Prostatakarzinom: Mutation dreht am Wirkungsrad

28. Oktober 2015
Teilen

Eine neu entdeckte Mutation sorgt beim Prostatakarzinom dafür, dass ein den Krebs unterdrückender Baustein gegen eine krebsfördernde Aminosäure ausgetauscht wird. Diesbezügliche Wirkstofftests könnten neue Behandlungsoptionen beim Prostatakrebs eröffnen.

Prostatatumore zählen bei Männern zu den häufigsten Karzinomen. Wie sich eine Erkrankung bei den Betroffenen ausprägt, hängt stark von den Genen des Tumorgewebes ab. „Man kennt eine Vielzahl von Genvarianten, die den Krankheitsverlauf und Therapieerfolg bei Krebs beeinflussen“, erklärt Studien-Coautor Dr. Christian Halaszovich von der Abteilung für Neurophysiologie der Philipps-Universität.

Nun berichtet Halaszovich mit Forscherkollegen über die genetische Untersuchung eines einzelnen Patienten, die zur Identifikation eines neuen Krankheitsauslösers führte, sodass eine individuell abgestimmte Behandlung in greifbare Nähe rückt. Das Team beschränkte sich nicht auf die bereits bekannten Genvarianten, die mit Krebserkrankungen einhergehen, sondern suchte nach bislang unentdeckten Krankheitsfaktoren. Dabei fiel eine Mutation im Gen PTEN auf, die zur Veränderung eines Enzyms führt, das im Normalfall der Vermehrung von Krebszellen entgegenwirkt, also die Tumorentwicklung unterdrückt.

Unscheinbare Änderung mit großer Wirkung

Die neu entdeckte Mutation bewirkt, dass ein Baustein im PTEN-Protein ausgetauscht wird: Anstelle der Aminosäure Alanin trägt die Eiweißverbindung nun die Aminosäure Glyzin. Um die Funktion des veränderten Gens aufzuklären, schleusten die Wissenschaftler es in andere Zellen ein. Daraufhin zeigten diese Zellen krebstypische Veränderungen: eine vermehrte Zellteilung sowie verstärkte Beweglichkeit.

Das Modell zeigt die Struktur des PTEN-Proteins (in grün), überlagert von der Struktur der Mutante (rot); die roten Halbkugeln in der Bildmitte stellen die mutierte Aminosäure dar. © Dr. Christian Halaszovich, Philipps-Universität Marburg

Das Modell zeigt die Struktur des PTEN-Proteins (in grün), überlagert von der Struktur der Mutante (rot); die roten Halbkugeln in der Bildmitte stellen die mutierte Aminosäure dar. © Dr. Christian Halaszovich, Philipps-Universität Marburg

„Unsere Beobachtungen zeigen, dass mutiertes PTEN krebsfördernd wirken kann“, sagt Halaszovich. „Das war überraschend; bisher nahm man an, dass Mutationen dieses Gens lediglich dazu führen können, dass es seine Funktion als Tumorhemmer verliert.“ Derzeit laufen klinische Studien mit Wirkstoffen, die dem mutierten PTEN-Gen entgegenwirken. Die Tests könnten neue Behandlungsoptionen bei Prostatakrebs eröffnen, hoffen die Wissenschaftler und Wissenschaftler.

Originalpublikation:

Discovery and functional characterization of a neomorphic PTEN mutation
Helio A. Costa et al.; PNAS, doi: 10.1073/pnas.1422504112; 2015

27 Wertungen (4.89 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

2 Kommentare:

Medizinischer Fachhändler

Nachtrag
Aber es müssen immer Vitamine natürliche Ursprungs sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Sonst kann sie der Körper nicht erkennen und wird damit mehr belastet wie verjüngt

#2 |
  3
Medizinischer Fachhändler

die einfachste Form der Vorbeugung sind gedünstete Tomaten mit Rosmarin.
Sie tragen auch zur Heilung eines kleinen Prostata Tumors bei.
Aber damit lässt sich in der Schulmedizin kein Geld verdienen. Dabei sind wir wieder bei der kausalen Problematik. Heil – Kräuter haben eine sehr starke Wirkung und haben keine Nebenwirkung. Viele hochwirksame Medikamente werden aus Pflanzen in synthetischer Form hergestellt . Das können einige Hersteller, und damit lässt sich unheimlich viel Geld verdienen.

im Jahr 2010 haben Forscher der Universität Montpellier in Frankreich herausgefunden, dass das Spurenelement Selen das Diabetes-Risiko um 50 % senkt …
2.
Die Universität von Kopenhagen hat 2010 den Beweis erbracht, dass einige wichtige Immunzellen nur dann aktiviert werden, wenn genügend Vitamin D vorhanden ist …
3.
Japanische Forscher an der Universität Osaka haben 2012 nachgewiesen, dass Magnesium das Risiko für einen Schlaganfall um 53 % und das Herzinfarkt-Risiko um 50 % senkt …
4.
Wissenschaftler am Ludwig-Boltzmann-Institut in Österreich haben belegt, dass Vitamin E genauso gut bei Arthrose gegen Schmerzen hilft wie künstliche Medikamente …
5.
Die renommierte Johns-Hopkins-Universität in Baltimore/USA hat 2012 herausgefunden, dass eine hohe Dosis Vitamin C nachhaltig hohen Blutdruck senkt …
6.
Eine Untersuchung der Universität Helsinki/Finnland hat 2011 festgestellt, dass Zink die Einschleusung von Viren in der Schleimhaut verhindert und uns damit wirksam vor Erkältungen schützt …
7.
Dass Vitamin E sogar eine beginnende Alzheimer-Erkrankung bremsen kann, hat die Universität Amsterdam 2010 nachgewiesen …

#1 |
  5
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: