Euro: Ist krank, macht krank

8. April 2013
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In vielen EU-Ländern wütet die Finanzkrise: Erste Auswirkungen der fiskalischen Sparmaßnahmen sind laut einer aktuellen Studie jetzt spürbar. So hätten die Einschnitte in das Gesundheitsangebot eine dramatische Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bevölkerung in Spanien, Griechenland und Portugal nach sich gezogen.

Bisher sei es durch die harten Sparmaßnahmen nicht gelungen, die wirtschaftliche Situation in den Euro-Ländern zu verbessern, vielmehr wurde zusätzlich deren Gesundheitswesen enorm belastet, analysiert Studienleiter Dr. Martin McKee vom Europäischen Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik und Professor der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM). So habe das Zurückfahren der öffentlichen Ausgaben und die Einschnitte in das Gesundheitsangebot eine dramatische Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bevölkerung in Spanien, Griechenland und Portugal nach sich gezogen und zu einem Anstieg bei psychischen Erkrankungen und Selbstmorden geführt.

Darüber hinaus schade die strikte Sparpolitik der EU-Troika (Kontrollgremium aus Vertretern der Europäischen Zentralbank EZB, Internationalen Währungsfonds IWF und EU-Kommission) Wirtschaft und der öffentlichen Gesundheit gleichermaßen. Die Generaldirektion für Gesundheits- und Konsumentenschutz der Europäische Kommission sei per Abkommen verpflichtet, die Auswirkungen der EU-Politik auf die Gesundheit zu überprüfen, denn politische Entscheidungen über den Umgang mit Wirtschaftskrisen haben bedeutende und unvorhersehbare Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Tatsächlich haben sich Gesundheitsbehörden und Gesundheitsminister im Verlauf der Wirtschaftskrise auffallend ruhig verhalten. McKee kritisierte weiters, dass Finanz- und Wirtschaftsdaten viel schneller zur Verfügung stünden und mehrmals im Jahr publiziert werden, während es bei Gesundheitsdaten wesentlich länger dauert, bis sie verfügbar sind.

Krisenländer Portugal, Spanien und Griechenland

Dennoch seien einige gesundheitliche Auswirkungen der Eurokrise bereits klar erkennbar: Psychische Erkrankungen wie Depressionen sind in Griechenland und Spanien auf dem Vormarsch und die allgemeine gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung und der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben sich in Griechenland seit Ausbruch der Krise verschlechtert. Das Griechische Gesundheitsministerium meldete zwischen Januar und Mai 2011 eine Explosion der Selbstmordrate um 40 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode 2010. Die Anfang April veröffentlichten Eurostat-Zahlen dokumentieren einen Anstieg der Arbeitslosenrate von 21,4 auf 26,4 Prozent zwischen Dezember 2011 und Dezember 2012. Eine empirische Analyse aus dem Jahr 2009 „The public health effect of economic crisis and alternative policy responses in Europe“ zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen Arbeitslosen- und Suizidrate: Demnach führt ein Anstieg der Arbeitslosenrate um ein Prozent zu einer Steigerung der Suizidrate um 0,79 Prozent bei unter 65-Jährigen. Erhöht sich die Arbeitslosenrate um mehr als drei Prozent, wächst die Selbstmordrate sogar um 4,5 Prozent.

„Jeweils 10 US-Dollar, die pro Person für aktive Arbeitsmarktprogramme ausgegeben werden, reduzieren die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf die Selbstmordrate um 0,38 Prozent“, erklärt Studienautor Dr. David Stuckler, Department of Sociology der Oxford-University. „Leider werden aber gerade solche offensiven Arbeitsmarktprogramme im Zug der Sparmaßnahmen in vielen Ländern eingeschränkt“, bedauert McKee. In Schweden, wo in Relation zur Einwohnerzahl relativ viel in Gesundheitsausgaben investiert werde, sei keinerlei Zusammenhang zwischen Konjunktur und Sterblichkeitsraten feststellbar, in Spanien hingegen, wo die öffentliche Gesundheitsvorsorge auf einem wesentlich geringeren Stand sei, stiegen die Sterblichkeitsraten mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit, so Stuckler. Gleichzeitig warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO, „dass es keine Überraschung ist, wenn es in der Bevölkerung zu mehr Stress, Selbstmorden und psychischen Erkrankungen kommt, die Bedürftigen und Kranken die ersten sind, die betroffen sind und es schwieriger wird, die bestehenden Gesundheitsbudgets aufrecht zu erhalten.“

Musterschüler Island

Island ist trotz ähnlicher, finanzieller Probleme des Finanzsektors einen anderen Weg gegangen. Obwohl das Land als eines der ersten von der Finanzkrise betroffen war, haben sich in einem Referendum 93 Prozent der Bevölkerung gegen ein Bankenrettungspaket des IWF ausgesprochen. Die Folge war ein Währungsverfall der isländischen Króna (-35% Abwertung), explodierende Importkosten und hohe Einkommenseinbußen. Dennoch waren die Auswirkungen auf das isländische Gesundheitssystem vernachlässigbar, weil die Regierung verstärkt in soziale Absicherung und Arbeitsmarktpolitik investierte. Darüber hinaus haben sich die Ernährungsgewohnheiten verbessert.

Der Fastfoodriese Mc Donald´s hat sich wegen der hohen Importkosten für Zwiebel und Tomaten aus Island zurückgezogen und die Bevölkerung hat sich verstärkt auf das Kochen von heimischen Fisch in den eigenen vier Wänden verlegt, was zusätzlich die isländische Fischindustrie unterstützt hat. Und schließlich hat der soziale Zusammenhalt dazu beigetragen, dass die Krise besser als in anderen Ländern bewältigt wurde, wodurch es auch zu keinem Anstieg der Selbstmordrate gekommen ist. „Obwohl eine Extrapolation auf andere Länder mit Sorgfalt vorgenommen werden sollte, zeigt sich am Beispiel Island, das die Lehren aus dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gezogen hat, dass Alternativen zum strikten Sparkurs vorhanden sind“, so McKee abschließend.

Wie reagierten andere Länder?

Einige Länder wie Lettland, Polen, Slowenien und Österreich nutzten die Krise um Kosten im Krankenhauswesen und Pharmasektor zu sparen, indem sie ihre Preisverhandlungsposition bei gegenüber Pharmafirmen stärkten. Dänemark, Griechenland, Lettland und Slowenien beschleunigten ihre Restrukturierungsmaßnahmen im Krankenhaussektor. Andere wie Zypern, Irland, Litauen und Rumänien senkten oder froren die Gehälter (England, Slowenien) des medizinischen Personals ein oder reduzierten die Gehaltserhöhungen (Dänemark), was zu einem Ausgleich der Gehaltsunterschiede und damit zu einem Abwandern medizinischer Fachkräfte führen könnte. In den Niederlanden wurden einige Angebote wie in-vitro-Fertilisation und Psychotherapie aus dem Leistungsspektrum gestrichen. Leider seien wegen fehlender Daten und Verzögerungseffekten, die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Maßnahmen derzeit noch nicht absehbar, bedauern die Studienautoren.

European Observatory on Health Systems and Policies

Das Europäische Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik fördert evidenzbasierte Gesundheitspolitik, indem es die Dynamik der Gesundheitssysteme in Europa umfassend analysiert. Das Observatorium ist aus einer Partnerschaft zwischen dem europäischen Regionalbüro der WHO, den Regierungen von Belgien, Finnland, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Slowenien, Spanien, Schweden und der Region Veneto in Italien, der EU-Kommission, der Europäischen Investmentbank, der Weltbank, der London School of Economics and Political Science (LSE) und der LSHTM entstanden. Es besteht aus einem Lenkungsausschuss, einem Management-Team, einer Forschungsggruppe und weiteren Mitarbeitern. Der Sitz befindet sich in Brüssel mit Büros in London, Berlin und Moskau.

 

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Medizin

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14 Kommentare:

maurice vanbellinghen
maurice vanbellinghen

Population-wide weight loss during an economic crisis in Cuba in the ’90s led to declines in death from diabetes and heart disease, which rebounded once the country got back on its feet, researchers found. During the crisis, which occurred between 1991 and 1995, shortages in food and gas meant people ate less and walked or biked more, Manuel Franco, MD, of the University of Alcala in Madrid, and colleagues noted online in BMJ. Cubans lost 9 to 11 pounds (4 to 5 kg) on average during that period, and diabetes mortality stabilized; it then fell 50% during a slow recovery period between 1996 and 2002, but rose again by 49% from 2002 onward, they reported. Heart disease mortality dropped by 34% during the recovery period, but the rate of decline slowed after 2002, the researchers found.
Cuba maintained a “well-developed” public health surveillance through its economic crisis, according to Walter Willett, MD, DrPH, of the Harvard School of Public Health, who wrote an accompanying editorial.

The economy has since recovered, largely after the year 2000, and now the prevalence of obesity in that nation has exceeded pre-crisis levels, the researchers said.

(Source: http://www.medpagetoday.com/PrimaryCare/Diabetes/38374 )

#14 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

mir wurde von einem arzt mal gesagt :nehmen sie die tablette dann sind sie gesund_ ich fand das mehr als frech ,so ist es auch mit den finanzen ohne sorgen lebt es sich besser,kann geld für sorglosigkeit sorgen? ja und nein-einige Sorgen wie voolll überarbeitet und kaum Zeit für Familie und seiner selbst gab es auch vorher schon. Auch viel Geld oder wenig Geld mußte verdient werden auf krankmachende Art ,und ausgegeben auch nochmal auf jene… Hoffentlich werden auch diese Ursachen behandelt und verändert, das Finanzielle desaster auch und das Wertschöpfungskettenexistenzminimum erhöht auf die richtige Art und Weise für arbeitgeber,arbeitnehmer,kunden ,kinder,rentner,tiere Pflanzen der Umwelt für und wegen –

#13 |
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Ärztin

@ Bernhard Breskewiz
Sehr geehrter Herr Breskewiz, um bei meinem Modell vom Organismus zu bleiben: ein Krankenhaus würde in diesem Modell ein lyphatisches Organ darstellen und sich mit Immunabwehr (Polizei, Militär) beschäftigen .Als public health manager sind auch sie davon abhängig, welche Resourcen finanzieller Art Ihnen zur Verfügung gestellt werden. Dh.auch sie sind abhängig vom (außeren) Finanzsystem und verwalten nur innerhalb ihres eigenen Systemes ihre Resourcen. So ist das im körper auch. Ihre Position befindet sich allerdings im ZNS (Leitung) des Systems, die Verwaltung der internen finanziellen Mittel ist nur ein Teilgebiet ihrer Aufgaben und zwar wichtig aber untergeordnet.
Würden sie sich in diesem Kontext mit ihrer eigenen Aussage:”Das Finanzsystem stellt eine Bewertungs- und Verteilungszentrale dar, die versucht, die Ressourcen des Körpers so zu verteilen, dass das System überlebt.” noch identifizieren können?
Die eigentliche Aufgabe ihres “Organes” ist doch dafür zu sorgen, dass Menschen wieder gesund werden, (Zellen wieder funktionsfähig) und das wirtschaftlich möglichst effektiv. Dafür ist das ZNS, die Leitung da.
Mit freundlichen Grüßen
Silke Schuster

#12 |
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Ärztin

@Bernhard Breskewiz

-Versuchen Sie Ihr Bild doch mal so aufzubauen:Das Finanzsystem stellt eine Bewertungs- und Vteilungszentrale dar, die versucht, die Ressourcen des Körpers so zu verteilen, dass das System überlebt.-

Das ist die derzeitige betriebswirtschaftliche Sichtweise, die den “Speck” in den Mittelpunkt stellt. Das wäre “mit dem Bauch gedacht” und der “Bauch” denkt vor Allem an sein eigenes Wohlergehen. Ich wehre mich entschieden dagegen dem Finanzsystem die Rolle der Bewertungs- und Verteilungszentrale zu geben, das ist die Aufgaben des ZNS, dem übergeordneten Organ.
Sogar im realen Organismus ist der Speck als Reserve gedacht und sollte in schlechten Zeiten (wenn kein Wachstum möglich oder sinnvoll ist) den Organismus nähren. Der “Speck” als Selbstzweck macht keinen Sinn.

Genau in diesem Punkt liegt auch der Denkfehler im System. Wir müssen mit den anderen “Organismen” nicht konkurrieren wer fetter ist sondern wer gesünder ist.

-Wenn das Verteilungssystem dabei den Körper vergisst und nur noch sich selbst nährt, stirbt der Körper ab. und so weiter…- dann ist der Körper/Organismus fett und krank.

“Master of public health” ist übrigens eine Weiterbildung mit der auch ich schon geliebäugelt habe.
Nach welchem Betriebsmodell sollte man denn ihres Erachtens ein Krankenhaus führen? Haben Sie ein “Bild” für mich? Etwas wie “Schraubenfabrik” oder “Autowerkstatt” oder “Dienstleitungsunternehmen” oder was auch immer?
Mein geistiges Modell ist “Gespensterjagen” nach allen Regeln der Kunst,-natürlich nicht die Patienten sondern deren Krankheiten. Wir haben es mit immer größeren und mutierten Gespenstern/Krankheiten zu tun und bekommen immer weniger Mittel und schlechter qualifiziertes Personal um diese Aufgabe zu bewältigen. Da iat die Apoptose vorprogrammiert.
Auch Krankenhausgesellschaften, die in “mageren Zeiten” auf Speckvermehrung setzen riskieren die “innere Fäule”.

#11 |
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Bernhard Breskewiz
Bernhard Breskewiz

Sehr geehrte Frau Schuster,
das Finanzsystem mit einer Energieressource zu vergleichen, hinkt doch sehr stark.

Versuchen Sie Ihr Bild doch mal so aufzubauen:
Das Finanzsystem stellt eine Bewertungs- und Verteilungszentrale dar, die versucht, die Ressourcen des Körpers so zu verteilen, dass das System überlebt. Wenn das Verteilungssystem dabei den Körper vergisst und nur noch sich selbst nährt, stirbt der Körper ab. und so weiter…
Da wird ein Schuh draus.

Mit freundlichen Grüßen
Master of Public Health, nennt sich hier “nichtmedizinische Berufe”, was auch so ein hinkendes Bild ist.

#10 |
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Bernhard Breskewiz
Bernhard Breskewiz

Wie man hier in atemberaubender Weise den Zusammenhang zwischen angeblicher Verschlechterung von “Gesundheits”Dienstleistungen und dem Auftreten von Fallzahlen herstellt, ist schon skurril. Wenn man solch rasante Schlussfolgerungen zulassen möchte, dann hat die Finanzkrise bei uns in diesem Jahr zu einem ungewöhnlich langen Winter geführt. Leere Kassen und niedrige Temperaturen zeigen ja duchaus eine statistisch signifikante Parallele, wenn man das betrachtete Zeitfenster richtig wählt.

#9 |
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Dr. med. Stefan Krüger
Dr. med. Stefan Krüger

@Felix Becker: Was Sie fordern klingt sehr huebsch. Allerdings beschreiben Sie damit sozialistische Verhaeltnisse. Der Sozialismus ist aber historisch auf ganzer Linie gescheitert. Als eingeborener DDR-Buerger weiss ich auch warum und bin sehr froh darueber. Die Erklaerung fuer das Scheitern ist simpel: es funktioniert einfach nicht und wird wahrscheinlich auch nie funktionieren.

#8 |
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Dr. Elisabeth Pommé
Dr. Elisabeth Pommé

Ich bin Deutsche (Ärztin), lebe in Spanien und arbeite seit 6 Jahren mit unbefristetem Arbeitsvertrag im spanischen Gesundheitssystem. Aufgrund verschiedener Landaswechsel (insbesondere, weil ich die 80 bis 110 Stundenwoche sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz mit 2 Kleinstkinder als Mutter nicht mehr ertragen konnte, da ich meine Kinder praktisch nie gesehen habe), habe ich keinen Facharzt. Ich war aber 6 Jahre lang gut genug, um den Ärztemagel auf Lanzarote ab zu fangen, da kein Festlandspanier es hier länger mit der Landbevölkerung und seinen Eigenheiten ausgehalten hat. Nuin gibt es auf einmal ein Gesetz, dass alle Nicht-Fachärzte ersetzt werden müsse, angeblich seit Juli letzten Jahres. Es wurde aber kein (betroffener) Angestellter davon unterrichtet. Nun wird Lanzarote überrannt mit spanischen Festlandärzten, mich hat man kurz vor Ostern per Telefon (!) informiert, dass ich am nächsten Morgen einen Zeitvertrag von 3 Monaten unterschreiben solle, denn man habe mir den Festvertrag entzogen (ohne Kündigungsfrist also). Im Januar diesen Jahres war man so gnädig, mir zu sagen, dass der Facharzt nun sehr wichtig geworden sei, homologisiere ich meine Assistenzarztzeit, die ausreichend für den Facharzt ist. So erging es auch vielen südamerikanischen Kollegen, aber auch vielen spaniern. Die Innlandpolitik trägt zumindest in Spanien sicherlich NICHT dazu bei, die Menschen bei Laune zu halten. Viele chronisch kranke Patienten stehen auf einer ewig langen Warteliste von operationen, die ihr chronisches Leiden beheben könnten oder zumindest sehr erleichtern könnten. Vor 3 Jahren hat man noch Überstunden bezahlt, um die Liste ab zu arbeiten, jetzt müssen die Menschen halt warten. Dies führt zu Arbeitsunfähigkeit, unnötigen Krankschreibungen mit unnötigen Kosten für die Allgemeinheit usw. Abgesehen von der Ungerechtigkeit, wie die Menschen behandelt werden, die tatsächlich zu Depresionen führen kann. Ich fühle mich zum Beispiel wie ein Hund, der von Heute auf Morgen auf die Strasse gesetzt worden ist.

#7 |
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Ärztin

Vor meinem geistigen Auge ist ein Staat mit allen Institutionen und seiner Bevölkerung wie ein lebendiger Organismus. Jeder einzelne Bürger entspricht einer Zelle, Die verschiedenen Berufsgruppen erfüllen Aufgabengebiete entsprechend Organen, es gibt Transportwege, verschiedene Kommmunikationssysteme, Input und Output, Kooperation mit anderen Staaten(Organismen)usw.Jede Körperfunktion findet ihr Pendant im Staat.
In diesem System nimmt das Bankenwesen mit seinen Rücklagen die Funktion des Speckgürtels ein. Ist der Speckgürtel dick(Finanzlage reich),dann ist der Organismus (Staat) reich, ist er dünn (Finanzlage schlecht),dann ist der Organismus (Staat) arm. Organismen können sich gegenseitig füttern. Finanzgeschäfte sind Handel mit Resourcen.Sie müssen dem gesamten Organismus, also allen Zellen zugute kommen, dann bleibt der Organismus gesund. Wenn nur noch “Metabolismus und Wachstum” im Speckgürtel stattfindet ohne die “Zellen” zu erreichen und zu ernähren, dann wächst ein (Krebs)-“Geschwür”, der “Speckgürtel” wird immer dicker, der Organismus leidet , ist krank Zellen sterben ab.
Hat ein “Organismus” seinen “Speckgürtel” verheizt, verspekuliert, fortgeschafft, wie auch immer, dann ist dem Organismus nicht geholfen, wenn Speck in den Speckgürtel geimpft wird (Bankenrettung).Das führt wiederum nur zu einem Geschwür.Da ist dann nur mehr Speck, aber der Organismus bleibt krank. Die Enregie muss erst durch den gesamten Organismus fließen, bevor sie effektiv in den Speckgürtel eingebaut werden kann. Nur dann ist der Organismus gesund.
Dieses Modell lässt sich um beliebig viele Ungeleichgewichte/Krankheiten erweitern. Ungedeckte Finanzngeschäfte mit virtuellen Werten entsprechen z.B. Nahrungsmitteln mit (energieleerem)Süßstoff statt Zucker. Sogar der Modellorganismus wird davon zwar fett, aber nicht ernährt. Es passt immer!
Island z.B.hat das erkannt. Dieser “Organismus” ist am genesen. Zypern z.B. leidet unter “Schwindsucht” und ist völlig kachektisch, Griechenland hat ein Problem mit dem ZNS (Regierung) bezüglich Sollwert-Vorgabe und Istwert-Kontrolle, z.b. chronisches Fieber, Energie wurde verheizt, jetzt ist der Organismus ebenfalls kachektisch.
Die Therapie kann nicht sein den Organismus zugunsten einer Fetttransplantation hungern zu lassen. Und in der Zentrale ist die Implantation eines Schalters (Politikers), der nur die Fettresourcen (Bankenguthaben) kontrolliert und dabei den Organismus verhungern lässt eher konztraproduktiv. Dieser Organismus gehört, Organ für Organ, aufgepäppelt.

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Eberhard Krämer
Eberhard Krämer

Die Profiteure dieses Systems sind so weit weg von den Betroffenen, dass sie es erst dann feststellen, wenn die Einnahmen sinken.Dolce vita auf Kosten der Menschen, die sich meist unverschuldet an einer Stelle befinden, wo sie sich nicht wehren können, ist widerlich.War aber leider vor 2000 Jahren im jetzigen Europa ebenso. Sind wir Menschen nicht lernfähig ?

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Medizinjournalist

Sehr geehrter Herr Dr. Hanebeck!

Selbstverständlich können Sie Artikel twittern, liken und bei Facebook teilen – incl. Quellenangaben! Freue mich über möglichst weite Verbreitung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Strausz

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Horst Rieth
Horst Rieth

erstens sollte es eine europäische verfassung geben
und zweitens wird von menschenrechten im eurpäischen parlament geredet
danach dürfte das BIP keine rolle spielen, theoretisch
aber euro(pa) ist eine ill(usion)
man spricht nicht mal eine gemeinsame sprache,
sorry doch ich vergaß, man spricht “euro”

#3 |
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Medizinfotograf / Designer

Hallo Herr Strausz,

ein wirklich interessanter Bericht, der ebenso gut zu Hartz IV Empfänger passen würde. Der alte Satz sana in corpore sano wird hier weitgehen auch für jene Menschen gültig, die nicht nur als Denker arbeiten.

Kann ich diesen Artikel einfach ungekürzt in Facebook veröffentlichen? Es würde mir die Zeit ersparen in zu komprimieren und mit ihren Zitaten (natürlich mit Angabe des Verfassers) zu füllen.

Vielen Dank
Dr. R. Hanebeck

#2 |
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Unternehmensberater

…was kommt dann auf uns erst zu?
Wir sind schon mitten drin im Schlamassel,…gut Michael das du darauf hinweist!
Mach weiter so.

#1 |
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