade Schweden als Musterland! Es ist ein Musterland für Mediziner ohne Ambitionen – abgesehen von denen die am liebsten Kaffetrinken und und mit den Kollegen in endlosen Sitzungen über hauptsächlich Administratives plaudern. Inzwischen dürfen die Patienten geduldig auf einen Termin warten, was
Wochen und Monate dauern kann. Das ehemalige Vorzeigeland Schweden ist ein Desaster sowohl für den Arzt der etwas mehr will als nur von 8-16 Uhr herumzusitzen aber vor allem für den Patienten der adekvate Betreuung braucht.
Private Initiative oder andere Alternative als die staatlich organisierte Krankenversorgung ist so gut wie nicht existierend in Schweden, also bestens geeignet für solche die den Arztberuf wie ein Job am Fliessband ansehen.

#2 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ein Freund von mir (Chirurg) arbeitet in der Flensburger Diako (Krankenhaus). Er war auch ein Jahr an der Berliner Charité. Obwohl diese ihm Verlängerung und Übernahme anbot; und er dort mehr geld verdiente als in Flensburg, ist er wieder nach Flensburg zurückgekehrt, denn in Berlin hatte er neben mehr Gehalt auch viel mehr Stress; und die höheren Mieten haben die Differenz auch noch “aufgefressen”!. Die Diako hatte die Stelle offengelassen, damit er mit neuem Wissen wiederkommen könne…:-)

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