Gestationsdiabetes: Einfach weglaufen

17. September 2015
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Mittels eines moderaten Sport- und Ernährungsprogramms konnte das Risiko einer Gestationsdiabetes bei gefährdeten Patientinnen um knapp 40 Prozent verringert werden. Die Ergebnisse der finnischen Studie deuten an, dass selbst geringe Verhaltensänderungen signifikante Effekte zeigen.

Bis zu 14 Prozent aller werdenden Mütter leiden an Schwangerschaftsdiabetes. Neben dem Alter und erblichen Faktoren gilt vor allem Übergewicht als zentraler Risikofaktor. Verschiedene Hormone, die im Körper der Schwangeren ausgeschüttet werden, führen letztlich zur Insulinresistenz. Mit einem Schwangerschaftsdiabetes gehen zahlreiche Risiken Hand in Hand. Dazu gehören Harnwegsinfektionen, große Fruchtwassermengen, Präeklampsien, aber auch Typ-2-Diabetes in späteren Jahren. Kinder sind vergleichsweise schwer, was zu häufigeren operativen Entbindungen führt. Grund genug, vermeidbare Risikofaktoren zu beeinflussen.

Bauch und Bewegung

Finnische Wissenschaftler um Saila B. Koivusalo wollten wissen, welche Möglichkeiten der Intervention es gibt. Sie rekrutierten 293 Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 kg/m2, sprich Übergewicht im Stadium Adipositas Grad I oder mehr. Alle Teilnehmerinnen hatten in früheren Schwangerschaften bereits mit einem Gestationsdiabetes zu kämpfen. Sie wurden randomisiert einer Kontrollgruppe und einer Interventionsgruppe zugeordnet. Um gegen die Stoffwechselerkrankung anzugehen, motivierte das Team werdende Mütter zu mehr Bewegung. Sie erhielten auch eine individuelle Ernährungsberatung – mit Erfolg: In der Interventionsgruppe erkrankten 13,9 Prozent an einem Gestationsdiabetes (Vergleich: 21,6 Prozent). Der Unterschied war statistisch signifikant.

Kleine Ursache, große Wirkung

Die Autoren betonten, es handele sich bei allen durchgeführten Lebensstiländerungen keineswegs um tiefgreifende Einschnitte. Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe speckten um durchschnittlich 600 Gramm ab. Auch das Sportprogramm selbst fiel eher moderat aus. Trotzdem zeigten sich deutliche Effekte. Saila B. Koivusalo will die Studie bis 2017 fortsetzen, um weitere Daten von Müttern und ihren Kindern zu sammeln.

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