Ovarialkarzinom: Katheter sammelt Spülflüssigkeit

11. November 2015
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Ein Ovarialkarzinom wird oft erst spät entdeckt. Eine neue Möglichkeit zur Früherkennung bietet ein „Dreiwege-Katheter“, der die meist Tumorzellen-infizierte Spülflüssigkeit nahezu schmerzfrei einsammelt und ein metastasierendes Abfließen in den Bauchraum verhindert.

„Derzeit gibt es nur zwei Krebsarten, bei denen die Früherkennungsmethoden von der amerikanischen Präventions-Task Force mit einem ‚A‘ als ‚äußerst‘ zielführend beurteilt werden“, so Paul Speiser von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und von der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie, der auch Mitglied des Comprehensive Cancer Centers Vienna (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien ist, „nämlich beim Gebärmutterhalskrebs und beim Dickdarmkarzinom. Unsere Entwicklung könnte eine dritte Krebsform erschließen.“ Dazu entwickelte Speiser einen Katheter, der verhindert, dass die Spülflüssigkeit in den Bauchraum abfließt, und nahezu schmerzfrei gesammelt werden kann.

Nun konnte gezeigt werden, dass bei Vorliegen von Eierstockkrebs in 80 Prozent Tumorzellen in der Spülflüssigkeit gefunden werden können. Weiter konnte bei einer Probandin – die sich bereits für eine vorbeugende Eierstockentfernung entschlossen hatte – mit Unterstützung einer Form des Next Generation Sequencing („Smart Sequencing“) in der gewonnenen Spülflüssigkeit ein okkultes Karzinom nachgewiesen werden. „Die Ergebnisse lassen hoffen, dass zumindest die Früherkennung bald möglich sein wird“, erklärt Speiser.

Eine wichtige Entwicklung, denn das Eierstockkarzinom zeigt kaum Symptome und wird bei rund drei Viertel aller Betroffenen sehr spät entdeckt. In einem späten Stadium ist das Ovarialkarzinom mit einer sehr schlechten Prognose für die Lebensdauer der Betroffenen verbunden.

Tumoren frühzeitiger entdecken?

Ziel der studienbeteiligten Wissenschaftler ist es, die Entnahme der Spülflüssigkeit und deren Analyse so weit zu entwickeln, dass das „in jedem Spital und in jeder gynäkologischen Ordination ganz leicht angewendet werden kann“, so Speiser. Weitere Studien sollen auch zeigen, ob es möglich ist, mit dieser Methode frühzeitig Tumoren oder ihre Vorstufen zu entdecken und die Erkrankung dadurch möglicherweise überhaupt zu verhindern.

Originalpublikation:

Lavage of the Uterine Cavity for Molecular Detection of Müllerian Duct Carcinomas: A Proof-of-Concept Study
Elisabeth Maritschnegg et al.; Journal of Clinical Onocology, doi: ; 2015

16 Wertungen (4.31 ø)

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3 Kommentare:

Gast
Gast

Wie mit Spühlung (lavage) eine Ausbreitung in die Bauchhöhle verhindert werden soll,
müsste mir jemand einmal erklären.
Ich sehe es genau umgekehrt.

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Mitarbeiter von DocCheck

Liebe Frau Flottmeier,

vielen Dank für Ihren Hinweis.
Wir haben den Link angepasst, er führt nun direkt zum Studienabstract.

Ihre DocCheck News Redaktion

#2 |
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Aha, der Artikel im Journal of Clinical Oncology ist nur mit Passwort zu öffnen…
wie dieser Katheter funktioniert wird nicht erklärt….
Was bringt mir denn nun dieser Artikel außer der Info, dass es da “etwas” gibt?
Lange nicht mehr so etwas Nichtssagendes gelesen!

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