Apothekertag: Politiker, hört die Signale

25. September 2015
Teilen

Mehr Beteiligung beim Medikationsmanagement, eigene IT-Infrastrukturen und Verbesserungen bei der Verordnung von Arzneimitteln oder Medizinprodukten – Delegierte haben beim Apothekertag viel zu tun. Was mit erfolgreichen Anträgen später passiert, bleibt im Dunkeln.

Die erste Hiobsbotschaft kam weit vor Eröffnung des Deutschen Apothekertags (DAT): Hermann Gröhe (CDU) wird kein Grußwort sprechen. Der Bundesgesundheitsminister schaffe es nicht, jedes Jahr den Apothekertag zu besuchen, hieß es zur Begründung vom Ministerium. Nur erstaunlich, dass Gröhe keinen Ärztetag auslässt. In Düsseldorf wird ihn Staatssekretär Lutz Stroppe vertreten. Überraschungen erwartet niemand – Ministerien und der Deutsche Apothekerverband streiten immer noch über Wirtschaftsdaten, um das erforderliche Fixum zu errechnen.

Mitspielen beim Medikationsmanagement

Bessere Honorare sind nicht die einzige Forderung an Politiker, Stichwort Medikationsmanagement. Mit sieben Anträgen machen Apotheker ihrem Unmut Luft. Sie sind per se davon überzeugt, Medikationspläne gingen in die richtige Richtung. Allerdings sollten Versicherte entscheiden, ob sie Leistungen beim Arzt oder Apotheker in Anspruch nehmen, heißt es im ABDA-Leitantrag. Vor Erstellung eines Medikationsplans seien Medikationsanalysen notwendig, um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern. Informationen zu allen eingenommenen Präparaten lägen nur dem Apotheker vor, heißt es zur Begründung. Kollegen wollen mit weiteren Einzelanträgen erreichen, dass öffentliche Apotheken mit Einverständnis ihrer Patienten auf diagnostische Daten zugreifen, was bislang Ärzten vorbehalten ist. Der Deutsche Apothekerverband hatte auf entsprechende Berechtigungen verzichtet. Es geht aber auch um technische Aspekte: ABDA-Experten schlagen ein apothekeneigenes, sicheres IT-Netz vor, passend zu Anforderungen der gematik.

Breite Zustimmung für Cannabis

Von der Technik zum Arzneimittel: Sowohl die ABDA als auch die Landesapothekerkammer Hessen formulierten Anträge zu Medizinalhanf. Kollegen warnen, in der gesellschaftlichen Debatte würden Legalisierung und therapeutische Einsatzmöglichkeiten unglücklich verquickt. Gleichzeitig fehle eine klare Positionierung der Apothekerschaft zur Verschreibungs- und Erstattungsfähigkeit von Arzneimitteln auf Cannabis-Basis. Um zu klären, bei welchen Indikationen deren Anwendung sinnvoll ist, hoffen die Antragsteller auf eine Expertengruppe, wie sie Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery fordert. Kollegen warnen gleichzeitig vor heimischen Anzuchten. Cannabis müsse für medizinische Zwecke die notwendige pharmazeutische Qualität haben, heißt es weiter.

Hilfe, ein Hilfsmittel

Nicht nur Cannabis-Präparate bereiten Apothekern Kopfzerbrechen. Gleich fünf DAT-Anträge befassen sich mit Hilfsmitteln. Der Berliner Apotheker-Verein kritisiert, es gebe mittlerweile ein massives Ungleichgewicht von Leistungserbringern zu Gunsten gesetzlicher Krankenkassen. Kollegen wollen erreichen, dass Ausschreibungen künftig verboten werden. Ansonsten sehen sie die wohnortnahe Versorgung inklusive Beratung gefährdet. Darüber hinaus seien Apotheker schon aufgrund ihres Berufes geeignet, entsprechende Aufgaben zu übernehmen – ohne zusätzliche Präqualifizierung.

Rätselhafte Rezepte

Weitere Eingaben befassen sich mit formalen Fragen, die Apothekern seit Jahren den Arbeitsalltag erschweren. Beispielsweise sind Kassenrezepte einen Monat lang gültig, und bei Privatrezepten sind es drei Monate. BtM-Rezepte verfallen sieben Tagen nach Ausstellung, und T-Rezepte können nur sechs Tage nach ihrer Ausstellung eingelöst werden. Ähnliche Einschränkungen gelten für Isotretinoin-haltige Kapseln oder Tabletten. Für Kollegen und Patienten ist diese Unterscheidung schwer nachzuvollziehen. Deshalb empfiehlt die Landesapothekerkammer Brandenburg einheitlich sieben Tage. Als Ergänzung zum Thema bringt der Hessische Apothekerverband Wiederholungsrezepte ins Gespräch. Diese würden Ärzte entlasten und apothekerliche Kompetenzen stärken, heißt es im Dokument. Ihre Idee: ein neues Feld auf Muster-16-Vordrucken für Mediziner, um einzutragen, wie oft eine Verordnung beliefert werden darf.

Hitzschlag für Medikamente

Nicht nur bei diesem Thema wird es heiß hergehen – nach Hitzerekorden im letzten Sommer konzentrieren sich Pharmazeuten auf Lager- und Transportbedingungen. Die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) fordert in § 4 Temperaturen von weniger als 25 Grad. Für Fahrer des Großhandels gilt eine EU-Richtlinie zur Guten Distributionspraxis von Humanarzneimitteln (GDP). Entsprechende Vorgaben sollen künftig auf Versandapotheken angewendet werden, schreibt die Apothekerkammer Nordrhein in einem Antrag. Bei Versendern endet die Verantwortung formal, sobald Logistik-Firmen deren Kartons abholen. Kollegen bewerten den Versand ohne Einhaltung von GDP-Guidelines als „Verstoß gegen die üblichen Grundsätze des Verbraucherschutzes“. Vom Gesetzgeber wünschen sie sich gleiche Rahmenbedingungen für Großhändler und Versender. Botenlieferungen einer Apotheke sollen von strengen Vorgaben jedoch ausgenommen bleiben.

Spiel’s nochmal, Sam

Darüber hinaus darf ein Thema auf keinem Apothekertag fehlen: die Forderung nach mehr Transparenz beim Spitzenverband. Schon im letzten Jahr stellten Kollegen mehrere Anträge – jedoch ohne Erfolg. Dieses Mal gehen Hessens Apotheker in die Offensive. Sie wünschen sich, dass die ABDA ihre Strukturen offen auf der Website kommuniziert. Warum dies nicht längst geschehen ist, bleibt unklar – jedes Bundes- oder Landesministerium publiziert ein Organigramm. Bleibt noch zu klären, welches Schicksal Anträgen nach dem Apothekertag blüht. Hessen erneuert Thüringens Forderung nach einer zentralen Datenbank mit Informationen zum Bearbeitungsstatus. Der Antrag hatte keine Mehrheit errungen. Mit kontroversen Diskussionen ist auch in diesem Jahr zu rechnen.

10 Wertungen (4.5 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

12 Kommentare:

Gast
Gast

Übrigens, ergänzend zu #11: Ein guter Freund studiert ebenfalls Medizin und wir haben sehr häufig zusammen gelernt.
Die Ausbildungsinhalte sind tatsächlich nahezu diesselben.
Glauben Sie nicht?
Versuchen Sie es!
Bei uns war auch ein Anatomie – Kurs in der hiesigen Uni Pflichtprogramm, wo wir mit den Erstsemestern zusammen präpariert haben.
Da staunen Sie!

#12 |
  0
Gast
Gast

Geehrter Herr Mit-Gast # 10:
Nein, es ist weder erwünscht (Politik, von den HPs gefordert, besuchen Sie mal eine Tagung!) noch nötig.
Im Gegensatz zu approbierten Apothekern kennen WIR unsere Grenzen.
Was der Kollege/ die Kollegin geschildert hat, habe ich selber auch schon so oder in Nuancen selber miterlebt.
Wie gesagt, das Gesetz ist da definitiv sehr eindeutig und da stimme ich Ihnen auch zu.
Der Apotheker ist NICHT zur Ausübung der Heilkunde berechtigt (den Himmeln sei dank, man erlebt wirklich haarsträubende Dinge) sondern nur zur Ausführung.
@ Pharmaziestudent; Solange Sie nett, kollegial und nicht an Allmachtsphantasien leiden, werden Sie überall gern gesehen sein.
Aber nur weil Sie einen Schein in der Hand haben, macht Sie das weder zum besseren Menschen noch omnipotent.
Einen Rat einer altgedienten PTA: Seien Sie freundlich, aufgeschlossen und nett zu jedem.
Auch zu denen, die “unter” Ihnen stehen.
Man wird sie mögen und respektieren.
Wir freuen uns auf Sie!

Allerdings, einfach ist die Prüfung nicht.
Glauben Sie nicht?
Bitte, versuchen Sie es!
Sie werden erstaunt sein, wie es besonders bei der mündlichen Prüfung ans Eingemachte geht!
In meiner Prüfung hatte sich ein Medizinstudent eingeschrieben, weil er beweisen wollte wie toll er war.
Achtes oder neuntes Semester.
Ist mit Pauken und Trompeten durchgefallen mit weniger als 40%, während ich mit knapp neunzig bestanden habe (mündlich wie schriftlich).

#11 |
  0
Gast
Gast

#7
Vorraussetzung für Heilpraktiker:

– Mindestalter von 25 Jahren
– Hauptschulabschluss
– gesundheitliche Eignung
– “sittliche Zuverlässigkeit”
– schriftliche und mündliche Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten um festzustellen, ob der Stand der Kenntnisse und Fähigkeiten keine Anhaltspunkte dafür bietet, dass eine heilkundliche Tätigkeit durch ihn zu Schäden an der menschlichen Gesundheit führen könnte
Der schrifltiche Teil besteht aus 60 multiple choice Fragen, die Prüfung ist lächerlich einfach und “deckt sich in Ausbildungsinhalten “sicherlich nicht “weitestgehend mit den Medizinsemestern”. Die ausbildung gehört schon lange reguliert, nur leider scheint dies überhaupt nicht erwünscht zu sein.

#10 |
  0
Gast
Gast

an PTA/HP/”eigentlich-schon-chefarzt”#7

lustig, dass sie über die Arroganz von Hr. Keller sprechen, aber ein paar Zeilen später ihre nicht staatlich geregelte Ausbildung mit einem Medizinstudium vergleichen. Und wie sie von frisch approbierten Berufsanfängern Berufserfahrung erwarten, entzieht sich auch meiner Logik.
Es ist schließlich ein Pharmaziestudium und nicht nur ein Apothekerstudium (aber tatsächlich wissen auch wir was ein Topitec ist & haben durschnittlich 20 SWS Labor). Man hat nunmal nur (mindestens) diese 7 Monate Praktikumszeit in der öffentlichen Apotheke um den Alltag zu lernen.
Aber mit so netten und unvoreingenommenen PTA´s wie ihnen macht es sicherlich richtig viel Laune sich einzuarbeiten. Ich freu mich drauf!

LG
Pharmaziestudent

#9 |
  0
Apotheker Ulrich Winter
Apotheker Ulrich Winter

in den 35 Jahren seit ich Kammerbeitrag zahle haben wir nicht einmal ein brauchbares Rezeptformular erreicht, wir dürfen gerade noch den Nacht-und Notdienst regeln. Ein millionenschweres ABDA-Haus in Berlin können wir uns sparen. Alle Themen schön und gut, zum Unter-Selbstkostenpreis oder am Besten gegen Gebühr unsererseits dürfen wir vielleicht mitmachen. Danke nein!
U.Winter Apotheker

#8 |
  0
Gast
Gast

Geehrter Herr Keller,
danke für Ihren Kommentar.
Sie verdeutlichen sehr deutlich das Bild des klassischen Arbeitgebers (=Apothekers).
Die Arroganz ist aus Ihren Zeilen sehr deutlich hervorzulesen.
Sie gehören sicher auch zu den Approbierten, die PTA und PKA als minderwertiges, nicht studiertes Volk abtun.
Solche Leute wie Sie kenne ich genügend.
Zur Erinnerung, sollten Sie es vergessen haben:
Sie lernen während des Studiums traumhafte Analysen zu kochen und bezaubernde Nachweise zu machen, das ganze Arzneibuch rauf und runter.
Die Patientenberatung kommt dabei, das wissen Sie selber am besten, viel zu kurz.
Die meisten heutigen Approbierten, die heute von der Uni kommen, sind für praktischen Aufgaben nicht zu haben.
Topitec?
Laborprogramm?
Gewisse Arzneidrogen?
Meinen aber gleichzeitig, wer weiß wie toll sie sind.
Klar, das jemand wie Sie (und Ihre erlauchte Kollegenschaft) gegen Heilpraktiker hetzen (vielleicht auch gegen PTAs, in meinem Falle beides!).
Oder sagt ihnen 2.ICR parasternal links etwas (nicht googlen!)?
Körperliche und klinische Untersuchungsmethoden überlassen Sie bitte denjenigen, die zur Ausübung der Heilkunde berechtigt sind.
Sie als Apotheker hingegen dürfen sie nur ausführen.
Bleiben Sie im Labor bei Ihren Sodaauszügen und Silbernachweisen, gerne auch im Büro.
Aber überlassen Sie Diagnosestellung den Personen, die zur Ausübung der Heilkunde berechtigt sind.

PS: Das Heilpraktikerstudium dauert im Erfolgsfall drei Jahre und deckt sich in Ausbildungsinhalten weitesgehend mit den Medizinsemestern.
Eine gute Schule beschäftigt ausschließlich Ärzte und/oder Professoren, die die Anwärter unterrichten.
Wir sind KEINE Ärzte und werden es auch nie sein.
Wenn man vernünftig ausgebildet ist, kennt man seine Pflichten und Grenzen.
Was man von so manchem Apotheker, unter dem ich gedient habe, nicht sagen kann.
Starke Konjuntivitis mit Schmerzen: Euphrasia, oder noch besser Sopthal-POS!
Hmm, Verstopfung und Blähungen bei einer Schwangeren mit Krämpfen? Buscopan!
Depressiver Kunder mit Suizidgedanken? Lioran!
Unguentum Cordes aa mit Aqua? Sechs Monate haltbar!
Ich könnte beliebig weiter ausführen.

#7 |
  0
Heilpraktiker

@ Andreas Keller / #5: Sie haben recht. “Heilpraktiker, die selbst ihre Mittelchen verkaufen”, kenne ich zwar nicht, würde es aber vollkommen ablehnen, “apothekenpflichtige Komplex-Homöopathika” in einer Heilpraktikerpraxis zu verkaufen, wäre illegal. Was mich aber interessieren würde ist, woher diese Heilpraktiker die apothekenpflichtigen Homöopatika bekommen. Darüber hinaus ist der “Heilpraktiker” ein freier Beruf und kein Händler. Jemand der mit Arzneimitteln handelt, ist zumindest bei dieser Tätigkeit kein Heilpraktiker. Aber auch das, was Sie zur Ausbildung sagen, ist richtig. Ich bin ganz klar für eine staatlich geregelte Ausbildung. Das verlangen wir schon seit Jahren. Es ist aber vermutlich politisch nicht erwünscht.
Dass Sie keine Quecksilbersalbe mehr anrühren, ist ja gut. Diese “Tradition” müssen Sie nicht weiterführen. Aber auch alte sinnvolle Regelungen gleichzeitig mit der Quecksilbersalbe über Bord zu kippen, ist vielleicht nicht richtig.

#6 |
  0
Andreas Keller
Andreas Keller

Lieber Herr Bauer,
bitte fassen Sie sich bzw. Ihre Kollegen an die eigene Nase: ich kenne mehrere Heilpraktiker, die selbst ihre Mittelchen verkaufen. Einschließlich eigentlich apothekenpflichtiger Komplex-Homöopathika … wie sieht es hier mit der von Ihnen erwähnten Trennung bzw. der rechtlichen Basis aus?
Zum Thema Tradition noch eine weitere Anmerkung: Wenn alles Alte gut wäre, dann würde ich noch immer die gute alte “Graue Salbe” bestehend aus 50% Quecksilber und 50% Vaseline gegen Schuppenflechte herstellen und abgeben müssen. Allen Göttern und Weltprinzipien sei gedankt dafür, dass es manchmal Veränderungen gibt.
Und noch etwas: Um dem Patienten das für ihn geeignete Medikament empfehlen zu können und zu dürfen, habe ich 4 Jahre lang an der Uni ein Hochschulstudium absolviert, ein weiteres Jahr praktische Arbeit vollzogen und drei (!) Staatsexamen bestanden. Wie lange dauert das Heilpraktiker-Studium nochmal? Ach ja, da reicht ja (manchmal) ein Wochenendkurs aus. Ich hoffe, Herr Bauer, Sie gehören zu jenen Heilpraktikern, die eine intensivere Ausbildung genossen haben und sich einer entsprechenden Prüfung unterziehen und beweisen mussten, dass Sie in Ihrer Ausbildung etwas gelernt haben.

Ansonsten, um dem eigentlichen Text einen Kommentar zuteil werden zu lassen, wird wohl wieder viel Luft durch diverse Lungen und über Stimmbänder bewegt ohne dass tiefgreifende Änderungen zum Positiven erreicht werden. Vermutlich ist die Luft noch nicht einmal heiß.

Auf der Kostenseite wird wohl weiter ein dickes plus stehen, während auf der Hohn-orar-Seite (sic!) weiter eine dicke fette Null (im günstigsten Fall) steht. Meine de­fä­tis­tische Sicht ergibt sich aus den Erfahrungen, der letzten Jahre und meinem “Minderwertigkeitskomplex gegenüber dem Arzt” (Vielleicht sollte der/die Gast-PTA den Beruf wechseln oder sich einen anderen Chef suchen, der seine Arbeit richtig ausführt. Möglicherweise entsteht die Meinung auch aus dem gescheiterten Versuch, selbst Apotheker zu werden …?).
Es wird viel “wir müssen” und “man sollte” geben, jedoch ergibt dies noch keine Änderung … sieht man im Moment in der großen Politik …

Wenn tatsächlich eine “Wiederholungsverordnung” durch den Apotheker unter entsprechender Berücksichtigung aufzustellender Regelungen erreicht würde, sollten die Krankenkassen jubilieren, denn das Arzthonorar fiele weg und nur die Verordnung müsste bedient werden. Eine Kostenersparnis in Höhe von ca. 50€ pro Patient, wenn ich mich nicht völlig täusche – da kommt ein ordentliches Sümmchen zusammen. Ein Honorar würde der Apotheker vermutlich nicht bekommen bzw. noch nicht einmal einfordern – siehe “Minderwertigkeitskomplex”.

#5 |
  0
Gast
Gast

@ Herrn Bauer: Ich kann Ihnen als PTA nur zustimmen.
Viel zu viele Apotheker vergessen, dass sie weder Diagnosen stellen dürfen noch “verordnen” dürfen.
Häufig versuchen sie damit ihre Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem Arzt oder dem Heilpraktiker zu verstecken um so beweisen, dass sie auch etwas wert sind.
Wer bei einer eitrigen Konjunktivitis noch Euphrasia empfiehlt, dem gehört die Approbation entzogen.

#4 |
  0
Heilpraktiker

@ Gabriela Aures / #2: Ich spreche nicht von frei verkäuflichen Arzneimitteln, ich spreche von apothekenpflichtigen Mitteln. Natürlich existiert in dieser Hinsicht eine umfangreiche “Beratung”. Selbst Untersuchungen werden in den Apotheken durchgeführt. Nicht nur die Bestimmung von Blutwerten wie dem Glucose- oder Cholesterolwert gehören heutzutage zum Dienstleistungsangebot in fast jeder Apotheke. Der Apotheker empfiehlt dann die Medikamente nach vorausgegangener „Anamnese“ und eventuell auch Untersuchung. Das geht eindeutig in den therapeutischen Bereich. Weshalb wird das eigentlich “Selbstmedikation” genannt? Unter diesem Begriff verstehe ich, dass sich jemand selbst ein Medikament sucht. Empfehlen tut das Medikament aber der Apotheker. Das ist zumindest nicht weit von der Verordnung weg. Im Endeffekt läuft es auf das selbe hinaus. Ich denke, gegenüber dem, was Apotheker z. B. an Homöopathika „verordnen“, ist das, was der Heilpraktiker verordnet, marginal, das kann man vergessen.

#3 |
  0
Apothekerin

Herr Bauer,

frei verkäufliche Arzneimittel haben überhaupt nichts mit Verordnung zu tun.
Ich denke, die überragende Mehrheit der Apotheker weiß genau, wann die Grenze der Selbstmedikation überschritten ist und der Patient/Kunde einen Arzt konsultieren sollte.
Wohlgemerkt Arzt, nicht Heilpraktiker !
Letztere Berufsgruppe “wildert” wohl eher im Gehege der Ärzte als die Apotheker !

#2 |
  0
Heilpraktiker

Um 1241 wurde mit gutem Grund die Trennung der Berufe Arzt und Apotheker eingeführt. Ärzte durften keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein. Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben, um Preistreiberei zu verhindern. Jemand, der mit Arzneimitteln Handel treibt, sollte gleichzeitig nicht verordnen dürfen. Die Apotheken gehen aber immer mehr in die Richtung Beratung, was letztendlich auf die Verordnung hinaus läuft.

#1 |
  0
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: