Gewalttäter: Der Ruhepuls vor dem Sturm

7. Oktober 2015
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Junge Erwachsene mit einem niedrigen Ruhepuls haben einer Studie zufolge ein deutlich erhöhtes Risiko, später im Leben zu Gewalttätern oder zu Opfern von Verbrechen zu werden. Erweist sich die Messung der Herzfrequenz als neues Instrument zur Prävention von Gewalt?

In der am 9. September 2015 in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie [Paywall] werteten Dr. Antti Latvala und seine Kollegen von der Abteilung für Epidemiologie und Biostatistik am Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden, die Daten von 710.264 schwedischen Männern aus. Bei diesen wurde im Alter von 18 Jahren bei der verpflichtenden Tauglichkeitsprüfung für den schwedischen Wehrdienst unter anderem der Ruhepuls gemessen. Indem die Forscher diese Daten mit anderen behördlichen Registern zu Straftaten, medizinischen Behandlungen und Todesfällen durch tätliche Angriffe und Unfälle verglichen, konnten sie einen Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz in Ruhe und einem erhöhten Risiko für Verbrechen und Unfälle feststellen. Bei den Berechnungen wurden zahlreiche physische, kardiovaskuläre, psychiatrische, kognitive und sozioökonomische Einflussfaktoren berücksichtigt.

Die durchschnittliche Herzschlagfrequenz in Ruhe betrug 72,2 Schläge pro Minute. Im Vergleich zu den Männern mit einem Ruhepuls im obersten Quartil (≥ 83 Schläge pro Minute) hatten die Männer mit einem Ruhepuls im untersten Quartil (≤ 60 Schläge pro Minute) ein um 39 % höheres Risiko, für Gewaltverbrechen verurteilt zu werden. Zudem wurden sie mit 25 % höherer Wahrscheinlichkeit für gewaltfreie Straftaten verurteilt. Weiterhin wiesen Männer mit niedrigem Ruhepuls ein um 39 % erhöhtes Verletzungsrisiko auf, und zwar sowohl für Verletzungen durch einen tätlichen Übergriff als auch für Unfallverletzungen. Bei einem Teil der Männer waren zudem Daten zur kardiorespiratorischen Fitness erhoben worden, deren Berücksichtigung aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse hatte.

Verbrecher und Opfer: Zwei Seiten derselben Medaille

Die JAMA-Studie ist nicht die erste, die einen Zusammenhang zwischen Ruhepuls und aggressivem Verhalten herstellt, gleichwohl ist sie aber mit Abstand die umfassendste ihrer Art – die Fallzahl ist etwa 100 Mal größer als diejenige aller bisherigen Studien zusammen. Außerdem war bisher lediglich bekannt, dass ein niedriger Ruhepuls bei Kindern und Jugendlichen [Paywall] mit ausgeprägtem antisozialen und aggressiven Verhalten assoziiert ist. Dass es sich bei der Herzschlagfrequenz in der Jugend jedoch auch um einen Prädiktor für Gewalt mehr als 30 Jahre später handelt, ist dagegen eine neue Erkenntnis.

Eine Erklärung dafür, warum der jugendliche Ruhepuls einen Risikofaktor sowohl für Gewalt als auch für Unfälle im Erwachsenenalter darstellt, können die Autoren mit ihrer Longitudinalstudie allerdings nicht liefern. Grundsätzlich sind jedoch zwei Modelle denkbar: Entsprechend der sogenannten Furchtlosigkeits-Theorie [Paywall] ist der niedrige Ruhepuls ein Anzeichen dafür, dass eine Person weniger Angst empfindet. „Manche Menschen begehen möglicherweise Straftaten, weil sie keine Angst vor den Konsequenzen einer Festnahme haben. Ein normales Maß an antizipatorischer Angst hält viele von uns ab, ein Verbrechen zu begehen“, erklärt Dr. Adrian Raine, Professor für Kriminologie, Psychiatrie und Psychologie an der University of Pennsylvania, USA.

Die andere Hypothese geht dagegen davon aus, dass der Ruhepuls Ausdruck des Erregungszustands ist – Personen mit niedrigem Ruhepuls sind deshalb auf der Suche nach Reizen [Paywall], um ihr abnorm niedriges Erregungsniveau wieder auf ein normales Maß anzuheben. „Individuen, die impulsiv nach Stimulierung suchen, könnten ein risikoreiches soziales Umfeld bevorzugen und leichtsinnige Entscheidungen treffen, was sie anfällig für tätliche Angriffe macht“, erläutert Dr. Raine. „Für manche Jugendliche kann ein Weg zu mehr Erregung sein, einer Gang beizutreten oder einen Kampf anzuzetteln.“

Prävention mit Herz

In Deutschland gab es im Jahr 2014 180.955 polizeilich erfasste Fälle von Gewaltkriminalität, weltweit kommt es laut Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) jedes Jahr zu mehr als 4 Millionen dokumentierten Fällen von Körperverletzungen und zu mehr als 300.000 Morden. Wirksame Mittel zur Prävention von aggressivem Verhalten sind also dringend nötig. Doch sollten grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen auf ihren Ruhepuls gescreent werden, um mögliche Täter und Opfer von Gewalttaten frühzeitig zu identifizieren und so rechtzeitig präventive Maßnahmen ergreifen zu können? Der Selftracker könnte so ungewollt zum ordnungsstaatlichen Kontrollinstrument werden.

Mildernde Umstände dank Gentest?

Es gibt Hinweise darauf, dass der Ruhepuls zu einem wesentlichen Anteil genetisch bedingt ist. Zudem konnte gezeigt werden, dass sich die Assoziation zwischen einem niedrigen Ruhepuls und antisozialem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen vollständig durch genetische Kovariation erklären lässt. Allerdings sind die genetischen Determinanten der Herzschlagfrequenz nur eines von vielen Puzzlestücken in der Frage nach den genetischen Risikofaktoren für psychopathologische Zustände. Zahlreichen Genen wurde bereits ein Einfluss auf antisoziales Verhalten und Aggression konstatiert, besonders Gene mit Einfluss auf das serotonerge und katecholaminerge System sind schon seit einiger Zeit ins Visier der Forscher gerückt. Bekanntheit über die Fachgrenzen hinaus erlangte beispielsweise das „Krieger-Gen“, welches X-chromosomal die Monoamin-Oxidase A (MAO-A) kodiert und eine wichtige Rolle beim Abbau von Serotonin und Noradrenalin im zentralen Nervensystem spielt. Eine geringe MAO-A-Aktivität wurde in mehreren [Paywall] Studien mit Impulsivität und gewalttätigem Verhalten in Verbindung gebracht.

Es stellt sich daher grundsätzlich die Frage, ob eine genetische Veranlagung eines Täters als mildernder Umstand bei der Ermittlung des Strafmaßes berücksichtigt werden sollte [Paywall], oder ob bei einem Täter mit einer entsprechenden Prädisposition sogar vorsorglich Maßnahmen zum Schutz der Gesellschaft getroffen werden sollten. Eine 2014 veröffentlichte Meta-Analyse kommt jedoch zu dem Schluss, dass keine der bisher untersuchten Genvarianten ein zuverlässiger Prädiktor für aggressives Verhalten ist. Es scheint daher, als könnten nicht eines oder wenige Gene für Gewalt und Kriminalität verantwortlich gemacht werden. Stattdessen handelt es sich hierbei wohl um komplexe Verhaltensweisen, bei denen hunderte oder gar tausende Gene und die Umwelt miteinander wechselwirken. Die Autoren der Meta-Analyse schlussfolgern daher: „Jeder Ansatz, bei dem genetische Marker genutzt werden, um eine Risikovorhersage zu treffen, um die Verantwortung für ein Verbrechen zu mildern oder um die Behandlung von oder den Umgang mit bestimmten Individuen festzulegen, ist fragwürdig.“

Originalpublikation:

A Longitudinal Study of Resting Heart Rate and Violent Criminality in More Than 700 000 Men [Paywall]
Antti Latvala et al.; JAMA Psychiatry, doi: 10.1001/jamapsychiatry.2015.1165; 2015

83 Wertungen (3.84 ø)

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35 Kommentare:

Johann Potakowskyj
Johann Potakowskyj

Den niedrigen Ruhepuls bekommt man vor allem durch regelmäßiges körperliches Training. Dass gerade aggressive Menschen einen Fitnesskult pflegen ist da aber naheliegend … bzw. Kinderpsychologen empfehlen bei Kindern mit Aggressionsstörungen sportliche Hobbys zum Aggressionsabbau … die zu niedrigem Ruhepuls führen …

Man könnte bestenfalls daraus ableiten, dass diese therapeutische Anweisung nichts nutzt und diese kindlichen Klienten als Erwachsene wieder Aggressionen haben werden.

Aber es könnte auch ganz einfach der schlechte Umgang in so manchem Fitness Center oder Kampfsportschulen schuld daran sein …

Neben dem Eingang des Polizei Box Clubs in meiner nähe hängt das Plakat “Boxen gegen Gewalt”!

Obige Studie würde derartigen Nutzen widerlegen.

#35 |
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Gast
Gast

Wieder Koinzidenz mit Kausalität verwechselt, was? Man könnte mal ‘Haarfarbe’ darüber iterieren, ich wette es gibt in dieser Personengruppe einen Zusammenhang zwischen ‘blond’ und der Gewaltaffinität.

#34 |
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Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

Ich hätte jetzt glatt gedacht, die “Saure-Gurken-Zeit” sei vorbei …
Wie man sich täuschen kann …

#33 |
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Dr. Paule Heger
Dr. Paule Heger

Eine Musterung ist ja schon eine emotional belastende Situation – immerhin wird dort entschieden, ob man den meist ungeliebten Wehrdienst antreten muss. Wer da ruhig bleibt dem kann man schon eine gewisse Emotionslosigkeit bzw. “Kaltblütigkeit” bescheinigen. Aus dieser Sicht erscheint die Korrelation durchaus schlüssig. Das Missverständnis resultiert aus der Formlierung “Ruhepuls” – eigentlich geht es um den Puls in einer emotional angespannten Situation.
Sollten das wirklich die Autoren und die meisten Kommentatoren übersehen haben?

Übrigens, falls sie Patienten haben, die aufgrund des Weißkittel-Effektes unter hohen Blutdruck leiden: Das sind mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Gewaltverbrecher!

#32 |
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Gast
Gast

vor allem die statistische Gleichwertigkeit von Tätern und Opfern
klingt doch plausibel,
oder nicht?

#31 |
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Toru69
Toru69

Ich bin jetzt 45 und treibe seit 30 Jahren regelmäßig Sport und habe einen ständigen Ruhepuls von ca.50/min und jetzt muss ich mir Gedanken machen????

#30 |
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Thomas Schwörig
Thomas Schwörig

Niedriger Ruhepuls bedeutet bei jungen Menschen nichts anderes als guter Trainingszustand. Er ist also vor allem Folge, nicht Ursache der Lebensweise.
Das Geld für die Studie hätte man sich sparen können.

#29 |
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Michael Pude
Michael Pude

Auch wenn dieser Artikel, sowie die Studie als wertvoll erscheint, bitte ich zu bedenken, dass Menschen, die sich häufiger in gefährlichen Situationen wiederfinden, die Musterung wohl meistens (Annahme) als ungefährlich empfinden und somit in dieser Situation deutlich entspannter sind als Menschen, welche w e d e r h ä u f i g in der Opfer Rolle n o c h in der Agressor Rolle zu finden sind.
– Also die Situation der Musterung als aussergewöhnlich und aufregend empfinden.

#28 |
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Die Hasenherzchen unter uns sind also die sanften … ;) Nein , Scherz beiseite.
Mir fehlt bei den Überlegungen der Konsequenzen solcher Ergebnisse immer wieder folgende Überlegung : die genetische Ausstattung ist nur das Material , dass der Umwelt in die Hand gegeben wird … Wie sie damit umgeht entscheidet darüber , ob sich etwas gutes oder weniger gutes entwickelt ! Ein Bildnis : Glas kann in den Händen eines Glasers durch dessen Geschick und Werkzeug zum wunderschönen Kunstwerk werden, der Schmied oder Schreiner kann mit seinen Werkzeugen das Material nicht ideal bearbeiten oder sogar zerstören ….. Und umgekehrt kann aus Stahl oder Holz in den Händen oder mit den Werkzeugen eines Schmiedes oder Tischlers etwas wunderbares werden , nicht aber mit den Werkzeugen eines Glasers …… Erziehung und Sozialisation ist das Werkzeug , dass entsprechend des Ausgangsmaterials angepasst werden muss , Gleichmacherei ist hier fehl am Platz . Den Hasenherzchen die sanfte , den coolen Jungs die aufregende Erziehung ….

#27 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hm.
Konnte man in Schweden damals Zivildienst leisten?
Wenn ja, wo sind diese Daten?
Wie viel Prozent der männlichen 18-jährigen Gesamtbevölkerung wurden dort erfasst?
Das mit den Störchen gefällt mir ;-)
Abgesehen davon gibt es sicher Korrelationen zwischen dem Erregungslevel und Aggressivität. Aber das ist dann doch etwas zu einfach.

#26 |
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Dr. med. Wolfram Netzer
Dr. med. Wolfram Netzer

Die Einnahme von Beta-Blocker löst bekanntermaßen eine Bradycardie aus.Besteht
hier bei Dauereinnahme auch die Gefahr ,Gewalttäter zu werden? Das müßte im Label unter den unerwünschten Nebenwirkungen aufgeführt werden!

#25 |
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hebamme Birgit Gerber
hebamme Birgit Gerber

Schwachsinn!

#24 |
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Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff
Prof. Dr. Dr. Wulf von Restorff

Als Doktoranden würde uns beigebracht: ” Der Mensch kann tun, was er will, die gequälte Natur gibt IMMER eine Antwort.”

Jetzt sollte es geändert werden in “………………..die richtige Statistik liefer immer ein Ergebnis.”

Mit amüsiertem Gruß
WvR

#23 |
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Heilpraktiker

Diese These zu verallgemeinern halte ich für gewagt, denn dann wäre es ein Risiko, eine Ausdauersportart zu betreiben, welche einen erniedrigten Ruhepus zur Folge hat. Auch ich selbst habe einen Ruhepuls von ca. 50 Schlägen und bin weder als Opfer noch als Täter bis dato in Erscheinung getreten, fahre allerdings gerne Motorrad, was schlechthin als Risiko gilt.

#22 |
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Eigentlich dachte ich dass Biomathematik seit den Siebzigern eine Pflichtverantstaltung im Medizinstudium ist …
Zitat:
” ….. Daten von 710.264 schwedischen Männern …..Im Vergleich zu den Männern mit einem Ruhepuls im obersten Quartil (≥ 83 Schläge pro Minute) hatten die Männer mit einem Ruhepuls im untersten Quartil (≤ 60 Schläge pro Minute) ein um 39 % höheres Risiko, für Gewaltverbrechen verurteilt zu werden. Zudem wurden sie mit 25 % höherer Wahrscheinlichkeit für gewaltfreie Straftaten verurteilt. Weiterhin wiesen Männer mit niedrigem Ruhepuls ein um 39 % erhöhtes Verletzungsrisiko auf, und zwar sowohl für Verletzungen durch einen tätlichen Übergriff als auch für Unfallverletzungen.”
Wenn man also unterstellt , dass schwedische Ärzte den Puls zählen können und die schwedische Justiz nicht gezielt Männer mit niedrigem Ruhepuls diskriminiert, dann dürfte die Korrelation zwischen niedrigem Ruhepuls und riskantem/gewalttätigem Verhalten hochsignifikant sein. Ebenso ist es gemäß der Gauß’schen Normalverteilung auch klar, dass es trotzdem Millionen von coolen Pazifisten mit niedrigem Ruhepuls gibt.
Aber als Mediziner mit wissenschaftlicher Ausbildung kann man bei den vorliegenden Zahlen natürlich über die Interpretation der Korrelation streiten, aber nicht über das Vorhandensein der Korrelation als solches.

#21 |
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Heilpraktikerin

Sie mögen sich ja intensiv mit dieser Studie auseinandergesetzt haben…………. ich bin etwas ratlos. Sollten wir dann den gefährdeten jungen Menschen nicht einen dauerhaften Begleiter an die Seite stellen—- Arbeitsbeschaffungsmaßnahme— damit nichts passiert, oder wenigstens eine elektonische Fußfessel anlegen, damit man heraus finden kann, wann wer wo war. Ein gläserner Staat ist ja nichts dagegen. :-)

#20 |
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Bernhard Breskewiz
Bernhard Breskewiz

Jau, die höheren Wahrscheinlichkeiten sind vermutlich dadurch bedingt, dass aus der Gruppe derjenigen mit höherem Ruhepuls 30 Jahre später bereits viele gestorben sind!

#19 |
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Medizinphysiker

Immerhin treibt der Artikel den Ruhepuls einiger Kommentatoren, hat also therapeutische Züge!

#18 |
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Hm, Ruhepuls von 48 – ich habe das eher meinen Drahteseln als einem Hang zur Gewalttätigkeit zugeschrieben. In Zeiten, in denen ich mehr Krafttraining betrieben habe, lag der Ruhepuls dann auch mal bei 62 – 65/min. In der Zusammenfassung der Studie heißt es “… In models adjusted for physical, cardiovascular, psychiatric, cognitive, and socioeconomic covariates…” Vielleicht bedeutet ja eines davon, dass man die sportlichen Vorlieben berücksichtigt hat, ich lese es allerdings nicht so. Dazu müsste man die Originalarbeit beschaffen, und dazu habe ich keine Lust. Wenn man aber Marathonläufer vs. Studio-Pumper nicht auseinandergehalten hat, ist die Studie wahrscheinlich gar nichts wert.

#17 |
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Inge Apfel
Inge Apfel

Ich habe einen Ruhepuls von unter 60 und übe zudem noch eine Kampfkunst aus. Bin ja gespannt, wann man mich brutales, aggressives Individuum in die Geschlossene einliefert.
Vielleicht sollte ich mich zum Schutz der Allgemeinheit doch zu den Sportverweigerern gesellen? Dann muss die Gemeinschaft viell. mehr zahlen wg. Folgeerkrankungen durch Bewegungsmangel, aber wenigstens muss niemand um seine Zähne fürchten.
Viell. würde es natürlich auch helfen den Initiatoren der Studie einem ausgiebigen Trainingsprogramm zu unterziehen und Ruhepuls und Schlagkraft vor Beginn der sportlichen Tätigkeit dokumentieren und dann noch mal nach einem Jahr Sport.
Das könnte die Auswertung der Studie auch beeinflussen.

#16 |
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Prof.Dr. Rainer Knoeller
Prof.Dr. Rainer Knoeller

Sehr geehrte Frau Aho-Ritter, werte Kollegen,
interessant ist die Studie allemal, aber es sind einige durchaus fragwürdige Schlüsse darin. Ich bin seit über 20a im Feld der Leistungsphysiologie tätig und betreue u.a. Olympiakandidaten auf ihrem langjährigen Weg zu den Spielen. Übrigens hat mich immer der exorbitant hohe Anteil an Blutgruppe 0 an Leistungssportlern interessiert, der durch langjährige Erhebungen der Bundeswehr gut dokumentiert ist. Andere Baustelle der Genetik und NICHT veränderlich.
Aber der Ruhepuls ist in höchstem Mass ein trainingsabhängiger Parameter und zeigt mehr die Lebensgestaltung eines Menschen im letzten Lebensjahr an als seine genetische Zugehörigkeit zur Ausstattung seiner Eltern. 6 Wochen Training und er hat einen hochsignifikant erniedrigten Ruhepuls, und umgekehrt als Rückanpassung: 10 Tage Immobilität durch Verletzung oä und der Wert steigt wieder stark an.
Dass jemand der niedrigen Ruhepuls hat weniger Angst empfinden könnte, lehnt sich doch arg an die Erkenntnisse aus der Neuroscience an, wo man sehen kann dass jemand mit einem Defekt im emotionalen Hirn leichter sich und andere in Gefahr begibt, weil er das nicht oder nur schwach rückgekoppelt bekommt. Dort wude das sehr gut aufgezeigt! Wusste übrigens schon der Volksmund und sein Märchen von einem der auszog das Fürchten zu lernen. Der Terminator mag so jemanden darstellen, wer weiss… vielleicht wäre man hier auf einer sichereren Fährte, wer weiss…
Weit fragwürdiger noch die zweite These, dass einer der niedrigen Ruhepuls aufweist (60 ist übrigens nicht niedrig) dafür mehr Reize sucht und daher anfälliger ist für Gewalttaten? Hm… Wer niedrigen Ruhepuls hat, dürfte m.E. stärker parasymphatisch geleitet sein und damit eher ausgeglichener und WENIGER heissblütig sein, oder? Dies ist übrigens einer der dokumentierten Effekte die Meditation(straining) erzielt, welches von der Seite der Bewusstseinsschulung her ansetzt und stark auf den Ruhepuls als Nebeneffekt einwirkt, und erfahrene Langzeitmeditierer haben niedrigere Ruhepulse und dürften auf der Gewaltskala prozentual eher unterrepräsentiert sein da sie ruhiger geworden sind und über mehr Selbstwahrnehmung verfügen können.
Interessante Daten können sicher schnell über zwei drei Kaskaden zu wagemutigen Thesen werden mit anschliessend fragwürdigen Konsequenzen.
Ich bitte doch um äusserste Vorsicht und Bedacht.
PS: ich habe Ruhepuls 49, besonders stabil in den Phasen mit genug Zeit zum Laufen, und habe mich noch nie geschlagen in meinem Leben. Möge es so bleiben.
Mit besten Grüßen
Prof.Dr. Rainer Knöller

#15 |
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Naturwissenschaftler

Schon immer auch als Jugendlicher viel Sport, v.a. Laufdisziplinen getrieben hatte und habe ich einen Ruhepuls von um oder unter 60.
Bisher in fünf Jahrzehnten noch nicht straffällig, nicht gewalttätig geworden – muss ich mir Sorgen machen vor dem was noch kommt??
Danke für den Link Herr Reismann, ich werde also ab heute (leider) auf Käse verzichten müssen; oder auf dem nakten Boden schlafen…. ;-)))

#14 |
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Naturwissenschaftler

Die Kommentarfunktion ist heute aber schlecht drauf.
Mit was korreliert das wohl?

#13 |
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Naturwissenschaftler

Schon immer auch als Jugendlicher viel Sport, v.a. Laufdisziplinen getrieben hatte und habe ich einen Ruhepuls von

#12 |
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Naturwissenschaftler

Schon immer auch als Jugendlicher viel Sport, v.a. Laufdisziplinen getrieben hatte und habe ich einen Ruhepulse von

#11 |
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Ärztin

Am besten, man gibt seinen Kindern viel Kaffee, um den Ruhepuls zu pushen und damit den Frieden zu erhalten…

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Tanja Wlotzka
Tanja Wlotzka

Amüsant, weil die Studie unfassbar dämlich ist.

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Helmut Schillo
Helmut Schillo

Mit dem Rückgang der Störche sanken in den 70er Jahren auch die Geburtenraten in Deutschland.

#8 |
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Unglaublich!

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Dipl.-Päd. Karl-Heinz Krieger
Dipl.-Päd. Karl-Heinz Krieger

So ein Quatsch! Diese “Studie” ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man mit Hypothesen und Statistik offensichtlich alles beweisen kann.

#6 |
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Arzt
Arzt

@Dr. med. univ. Johannes Reismann,
danke für den tollen link,
bei aller Verrücktheit der Amerikaner gibt es bei denen andererseits meist schärfere Kritik als bei uns.
Leider nützt die nur wenig, der schwachsinnige mainstream geht einfach drüber weg bis zum unmenschlichen Krieg führen und Bomben werfen.

#5 |
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Arzt
Arzt

Statistik für die Mülltonne.

#4 |
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Soso bald steht die Polizei also am Berlin Marathon, dann werden alle 40.000 Besucher großzügig einkassiert, weil sie durch die “Rasterfahndung” gefallen sind.

Oder könnte das etwa damit in Zusammenhang stehen:
http://www.tylervigen.com/spurious-correlations
?

#3 |
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Ärztin

Vielleicht sind Männer mit niedrigem Ruhepuls auch tendentiell sportlicher und es hat etwas damit zu tun?

#2 |
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Rolf Frommberger
Rolf Frommberger

Ist heute der 1. April?

#1 |
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