Ovarialkarzinom: Doppelstrategie bremst Teilung

2. Oktober 2015
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Eine neue zielgerichtete Therapie des Ovarialkarzinoms konzentriert sich darauf, das Tumorwachstum zu blockieren, indem zwei grundlegende Wege der Zellregulation gleichzeitig gehemmt werden. Die Therapie soll Resistenzen verhindern und Therapieerfolge verbessern.

Die zielgerichtete Krebstherapie konzentriert sich darauf, Signalnetzwerke in Tumorzellen zu blockieren, wodurch den bösartigen Zellen jene Befehle entzogen werden, die für die Vermehrung und das Überleben der Krebszellen nötig sind. Oftmals sind es Kinasen – die sich im Übermaß auf der Oberfläche oder im Inneren der Tumorzelle befinden – die jene Signale aufnehmen und weiterleiten, die zur Entartung führen.

Bislang standen vor allem Zellteilungssignalwege, also jene Mechanismen, die der Zelle den Impuls zur Zellteilung und zum Wachstum geben, im Visier der Krebsforscher. Thomas Grunt, Universitätsklinik für Innere Medizin I und Leiter der Studie: „Leider sind maligne Zellen sehr flexibel und entwickeln Resistenzen gegen die eingesetzten neuen zielgerichteten Therapeutika. Das ist das größte Problem in der Onkologie. Unsere Idee war daher, ein zweites Regulationssystem zu blockieren und auf diese Weise einen besseren, gegen den Tumor gerichteten, Effekt zu erzielen.“

Ein solches Regulations-Netzwerk stellt zum Beispiel Stoffwechselwege dar. Es ist unter anderem für den Aufbau der Zellstruktur, den Energiegewinn und für die Zellernährung zuständig. Da maligne Zellen eine hyperaktive Fettsäuresynthese aufweisen, nahm das Forscherteam in der aktuellen Arbeit dies unter die Lupe. Grunt: „Wir haben untersucht, wie Zellteilungswege und Fettsäuresynthese auf molekularer Ebene miteinander interagieren und konnten ein Kinase-System bestehend aus der PI3-Kinase und mTORC1-Komplex als zentrale Schnittstellen der beiden Netzwerke identifizieren.

Überprüfung der Tauglichkeit

Zellversuche haben gezeigt, dass die kombinierte Hemmung von Enzymen der Fettsäuresynthese und von Enzymen der Signalwege die Vermehrung und das Überleben der Krebszellen dauerhaft verhindert, wobei die Schnittstelle bestehend aus PI3-Kinase und mTORC1-Komplex für die Wirkung entscheidend ist.“

In den nächsten Schritten werden bereits zur Verfügung stehende Hemmstoffe gegen Zellteilungssignalwege mit neuen Fettsäuresynthese-Hemmern kombiniert und auf ihre Tauglichkeit im Menschen überprüft werden.

Originalpublikation:

Molecular interplay between cancer cell fatty acid metabolism and oncogenic signaling as resource for novel treatment strategies against ovarian cancer
Thomas Grunt et al; European Cancer Congress Wien 2015

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Gynäkologie, Medizin, Onkologie

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