Meningeome: Übergewicht steigt zu Kopf

23. September 2015
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Wenn man übergewichtig oder fettleibig ist, scheint sich auch das Risiko zu erhöhen, an Meningeomen zu erkranken. Denn eine Östrogen- und Insulin-Überproduktion fördert deren Wachstum zusätzlich. Dabei haben körperlich aktive Personen ein um 27 % niedrigeres Tumorrisiko.

Bislang sind erst wenige Risikofaktoren für die Erkrankung an Meningeomen identifiziert worden. „Und die Risikofaktoren, die wir bislang kennen, lassen sich nicht beeinflussen“, erklärt Dr. Gundula Behrens. Sie hat die Studie gemeinsam mit Kollegen vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg betreut. „Wenn man die starke Verbreitung von Adipositas und die ungünstige Prognose für Meningeom-Patienten berücksichtigt, dürften unsere Ergebnisse für die Entwicklung neuer Strategien zur Verringerung des Risikos zur Erkrankung an dieser gefährlichen Form von Hirntumoren bedeutsam sein.“ Fünf bis acht Personen von 100.000 erkranken jedes Jahr an einem Meningeom. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt dabei bei lediglich 63 Prozent.

Die Meta-Untersuchung der Regensburger Wissenschaftler umfasste Gesundheitsdaten und -studien zum Body-Mass-Index, zur körperlichen Aktivität und zu den beiden Hirntumor-Typen Meningeom und Gliom. Meningeome und Gliome sind die häufigsten Formen von Hirntumoren bei Erwachsenen. Insgesamt wurde das Datenmaterial aus 12 Studien einbezogen, darunter 2.982 Fälle mit Meningeom- und 3.057 Fälle mit Gliom-Erkrankung.

Positiver Einfluss körperlicher Aktivität

Die Analysen ergaben, dass für Personen mit Übergewicht eine um 21 % höhere Wahrscheinlichkeit vorliegt, in ihrem Leben an einem Meningeom zu erkranken. Für fettleibige Personen liegt die Wahrscheinlichkeit sogar um 54 % höher. Übergewicht wurde dabei über einen BMI von 25 bis 29,9 definiert, Fettleibigkeit über einen BMI von 30 oder mehr. Zwischen einem erhöhten Körpergewicht und Erkrankungen mit einem Gliom, der ähnlich oft auftritt wie ein Meningeom, aber eine noch schlechtere Prognose hat, konnte kein Zusammenhang hergestellt werden. Die Studie deutet jedoch auf einen positiven Einfluss körperlicher Aktivität hin. So weisen die Personen mit dem höchsten Grad an körperlicher Aktivität ein um 27 % geringeres Meningeom-Risiko auf als die „inaktivste“ Personengruppe.

Kein Nachweis für Übergewicht als Ursache für Hirntumore

Behrens geht davon aus, dass – mit Blick auf die Verbindung zwischen Übergewicht und Meningeom-Erkrankungen – verschiedene biologische Prozesse eine Rolle spielen. So führt Übergewicht beispielsweise zu einer Überproduktion von Östrogenen, die wiederum die Entwicklung von Meningeomen fördern. Zudem ist Übergewicht mit einem hohen Insulinniveau im Körper verbunden, wobei auch Insulin das Wachstum von Meningeomen begünstigt.

Die Wissenschaftlerin betont allerdings auch, dass die neue Studie kein Nachweis dafür ist, dass Übergewicht oder fehlende körperliche Aktivität die Ursachen für eine Erkrankung mit Hirntumoren darstellen. Sie belegt nach Ansicht von Behrens nur eine Beziehung zwischen den Messkategorien „Übergewicht“ oder „körperliche Aktivität“ und der Häufigkeit der Erkrankungen.

Originalpublikation:

Body mass index, physical activity, and risk of adult meningioma and glioma
Gundula Behrens et al.; Neurology, doi: 10.1212/WNL.0000000000002020; 2015

12 Wertungen (4.75 ø)

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3 Kommentare:

[Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht.]

#3 |
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Überproduktion von Östrogenen?? Betrifft das nun beide Geschlechter oder nur Frauen??? Was ist mit den Östorgen, das aus der Umwelt aufgenommen wird, oder durch Kontrazeptiva..

#2 |
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Medizinisch-Technischer Assistent

Wieder eine Studie á la “Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt..” Ich kann mir schon wieder vorstellen, welche verdrehte Aussage wieder in den einschlägigen Boulevardblättern ankommt..
Vielleicht sollte man einfach auch mal untersuchen, was wirklich relevant ist, nämlich wie sich diese Erkrankung heilen lässt. Und nicht Energie auf überflüssige “Erkenntnisse” verwenden, weil diese einfach zu untersuchen sind und es Geld für die Studie gibt..

#1 |
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